210717 im Schwimmbad

1 – ich träume – von was, hab ich vergessen. (aber ich träume)

2 – Carol und Julio essen Madelaines zum Frühstück1. »this is my new favorite« – wedelt mit der Milka in der Hand durch die Gegend. am Ende des Beckens riecht es nach [1] nasser Hund, [2] Wassermelone, [3] Shisha (wie?? die sind doch hier verboten? überall Schilder mit durchgestrichenen Hunden und auch einer durchgestrichenen Melone) ein Vogel fliegt über meinen Kopf. Gerüche, abwechselnd. (ein Tag später die Feststellung, dass die Mentholzigaretten an Shisha erinnern). der letzte Status: ›entschuldigen Sie‹, kann ich ihre Nummer haben? – nein. er geht trotzdem ein paar Schritte rückwärts in mein Vorwärts mit. »have a good life!« – thx

3 – Wasserschluss2 | . der Rucksack für Surfende birgt im Netz die nassen Sachen. Vorbeigehende: sie hat ›so richtig Bock‹ und das meint sie ernst. »i mean honestly, i don´t go with her« ich sitze da3, nun auf einem Korbstuhl, ein Glas Wein und eine Platte vor mir. Vanillepfeifengeruch zieht rüber. Ich / Du (sie. barfuß, ich hege Sympathien, immer noch). Frau Schriftstellerin, fahren Sie doch hier lang und nehmen Sie dort was zu Essen zu sich. – gut. und auf was haben wir Hunger?4 Graubrot liegt auf dem Tisch, Oliven und Käse liegen da. wir möchten gerne Weißwein trinken, machen Sie einfach. während das Salz der Oliven den Mund zusammenzieht, am Tisch nebenan Mutmaßungen über Laura und Paul (– es wird nicht halten), zwischendurch Blicke auf die eigene smartwatch.5

wem folgen? einer inneren Logik (andere sagen ›Herz‹ oder ›Bauch‹ oder ›Intuition‹)

die Farbe der Kalamate, die eigentlich keine sind (aber die Farbe haben sie trotzdem). die Nägel sind rosa—pink. (ausgiebig Komplimente für geschlechterungewöhnliches Verhalten). sie vermissen ihre Frauen. verständnisvoll: »dir ist kalt?« ich sage nichts, sitze hier jung und –– und höre zu. stecke mir ein Stückken Pizza mit Mozarella in den Mund. der Zeitungsverkäufer schwingt sich vom Rad: »Tagesspiegel für morgen?« – aber wir haben wirklich viele Bücher auf dem Tisch (auf den Stapel schielen). und was machen Sie mit den ganzen Büchern? – lesen, was sonst. (innerlich Augenverdrehen) »ach-so-und-Sie-haben-außerdem-kein-Bares-dabei« (ach-so). einträchtig6 händchenhaltende Menschen stapfen/trotten schwerfälllig schweigend vorbei. eine 4er-Prozession, Kinderwagen vornean. (Vater-Mutter-Oma-Opa-Kind) – da haben wirs die Familie im klassischen Sinne, wie sie es vor einigen Jahren noch war. und du?7 die Vogue-Chefin hält nichts von Trends. ich schiebe mir ein kleines Käsestückchen (›nun verraten Sie uns doch mal: welche Käse haben wir hier?‹) in den Mund; eine Olive (kalamatefarben) hinterher.

lass uns an den Gardasee fahren. (na gut). mutig sein, irgendwo hingehen, wo man niemanden kennt. (wir sind aber auch aufgeschlossen und leicht zu haben). die »Hallos«/die [›halos‹] der anderen Beobachten. was leuchtet da so?8 erzähl, was du werden willst! [wenn ich mal groß bin, dann … ]

lass uns nicht weiter von der flüssigen Sprache von irgendwas langweilen, wir wollen ein wenig gefordert sein, sehen der Werbung mit offenem Mund hinterher: du bist aber schön …9

ich essse die letzte halbe Scheibe Brot. imaginäre Mückenstiche (und es fängt jetzt erst an).

die beginnenden Haarlöcher auf den Köpfen der Über-Dreißigjährigen.

die Zurückhaltung über irgendetwas nicht zu schreiben.

die Zurückhaltung keine Fragen zu stellen (die Gallerisitn, warum sie Galleristin ist. »ich liebe Kunst« – Zitat.

der schwingende Arsch, einer Frau, die einen A-linienförmigen Rock trägt.

du bist so entfremdet von der Welt, du weißt nicht mal, dass man Rosen auch pflücken kann (kauf welche! ein Plakat, das vor Rosenverkäufern10 warnt).

4 – später – ich warte immer noch auf die Blutwarze, die man mir mit Anfang 20 vorausgesagt hat (die hatte deine Mutter auch und die Mutter deiner Mutter auch). wir werden vertrieben (und nochmal!: vertrieben). Grüße aus der Heimat (›kennst du mich noch?)‹. heyy! unser Kleid hat die gleiche Farbe – ›Hallo!‹ ›Tschüss‹ zu Prinz C. (ihr geht und ich gehe auch:) in den Park, den Zügen hinterhersehn, an den Automaten, aufs Dach (nein doch nicht). jeder könnte Paul sein, der auf dem Klettergerüst am Spielplatz turnt und von Drogen spricht. wir werden vertrieben. auf nach Missisippe. (das ist doch Quatsch – du kommst doch gar nciht aus Missisippi).

auf einmal ist ER auch Künstler. (»I do fine arts«). ich sehe den Eiffelturm. I go for Armani, du malst die Wand an

[unleserliche Notizen]

fassungsloses Kopfschütteln über Gorillas und DocMorris: bleibt zu Hause!

  1. Julio Cortázar mit Carol Dunlop: Die Astronauten auf der Autobahn – Eine zeitlose Reise von Paris-Marseille.
    ›mit!‹ ich vermisse das und, unter dem zusammenarbeit passiert []
  2. ggteil Sinnflut []
  3. ich erinnere mich an das schwarze kurze Kleid, die Stiefel, die großen Ohrringe, ich erinnere mich an die Streits mit D. an die Touren durch die Stadt, das Rosenöl, das mittlerweile leer ist. ich erinnere mich, dass ich mich nicht erinnern kann. wenige Tage später erzählt M aus Jahr 1 und ich erinnere mich nicht []
  4. hier könnte eine Liste folgen, auf was man Hunger haben kann: 1, 2, 3 … Hunger / Appetit. Hunger auf vs. das Essen, eine Notwendigkeit. Essen-müssen, Hunger haben-wollen. []
  5. ich schaffe noch nicht auseinanderzuhalten, von welcher Marke, die Geräte! sind. []
  6. Synoyme: einhellig, einvernehmlich, friedlich, friedfertig, Seite an Seite []
  7. kriegt doch einfach zusammen ein Kind, wir lachen, obs das erste oder das zweite ist, das ist egal. []
  8. weil ein Buch nicht genug ist, lese ich außerdem gerade: Raymond Roussel: Die Allee der Leuchtkäfer. huch, und gerade fällt mit auf zwei Straßenfomen mit ›A‹: Allee und Autobahn []
  9. wenn die Werbung ein Bein wäre, wäre es glatt gelasert und wir wünschten uns es hätte ein wenig mehr Haare, dann wärs immer noch schön, aber die Haare sind weg – für immer []
  10. und ja, es sind immer Männer []

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