211112 von unterwegs

›belonging‹/longing schreibt Daniel Schreiber. M und ich bauen nun doch ein Regal. ein modulares mit theoretischen Inhalten. so gestern beschlossen. der Engländer erzählt von Fabriken – schon wieder. der Egländer darf man nicht sagen, weil er ist mehr als nur Engländer. es ist viel zu früh. ich habe Brot dabei. hole Kaffee dazu und gehe mit meinem Kaffeebecher die nassen Treppen am Südkreuz hinunter.

mir gegenüber sitzt ein Mann. er hat sein MacBook vor sich aufgeklappt und schläft.ch tippe. wo ist Coburg? ›da haben Sie noch Zeit‹. ich wechsle den Platz. wie lange bleibtst du – ich weiß es nciht. wie imemr. ich erinnere mich an die ersten Male zurückfahren. ich erinnere mich an den bunten Rock, an B, an seine Mütze, die ich trug. ich erinnere mich an die Bauchkrämpfe. ich liege auf dem Boden. wir trinken einen großen Kaffee. wir trinken überhaupt viel Kaffee. ich erinnere mich an den Geburtstag. nein das stimmt nicht, aber ich sollte mich erinnern. ich erinnere mich an unzählige weitere Geburtstage und jetzt, jetzt hätte ich gerne ein Croissant.

ich denke an den jungen Mann, der mich zuerst angemacht hat und dann war er ganz erstaunt, wie alt ich sein muss, wenn ich schon so lange studiere. ich sitze im Zug. es ist sehr früh, riecht anch Chanel und der Kaffee ist mittlerweils leer. ›Lifecycle stages‹ googelt der Mann schrägt vor mir. er hat ein Startup und vor einer Minute hat er einen Banane verzehrt.

WIE VERDIENST DU DEIN GELD? ein Mann ganz in rot betritt die Studios. ›das ist Birgit – von birgitandbreakfast‹ sagt S. ich muss mir Visitenkarten drucken und sie den Leuten in die Hand drücken: »ich bin Birgit.«1 zu rot: die Farbe als eine Kaufentscheidung. ich erinnere mich an einen Text über Widerstand, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe. ›was bist du?‹ – wann wird mich das zum nächsten Mal jemand fragen und – was antworte ich? und dann kaufe ich alles nach dem Kriterium Farbe und Form.

wann werden die Stühle in den Zügen arbeitstauglicher sein?

kurz später stolpere ich über meine eigene Aufmüpfigkeit, denke an Daniel Schreiber, das nach Hause kommen. das Unterwegs sein. lese in PP 317 Morgen Parallelprotokoll 02032106000621

06:11
›Kategorisch! Was meinst du damit?› – ›Damit meine ich auf das Medium bezogen.‹ Hinter Glas kann man sich keine Blicke nur Wörter zuwerfen. Na, das ist doch schon mal ein guter Anfang. Vor allem, wenn der andere das Wort fängt und dir ein anderes zurückwirft. Da hast du den Dämon.

ich habe von Siebträgermaschinen geträumt.

06:19
»Nur noch Porridge – daraus kann die Autokorrektur dann poetisch machen. Die poetische Version der Haferflocken, der Milchkaffee mit Zucker so sehr poetisch; die Schönheit in Schlucken trinken.«

  1. und was bist du noch? []

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.