220220–22 Klassen, Volksbühne, Prinzen

„[Ordnungs]Klassen sollten den Grund ihrer Existenz in ihrem Namen tragen, nicht ihr visuelles Erscheinungsbild.“12

VOLKSBÜHNE Enis Maci und Zimmermann: Kamilo Beach in der Volksbühne. auf der Probebühne stehen Rosa Lembeck, Martin Wuttke. ›irgendwann kannten sie sich gut genug, um es miteinander zu versuchen‹.  sie trägt: ein hellblaues Kleid, hellblaue Strümpfe, eine kurze weiße Jacke, passend zur Landkarte. wie üblich kämpfen die Schauspieler mit den Textmassen. draußen wird an Hanau erinnert3

C fragt mich einige Tage später, was Romane für mich sind. ich beschließe weniger judgy gegenüber dieser verständlichen Form der Literatur  zu sein. auch sie haben ihr Gutes. (damit kriegen wir die 52 Bücher im Jahr locker hin. das wurde zu Anfang des Jahres noch angezweifelt. ich schüttle den Kopf).ich schreibe einen Einkaufszettel auf Französisch und schiebe mir einen Löffelbiskuitin den Mund. Löffelbiskuit, das heißt Boduoir auf Französisch.

„Dies soll auf die „Boudoir-Politik“ Talleyrands in feinen Hinterzimmern zurückzuführen sein, wo man den Gästen feines, leichtes Gebäck reichte.“

in den letzten Minuten kommt mir die Idee, weswegen ich hier war: wir müssen weg von der Funktion, sonst wird man uns nicht ernst nehmen. das Becken ist halb leer. das Wasser ist ruhig. ich ziehe so lange, bis ich das Becken verlassen muss.

am Ende des Stücks nahm der Mann einen Müllsack, der schon die ganze Zeit neben dem Fernseher stand und sticht ihn auf: überall orange Tischtennisbälle auf dem Wasser der Landkarte. ich stecke einen ein. man leitet uns in den roten Salon weiter. ich  verlasse den Abend auf Cowboystiefeln. die Pistole, die an der Wand hängt wurde demnach benutzt – was den Müllsack betrifft. was das Glas, das diagonal zur Milchpackung die Landkarte beschwert betrifft, hängt sie noch immer an der Wand und die Zuschauerin blickt hin und wieder verwirrt zu ihr. kommt da noch was?

ich nippe am Pastis

während alledem lese weiter das Märchenprinzbuch und komme wieder zur Feststellung: zu viel Autonomie ist nicht gewünscht (ich werde wütend und traurig und lege das Buch beiseite)4

  1. https://wiki.selfhtml.org/wiki/HTML/Tutorials/Trennung_von_Inhalt,_Pr%C3%A4sentation_und_Verhalten []
  2. ich werde das für zukünftige Absatzbezeichnungen in Indesign übernehmen. []
  3. C überzeugt mich, dass sich erinnern wichtig ist. []
  4. weil das Buch so gut beschreibt, was die Probleme von Beziehungen zwischen Individuen heutzutage ist und dabei wenigerkomplizierte Sprache verwendet als Eva Illouz (und gleichzeitig auch die Individualitätsbestrebungen weniger beschreibt, sondern einfach hinnimt & achtet, hier der Titel ( folgt! ). ich erinnere mich daran, was der Mann an Silvester gesagt hat: das sugardaddytum sei auch unter männerliebenden Männern verbreitet. ich denke an D und dass er es nie schaffen wird, mir anders gegenüber zu treten, als er es tut. demnach ist querness doch eine Alternative. []

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