AutorB

220817 ich träume

dass ich in die Wohnung von S und S ziehe. S zieht aus, ob S2 bleibt, weiß ich nicht. ich ziehe wahrscheinlich mit einer alten Mitbewohnerin ein. in meinem zukünftigen Zimmer steht noch ein in die Dachschräge passendes Bücherregal. man sieht es, wenn man reinkommt. einen Kleiderschrank gibt es auch. aber kein Bett. das Bad hat unterm Waschbecken ein Loch – von der Küchenseite stwllt sich heraus: hier kann man durchsehen. neben der Badtür. hängen zwei Säckchen. die Menstruationstassen der beiden? ich nehme sie ab, packe sie zu den anderen Sachen, die umzuziehen sind und bescjrifte sie mit ›links‹ und ›rechts‹.

S Arbeitskollege J ist auch da. seine Aura zumindest.

in meinem Kopf haben die beiden natürlich immer die gleiche Seite. eine hat alles rechts hängen. die andere alles links.

irgendwas mit Cs Auto ist auch noch. können wir das zum Umzug benutzen?

die WG der beiden stimmt mit keiner Wohnung in meiner Erinnerung zusammen. Eingang: Flur, recjts geht mein zukünftiges Zimmer ab, gleich dahinter das Bad, gleich dann kann man um die Ecke zur Küche. wo S2 s Zimmer ist, weiß ich nicht.

220806 nails, Buch, Friedrichshain

das von C empfohlene Nagelstudio hat die Rollläden halb unten. ich fahre zum nächsten. an der Kirche zwischen Forckenbeckplatz und Samariterviertel. es ist klein und vor mir ist eine Frau, die ein wenig von ihrem Mann erzählt, mit dem sie sich gleich treffen wird.

seit gestern weiß ich, dass ich ein Buch mache. (große Erleichterung über die Entscheidung). habe dann gleich bei F einen Termin zum Drucken ausgemacht.

lasse mir meine  Nägel lackieren – rot, rund. die Nägellackiererin ist wahnsinnig nett und sehr offen. sie kommt aus Vietnam, aus der Hauptstadt. eine merkwürdige Scheu hält mich zurück und ich erzähle ihr nicht, dass ich in Vietnam war.

auf dem Rückweg mache ich an einer Buchbinderei halt und denke an L. vielleicht könnten wir hier ihre Karten drucken.

(ein Tag, an dem ich Lichtenberg/Friedrichshain nicht verließ.)

220801 Traum, Minigolf

TRAUM

ich träume von fliegenden Autos. sie stehen auf einem Rollfeld verteilt und fliegen, hüpfend vor (wie Mücken). stoße zu: Musikern (Rapper).
»was ich so mache? – ich komme von der Kunsthochschule.«
sie nicken, die kennen sie.

meine Nachbarin ist auch da. sie und ihr Freund sitzen sich gegenüber. die beiden sitzen in einem holzverkleideten Innenraum, der über das Rollfeld zu erreichen ist: Kneipenfeeling. sie war gerade bei ihrem Therapeuten, zeigt mir ein Foto von ihrem Exfreund.
»jetzt fängt sie gleich zu weinen an«, sagt ihr Freund und so war es. der Weinanfall dauert nicht lange. 

MORGENS

Zugeständnisse an die eigene Freiheit. ich liege in Cs Bett und denke über Ängstlichkeit nach. ich denke an das Herbert-Grönemeyer-Lied gestern Abend auf der Autobahn, an liebevolle Männer und ängstliche Frauen.

als L einen Tag später von den Machtverteilunge innerhalb der Rollen erzählt, wie sie sie wahrgenommen hat: wird mir klar: es ist komplex.1

der paranoide Leser2 wird das auf sich beziehen.

trägt die Autorin eigentlich die Verantwortung, dass der Leser nicht alles auf sich bezieht?

tingle zu L. gemeinsames Frühstück. Aprikosencroissant. der Verkäufer rügt uns, weil wir uns doch entschieden haben uns zu setzen – also eine Papiertüte in den Sand gesetzt haben. 
wir findens beide ein bisschen albern. 
nehme die Tüte mit, werde sie wiederverwenden. 

dann tingle ich durch die Stadt. später tingeln wir noch zu zweit, dann mache ich mich auf den Weg.

BEIM MINIGOLFEN

N erzählt: der Freund ihrer Schwester hat der Schwester beim Zieleinlauf einen Heiratsantrag gemacht. sie waren sogar in der Tagesschau. N bekommt bald ein Kind. M ist schwanger. auf einmal sehe ich bloß noch Kinder und Bäuche.

beim Zurückfahren erinnere ich mich, an eine Zugfahrt mit C an dem Tag, an dem er meinte R gesehen zu haben. 

in der Bahn heute stehen zwei Arbeitskolleginnen: eine Ältere und eine Jüngere. die Ältere fragt die Junge aus.  ich denke an die Verletzlichkeit des modernen Individuum.3 und frage mich, ob sich die Fragen für die Junge genauso scheiße anfühlen, wie sie sich für mich anhören. aber die Junge macht sich gut, antwortet: sie wohne nicht mehr bei den Eltern, hat irgendwo im Osten des Rings4 eine Zweizimmerwohnung. einziges Manko: die Wohnung hat keinen Balkon. also Kinder, könne sie in der leider in der Wohnung dann nicht bekommen.

das Thema sei bei ihr gegessen, sagt die kleine Dicke, sie habe es probiert und es hat nicht geklappt.

»Birgit, was ist eigentlich mit deinem Fahrrad passiert?«
»der Schlüssel liegt immer noch im Keller der Weddinger Wohnung – durchs Gitter vor der Tür gerasselt.«

 

  1. gerade erkläre ich mir eine Zunahme an Eigenschafen in Paarbeziehung folgendermaßen: es gibt eine gemeinsame Ängstlichkeit, ein gemeinsamer Mut, … wenn diese Stücke irreversibel verteilt sind und auf einmal einer sich in einem Gefühl gefangen fühlt, dann  beginnt es, Sache schwierig werden. [dieser Gedanke muss nochmal überdacht werden] []
  2. Sedgwick; bei Maggie Nelson: Freiheitsbuch []
  3. mehrere Verweise finden sich bei Maggie Nelson: Über Freiheit []
  4. ›searching a flat in the ring‹ – so stehts immer in den Wohnungsanzeigen, die auf instagram gepostet werden []

220730 Kommen und Gehen, am Ufer vorm Urban

bringe M zum Zug.

dann kommt L. sie erzählt: die Traumreise, Trennungszeit, Zeit für Selbsterfahrung.

denke mir: es ist keine Lösung nichts zu tun. ich fahre zur AGB und treffe A. sie kommt zu spät. ich sitze im Gefieder der Schwäne. einer steigt das Ufer hoch.

»es erinnern mich so viele Orte an dich, obwohl wir so wenig Zeit miteinander verbracht haben.«, so ungefähr hatte er gesagt.

A erinnert sich an den Urlaub mit ihren Eltern, an das Baby ihres Bruders

 

 

220726 später im Botaniko

morgens Pho.
heute Abend wieder im Botaniko.

sitzen, Bücher blättern, Gedanken zeichnen. (waswillich)

ich finde in der Publikation words (2021, Verein für aktuelle Kunst / Ruhrgebiet e.V. Oberhausen) ein Foto, desssen Text ich vor 10 Jahren mal auf facebook geliket habe. wie vermutet: Jenny Holzer, Don’t talk to me, from inflammatory Essays, Offset-Lithografie.

was will ich: das Arbeiten den Ausstellungen vorziehen.

220625 mit Freunden durch die Hitze

»ich mag es, wenn man im Sommer mit Freunden durch die Hitze geht. es ist heißt. alle strengen sich an und niemand sagt etwas.« (~ so sagt M, als er neben T und mir, mit Schaufeln und Sandspielzeug bepackt zur Volkspark Prenzlauer Berg geht.)

bevor ich gehe, bieten mir R und A noch ein Magnum an [Link to the perfect sound of magnum]
ich werde die fremde Familie vermissen.

Wow! DIE VENTILATOREN NEHMEN ZU. vorm Späti (dort, wo man wirkungloses Gras kaufen kann) steht ein Stuhl von vitra. er ist weiß und neben ihm stehen eine Tüte voller selbstaufgenommener VHS-Kasetten, auf denen ausgeschnittene Pferde- und Landschaftsbilder kleben und die mit Glitzer beschriftet sind.
»weißt du, was ich jetzt mache?«, sagt O am Telefon.
»du gehst aufs Klo?«
»genau.«
legen auf. laufe nach Kreuzberg. trinke kein Bier. simuliere: trage ein Skateboard ohne Rollen unterm Arm.
»how are you?«, fragt einer der Dealer.
ich sehe ihn nicht an und sage »good. thanks.«
»nice skateboard«, sagt er.
jetzt sehe ich ihn doch an, drehe die rollenlose Unterseite zu ihm und lache: ist gar kein skateboard.
trinke einen Becher Ayran.
laufe an großem Klee vorbei. wir kennen ihn. er ist vierblättrig.
mache Fotos zur Zweisamkeit: Milchschnittenverpackungen,  liegen auf dem Boden. genau zwei Stühle in einer Bushaltestelle. es laufen Touristen vorbei »these guys go really fast.« {true}

drei Männer klatschen ein und sagen ›tschakaa!‹ »we’ll make a good concept together.« beim Saufen werden die deals gemacht. ich denke daran, wie meine Zusammenarbeiten entstanden

gegenüber vom Schlesischen Busch fängt es an zu regnen. mein Edelweißschirm lehnt noch zu Hause.

das Gespräch begann mit einer Positionierungen von Seiten RGs: Vater, die Tochter, Rausch: die Empfehlung Valium zu nehmen. man werde schnell abhängig. aber ein Mal im Monat, bedröppelt spazieren gehen ist drin. Medizin nur zum Rausch.die Gedichte sind so clean, sie könnten im Foyer einer Hotellobby in Dubai ausliegen. ich beschließe ein ruhiges, künstlerisches Leben zu führen. ein gutes Leben, in dem viel spazieren gegangen wird, und in dem schöne Fotos gemacht werden. ab und an wird rumgesessen und ein Mal am Tag wird gezeichnet. einfache Zeichnungen von unterwegs. ES GEHT DARUM EIN FORMAT/EINEN RAHMEN ZU FINDEN, IN DEM DIESES ARBEITEN MÖGLICH BLEIBT. bzgl. der Gedichte, die Fragen, ob wir an das Medium angepasste Änderungen machen können: in digitales Gedicht – publiziert mit der Möglichkeit, es sich in seiner virtuellen Wohnung im second life an die Wand zu hängen (endlich)

ich giere innerlich nach variable fonts und programmierten Design. der Hintergrunde von Papier ist meist heller als die Farbe der Buchstaben. auf Stein hat die Schrift eine Farbe – kann eine Farbe haben. Grabsteine heute haben eine Farbe, wobei sie nicht unbedingt der Lesbarkeit dient. jetzt gibt es den Darkmode, aber wir schreiben immer noch schwarz auf weiß – weil wir es gewohnt sind? eine Änderung des Hintergrunds auf schwarz widerspricht der Wiedererkennbarkeit, aber: sie entspricht mehr dem Medium. (ist das dann mehr oder weniger Gestaltung)

Anmerkungen zu meiner Persönlichkeit. klar, taff, fein, … man werde nicht schlau aus mir. was ich um 9 Uhr abends zu Hause mache? ich gehe nochmal los. gehe spazieren bis ich müde bin und es zu regnen anfängt. gehe am Eingang vorbei, dort am Eingang stehen Blumen (Sonnen~) und vor all dem ist ein Zaun..

wie man sein Leben leben möchte: durch die Gegend gehen, Fotos machen. [waswillich] denke an das Video von Claudia de la Torree, in dem sie sagt: du brauchst nichts, nur Arbeiten musst du.

ich gehe
ein Skateboarddeck und eine grüne Plastiktüte unterm arm. gehe durch den Regen zur S-Bahn. steige am Trepotwer Park in die Bahn ein.

es regnet und unter den Büschen hört es auf.

bei Büchern braucht es den Rand um den Satzspiegel. damit man es anfassen kann? (ja?)
braucht man dem Rand im digitalen auch?

220724 Streit

es hatte ganz harmlos angefangen. ich muss schon wieder das Ende erklären. 

erst Entschuldigung, dann Anschuldigungen. ich weiß überhaupt nicht mehr, was ich sagen soll. meine Argumente kommen nicht an. begleitet von der Lektüre mit dem Schattenkind, vermute ich ein tobendes Schattenkind irgendwo, während der rationale Erwachsene Urlaub in der Türkei macht. 

ich: ich sehe mich nicht, die Probleme anderen aushalten. habe Ls Satz im Kopf: ich sehe mich nicht in der Küche sitzen, Anträge schreiben. 

220723 Ruhe

«Wer wirklich heiraten möchte, soll es auch tun. Und wer nicht mehr glücklich damit ist, soll sich scheiden lassen. Was ist daran schlimm? Die spirituelle Überhöhung der Ehe und unsere Vorstellungen von Zweisamkeit kommen mir einfach überholt vor.»1

ich hole meine Farben vom Regal.

ich sage einen Termin ab.

ich kaufe Brot.

  1. https://www.annabelle.ch/leben/jemima-kirke-ich-bin-frau-kuenstlerin-und-mutter-das-sind-meine-kategorien/ []

220721 Kleid mit Anklang, mein erstes Buch

9 Uhr: wir drucken das Buch.1

MH redet mir ins Gewissen, dass ich jetzt endlich an die Gestaltung denken muss. (ok)

ich trage ein Kleid, das großen Anklang findet. die Verkäufer am Kollwitzmarkt versuchen mich als Kundin zu gewinnen. ich bin: vraiment jolie. ich sage »danke«. immer braucht man die Diskussion, dass man nicht unbedingt schön gefunden werden möchte, auch nicht anfangen und außerdem ist es nett zu hören. 

fahre weiter auf Arbeit.

H ist noch nicht da. er hat die U-Bahn  in die falsche Richtung genommen. ich sitze da, zeichne, unterhalte mich mit O, frage ihn, wie alles läuft. ob es mich für mein eigenes Leben interessiere, fragt er.
»nee, einfach so.«
einer der jungen Männer blickt neugierig auf mein Skizzenbuch. 
»ah! you are the graphigdesigner«, sage ich, als mir wieder einfällt, dass er mal erzählt hatte.
ja, das war er mal. zwei Wochen später, sehe ich ihn am Kotti, als ich auf A warte.

er begutachtet meine Zeichnungen und wünscht mir viel Glück. 

seine Pupillen sind groß und sein Gesicht gerötet und später hilft mir die Kisten ins Regal zu stellen. 

als H kommt, machen wir uns auf ins KW. er gibt eine Führung. ich merke, dass ich schon sehr lange nicht mehr im Museum war und dass ich das Publikum im KW immer noch skeptische beäuge – mit ihren MacBooks und den gemachten Nägeln. und dass ich wahrscheinlich manchmal genauso aussehe.2

während ich andere Fahrradfahrer überholen, träume ich. eine Frau tanzt auf der Kante des Gehsteigs. Sie für einen Hund spazieren und tippt ihr Handy.

der Einkauf und dass es bei Penny nicht die Salami gibt, die ich mir vorgestellt habe, wirft mich völlig aus der Bahn. ich irre umher. eine Plastiktüte mit meinem restlichen Material auf dem Gepäckträger, das ich aus der Arbeit mitgenommen habe. die Tüte hat nach halbem Weg ein Loch und der erste Versuch, bei denns am Gemüsestand eine Plastiktüte zu holen scheitert.
dort gibt es keine Plastiktüten mehr! ich bin entsetzt und ärgere mich über die unpraktische Gutmenschlichkeit. wie soll ich denn jetzt meine Sachen tragen??

dann gehe ich die Tüte mit ihrem Loch nach oben unter meinen Arm geklemmt zu den Discountern. bei Penny in der neuen Bahnhofsstraße kauft ein großer Mann mit einem Clown auf der Wade Süßigkeiten. ich gehe weiter, finde die gesalzenen Nüsse. finde eine Tastatur. gleich kommt C vorbei. 
vorher rufe ich noch H an.

»warum rufst du an?«, fragt sie.
»einfach so«, sag ich, sag nicht, was ich gerade noch sagen wollte, dass ich so aufgeregt bin.

erinnere mich an die leeren Tage der letzten Woche:
durch die Stadt laufen. sitzen, sehen.

heute morgen saß ich auch noch an der Spree. laß das Sticky-fingers-Buch. 

  1. wieder denke ich ›mein erstes Buch‹. das ›mein erstes…‹ für Sachen, die man schon mal gezeugt hat, zeugt eine selbstwahrgenommene Steigerung []
  2. vor allem, nach dem 220806 []

220720 statt zu schwimmen. Ruhe (1)

nachdem ich morgens statt in die M21 zur Wuhlheide,die M21 Richtung Neue Bahnhofsstraße eingestiegen bin, beschließe ich ins Prinzenbad zu gehen. als ich feststelle, dass das Prinzenbad zu voll ist, spaziere ich – den Kanal entlang, zwischen den Hochhäusern durch, durch den Görli und gebe bei motto zu viel Geld aus. ich verkneife mir zu fragen, nach was der Verkäufer riecht. er riecht nach einem Öl.

den Rest des Tages verbringe ich drinnen, weil es so warm ist.

telefoniere mit P, mit O und mit C.

L kommt vorbei. wegen der Visitenkarten.

lese abends MWs Romansuaszug und stelle fest, dass ich wirklich Freude habe am Text der anderen mitzuarbeiten. ich überlege mir, welche Wörter man nicht braucht und denke mir, dass es genau wie bei den Visitenkarten so ist, dass man am besten fast alles weglässt.

220716 Hasenohren

… die Hasenohren würden mir gut stehen – für einen Fünfer.

schreit mir einer vom Junggesellenabschied hinterher. kurz überlge ich, zurückzufahren, und ihn zu fragen, ob er das ernst gemeint hat.

220716 die Zeit (morgens), Café Kotti (abends)

treffe mich mit N. wandern die Spree entlang, stellen fest: auf der Insel der Jugend war ich schon oft.

Objekte am Ende: abstrakte Arbeit.

nur das Kapital zählt. die Bedingungen sind egal.

»das Kapital?«
»die Erfahrung.«
»is ja auch irgendwie Kapital.«

wir wissen überhaupt nicht mehr, was Natur und was Mensch ist.

A lacht sich kaputt: Menschen, die an der Kunsthochschule Berlin ihre Abschlussarbeit malen. ich vergesse zu sagen, dass es eben nicht nur Notizen waren.1

sitzen über den Dächern – quatsch. im Café Kotti. sitzen und As Mitbewohnerin R sagt, sie könne ihre Abschlussarbeit in diesem Zustand nicht schreiben. ich weiß nicht genau, was sie meint, frage aber nicht nach.

unten geht die Drehzahl eines Autos hoch.

»Männer« sagt R.

im Briefkasten ihrer Chefin lag die Visitenkarte eines Ghostwriters.

Schreiben kann jede. jede, die Geld hat.

  1. eigentlich will es auch so: es sind bloß Notizen, es ist nichts Großes daran, etwas zu schreiben. jeder kann das – manche einfacher, mache schwieriger []

220715 ich lief, Traum, Arbeit

ich träume schon wieder von S und N. vielleicht weil ich gestern Abend bei Ihnen in der Nähe vorbeigelaufen bin.

ich habg Gefallen gefunden, an der Fortbewegungsart des Laufens. ich lief: zum Treptower Park, die Spree entlang. heute sind meine Knie müde. C meinte gestern, es verschwinde mit der Zeit. ich habe gefallen daran gefunden, einfach loszulaufen. jetzt sitze ich mit frisch gewaschenen Haaren, einem gekühlten Kaffee auf meinem schwarzen Stuhl am Ende des Tisches und liste die Figuren aus ›und dann?‹ auf.

220714 morgens auf dem Balkon

sitze auf dem Balkon, friere ein bisschen, genieße das Wetter, hole mir, fühle mich wie in Marseille, als der Mann unten seinem Kind auf Französisch irgendwas mit einem Geldbeutel und Geld und geradeaus gehts erklärt. ein Fahrrad surrt, als es vorbeifährt. langsam. ein Auto fährt um die Kurve. mein Tisch wackelt ein bisschen, die Grünlilie hat sich immer noch  nicht erholt. die meisten der Pflanzen sehen eher so naja aus.

naja. trinke vietnamesischen Kaffee mit  süßer Milch.

unten fährt der Mann vorbei, der mir neulich beim Tragen geholfen hat. ich wohne in einem Dorf. meine Finger kriechen über die Tastatur.

220713 (2) Kino, Panik

ich wache auf – erfrischt. seit einigen Tagen, endlich Vorhänge. wie oft fängt mein Schreiben mit einer Verortung an: ich wache auf / ich bin noch müde / ich saß am Küchentisch. nein: ich sitze im Bett, schalte mein Handy an, C, ob ich vorbeikommen soll. später besuche ich ihn. sitzen auf der Couch. der Baumschulenweg ist wie immer, nur dass auch hier der Bankautomat gerade nicht geht.

denke an den Mann beim Rundgang, dem ich versuche zu erklären, warum das Gurkeneinlegen vergleichbar mit künstlerischer Arbeit ist. »alles unklar«, sollte M am Abend sagen, als ich ihr von einem weiteren gescheiterten Erklärungsversuch berichte. er sagte: nur, dass man sich beim Konservieren sicher sein kann, das man was hat. (ungläubig, denke ich mir oder ›er ist wohl kein Künstler.‹)

in der Zeitung steht ›den Tag mit Zimtschnecken und gossip zelebrieren‹1‹ – denke an die IKEA- Werbung mit der Endlich-ist-der-Tag-vorbei-Zimtschnecke.

höre eine Online-Klausurvorbereitung. verstehe nichts. die Worte, die verwndet werden, sind für mich nicht belegt. ich konzentriere mich auf die Gestik und Mimik der Sprechenden. fühle mich wie im Zoo. Wisschenschaftsmenschen unter der Lupe. sie verwnden eine andere Sprache. immerhin präzise, das gefällt mir. irgendjemand sagt: »ich hatte eine Blokade … ich wusste nicht woher sie kommt und wohin sieht geht.« fange zu lachen an. du musst die Blockade liebhaben!. »die Kurve«, um die ging es sagt C. lacht auch.

unsere Beine liegen auf der Couch.

die Internetverbindung ist instabil. genieße die Leere der Wohnung der beiden.

der Weg an der Spree zurück, vorbei am Plänterwald: es riecht nach Wald und nach Wasser.

am Abend beschließe ich weniger patzig auf unfreundliche Menschen zu reagieren, denke an B und seine Yogaweisenheiten: Gelassenheit (liebs).

KINO: Der schlimmste Mensch der Welt. schmuggeln Getränke mit in den Saal. als wir den Saal verlassen, erhält M eine Nachricht und bricht in Tränen aus. berichten uns gegenseitig wie es war. denke an die Männer von gestern, die mit 40 erstaunt feststellen: wir haben ja die gleichen Gefühle und Probleme. das haben wir Frauen schon lange vorher festgestellt.

kurz zusammengefasst: besonders wütend macht mich die Unentscheidenheit Anderer, die an mich herangetragen wird – besonders, wenn sie mich betrifft.

ich habe wieder Geburtstag. ich esse mit M zu alten Preisen in einer Seitenstraße der Proskauerstraße – gegenüber des Fundorts des kleinen weißen Schränkchens. zur Vorspeise gibts Krabbenchips. über die filmischen Mitteln, die verwendet wurden. M mag, wie der Rausch umgesetzt ist und den Schalter, den die Figur umlegt und nach dessen umlegen auf einmal alles still ist. mir sind diese beiden Ausreißer ein bisschen zu anders als der Rest / zu wenig, um gegen den Rest anzukommen.

völlige Identifikation mit der Protagonistin. bekomme Panik. der Mann, der sagt: du  bist ein toller Mensch. – andersherum hat man mit 30 heute auch noch ein halbes Leben vor sich. (diese Panik-Gedanken sind auferlegt. ich bekomme sie nur, wenn man sie mir vorsagt, sonst bin ich eigentlich ganz zufrieden mit der Langsamkeit und der Freiheit, dem Ausprobieren.) nur der Tod ist ein Ende. ich denke an CL, der über den Tod seines Großvaters spricht. eine Entscheidung, die getroffen wurde. R kniet vor ihm und möchte ein Kind.

zur Nachspeise gibt es ein Stamperl Guavensaft. stoßen an, auf den Geburtstag einer Oma, zu dem ich eingeladen bin.

  1. Zeit, 7. Juli []

220713 (1) ich träume

irgendwas von Bullogs (= bayr. Traktoren). orange Autos. SR ist auch mit dabei. sie und ich fahren gemeinsam. ganz am Anfang gehts noch darum, den Bus zu erreichen. irgendwo unten im Dorf steht das orange Auto in der Garage / in jemands Showroom.

später fahren wir das orange Auto der Bauern ins Haus. der Autobesitzer wohnt bergab. das Haus ist erleuchtet.

120712 (3) abends, über den Text

Stichpunkte zu einem Abend mit Schreibenden. sitzen im Garten. so viele Geräusche. kann mich kaum konzentrierend. 3/6 schreiben oder haben einen Roman geschrieben.

  • wie lang wird der Teig ausgrollt?
  • ein Film über dein Leben. halt! über das Leben deines Kindes. (halt! kein Film: da lässt du dir die Geschichte aus der Hand nehmen. das kommt auch im Film vom
  • über sich unterscheidende Wahrheitswerte von Sätzen der Geschichte in Streit geraten (der Lektor und ich, über die Farbe des Kleides)
  • Ochs vorm Berg vor Problemen
  • sich in ein Schnitzel einfühlen (das Argument, warum man eben doch aus der Sicht eines anderen Schreiben darf)
  • von Verlag zu Verlag wandern (Wanderhure)
  • sich nicht an das ich des Icherzählers binden wollen

zu meinem Text

  • die Idee von einem Gefühl bleibt übrig
  • die unterschiedliche Farbigkeit der Sätze
  • der Titel passt
  • unbeschwert im Garten liegen
  • Regieanweisungen
  • Fakten
  • Leserinnenführung (ich nehme sie an der Hand / ich nehme mich selbst an der Hand)
  • könnte der Jäger eine weiter Rolle spielen?
  • »und dann?« (existenzielle Frage)
  • im Garten1 kontemplatives herumsitzen
  • die Deplaziertheit des Einen bei Sekt & Tee
  • die Jagd fängt als Metapher an und macht dann ernst.
  • Parallelgschichten
  • sich einen Namen ausdenken, von dem man denkt, er passe

(entdecke die Schönheit der Eindeutigkeit, der Aufgeräumtheit. (bspw bei der indirekten Rede. sie kann es nur im Gegensatz zur Unaufgeräumtheit geben. schmunzle, wie das Notieren in der Anwesenheit von Schreiben gesehen wird. die Fragee, wie viel Papier ich habe, zeugt von einer Kenntniss des Vorgangs.)

 

  1. lustig, dass wir uns ausgerechnet im Garten treffen. lustig, dass es Gemüse gibt, das leckerer kaum schmecken könnte, lustig, dass man Taglilien essen kann. das wusste ich nicht. ich kannte bloß die Käfer, die immer in den Lilien herumkriechen []

220712 (2) Spaziergang durch Friedrichshain: ein ›Lidl‹ auf dem ›i‹

3

»da klebt auf dem ›i‹ nochmal ein ›Lidl‹«erklärt der Mann vorm neuen Lidl in der Boxhagener Straße  jemandem am Telefon. dann steigt er in ein Auto ein, das direkt davor Parkt.

1

vorm RfdM saßen A und D mit ihrem Kind und der Mann neben ihnen kommentiert meinen gefunden Wäscheständer.
»war das deiner?«
ne, aber er hatte auch mit ihn geliebäugelt. (hatte er, bis er sah, dass er kaputt war. aber: lieber n kaputter als garkeiner. ich plane eine Konstruktion mit Seilzug.)
((am 120713 sollte mich M fragen, ob mir das bauen, wenn es manchmal nicht hält nicht auf den Keks geht. ich überlege und stelle fest: der Stolz überwiegt & es ist ein Erfahrunge sammeln. natürlich würde ich nicht nein sagen, wenn mir jemand meine Waschmaschine anschließt. oder doch? diese Frage wurde mir oft gestellt. was für eine Frage. wer soll es denn sonst machen?))

2

eine Frau, die sich bei denns eine Fertigpizza gekauft hat.

220711 Traum, amazon-chat, müde

im Traum

ich träume [der erste Teil des Traums ist unleserlich, dann zweiter Teil:] in einem Gutshaus – ein dem Seminarhaus in Sauen ähnliches Gebäude. die Leute aus Sauen sind auch da. irgendjemand fragt nach Kaffee und Croissants gibts auch.

im Gespräch mit, höre ich auf einmal krasse Musik, die mich an früher erinnert. in der Gropiusstadt soll ein Konzert von AKA [in diesem Fall eine Band] sein. schon im Traum rätsle ich rum, was AKA im echten Leben ist und befürchte, dass die anderen zu spät kommen werden, weil sie sicher sind, dass ich am nächsten wohne und dass ich den Platz in der Schlange freihalte. ich beschließe ein rotes Shirt anzuziehen. dann werden sie mich schon finden.

am Tag

tagein-tagaus. wache auf, orientiere mich, räume das Geschirr ein. so müde, dass ich noch nicht denken kann.

es ist einfacher zu wissen, wann man was tut, wenn man es immer so tut. immer abends abspülen, immer morgens ausräumen. liebe die langsamen Morgende, bis ich wach bin.

spüre den Rausch der letzten Tage im Kopf. der Versuch am Sonntag Fs Freund T zu erklären, was für eine Art Text ›searching for nothing but‹ und ›und dann?‹ sind. es spornt mich an  ihn verstehen zu lassen, aber er weiß nicht, was autofiktional ist.

der impact, den ich gestern Abend beim Hören eines Videos über künstlerisches Publizieren, begriffen hatte, ist heute wieder verschwunden.

die Wäsche läuft, ich stolpere zur Tür hinaus, die Spittastraße entlang. am anderen Ende liegt eine Truhe aus Holz. sie ist sehr schwer (schwer wie Porzellanteller notiere ich, aber die Metapher hinkt).

»brauchst du Hilfe?«, fragt ein Mann mitte dreißig mit runder Brille und grauem Sweater.
»ja« (thx god, I‘m a woman. Männer und Frauen fragen mich, ob ich Hilfe brauche).
frage ihn, was er hier mache. er arbeite hier.
»danke.«, sage ich zum Abschied. trage die Truhe nach oben. trage blaue Flecken davon. gehe nochmal raus und winke dem Mann zu.

L sucht eine Wohnung in Paris. schreibt, man habe unsere Gurken gesehen, aber nicht mich. verwirrend sei das kleine Geländer unserer Hochschule. schreibe zurück: habe die anderen gesehen, aber nicht dich.

Telefonat mit L – wegen ihr und L. meine Ratschläge zu Beziehungen gehen über die Ratschläge zu schlechten Beziehungen nicht hinaus.

klappe den Computer auf, wende mich an amazon:
»Sheema wurde hinzugeschaltet und kann gleich mit Ihnen chatten.«
während ich mit der amazon-Mitarbeiterin chatte,
von der ich nicht weiß, ob ihr Name absichtlich wie eine Verkaufsplattform klingt, ist auf einmal alles klar:
»Okay, keine Sorge ich werde Ihnen dabei weiterhelfen.«
Versuche höflich zu schreiben.
»Ihr Feedback hilft uns dabei, das kundenorientierteste Unternehmen der Welt zu werden.«
kundenorientiert heißt wohl nicht mitarbeiterorientiert. (was der Sprachwechsel innerhalb dieser Beiträge soll, darf die Leserin selbst herausfinden)
»Habe ich Ihr Problem gelöst?«
die Mitarbeiterin beendet das Gespräch und bedankt sich für die höfliche Kommunikation.

ich brauche einen Wäscheständer. ((220712))

fahre los. treffe N am Moritzplatz. nehmen einen Snack ›bei Lydia‹. »russisch?«, fragt die Frau dort. »nein, sind wir nicht.«
von der FOMO;
von kleinen Angriffen, bei denen jeder zurückkommt. N begrüßt ihr erstes Tattoo. ich liefere sie ab, an einem Haus direkt am Hackeschen Markt. ein Haus, in dem 8 – 12 in einem Haus sind. ein ganzer Block.

die letzten Tage schrieb H: lass uns ein Tattoo stechen. ich schrieb / sprach: wie gehts dir wirklich? die ganze Bewegung, du weißt schon. ich fahre durch die Stadt, schlendere über den Alex, am Kitti vorbei, durch Kreuzberg zurück.

abends laufe ich noch eine Runde. die Stralauer Halbinsel entlang. am nächsten Morgen sind meine Beine müde. nicht so müde wie letztes Mal, aber ein bisschen immerhin. wache auf und bin wach.

vor Kurzem traf ich L (aus Roggenburg) an der Flanke des Edekas an der Stralauer Halbinsel.

220710 Rundgang (2) Kaffee mit Milch, Gurken

besonders freuen wir uns über GU, der ein Glas Gurken in der Hand hält. ich schaffe es kaum, mich zu halten, als auf einmal zwei Männer vor mir stehen, die uns Tips gehen für zukünftige Projekte. »haben die nicht mit Worten umgehen gelernt?«, frage ich M aufgebracht. ganz anders der Mensch mit den schönen goldenen Fingernägeln, der aus dem Iran kommt und von den dortigen Salzgurken erzählt – ohne irgendwas zu implizieren.

ich hatte geradee wieder angefangen Milch zu trinken, da konnte ich nicht mehr ohne. an der Galaxybar gab es Eiskaffee. Eiswürfel aus Espresso, dazu Hafermilch, für mich einen Schuss Baileys, so machte es die Frau hinter der Theke auch schon den ganzen Tag. davon wird man nicht betrunken, sagte sie.

gesättigt von Menschen, der gestrige Abend hallt in mir nach, ich will nicht mal mehr mit M, R, K und S Essen zu gehen. fahre nach Hause. ich kann nicht mehr. (das war kein Wochenende)1

 

  1. am 220713 erzählt M, wie sie sich freute, im Büro zu sitzen. die Struktur da, die Ruhe, das geregelte Leben []

220709 Rundgang (Tag 1, 3): Verwirrung

in meiner Verwirrung dachte ich, die Verwirrungen dauert nicht an.

dann fahre ich nochmal los. stehe vor der Tür der Uni. ein Pulk kommt heraus, ich fange einen Mann ab, der ziemlich betrunken ist und eine Zigarette haben möchte.  ich habe nicht den Reflex zu sagen ›sehe ich aus, als ob ich rauche?‹, aber ich muss unebdingt da hinein, solange die Tür offen ist. der Rauchlustige kommt mit.

die Security fängt mich ab:

»toller Lippenstift, aber hier kommst du nicht mehr rein.« ›was hat denn der Lippenstift damit zu tun?‹, frage ich mich. nach meinem anfänglich ausgedrückten Protest kann ich nun auch nicht mehr sagen, ich müssse nur was holen. der betrunkene Mann kommt wieder mit mir raus, dreht sich die Zigarette – auch ohne Filter. ich gebe ihm einen Fetzen von meinem Skizzenbuch. dann sagt er auf einmal: »sag mal, hast du vielleicht Lust, dich mal zu treffen, auf nen Kaffee oder so?«

ich fühle mich auf einmal sehr jung. denke an mein erstes Date mit einem Studenten, den ich eher aus Versehen angelacht hatte. freue mich über das Interesse, das natürlich nicht mir, sondern nur seinem Zustand geschuldet ist. und noch mehr darüber ›nein‹ zu sagen.1 dann erkläre ich ihm den Weg zur Prenzlauer Allee. der Mann zieht ab und N besorgt mir den Transponder für die hintere Tür.

in der Runde, die noch da ist, hat eine Frau einen sehr schönen 3-D-gedruckten Ring.

A postet ein Bild, mit ihrem Neffen im Arm. über Planeten.

»in meiner Verwirrung«, schreibe ich.
wer kommt da noch auf die Idee, Dinge durch den Wald zu schmuggeln.

»scheiß auf Eros, Amor ist der Mann.« neben mir steht eine Gruppe, die sich kollektiv vor Lachen biegt, als einer »Molly« sagt. das gleiche wiederholt sich, als er ein raffiniertes, aber einstudiertes Wortspiel über den Schillerkiez macht. vermute einen intelektuellen Rapper und bedaure, dass ich den Wortwitz nicht verstehe, weil ich den Schillerkiez nicht so gut kenne.

»Chilly Hilly«
»so funny«
»if it’s to unprofessional… «
»that‘s the shit, man.«

als sich die Runde auflöst, [we call it … Timing. du drückst im richtigen Moment auf eine bunte Plastiktaste.] bringe ich erst N auf dem Gepäckträgeer zur Prenzlauer Allee und mache ich mich auf den Weg zu C und seinen Freunden, die nun doch Halligalli gemacht haben. (kein Problem, meint der Anästhesist, zwei Tage später und hebt die Augenbrauen. das machen sie aber nicht jedes WE?) sie sitzen in einer Wohnung in Kreuzberg 69. sitzen auf einem Balkon. drinnen wird gezogen. ich trinke lekkren Wein, dessen Rest wie ich mich gerade erinnere gerade noch im Kühlschrank steht.

später sitzen wir in der Kneipe am Moritplatz.
einer von Hs Freunden erzählt:  wenn man in Russland trinkt, isst man Gurken dazu. {true}
liebe den Wodka, im Kvartira 62. der Wodka hier brennt. es gibt Gründe, warum man ihn mir Orangensaft oder Energy mixt. ich denke an das Video mit der Badewanne, in die T und R Energydrinks füllen.

wenn etwas gezinkt ist, dann sind es die Automaten hier.
Lotto hingegen.
ganz schön etabliert.

Hs Freundin erzählt, sie würde in Bollywood-Outfit heiraten, wäre es nicht cultural approbriation.

die Wölfe kommen wider (sind halt Wölfe). die Bauern ketten ein Schaf an den Baum.
(besser ein Schaf, als alle.)

denke an Is Hand auf meiner Schulter. beobachte die gleiche Geste bei C, als er sich mit L verabredet. sie ist nett. netteen Menschen legt man die Hand auf die Schulter.

  1. zwei Tage später sagt C im Spaß: kaum bin ich außer Gefecht, läufst du anderen Männern hinterher – über einen Mann, der beim Joggen vor mir läuft und die gleiche Geschwindigkeit hat, wie ich. []

220709 Rungang (Tag 1.2): Pho

wie alles anfing. V erzählt: »vietnamese people skip breakfast a lot.«
auf dem Tisch liegt eine Limette. (»I need the lemon«)
»about a story i read how this food was given its name: it was in the french colonial time…«

es gibt Pho. sie sollte den Vientamesen in Marseille ein Zuhause sein. sie begannen zu frühstücken.

»i have known this food for my while life«, sagt V. »i never questioned the name – like a friend you always knew.«

aber wie kann ich sagen, ich mag meinen Freund, wenn ich nicht weiß, woher sein Name kommt?, sagt er
dann:
1. work with letters
2. i need to start to cook.

was wirklich geschah: it was 2 am in the morning. i woke up, i scrolled to facebook and red the story.

»how is it?«
»amazing.«

V machte Versuche. L war die Ratte. jetzt wollen alle die Ratte sein, die die Suppe probieren.
V hält uns die Gewürze unter die Nase.

die Farbe der Pho im Vergleich zur Farbe des Slushs.
der Geruch der Pho im Verlgeich zu dem des Slushs.

K sitzt vor der Halle, hat blaue Lippen und einen Berg blauem Eis vor sich.
muss da auch noch Limette rauf?

220709 Rundgang (Tag 1, 1): legen Sie Gurken ein.

legen Sie Gurken ein./!

während ich die Etiketten ausdrucke, Gedankenchaos:

  • von der sofortigen Veröffentlichung von etwas ist abzusehen.
    {wrong/false}? i
  • ist das Modell Beziehung, die man als Frau mit sugardaddys eingeht die gleiche, die man als queerer Mann mit vielen wechslenden Partnern eingeht?
    (gestern Abend erzählt M. wir zählen an wie vielen Händen die Männer, mit denen wir geschlafen haben. sags nicht. ob man oder ab wann man von Kontrollverlust spricht? D war immer mein Maßstab.)
  • natürliche Abgrenzung vorm Verlassen der Gruppe. (manche früher, manche später)

fahre auf zur See. dort: machen wir Gurken ein.

auf dem Weg: Räucherduft aus einem Auto.

frech Foto posten.

wären besänftigt.

hier geht es nicht mehr um Sein, sondern nur noch ums Wollen.

220708 Kreuzberg: Gurken kaufen, Anchovis

fahre nach Kreuzberg. stehe am Kotti, telefoniere mit M. sie organisiert sich das Kind weg und kommt am Abend vorbei. der Mann vom Copyshop grüßt beim Vorbeifahren.

es sollte  25 Jahre dauern, bis ich ein Mal in meinem Leben Anchovis kaufte. ich sehe den Verkäufer an: »kann man das Glas wieder zumachen?« er stützt sich auf die Theke, zieht seine Brille zurecht, begutachtet das Glas und gibt es mir zurück. kann man. kurz vor Kasse entscheide ich mich, noch einen Espresso und ein Dolce zu nehmen. bitte den jungen Mann an der Kasse um eine Empfehlung. macht er: das Canellone mit Pistazie. die beiden lachen.

220708 Traum: schreibend Frauen, Empfindsamkeit, mit dem Kind spielen, Arbeit, Absolventinnenausstellung

ein Traum, in dem über-35-jährigen Frauen schreiben. eine, die sitzt auf einem Barhocker und tippt.

aufgebracht denke ich an safe-spaces1

morgens ein gemütliche Stunden mit dem Kind. wir bauen Boote aus Blättern und  und lassen sie im Brunnen im Ernst-Thälmann-Park schwimmn. wir sehen uns den Wasserfall an. kochen Nudeln mit Tomatensoße. wir essen beide ein bisschen zu viel und wir basteln geheime Utensilien, die nacher vorm Rest der Familie im Safe versteckt werden. »niemand kann mehr behaupten, dass du ne normale Frau bist.« ich bin jetzt nämlich Geheimagentin.

dann mache ich mich auf zur nächsten Arbeitstätte. diesmal ist H wie erwartet da. ich dränge ihn zu einer Zigarette, um ihm zu verstehen zu geben, dass ich not amused bin (weil). später will er nochmal eine Zigarette mit mir rauchen, weil bei ihm angekommen ist, was das Problem war. nicht sein Verhalten (er hatte sich ja bereits entschuldigt), sondern sein Verhalten jetzt: er hätte reinkommen, sich gleich entschuldigen üssen. REGELN, WIE MAN SICH VERHÄLT.

während wir Schachfiguren basteln ist niemand da. H erzählt: wenn du dir die Kunstwelt wie eine Landschaft vorstellst. er beschreibt. das Spiel auf dem Markt, den goldenen Weg.
es ist das gleiche Spiel wie bei allen Spielen. (à la was will er/sie denn nu? das weiß er/sie selbst nicht genau) auf dem Kunstmarkt, weiß man, neben wem man sich zeigen muss. in  dieser Hinsicht ist der Markt transparenter als der Datingmarkt. da sind die Akteure privater und ihre Eckdaten nicht im Internet einsehbar. mit Höflichkeit haben die Komplizenschaften nichts zu tun. denke an M, was sie sagt über Beziehungen zu Künstlern. das Schachspiel passt. das Gefühl von sich ausnutzen bleibt. er schleicht sich vorbei ans buffet, winkt dem mann zu. bleib du da stehen. wir dürfen nicht essen, aber ich werde jetzt. im Schutze deines Rückens. Komplizenschaft. du bist Gangster und ich auch. ich erinnere mich an T aus Teltow. ich erinnere mich an sein sprechen über gemeinsame ›Abenteuer‹ und eine Fahrt auf dem Fahrrad für zwei (wie war der Name?) zum Edeke in Dorf weiter.

mache mich auf zur Absolventinnenausstellung. viele unterschiedliche Stimmen nebeineinander.

essen mit A, R, K und C am Nollendorfplatz. vom Gleisdreieckpark ist er gar nicht so weit.

  1. Svenja Flasßpöhler bei Precht)), an Separierung in Schutzräume: »wo bleibt denn da der fun?« (– das frage ich mich. sie fragt sich, wo bleibt das Lebendige.) ((als wir nach Hause gehen, meint C, er mag Prechts Art zu Sprechen nicht. wie er alles schon gedacht hat, was andere auch denken. ich denke mir, dass er wahrscheinlich genervt von der geistign Unflexibelheit ist. []

220707 am Tag: gemütlich im Ernst-Thälmann-Park, Arbeit, Ausstellung

morgens  gemütliche Stunden mit M. wir bauen Boote aus Blättern und  und lassen sie im Springbrunnen im Ernst-Thälmann-Park schwimmen. wir sehen uns den Wasserfall an. kochen Nudeln mit Tomatensoße. wir essen beide ein bisschen zu viel und wir basteln geheime Utensilien, die nacher vorm Rest der Familie im Safe versteckt werden. »niemand kann mehr behaupten, dass du ne normale Frau bist.« (ich bin jetzt nämlich Geheimagentin.)

dann mache ich mich auf zur nächsten Arbeitstätte. diesmal ist H auch da. bevor wir anfangen, dränge ich ihn zu einer Zigarette, um nochmal zu sagen, dass ich not amused bin (weil). später will er nochmal eine Zigarette mit mir rauchen, weil er mir sagen will, dass er jetzt weiß, was das Problem war. nicht sein Verhalten (er hatte sich ja bereits entschuldigt), sondern sein Verhalten heute: er hätte sich beim ersten sich-sehen entschuldigen müssen. REGELN, WIE MAN SICH VERHÄLT.

während wir Schachfiguren basteln ist niemand da außer uns und den Sozialarbeitern da. H erzählt: wenn du dir die Kunstwelt wie eine Landschaft vorstellst: er beschreibt das Spiel auf dem Markt, den goldenen Weg. es ist das gleiche Spiel wie immer. (à la was will er/sie denn nu? das weiß er/sie selbst nicht genau) auf dem Kunstmarkt, weiß man, neben wem man sich zeigen muss. / neben wem man sich zeigen darf. in  dieser Hinsicht ist der Markt transparenter als der Datingmarkt. (Gr. an Eva Illouz) denn da sind die Akteure privater und ihre Eckdaten nicht im Internet einsehbar. mit Höflichkeit haben die Komplizenschaften nichts zu tun. denke an M, was sie sagt über Beziehungen zu Künstlern. das Schachspiel passt. das Gefühl von sich ausnutzen bleibt. er schleicht sich vorbei ans Buffet, winkt dem Mann zu. bleib du da stehen! wir dürfen nicht essen, aber ich werde jetzt im Schutze deines Rückens. Komplizenschaft. du bist Gangster und ich auch. (aber ist es sinnvoll zu zweit auf einem aussterbenden Feld DER TOD DER GALLERIEN gegen die anderen zu sein?)

ich erinnere mich an T aus Teltow. ich erinnere mich an sein sprechen über gemeinsame ›Abenteuer‹ und eine Fahrt auf dem Tandem zum Edeka in Dorf weiter.

mache mich auf zur Absolventinnenausstellung. viele unterschiedliche Stimmen nebeineinander.

essen mit A, R, K und C am Nollendorfplatz. natürlich noch Eis. vom Gleisdreieckpark ist er gar nicht so weit.

220707 ich träume

ein Traum, in dem über-35-jährigen Frauen schreiben. eine, die sitzt auf einem Barhocker und tippt.

aufgebracht denke ich an safe-spaces1

  1. Svenja Flasßpöhler bei Precht)), an Separierung in Schutzräume: »wo bleibt denn da der fun?« (– das frage ich mich. sie fragt sich, wo bleibt das Lebendige.) ((als wir später am Tag nach Hause gehen, meint C, er mag Prechts Art zu Sprechen nicht. wie er alles schon gedacht hat, was andere auch denken. ich denke mir, dass er wahrscheinlich genervt von der geistign Unbeweglichkeit und Langsamkeit der anderen Talkshowteilnehmer ist. []

09. + 10. Juli 2022

16 – 17 Uhr

Mona Schmidtke und ich machen eine Performance: Legen Sie Gurken ein.

hier: Kunsthochschule Berlin Weißesee, während dem Rundgang

220705 ich träume: Rundgang und mehr. Tag: Arbeit, abends

Traum

großes Durcheinander. Rundgang der Weißensee. der Rundgang findet auf dem Gelände des Ignaz-Günther-Gymansiums in Rosenheim statt. innen sehen die Räumlichkeiten aus wie die Stadtbibliothek Rosenheim: Bücher, Regale, schöne Räume.

oben, in einem Besprechungsraum trifft sich der Verein und wählt eine neue Chefin: M wird Chefin! alle sind erstaunt: sie wollte sich doch lieber um die französich-deutschen Födermittel kümmern und Chr. G. wollte  Chefin werden. aber sie hatte irgendwie vergessen sich zur Wahl aufstellen zu lassen. große Aufruhr. viel Getue. nur M sagt nichts.
vielleicht passt es ihr doch ganz gut, jetzt Chefin zu sein. suche ihr Gesicht unter den Leuten, aber  kann es nicht finden.

Szenenwechsel. unten: an der Ecke, wenn man von der Bühne auf die Aula sieht links: eine Mutter mit einem Kind im Buggy / im Rollstuhl fragt irgendwas, macht nachdem ich ihr Antwort gegeben habe, die Tür zum Flur auf und parkt ihr Kind in seinem Gefährt an der Wand. dann macht sie die Tür zu einem Raum auf, in dem zu meiner Überrraschung viele betten stehen und verschwindet im Bettenlager. ich wache auf.

Tag

fahre nach Mitte. stelle fest, dass H nicht da ist. fahre wieder zurück.

arbeite zu Hause. telefoniere mit P.

treffe mich mit I. trinke Fritzs Melonenlimo. I trinkt Bier. im Schulhof von Is Kindheit. er berichtet von dem großen Festival in Polen, das sie gerade aufgebaut haben. ich denke an D.

auf dem Gepäckträger meines Rads klemmt ein kleiner weißer Schrank, den ich gerade gefunden habe. er passt gerad so auf meinen Gpäckträger und hat bunt-bemalte Türen. der Bauigenieur analysiert genau und fasst etwas in Worte, für das ich bis jetzt nur ein vages Gefühl hatte: am besten liegen die Dinge, je weiter der Schwerpunkt unten ist. (am besten, wenn der Auflagepunkt unter allem ist.)

an meinem Gepäckträger hängt ein kleiner Mann:
[Foto !]

Stücke der Eishalle, die unter der Last des Eises zusammenkrach, liegen in Rosenheim. Keilzinkung. gleiches Problem mit meiner Kleiderstange, die unter der last der Kleidung in der Mitte an ihrer Sollbruchstelle auseinanderbrach.

Is Erzählungen beginnen meist mit einem wir. auf der Bank neben uns liegt ein aufgerissenes Vakuumbeutelchen. die Zeit der Druckverschlussbeutel ist passée. ›P = keine Dichtung ist dicht.‹ trifft auch auf die kleinen Beutel zu. (die Dichtung unter dem Syphon hat sich iÜ wieder eingemuckelt, ganz allein, auch ohne Silkikonfett.)

unser Abend endet in der teuren Pizzeria. ich trinke leckeren Rosé und essse nichts. I ist wieder Ragout. irgendwann täuschen mich meine Augen und ich sehe einen roten Geldbeutel auf dem Tisch liegen. aber es ist nur eine Serviette.  an der Bushaltestelle geht das Licht an. I trifft sich noch mit S und ich fahre nach Hause.

ich denke an Maggie Nelsons Argonauten und ihre Versuche Pronomen zu vermeiden. (um ein Pronom herumtanzen. gestern Abend hat mich C vorgestellt: »das ist meine Freundin Birgit.« M hat dann gleich gefragt, wo wir uns kennengelernt haben. das nächste Mal sagen wir ›parship‹.)

heute ist Zeugnisvergabe. später fällt mir ein, dass ich am Tag der Zeugnisvergabe mit J und M am Weißensee saß. J sprach von Häusern. kurz danach trennten er und X sich. DIE IDEE EINES HAUSES KANN ALLES ZUM ZUSAMMENBRUCH BRINGEN.1

komisch, dass die letze Woche alle auf einmal von Pfannen reden:
Eisenpfannen, Edelstahlpfannen, … (was war die dritte? mit beschichteten Pfannen braucht man gar nicht erst anfangen.)2

else:

sprachen vom Sandstein: I war klettern. ich habe welchen bearbeitet.
zitronenschlalig, der Limoncello. I empfiehlt Pilze in einem Joghurt in der Ecke versteckt zu essen. 500 Euro Dachgeschoss – kann nicht sein. wissen wir gleich.

  1. C rechtfertigt alle die Kinder bekommen, obwohl das der Trennungsgrund von der vorherigen Freundin war: die Idee eines Kindes ist dann schon im Kopf.
    na gut.
    ich sehs ein.
    auch Männer sind Ergebnisse ihrer Umwelt.
    langsam fange ich an, C nicht als Mann, sondern als Partner zu sehen, für den viel menschlichere Regeln als für andere Männer gelten. []
  2. ich muss Oma fragen, in welcher Pfanne, wenn nicht einer beschichteten sie immer die Pfannkuchen gemacht hat. oder hat es damals schon Teflonpfannen gegeben? []

220704 aufwachen, arbeiten,

Frühstück auf dem Balkon. unten läuft ein Paar vorbei. »aufgewachsen bin ich mit schwarz-weiß-Fotos«, sagt sie. »das Gute schläft nie«, denke ich. geschlafen wie ein Stein. Frühstück: Haferflocken. lassen uns richtig fallen. (Exzess und Tiramisu, dann an die Arbeit.) Lob dem Rausch auf dem Balkon. milliardenreiche Cheater kommen am Montag zu spät. (was ein Wochenende!)

der Chef komme auch immer zu spät, der Peilo, so sagt der Drummer. der Mann wusste gleich, wer der Chef war. (»und das ist der Hund vom Chef«) ich hatte den Chef nicht als solchen erkannt. vermutete schon was von männlichen Alphatieren, aufmerksam die Rangstufen der Anderen erkennend, drehte meinen Arm, sah das A und wusste wieder: Alphakuh! der Drummer sagt außerdem, dass beim Jammen das Ende so schwer zu finden sei. (jedes Ende werde als Lücke gesehen, genutzt und gefüllt.) »schön hast du gespielt«, sage ich.
Zauberworte, die … ach so.. das weißt du noch gar nicht. das Brot wird auch getoastet. (ein Brot mit Mozarella  und Tomate am Baumschulenweg im Bett)

im Rausch und wenn man Musik hört connected man sich mit sich selbst.

legen Schwäne Eier?

und kann man die Eier essen?1

und warum haben die Schwäne ihre schwarzen Beine beim Schwimmen manchmal auf ihrem weißen Körper abgelegt?

  1. google Schwanenei, finde Fotos von Schwänen, die untertitel sind mit ›Schwan stirbt an gebrochenem Herzen‹. es geht um einen ›Schwanenmama‹, deren eier zerstört wurden. bin mir nicht sicher, ob das Wort Mama nicht ein völlig anderes Konzept, als das der Mutterschaft impliziert. []

220703 ein richtiger Sonntag

ich stehe auf, suche mein Buch, esse ein Marmeladenbrot, versinke in meinem Handy. als C aufwacht: Kaffee (nr. 2). L stolpert zur Tür hinein. gehen am Krematorium vorbei und setzen uns auf einen Tisch, auf dem ›reserviert‹ steht und essen ein Eis.

Arbeit.

später liegen wir kurz vorm Müggelsee am Kanal. kein Handtuch. über Motivation. WARUM ICH SO GERNE SCHREIBE.1 einge Würfe Frisbee. Konzentration ist key – auch hier. wer anfängt zu springen, verliert. was ein hin und her. liegen auf der Decke. C berichtet von den Versuchen an die Decke zu springen. es fehlen noch eine Hand breit.

s. 220404.
Rausch = Konzentration = Key

fahren zurück. müde-müde-müde. durch Karlshorst und Schöneweide.

im Dunkeln ist C Nudeln mit roter Soße auf dem Balkon.

gestern stellte sich heraus, dass er das Wort ›hoaklad‹ nicht kennt, obwohl der Jüngste der Geschwister auch hoaklad war und die Älteste immer gekotzt hat. so war das, als wir Kind waren.

die Befürchtung, dass auch heute wieder ein Jackentausch ansteht, weil mir kalt ist, und der Mann wieder eine viel zu kleine Jacke tragen muss, bewahrheitet sich nicht.

  1. hey, ecce homo: Nietzsche []

220702 Kreuzberg: Kanal, Kvatier, Kotti (C & ich, T & N)

Versuche mit Nüssen zu bezahlen. sie klimpern in der Hand der Betrügerin. Geldzählerträume. wir haben viele Schlüssel dabei. sie liegen alle auf dem Tisch: »ihr habt aber viele Schlüssel dabei.« (unsere Schlüssel baumeln gut sichtbar um den Hals und klemmen an der Bauchtasche. unser Geld liegt gut sichtbar auf dem Tisch. wird das Geld jemand nehmen? nein, es bleibt liegen.)

T sagt, man dürfe nicht Zigaretten rauchen, die man in die Hand gedrückt bekommt. in Entrüstung über die Versuche von anderer an der eigenen Absage zu rütteln zu sprechen, erkenne ich die Abgeklärtheit der Ü-30-Jährigen. über die Jüngste sagt er: »sie fängt ja gerade erst an.«

sitzen in der Wodka-Bar, später ziehen wir ins Café Kotti um. wir haben kein Bargeld mehr. C hat Hunger, hält seinen Mund, isst einen Burger. zwei von zwei besuchten Bankautomaten geben kein Geld.
»hallo Berlin, die Touris sind zurück.« (ich hab sie auch schon bemerkt.) »hallo  Spätibesitzer. wir haben kein Geld mehr, können wir Flaschen zurückgeben?« (diese Frage stellen wir zwei Mal.)

an unseren Schläfen kleben die Kopfhörer. alle sind sich einig, wie wichtig Musik für ist. nur ich denke mir : man kann nicht alles machen. man kann nicht lesen und Musik hören gleichzeitig. die Schwingung geht dann über den Knöchel in den Kopf.
»klingt surreal«
»aber wirklich.«
»zwei Stunden feiern.«
»wirklich strange.«
rufen das Taxi an, fahren nicht an den Club. Taxis gibt es nicht mehr. es gibt jetzt Volt und Uber. die Schlange vorm Sysi ist nicht sehr lang. heute feiern, da kann man uns immer noch morgen 15 Uhr an den See legen. der See ist weit weg, nicht mit der S-Bahn erreichbar. Flucht vor Menschen. fügen uns alle zur Telegram-Gruppe hinzu. Infos, die man nicht braucht: Leute, die zur Fusion fahren und andere Leute mitnhmen wollen. ›wer hat Bock?‹

nun ja.

sitzen im Café Kotti.

ich sags dir wie’s ist: wir trinken aus Mangel an Bargeld ein mitgebrachtes Augustiner.1

vorher saßen wir am Kanal. Flucht der weiblichen Schwäne vor den Männchen. ihr Gefider ist so aufgeplustert, dass sie nicht mehr schnell schwimmen können: die Weibchen zischen ab. (irgendjemand muss das Boot ja lenken.)

es wird kalt. Jackentausch. Tschüss. N und T fahren zurück. wir laufen noch bis Hermannplatz und steigen dann in die Bahn.

zwei Mitbewohnerinnen keifen sich an. gefährliche Gefühle. alle sehen den Elefanten im Raum. wir erinnern uns an 2021. N begutachtet die Weinschorle. das Mischverhältnis ist anders als vorher.

sowas soll ja jeder schon mal gehabt haben im Leben. ein kleiner gebrochener Zeh. das soll gar nicht so weh tun oder man muss zumindest nicht zum Doktor.

was ist eigentlich mit der Schlange vorm Club?
still bad or worse?

  1. im DDR-Museum kann man DDR-Cola trinken. sonst ist es nicht zu empfehlen. denke an die Spreewald-Cola [FOTO] im Löschzwergeglas in Sauen. []

220702 Träume – Traum und Buch

bei Deobarh Levy lese ich: »›Jeden Morgen erzählen in allen Familien Männer, Frauen und Kinder, WENN SIE NICHTS EBSSERES ZU TUN HABEN, einander ihre Träume. Wir sind alle unseren Träumen ausgeliefert und wir sind es und schuldig, ihre Macht auch im Wachzustand Tribut zu zollen.‹ (Zitat von ›La Révolution surréaliste, Nr. 1, Dezember 1924‹)«

am Dienstag habe ich geträumt: [ergänzen]

Kuchen & Brief per Post an M.

 

220701 Geld und Kunst

und dann fahre ich einfach 30 Minuten zu früh los. na toll. ich mache halt an der Spree, lasse meine Zehen ins Wasser baumeln und lese ein bisschen Simone Weil. fahre weiter: Matjesbrötchen und nach Fhain.

mit M in der Grünberger Straße verabredet. sie beschließt, nicht mehr kämpfen zu wollen gegen etwas, wofür sie noch nicht sicher ist, ob es bekämpft werden muss. (ist alles wirklich so schlimm?) ich rede mich in Rage, als ich M von meinen negativen Gefühlen mit Geld und der Uhrhebeberschaft erzähle.

die Männer am Tisch nebenan reden von … Fantasmen, Fatamorganen, von …
Halluzinationen
kommen vor.
n Messer, n Pferd, n Hund und ne Knarre – alles, was man braucht als Mann.
ich brauche keine Yacht, ich brauche ein Boot, sagt der eine.

Berufstätiger kann nur am Wochenende  bereichernde Gespräch führen.

die Frage, was ein ›Dealbreaker‹ ist, ist noch immer nicht geklärt.

am anderen Tisch, taucht derweilen die Frag auf: »wie vil Jahre kann man ein Kleidungsstück tragen, bevor es abfällt.«
»kann ich ein Foto machen?« und zückt seine Kamera, hält sie ins Fenster. da drinnen ist das Motiv.

aber: Fotos kosten.

ich denke an die Konverasation mit den beiden Männern am Park an der Schönleinstraße, an dem Tag, an dem ich meinen Schlüssel zuhause vergessen habe.1 M stellt sich die Frage: nur schön, reicht das? ich blühe auf in  theoretischer Schönheit. (ja, auch Konzepte können schön sein.) R liest jetzt I love dick, obwohl ich es M empfohlen hatte.

mit genügend Ruhe sind die ganzen Entspannungsmechanismen nicht notwendig.((Ruhe in Vorbereitung für morgen. endlich mal wiedr schreiben.))

später am Tag, laufe ich seit langem Mal wieder durch die Stadt. ich spaziere. trage ein langes Kleid und darüber Omas blauen Regenmantel. auf dem Kopf das glänzende rosa Cap.

kaum ein paar Schritte gegangen, im Kaskelkiez halten mich zwei Jungs auf:
»kennen Sie das Wort mekelig?«, fragt der eine. er glaubt, das Wort gibts nicht. der andere fängt an zu erklären:
»wenn man zum Beispiel keine Paprika mag.«
»nein, kenn ich nicht, aber sag mal, woher du kommst.«
aus Mecklenburg kommt er.
»ich komme aus Bayern«, sage ich und, »da sagt man hoaklad für das gleiche.«

missing: eine Sprache, ihren Klang, ihre Wörter und die Berge.

laufe durch Friedrichshain. fast alle, die Flaschen in der Hand tragen, tragen eine Mate in der Hand. es ist kälter als die letzten Tage und auch nicht schwül. mache einen Stop bei books&bagels und sehe mir englische Bücher an.

auf dem Rückweg habe ich Lilien und Kerzen in der Tasche und treffe auf der Treppe zu den Gleisen am Nöldnerplatz zufällig A, die letzes Wochenend auch mit in Sauen war. sie war gerade auf Arbeit und hat  einen Strauß Blumen dabei. hallo-hallo. wir haben beide was richtig gemacht. später, zuhause, bade ich, lese und backe Kuchen.

miss-lese ›Traurigkeit des Moments‹.

fülle langsam meinen neuen instagram-Kanal2

  1. sie hat so angefangen: du bist so jung und du schreibst schon… und so geendet: wir sitzen immer hier, du weißt, wo du uns findest. []
  2. als ich den Kanal im Broswer suche, stoße ich auf das hier: https://hejcreation.de/shop/postkartenset-zweisamkeit []

220630 Traditionen, Tischtennis, auf Arbeit.

bei den Traditionen, in die man sich stellt, geht es vor allem darum, welche Zitate man aufgreift., d.h. wie lesbar man für die Anderen ist, wenn sie um die Geschichte und Regeln von etwas wissen. (Stichwort Kanon)

im alltäglichen Leben geht es vor allem darum: para oder nicht para. wir kaufen Tischtennisschläger im Chinamarkt in der Oranienstraße für sechs Euro und stellen dann fest: hätten wir lieber teurere gekauft.1 (mehr! para) einige Schläge, dann ist es so dunkel, dass keiner den Ball mehr sieht. liegen auf der Tischtennisplatte. erinnere mich an ein PP auf der Platte am Leopoldplatz. F ruft an: Etikettenfrage. wie legt man Perforierlinien an. gerade noch war M am Telefon. es geht um Text.2

außerdem:
Arbeit in der Torstraße: die Zeitschrift zu Ende der Projektförderung wird wirklich toll; H schlägt mir so doll auf die Schulter, dass mir die Luft wegbleibt; E sieht heute viel müder aus als am Dienstag, T sieht aus, als ob irgendwas beschissenes passiert ist, meine gute Laune ist fehl am Platz. H sagt, die Zeit der intelektuellen Erfahrungen auf Drogen sei vorbei. SELBSTZERSTÖRUNG ALS ROUTINE.

the crunchiness and the sound of magnum. alle haben dich lieb. du hast Magnum gebracht. ich beiße rein: krckk.

»immer wenn ich zu Ausstellungen gehe, hab ich das Gefühl, als ob ein Baum umgefallen werde.« keine Ahnung, was H meint, als er das sagt. dass er nicht gerne Ausstellungen macht, kann ich irgendwie verstehen. es ist ja auch immer viel Arbeit und man hat keine Ruhe, sich die eigenen Sachen anzusehen.

»ey sista. kann ich dich auch noch in die Konversation reinpacken?« jemanden/sie in eine Konversation stecken, damit die testosterongeschwängerten vibes (a foto of a naked ass on facebook) abgemildert werden. Os nacktem Arsch wird ein Foto von einem Tier nivelliert. »thats how i started living on the street:«, sagt das Mädchen. »Urlaub. wir zogen von Festival zu Festival. die Leute kannten uns.« das Angebot fischen zu lernen. der Fluss sei für alle da. für ihre Geschichte bekommt sie 10 Euro. es leuchtet mir ein. warum sollte man nicht für Material zahlen. gleichzeitig irgendeine Moralstimme in meinem Kopf: das macht man nicht.

später sagt H, sie sei so unschuldig, aber das sei in Ordnung. seine Vorstellung von Unschuld hat viel mit Sex und Drogen zu tun. in seinen Augen bin ich unschuldig, weil ich nicht kiffe. so einfach ist das.

außerdem:

Ausstellung ›Freiheit‹. C wartet am Späti nebenan. einer, der mir entfernt bekannt vorkommt ist da. erst als ich den Namen einer der Ausstellenden lese, stelle ich fest: es muss J gewesen sein, der in meinem gerade abgelegten Atelier zwischenmietet, aber da ist er schon weg. eine Frau mit schönen Schuhen und Plexiglaskette erklärt C und mir, zu jedem Werk etwas. auch von Mareike Jacobi gibts was zu sehen. ich freue mich, über das Wiedersehen.

die Rüge: man darf Bilder nicht anfassen.

später, am Abend sollte es nochmal um Ms Text gehen. wie morgens. morgens auch Telefonat mit TH. bedanke mich für das Päckchen. sie erzählt von OG und ihr, von den Pferden, wie sie zu ihre gekommen sind. als ich auflege, fällt mir auf, dass ich fast wieder nichts erzählt habe und weiß gar nicht warum.

als ich losmache, habe ich kein einziges Wort geschrieben. ich stöhne innerlich.

abends so viel Hunger, dass ich ganz ungeduldig werde. essen mit L. er zischt ab. wir spielen Tischtennis.

 

  1. L sagt später: lieber für 25 welche? oder gleich für 100? weil die für 25 hat man ja auch einige Jahre und dann kann man sich gleich selbst welche konfigurieren, das ist noch spaßiger. als ich das schreibe, mache ich einen neuen Tab auf und suche nach Schlägern. finde folgenden []
  2. dachte, das hätte Sonja Knecht gesagt, aber im Internet finde ich kein Zitat []

220625 Sauen: Traum, Autofiktion (3)

  • was haben wir gespielt?
  • nein wen …
  • Werwolf
  • einer der Wölfe fraß die Dorfbewohner
  • aber der Reihe nach

ich träume von einem ausgebauten dachgeschossartigem Innenraum, von dem zwei Leitertreppen1. ich bin Teil einer Gruppe.2 irgendjemand meint (fast ein Vorwurf), ich hätten den Schlüssel, hab ich aber nicht. die gleiche Aufruhr wie im Spiel gestern abend.

mittags mähen Schafe hinter der Mauer. während ich die Schafe ansehe, weißt ich, dass ich mähen will und drehe alles andere so, dass es möglichst nicht im Weg steht. zuerst musst du wissen, du willst mähen. dann machst du weiter. zwischendurch Anfälle, der Obsession zu entkommen und frei zu sein (dafür, würde S sagen, hat man eine Familie). während ich das schreibe, ersetze ich, das man  durch ein du und erinnere mich daran, dass mein jugendliches ich mit einem du oft das ich ansprach. und wen spreche ich hier an?

VON DER BEFÜRWORTUNG VON ENTSCHEIDUNGEN IM ALLTÄGLICHEN LEBEN. (A auf dem Weg zur Eisdiele in Techentin. ein im Sand buddelndes Kind am Straßenrand. als sie das Kind sieht, sagt L: ich will auch eines.)

wir waren nicht schwimmen und geregnet hat es auch nicht, obwohl es der Hausemeister mit Blick auf seinen Regenradar ganztägig nass angekündigt hatte.

Zeitüberschreitung wurde mit Aufstehen oder unruhigem Sitzpositionswechsel sanktioniert. es gibt Abendessen. auf dem Abendbrottisch  steht ein Nutellaglas. das hatten wir am Frühstückstisch vermisst. es gibt Tortellinisalat mit Sahnesauce und Dosenananass. (freue mich sehr über die Haferflocken morgens. ein Frühstück, dass ich in Below öfter, aber wegen des vielen Unterwegsseins weniger als sonst zu mir genommen hatte.)

ist Schreibenwollen eine Aufgabe, die man sich selbst stellt, wie manche es sich zur Aufgabe stellen, erfolgreich zu sein?

als wir Annie Ernauxs Ereignis besprechen, versuche ich mich an den Weg durch R zu erinnern. ich erinnere mich, dass ich an einer Bordsteinkante sitze und die Physiklehrerin geht vorbei. ich weine. ich rufe H an. ich erinnere mich, dass ich meinen Schlüssel liegen lasse und dann P im Auto erzähle, jetzt sei es Zeit für einen Kühlschrank. wie ich durch die Stadt fahre erinnere ich mich nicht.

William S Burroughs reist nach Mexiko, erfindet eine CutUpMehtode und macht ein Buch mit X.
seien Theorie:
1. aus vorhandenem Ausschneiden
2. Übersetzten

der Vorwurf sich selbst zu kapitalisieren.

die Möglichkeit die Baiserkruste aufzudrücken (E weiß nicht, ob sie Meringue mag oder nicht. ich weiß auch nicht genau. es schmeckt nach Ei.): Stachelbeerbaiserkuchen ohne Stachelbeeren und Baiser: Kuchen?

ich erinnere mich an den Kirschkuchen ohne Kirschen, den wir als Kind aßen.

  1. an denen man hoch- und dann runterrutschen kann, habe ich notiert []
  2. eine Gruppe hat ein eigeness Selbst []

220620 mehrere Hochzeiten, L, Totzeit, Raketenezeit, Omakleidung

ns sommes en train de prendre nos petit-déjeuners. comment se dit? wie sagt man?
man tanzt immer auf mehreren Hochzeiten (le mariage) gleichzeitig. eigentlich geht der Spruch anders: man kann nur auf einer Hochzeit tanzen. Bsp.: die unorganisierteste Chaotengruppe in ganz Hamburg renoviert Wohnungen. sie tanzt in mehren Wohnungen gleichzeitig. auf die Frage: warum ist die Wohnung immer noch nicht fertig? sagt der Bauleiter:
– es gibt Lieferengpässe
– erst die Mauer, dann das Dach
– weil Totzeit vermieden wird
(während er das sagt, wird er richtig sauer. seine Halsschalgader schwillt an.)

bei der Produktion von Büchern gibt es die gleiche Totzeit wie auf dem Bau. deswegen haben die Bauleiter immer mehrer Pferde im Rennen und die Künstlerin immer mehrere Bücher auf dem Tisch. ich denke an des Gespräch mit A, am Abreisetag in Below: der immer bestehende Zwispalt, wenn eine Person Inhalt UND Form bestimmt und ein solches Medium, wie das Buch bespielt, von dem ausgegangen wird, dass man Inhalt und Form getrennt betrachten kann. im Satz ›es gibt kein Ende‹ könnten wir das Prädikat mit ›Trennung zwischen Inhalt und Form‹ austauschen. (ob es Wahrheit oder das Patriarchat gibt, interessiert mich erst mal nicht).

wir – fremd/ahnungslos in einer Welt, wenn Dinge nicht funktionieren. dann fällt eine kleine Schraube aus meiner Brille und den Rest des Tages verbringe ich halbblind. (wenigstens kann ich jetzt die Sonnenbrillen von Ls Oma ungeniert tragen.)
auf dem Heimweg halte ich an der Frankfurter Allee, am Trödelladen. als ich auf mein Fahrrad aufsteige ruft mir jemand hinterher ›stop‹! ich drehe mich um.
sehe nichts, bleibe stehen, warte bis der Schemen näher kommt: ›ich wollte dir sagen, was für eine tolle Ausstrahlung du hast« oder hatte er ›Erscheinung‹ gesagt?
bin hin und hergerissen, ob ich mich freuen soll oder genervt davon, dass ein solcher Akt andersherum undenkbar wäre. Frauen werden Komplimente gemacht. Männer machen Karriere.  [dieser Satz könnte von AH sein.]
bedanke mich und fahre weg, freue mich trotzdem. bin kein Molekül in Bewegung, sondern eine freundliche Entität. (insgeheim fragte ich mich: warum macht er das?)

denke an das Gespräch über Neins (gestern). denke an die vielen umgedeuteten Neins, das viele Nachhaken mancher Männer, wenn ein Nein gesagt war. (ich kam mir vor wie eine Mutter, die einem Kind SCHON WIEDER erklären muss: nein, wir gehen nicht ohne Zähneputzen ins Bett. dafür gibt es Gründe und nichts  zu rütteln.)

C diktiert (heute morgen): der Himmel ist grau. kein Wind. die Sonne bewegt sich nach…
halt! die Sonne bewegt sich nicht.

er nimmt dem Radiomoderator nicht ab, dass dieser immer gute Laune hat. einer der zu dir spricht. du bist nicht alleine. (wer einen Radio hat, braucht keinen Gott mehr.) Nähe durch Stimme. der Radiomaoderator ist fast so nah, wie eine Sprachnachricht von einer Fremnden.

die Show, in der Peter Lustig zeigt, wie man ein Radio baut.

L kommt vorbei: Herzrasen und Kaffee. die Zweifel, ob das eine gute Kombination ist. trinken Kaffee. C geht. L und ich machen uns auf den Weg.

ich ersetze ›den Bildermaler‹ durch ›den Radiomoderator‹. trage immer noch die Sonnenbrille. fahre zu M. essen eine Packung Kekse und bauen Raketen. ich zeichne eine Anleitung, wie man einen Stein wäscht, föhnt, trocknet (SICH UM STEINE KÜMMERN). als ich nach Hause fahre, hat der Brillenladen schon zu. ärgerlich. stattdessen halte ich am Trödelladen. dort treffe ich den Schemen. (s. o.)

gute Neuigkeiten: meine e-Taste geht wieder. ich tippe schneller als je zuvor.

als D ungefähr Folgendes las:  ich sah meinen Ex, seine neue war schwanger. wir hatten uns vor 7 Monaten getrennt. er wollte nie Kinder. schaudert es mir. mein Atem stockte. konnte auf einmal die Wut verstehn. trage Zaubermittel auf, bevor ich schlafe. es erinnert mich an D. meine Lippen riechen nach Lavendel. (Ding gekauft, weil ich wusste eine andere hatte das gleiche gekauft.)

220619 Below → Berlin. wieder zurück.

Dreikösehoch
Emmentaler
Ziegenkäse
Scheiblette
Paprikapulver
Schnittlauch
Pfeffer

superbussi (klingt nach Wanda)

BABA = Tschüss [in die Eisdiele.]

»er isst so gern die Waffeln immer« – sagt eine Frau über ihren Mann, erklärend. oje.

Spaghetti(eis) Carbonara
Schokosauce
Baileys
karammelisierte Nüsse
Spezialnudeln mit Ei und Ketchup
Nudeln vom vortag anbraten, in Butter, knusprig, Ei dazu.
Curryketchup in Zickzack oder Herz auf den Teller

hübsch isser, der Raps, wenn man ihn aus dem Zugfenster betrachten kann.
Raps von weiter weg

Olivenbutter
schwarze Oliven [aus der Dose bei Rewe]
Salz
gepresster Knovi
Pfeffer
etwas Olivensaft  → macht die Butter braun
Oliven kleingehackt
mit der Gabel zerdrücken und mit der Hand zermatschen
→ durchziehen

(Olivenbuttertaler)
Nudelrezepte von der Pasta Queen:
Olivenöl, Knovi anbraten, Basilikumblätter, halbierte Kirschtomaten, Ricotta, 1 Löffel Pastawasser.(geriffelte nudeln nehmen einfach mehr soße auf)

fahren durch den Wald.

fahren durch den Stau. riechen den SOmmer, spüren die warme Lauft. hinten schläft der Hund

nachdem wir so lange durch den Stau gefahren sind, setzt C  mich in Schöneberg ab. dann braucht die Ringbahn auch nochmal 15 Minuten. fahre nach Hause, wasche Wäsche, laufen los – auf der Suche nach dem Häuserblock in Friedrichsfelde, der eine Stadt bildet. an der U Friedrichsfelde (U5): Bar U-Bahn-Quelle: sitzen und sehen auf verfallene Häuser. den Häuserblock, den ich meinte haben wir nicht gefunden.

an der Dönerbude läuft ein blinder Mann gegen mich. esse Currywurst mit Pommes. was es sonst noch gibt: ›Schitzel (Stück)‹ und gegenüber die ›Tagesbar‹

sie reiht sich ein:

  • Tagesgeschäft
  • Tagesmutter
  • Tageskind
  • Tagesklinik

Luxuseinbahnstraße, sagt C über seinen Telefonvertrag. immer telefonieren, solange du willst? gib mir mehr.

wollek Kafiolwolken. frittiert. sieht aus wie Fleisch.

220601 kann mein boyfriend bei dir schlafen?

bei… nicht mit.

N mit ck schreibt, ob ich jemanden kenne, auf dessen Couch sein boyfriend und dessen Freund am Wochenende in Berlin schlafen könnnen. – Rammsteinkonzert. (später sollte ich erfahren, auch E war dort.)

– mich! kommt zu mir! (es kommt mir gelegen)

sehe mich selbst schon meine untergemietete Wohnung untervermieten (weil ich kein Geld habe).1

  1. merkste das Kokettieren mit dem kein-Geld-haben, die ewigen Zerrissenheit, s. Caroline Amlinger Schreiben. []

220609 wieder in Berlin, Spaziergang, F-hain / Kreuzberg

von den sieben Todsünden bleibt nur eine übrig, tippe ich in Cs Handy und schicke es mir.

wir sitzen in der Nähe vom Schlesi. statt Abendessen gibt es heute Wodka und Gurke. (und mittags gab es Eiskaffee mit N – zusammen mit den wilden Geschichten. ich frage mich frei nach Chris Kraus1 werde ich je ~ »aus dem sicheren Hafen von ca. Familie, Kunst zurückkehren?«2 die Kellnerin ist so schön. sprechen über Wohnen und Geld. C findet aufmutigende Worte, macht Mut für Donnerstag. laufen wie die letzten Male über die Kreuzberger Seite an der Spree zurück, wiederholen die Strecke, die wir schon mal gegangen sind.

diesmal finden wir keinen Sekt. gehen über die Elsenbrücke. verliere eine Pizza, bei der Wette, ob es zwei oder drei Männer sind, die auf der Spree stehen.

 

  1. I love dick []
  2. A sollte mir am 10. Juni 2022 wünschen, dass ich „die Wahl“ habe []

220606 Below–Berlin

sitze in meinem Wagen. der Wind geht. das Gras ist das Meer. A schreibt ›danke‹. keine Bestätigungsmail von gestern. in der Küche hängt ein goldenes Kalb. denke an Oberammergau.

dann fahren wir ins Ms Clio zurück nach Berlin. (es ist sehr eng.)

die Milch im Gepäck1

und mein Bettzeug noch in Below2, treffe ich N, warte am Ostkreuz, rette jemands (fluchender Mann + begleitende Frau) Tag.34

N und ich trinken Eiskaffee in einer Eisdiele, in der mehr als die Hälfte der Stühle Kinderstühle sind. dann gehen wir zu mir, finden die Wohnung vor, wie ich sie verlassen habe. B und B haben › nochmal durchgewischt.‹ C kommt. wir lesen, N erklärt C Spanisch. bringen N zum Bahnhof. C und ich laufen weiter.

  1. die Frage, was eine Person einpacken würde, sorgt für Erheiterung []
  2. c u soon []
  3. indem ich ihm eine Maske in die Hand drücke. er nimmt an. das hätte ich nicht gedacht. []
  4. später erzähle ich es C und nehme mir noch später vor, ihm nicht ALLES zu erzählen, weil ich bei „i love dick“ lese: Dekonstruktion ersetzt Sex []

220605 Below

morgendliches Briefing von JS. (auf dem Weg zum Familienausflug)

beim Duschen jauchzn, bei Kälte empfindlich.
ein künstlerisches Leben führen: wie macht man das? – außer beim Duschen pfeifen.

jemand fragt mich, was ich später mal machen will. dass dieses später nicht so weit weg liegt, obwohl ich offiziell noch studiere, sage ich nicht. ich denke an das Telefonat mit JS. weiteres Telefonat mit C: ganz normal seien die beiden. (das hatte ich mir irgendwie schon gedacht). er sitzt an der Spree und lernt Spanisch. ich laufe zur Birke und spreche mit mir selbst (ein imaginäres Vorstellungsgespräch.)

später rätseln, wie alt die Frau vom Fernsehen war.

L rauft sich die Haare über fahrlässige Arbeit: Kunstvermittlung. ich denke an O, denke daran, dass man nicht rauchen und essen sollte mit Leuten, zu denen man keine Nähe aufbauen will. (und gleichzeitig ist gemeinsam Essen doch so wunderbar), frage mich, ob CG beschlossen hat nicht mehr zu rauchen, als er beschlossen hatte alleine zu bleiben.
CL und ich aßen immer gemeinsam – immer. das hätten wir lieber nicht tun sollen.

lese I love dick, weil es auf meiner Lektürenliste steht und liebe es. nach dem Motto: »bloß weil wir uns ein Mal geküsst hatten, schreibst du gleich ein Buch über mich.«

 

220604 Below (2)

die mögens feucht: küchenschaben im ohr. eine spinne unter dem stuhl, auf dem ich lese. sollte ich aus pragmatischen Gründen darauf verzichten, Substantive groß zu schreiben?

Anna vom Fernsehen kommt morgen.

über Ängste vor: Tieren und Zuständen. am schlimmsten ist die Angst vor der Angst, sagt L. sitze auf einem Stuhl auf dem Teppich. die Spinne sitzt immer noch da. G ist wieder weg. zwei Frauen, die einander schön finden. wie eine Elfe sieht sie aus.

220604 in Below

während Kunst Offen in Mecklenburg Vorpommern, hier: Kunsthalle Below. L ist auch mit dabei.

G empfiehlt das Reclambuch: über Krieg – von Freud. Fazit: Kultur gegen Krieg. der Krieg. O schreibt auf instagram: 102 Tage Krieg – s mokiert

»wie du meinst.«
»wie du willst.«

»emotionale Sesshaftigkeit« (S) – Sesshaftigkeit im Leben.

sie ist NICHT an Glamour interessiert.

EIN UNDEFINIRTER GRABSTEIN. (ein Haufen Sand irgendwohin.)1

12 sei die ideale Gruppengröße in der Psychotherapie. darüber hatte L letztes Jahr schon referiert (und ich hatte es letztes Jahr schon notiert). wir sind zu dritt, ein Vierter kommt morgen. nicht jeder, den man auf ner Ausstellung trifft is cool (so viel zu ›Umzügen‹ – aber das wird schon).

ordentlich Staub aufwirbeln. solange bis jemand kommt und sieht.

ein Mann erzählt, von seinen 110km Arbeitsweg hier auf dem Land. Lebenszeit verfahren, auf Bahnhöfen rumlungern (damals in der DDR). warum? sie wohnen & wirken auf einem Gehöfft. ›wohnen & wirken‹ … – das wird mein ›leben, lieben, arbeiten‹ ablösen.

Butterbrot mit Marmelade – für die Katz. WP füttert sie.

»in deinen Emotionen bist du die große Mutter, die alles versteht«

entweder du bist da oder du bist nicht da. AGILE MENSCHEN – MIT ODER OHNE HAUS. (AGILE SCHNECKEN – MIT ODER OHNE HAUS. DIES MAL SIND WENIGER DER LANGEN TIERE UNTERWEGS, WAS AN DER TROCKENHEIT LIEGEN MAG. IMMERHIN ZWEI HÄUSER FINDE ICH)

Tanzgaudi auf der Weide. die Pferde galoppieren durchs Gras. nacher stehen sie da und langweilen sich. ab und zu hält die Katze ihren Kopf schief. wartet auf weitere halbe Brote und darauf, dass ihr Herrchen sie auf den Arm nimmt. als ein kleiner weißer Hund vorbeikommt, buckelt die Katze und stellt ihr Fell auf. der Hund merkt nichts. (riecht er die Katze nicht?)

WP erzählt von Gewölbekellern, von aufgeschütteten Kellern, von marokanischem Kalk, von den Häusern in der Umgebung. toll!

»DU-DU-DU«
oder andersherum »NA-NA-NA«
NA-DU?
DU-NA? (M benutzt seine Stimme)

»so ist das mit dem Konsum – immer zu wenig Platz«
»haste Recht«
(schon wieder ein neues ____ )

das Dorf strahlt. alle tanzen bis um drei. »nie wieder Alkohol« (Konsens, als Carsten am nächsten Morgen nicht mehr wusste, wie er nach Hause kam. »was ist denn mit Carsten los?«

Martin muss morgen Kühe melken – das war der Grund, warum er nach dem ersten Cola-Wodka abgezogen ist. als ich ins Bett gehe, sitzen die anderen noch da, ich sehe das Feuer vor der Feuerwehr drüben.

Pferde schlafen im Stehen.2

nur die jungen Pferde legen sich hin.

»ist denen eigentlich langweilig?«, fragt S.

das Schlafen in einer umgebung, die viel ruhiger ist als die Stadt (und in der Stille ist jedes Geräusch irre laut).

800 Jahre alte Bäume auf der Website locken alle an.
»1000 Jahre«
»auf der Website stand noch 7XX«

die Begeisterung für Glückskekse und Gummibärchen ist völlig verloren gegangen. DAS IST JETZT ABER ÜBERTRIEBEN. etwas in Vergessenheit geraten (denke ich, als ich zwei Glückskekssprüche am Eingang sehe).
dafür lieben wir jetzt Tarot (j`adore – – na gut. du liebst also Tarot. kann man das spielen? oui-oui-oui.)

 

vom Dorffest letztes Wochenende wird man noch die näcshten Jahre erzählen. (sogar die Pferde auf der Weide).

ich bin in dre besonderen Stimmung mitzuschreiben. ein Text nach eine Gespräch. denke an René Daumal.

 

  1. wird meine Liebe zu Steinen zu einem späteren Punkt im Leben von einer Liebe zu Sand abgelöst werden? []
  2. – kann man das so sagen? (ich) – ja (S) []

220522 Plastiktüte

erst nachdem sie verboten wurde, konnte die Plastiktüte ein Modeaccessoire werden.

mein Körper immer noch müde. von gestern: Spaziergang, 15 km durch die Stadt

220512 Wedding, Joker (zwei)

es stellt sich heraus: da wachsen überall Robinien auf dem Leopoldplatz
google Farbwörter: erster Treffer für gelb: Hochzeit in gelb. (na toll!)
ich kaufe ein Croissant beim Späti neben den Studios. (wie immer)
was machst du immer?, das hatte mich neulich jemand gefragt. da hatte ich festgestellt
ein Mann mit vier Banenkartons (geschickt an zewi Fäden zusammengebunden) geht vorbei. in den Studios ist großes Chaos (verhältnismäßig) wie an einem Ort, an dem viele Leute zusammen kommen.
später legen wir Gurken ein.1
noch später feiern wir ein örtliches Jubiläum. am Tisch werden wir als Duo gesehen. ›lass sie halt‹, meint Pia und dann schimpft sie ihren Sohn. (weil ihn der Alkohol und die aufputschenden Getränke ganz anders machen.) ›morgen ist die Beerdigung.‹ von einem, der auch immer hier war. der schwere Gerüstbauer bietet mir sein Getränk an: kann ich ja auch mal probieren, aber ich will nicht.

N ruft an, geht ihr nicht gut.

  1. noch später, im Juni, sollte sich die Frage nach der Uhrheberschaft stellen. sie bereitet mir Bauchschmerzen und ich weiß, man darf sie nicht abtun. dann sollte ich von Kittler auch »Wie man abschafft, von was man spricht« gelesen haben und es sollte alles auf einmal Sinn machen []

220519 Wedding: Lauf, Basquiat!

ich laufe durch den Schillerpark, durch Straßen mit den Ländernamen. dann komme ich zurück. dusche in der kleinen Dusche. genieße das kalte Wasser. J und J kommen zurück. J hat jetzt einen Hund dabei, der Basquait heißt. ein blaues Auto fährt vorbei. der Fahrer hört Billy Jean. trinke Tee mit Milch.

fange an zu schreiben. alles über die letzten Tage. füttere die Followerschaft mit Blogbeiträgen. »welche Followerschaft?« – »die imaginäre.«

220516 sprechen über ›was bis jetzt geschehen ist‹

Stilleben von Statussymbolen
eine Idee radikal durchgesetzt.
»dafür muss man aber erst die Idee erkennen.«
»genau«

es ist eine konstante Angelegenheiten: mit Vokabular wird über andere gesprochen. (immer! wir sollten endlich aufhören, das Vokabular als ein Problem zu sehen und gleichzeitig ist es natürlich ein Problem.) mit welchem Vokabular sprechen wir über euch? die Stereotypisierung of »the other«. – wie so über Stereotype gesprochen wird denke ich mir: es ist kein Problem der Stereotype, dass sie beide Extreme des einen Dings beschreiben. Begriffe –

Prozess, der Prozess der den Sprachbenutzern im besten Falle wiederfährt, in dem sie merken: die Begriffe sind nicht so hart, wie man denkt.

of masters and mosters.

Visitenkarten !

politische Arbeit über instagram (die Institutionalisierung der sozialen Medien. gerade hatte  die Haltung verloren)

Cs großer Unmut über ihre Thai-Geschichte.
J ruft an. sie verliert zu viele Worte. alles über Gefühle. ich versuche zu bremsen, aber J redet langsam und ohne Pause.

220509 n Leben in den KHBStudios (1) – viel zu tun.

1. aufwachen
2. duschen
3. Kaffee trinken.
4. Obst fürs Müsli geschnitten
5. über die Wohnugssuche gesprochen
6. verabschieden / in Eile aufbrechen
7. mit der S-Bahn und Rad zur Zahnärztin
8. bei der Zahnärztin putze ich schnell noch Zähne, mit einer viel zu harten Zahnbürste. meine eigene Zahnbürste hab ich vergessen. dann bin ich nur etwa fünf Minuten drin. bekomme eine neue KnirschSchiene in einer neuen Schachtel und darf wieder gehen.
9. beim Runtergehen hält mir ein Mann die Tür auf, ich schlüpfe durch, bedanke mich, verneinen, als er vorschlägt, ich könne die Treppen zuerst gehen, weil ich schneller sei. ich gehe die Treppen und blättere nebenbei in meinem Kalender
10. fahre die Schnellstraße nach Hause, bis Oberschöneweide. dort überquere ich die Spree.
11. halt bei Aldi: kaufe Kerzen, obwohl ich keine brauche (sie haben einen Drill), Klopapier und Milch, Käse (meine Liebe für französischen Weichkäse entdeckt)
12. fahre nach Hause
13. packe zusammen
14. schreibe M. »wo bist du. wo ist der Schlüssel?«
15. fahre in die KHBStudios
16. Halt bei Ocelot
17. kaufe der Berg Analog (Buch)
18. N schickt eine Sprachnachricht: wie es so ist beim Nagelstudio
19. K kommt.
21. zu L. die gewogenen Steine abholen. (endlich)
22. Spaziergang mit K und M um den Leopoldplatz: zum ersten Mal sehe ich die vielen Spritzen, obwohl ich doch schon so oft hier war!
23. es stellt sich heraus, ich hatte Marios Schlüssel
22. K packt zusammen und auch ich. dann machen wir uns auf den Weg nach Hause.
24. ich fahre sehr langsam. es ist total spät
25. an das Ende des Tages kann ich mich nicht erinnern.

220508 Oberammergau (3)→ Berlin | anspruchslos & unterwegs

oder: lauwarmer Kaffe aus Pappbechern.
Kaffee, wie man ihn trinkt, wenn die eigenen Ansprüche niedriger sind, als gewohnt. sie ist anspruchslos & unterwegs. ihre Grenze von luxuriös und akzeptabel haben sich verschoben. sie hatte Glück.
Pech wäre gewesen, wenn die Diskrepanz zwischen gewohnt und machbar steigt und in nichts anderem als Unmut zu bewältigen ist. aber sie ist unterwegs und der lauwaren Kaffee schmeckt ihr.

220506 Oberammergau

– in Bayern isst man sie den ganzen Tag lang:
– Weißwürste. was sonst.
– was es nicht gibt in Oberammergau:
– Weißwürste
– honestly?
– nein: Taxis.
– und Sonne.

ich sitze im Zug.
später werde ich sagen: i went to Oberammergau. wie immer wird davon ausgegangen, dass es gut ist, weg zu sein. anderswo zu sein. being away –  Teil des  Authentifizierungsprozesses, den man durchlaufen soll, um bestmöglich man-selbst zu werden. (immer mehr ich)

die erste Frau

irgendwann fragt die Frau neben mir, was ich denn da schreibe.
»einen blog.«
— Lachen von hinten: »das ist so 2003!«
sie fragt weiter:
»für wen?«
»für mich«
»ein Tagebuch?«
»nein, es ist schon öffentlich«
»und über was?«
»über alles …«1
ich weiß nicht, ob sie verstand, was ich mit der Praxis meinte, die ich mir zu bewahren erhoffte, durch das regelmäßige Schreiben.

sie begann zu erzählen: sie orientiere sie sich gerade neu2. ich hab schon wieder vergessen, was sie arbeitet. aber eigentlich wollte sie immer was mit Fotografie machen. nie war nie mutig genug. wieder mal ist die Familie  an allem Schuld: eine mittelständische, österreichisch Arbeiterfamilie. sie, die erste Studierende, will jetzt mit Mitte dreißig ihr Geld mit shootings verdienen. gerade kommt sie von einem solchen – ein shooting in Berlin, mit einem Model aus London. ihre Familie kauft sich Kitesegel für zweitausend Euro, sie kauft sich ’ne Kamera von dme Geld.

ich verliere meinen pädagogischen Ansatz von ›alle können Kunst machen‹ und  denke:
du sprichst  aus der Position einer gutverdienenden Festangestellten, für die die Kreativität Selbstverwirklichung ist. Kreativität ist aber nicht ausschließlich Selbstverwirklichung, sondern eng mit einigen beruflichen Feldern verknüpft, um die eine merkwürdige Aura schwebt. eine Aura der Freiheit und der Selbstbestimmtheit.3456

F sollte am Abend vorschlagen: die auf mich – die freie, unabhängige Kreative – projizieren sollen mir monatlich einen Prozentsatz ihres Einkommens überweisen, damit ich das Ideal aufrecht erhalte.
… oder wir halte es eben geheim, wo das Brot her kommt. ich denke an M und die Firma, wie er sie nennt. niemand weiß, was diese Firma ist, aber sie frisst seine Zeit und die Geheimtuerei macht sie wichtiger, als sie ist.7 aber das widerspricht der geforderten Authentizität. dem widerspricht auch, dass die Zeit rar ist – zu rar, um mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, und noch rarer, wenn man die Dinge gut tun will. eine gute Angestellte und eine gute Kreative sein. das ist kaum möglich.

in München, am Hauptbahnhof beginnt das Ziehen, es zieht weiter, als ich die grünen Hügel, die vertraute Vegetation sehen. Tropfen rinnen die Scheiben hinab. das Ziehen befindet sich im Brustbereich. der Dialekt klingt vertraut.
»Patriotismus?«, sollte F später in den Raum werfen, nachdem ich mir einen Schirm mit Edelweiß gekauft habe. aber nein, kein Patritotismus, einfach die Zuneigung, die sich eingestellt hat. Gegenstand der Zuneigung ist das Gebiet, in dem ich großgeworden bin und das ich so gut kenne, dass es wehtut.
Wirtschaftspsychologen sagen, es brauche acht Mal, die ein Kunde ein Produkt gesehen haben muss, bevor er es kauft. ES BRAUCHT KEINE WIRTSCHAFTSPSYCHOLOGEN, UM ZU SEHEN, DASS ES LEICHT IST SICH FÜR DAS BEKANNTE ZU ENTSCHEIDEN. wieder denke ich: diese Landschaft ist mir so viel vertrauter als die Stadt8
ÜBER DIE ZERISSENHEIT SCHREIBEN, ALS EINE FORM, SICH IHRER BEWUSST ZU WERDEN. ob das Gefühl der Zerissenheit ein Gefühl ist, das mit vollzogener Entscheidung einhergeht? sich für etwas entschieden haben und  eine Möglichkeit ausgeschlagen haben.

die Amerikannerinnen9 verabschieden sich – anders als die Pfadfinder, indem sie sich vorstellen:
»I´m Thessa.«
»I´m Martina«
die Pfadfinder werfen ein lautes ›grüßgottt‹ und ›aufwiedersehen‹ in den Waggon.

später, in Oberammergau, regnet es in Strömen.
nein nicht in Strömen, aber kontinuierlich.
gestern gab es ein Unwetter, erzählte die Frau, neben der ich im Schienenersatzverkehr von Murnau nach Oberammergau sitze. es regnet noch immer. die Frau erzählt. in jeder Erzählung ist ihr Mann dabei. »ich und mein Mann« wie sie das so sagt ›mein Mann‹ – kindlich und klammernd. ›ich und mein Mann und meine Kolleginnen‹ – sonst nichts. ihr Mann und sie sind bei der freiwilligen Feuerwehr, da haben sie gestern noch doie vollgelaufenen Keller ausgepumpt. ihr Mann sei um 4 nach Hause und um halb 7 wieder los. er ist (das ontologische ist) Lagerist und er ist ihr Mann.
ein Ängstlichkeit einer Einzelnen dem Anderen gegenüber, umfasst hier den zweiten. SOWAS KANN MAN ALS ZEICHEN DER LIEBE DEUTEN. sie erzählt und erzählt, stellt keine Fragen. bald fahren sie nach Berlin mit ihrem Mann. am Hauptbahnhof kommen sie an. schlafen tun sie in einem Hotel am Alex.
»da komme ich gerade her, aus Berlin«, sage ich. 
worauf ihr nichts anderes bleibt als zu fragen:
»ist das da mit den Ausländern auch nicht so schlimm?«
damit hatte ich nicht gerechnet, kann aber beruhigen, dass es ziemlich bunt10 ist in Berlin, aber keinesfalls so schlimm, wie sie es sich vorstelle.
sie steigt eine Station vor mir aus.

als ich aussteige, stehe ich mitten im saftigen Grün.

es regnet. ich frage nach dem Weg. genieße es, ohne mein Handy geleitet zu werden. mag die bayrischen Stimmen der Feuerwehrmänner, die mir sagen: »immer links, bis zur Brücke und dann wieder links.«

  1. warum der Block trotzdem kein Tagebuch war, musste ich noch in Erfahrung bringen. aber ein blog ist eben kein Tagebuch. es geht um die Praxis, das Machen und ein Tag bietet sich an, um von ihm zu berichten. man hat ihn sowieso und er kostet nichts. []
  2. ich denke an Von Wegen Lisbet: Podcast []
  3. sobald die Freiheit gilt, verlieren allgemein anerkannte Abmachungen ihre Kraft: Stundenlohn, Absicherung, … []
  4. später denke ich mir: es ist das Liquididäts-Sicherheits-Dreieck, das auch hier gilt. []
  5. wenn Kreativität ausschließlich Selbstverwirklichung ist, verlieren die Faktoren Übung und Regelmäßigkeit an Bedeutung und die Kreativität wird zu einem Konstrukt, das es nur noch zu beschließen und nicht mehr zu tun gilt. []
  6. am 220516 sollte ich mit C darüber sprechen, dass die Individualisierung sich bis zur Berufswahl niederschlägt. ich arbeite nicht nur, ich habe einen Job – den ich bin. ich denke an mittelalte Männer mit Firmenlogos auf ihrem Shirt. C, der sagt: »wir sollten uns nicht so ernst nehemn« und ich []
  7. ich denke auch an verschlossene Schlafzimmertüren. []
  8. aus Birgit Kunz: ›und dann?‹ []
  9. »do you ride horses?« –
    »I grew up on a ranch« []
  10. und auch ich bin auch Zugezogen in Berlin. []

220506 im Zug, STATUS

im Spaß sagt C: er müssen nun seinen Status auf insta ändern. (›aber so jung bist du nun auch nicht.‹ ich erinnere mich an das besondere Gefühl, den Status zu ändern; der Ausdruck, der damit einherging, das Profilbild zu wechseln.)

anders als sonst, ziehen nicht die Wolken, sondern die Landschaft vorbei.

220505 am Orankesee Nachtrag 220422 Dreistigkeit, Mut, Verantwortung

1. Dreistigkeit siegt.
2. wohin geht die Verantwortung? [in alle Richtungen, sage ich. C sagt nach unten]

wir müssen in Cs Küche gesessen sein, als wir darüber gesprochen hatten. seiner wievielten Küche?

sitze am Orankesee, arbeite Notizen auf, ein Besoffener schreit ganz hässlich. vorhin hatte ich noch beim Dänischem Bettenlager (es heißt jetzt anders) Bettdecken in der Hand gehalten und dann wollte ich mich nicht  entscheiden.

»halt dein Maul, Niggerfotzr, du sollst, Scheiß Niggerfotze. fickt euch«
»halt du dein Maul«, schallts jetzt Antwort vom anderen Ufer. Housebeatsund ein Schwam Mücken neben mir.
als ich das Atelier verlassen hab, kam mir ein Mann eigenartig zu Nahe.
der Besoffene fängt wieder an seiner Fotze hinterherzurufen
»halt dein Maul, Junge.«
er muss wirklich sehr besoffen sein. er liegt auf einer Parkbank und schreit nach oben.
muss ein Mann mit Liebeskummer sein. ich habe noch nie eine Frau nach einer Trennung so irrationale Sachen machen sehen  (nur gehört habe ich es, von CLs Mutter)

»wieder nur Muschigelaber, ich dachte, er macht ernst.«
was soll das denn heißen?
ob das jetzt für immer ist?

der Besoffene verlässt das Bild. hinten tapsen Jogger vorbei. ich bin nun einer von ihnen – eine Joggerin.

was ich sonst noch bin: Pseudorebellin, Alphakuh, eine Mutprobe nach der anderen.
CG meinte noch, ich stelle mich meinen Ängsten. vielleicht hat er recht.
was machen wir denn jetzt mit dem Betrunkenen?
er schreit immer noch.

3. du hast nen Pool und ne Sauna
eine laute Männergruppe läuft in F-hain an uns vorbei.

4. bei call a pizza burger essen
– da stimmt doch wss mit der Geschichte nicht, oder??

220504 +05

wohin geraten die vielen Briefe der Exliebenden?

ich frage den Hengst: ›du?‹
›das wollte ich dich auch schon fragen‹
›dann hätten wir das auch geklärt.‹
ich bin fast eingeschlafen, da fängt der Hengst an, die traurigste Geschichte der Welt zu erzählen. im Dunkeln sieht er die Tränen nicht, die der Leitstute in die Augen schießen. Tränen, weil eine junge  Geschichte ganz abrupt aufgehört hat und der abgerissene Faden eine Muster durch das Leben der Hinterbliebenen webt.

220503 do you publish?

»do you publish?«

publizieren Sie auch?

have you ever been … und du bist in dieser Starre, in der Pilze sich befinden, bevor sie Früchte tragen? – sage ich zu C am Telefon. versuche ihm zu erklären, warum und wieso.

„Ich habe mich gerade mit Anne-Marie darüber unterhalten, und sie erzählte mir, dass sie von einer Katalogfirma gehört hat, die auf jeder Seite eines großen Katalogs einen Aufkleber mit der Aufschrift „15 % Rabatt auf alle Preise auf dieser Seite“ angebracht hat, weil das einfacher und schneller war, als die Preise zu ändern. Damit ist jetzt Schluss! Dieses Skript ist ein Wunderwerk.“1

 

  1. deepl-Übersetzung von https://creativepro.com/free-script-to-change-all-numbers-in-a-document-using-math/ []

220502 (2) auto- / alpha

ein Foto, wie man ungefähr aussieht, wenn man groß ist.

KE gibt die Einführung in das Autofiktionsseminar. irgendjemand wird schon nen Wagen haben. dort, im Gutshaus,  gibt es nicht-evidente BAademöglichkeiten. wir werden uns mit autofiktionaler Forschung beschäftigen. das ganze auto- ist ein Querschnittstrend. könnte man sagen ›Zeitgeist‹?

ein Wochenende ist viel zu kurz, das sehe ich jetzt schon.

schreiben und Theorie verschwimmen.

ALPHAPFERD
ALPHANHENGST
LEITSTUTE

wo siehst du dich?

220502 Kommunikation, der Körper des Grafikdesigners, mails

klingt komisch, aber neulich dachte ich

gestern leichte Verständigungsschwierigkeiten. später stellt sich heraus, dass auch N ›das Ziehen‹ nicht kennt – sie interpretiert es als meine Verbindung zu meinem Körper. ich frage mich, wie man es anders beschreiben soll, als als Ziehen. den Kloß kennen ja alle, so ähnlich fühlt es sich an. nur nicht traurig.

die 8 Stunden Schlaf – ein Mythos.

ich sitze, höre meinen VK-Mitstudierenden zu, lausche ihren Ideen.
liebe die Frage:
»was ist eigentlich mit dem Körper des Grafikdesigners?«
dann spreche ich mit W und esse und meine Tischnachbarin fragt mich:
›do you publish?‹
›yes, i do.‹

CG schickt mails: Marillen, Malven, Logopädie

220501 Betrugsversuch, Immertum, Game, Truamkontrolle, Familienkonstrukt

hatte ich davon berichtet: das mich der Verkäufer am Minimarkt beinahe abgezogen hätte? für ein einsvierzig-Bier hat er einsfünfzig verlangt. ich habe so lange vor dem Regal gestanden und überlegt, ob es die 10 Cent wert ist, mehr zu zahlen – für ein Augustiner, deswegen war ich mir ganz sicher:
»ich glaube einsvierzig waren es«
zur Bestätigung meiner Vermutung, fängt er an mit dem Kopf zu wackeln. 
es stellt sich  die Frage: warum hat der das gemacht?1

ich denke an die vielen Neins, die kein Gehör fanden und dass es wohl daran lag, dass ein Nein nicht als solches akzeptiert wird, wenn ihm keine Taten folgen. ich drehe mich weg und entziehe mich Ss Armen. wenige Minuten später bricht er nach Hause auf.

das Immertum, die ständige Wiederholung von allem.

der Ausstieg aus einem Game, in dem ich Teil einer variablen Bestzung / Ensembles ist. es geht nicht um mich, sondern nur um die Aufmerksamkeit, um die Rolle der Personen zueinander. gleiches Drama wie immer (das Kinder-Angebot geselltt sich zum Hausangebot, zum Villenangebot in Südfrankreich und zum Besuch in Aix-en-Provence. ›ich liebe dich wirklich‹ – damit hat man schon Menschen gekauft, aber ich handle nicht mit Wörtern.)

zu Abend Traumkontrollen, Familienkonstrukte [Familie bauen] mit N bei Nini e Pettirosso. wir haben beide am ersten Mai gearbeitet. (was wir beide gar nicht so schlimm fanden: ich hatte meine Ruhe im Atelier und N hat dann tatsächlich deine eine letzte Sache doch nicht gemacht, weil sie sowas dachte wie ›die können mich alle mal gern haben‹.)
nachdem wir gegessen haben, holen wir uns ein Bier und schlendern durch meine Vergangenheit. die Glasowerstraße ist mittlerweile etwas weniger Abfuck, aber immer noch tot. der Lidl ist noch da und die Baustelle, die von 2017–2018 ein Haus weiter war, ist mittlerweile weg. die Fassade des neuen Hauses ist ganz glatt und neu und es gibt es nichtmal Grafitti. N erzählt vom rapide zunehmenden Vorkommen der Junkies – direkt in ihrem Hauseingang in der Lahnstraße, 3 Minuten vom hinteren Augang der U Neukölln weg.

  1. vermute gleich ein rassistischen Motiv: ich, die Deutsche, mit meinen an diesem Tag klappernden Schuhen und dem langen Mantel, aber das ist eine Unterstellung und wäre wahrscheinlich zu einfach.)

    langsam beginnt es in mir zu ziehen. ich denke an CL und erinnere mich, dass er sich die Freundschaft mit R zurückwünscht. ich schreibe CH eine unverständliche Nachricht, auf die er ebenso unverständlich antwortet. gleichzeitig versuche ich herauszufinden, was der Unterschied zwischen Lektorieren und Lektorat ist und bin überrascht, als ich auf karrierebibel.de lese, dass das Lektorat die Autorenaquise und Kalkulation umfasst und ein typischer Quereinsteigerberuf ist.

    ich fahre am Dong Xuan Center vorbei. gleiches Publikum wie vorm Holländer, nur sind die Pflanzen hier aus Plastik. (es muss sich um einen der  sogennanter ‚Insider‘ handeln, den man irgendwo online findet.) als ich die Herzbergstraße kreuze und hinter den Hallen vorbeifahre, fällt mir S und mein Rumgesitze dort wieder ein. kurz vor dem Versuch mein nichtsahnendes Ich zu Umarmen, schwärmt er von dem secondhand-Marken-Mantel, den er sich kaufen will. war es eine burberry-Jacke? er erzählt, dass seine Mutter und er nach und nach das industriell gefertigte Geschirr Stück für Stück durch handgemachtes ersetzen. Töpferware. ((›Achtung!‹, wollte ich schon damals schreien, ›du gehst doch nicht etwa von besser und schlechter aus? []

220501 (1) Jubiläum

kann man dann heute von einem Jubiläum sprechen1

ich spüre meine Beine.

eine Frau holt meine Bananen-Umzugs-kartons ab.
»is ja verrückt. ich zieh in die Wohnung da drüben«, sagt sie.
»ver-rückt!«, sag ich da nur.

ich sitze mit meinem Hug-Boss-Rock … also nicht mit… sondern in meinem Rock da.

warum man nicht mehr vegan sein sollte.

warum ein Bewerbungsschreiben genauso viel Zeit frisst, wie die Antragsschreiberei.

ich lese das Insel-Buch mit Graphiken von Ernst Barlach2

im Nachwort ist von der Unentscheidenheit des Künstlers, ob er jetzt Bildhauer, Zeichner oder Dichter ist – muss man sich entscheiden?

ich denke an das Telefonat mit n Leben und frage mich selbst,
ob ich eigentlich klar bin und ob ich die Klarheit brauche.

meine Gedanken sind so schnell und wirr, ich kann sie kaum fassen.
(komme nicht mit dem Schreiben hinterher)

  1. und es fällt mir auf, warum das zurückschauen so wichtig ist. sich auf die Schulter klopfen. ein hab Acht / habe die Ehre vor dir selbst. wenig später lese ich bei »JENNY feiert (warum glauben wir eigentlich das feiern zu müssen?) Jubiläum (juhu) (cool)« – (liebs!) ((https://www.literaturport.de/preise-stipendien/preisdetails/open-call-der-literaturzeitschrift-jenny-fuer-ausgabe-10/ []
  2. Ernst Barlach Graphik – Insel-Bücherei Nr. 917 []

220430 netto

klingt komisch, aber ich kann den Kassenzettel nicht wegschmeißen. A schreibt ›Kräuterwanderung‹. denke an Maurice Maggie, das Bäurlauchpesto von gestern morgen.

es riecht nach Touristen, als ich die Wiener Straße lang fahre.

Nettoromantik: mit dem Leihroller nach 20 Uhr bei netto zwischen den Blöcken noch einkaufen.
im Himmel sind Wolken.
die Wolken sind blau,
die Wand ist gelb.

bei netto lasse ich dann ohne wirklichen Grund eine Flasche roten Wein fallen.
»das tut mir leid«, sage ich öfter als ein Mal.

220429 haben können, sound

aber es war doch von Anfang an klar, dass dieses Einander-nicht-haben-können, das Inspirierendste1 überhaupt war. der Antrieb von allem. der Quell von etwas, der versiegen musste.

›es gibt kein Ende‹ – hätte ich das mal lieber nicht laut gesagt. ein Kind ist ein Entscheidung (ich plappere nach, was man mir gesagt hat.) und Entscheidungen sind lebendig.
in Stein gemeißelt, zu Fleisch gebracht. wobei das ›in Stein meißeln‹ eine wesentlich schwächere Art der Materialisierung ist.

völlig geplättet verlasse ich das Tonstudio und halte mein erstes Stück Sound in der Hand.

ohne Club keine Afterhour, kein Döner‹, lese ich auf dem Shirt eines Mannes.

  1. »ich liebtes es, mit dem Rad neben dir duch die Stadt fahren« – Sätze, deren Wiederholung sie glaubwürdige und langweilig zugleich machen []

220428 Bärlauch, Fischsemmel

ich pflücke Bärlauch. die Läuferin hechelt durch den Wald.1

Halt beim Stand mit den Fischbrötchen, ganz vorne am Treptower Park. hierher können wir nicht mit unseren veganen Freunden.  alle essen asiatisch. Akkordeon und Touribespaßung. anders als gewohnt, sitze ich an Steg B. der Haubentaucher keckert und holt sich dann ein Stöckchen, drei mal so lang, wie er selbst. ich sehe mich mit der Lidltüte: Nestbau.

  1. https://docs.google.com/document/d/1xB06e7qoqd94cmXfwleW3-XPMTK2jxFQGVEjoopKRDo/edit?usp=sharing []

220427 Körper-Körper-Körper, Pastis mit M

Tag voller Körper:

sich langsam den heißen Algenbeutel gewöhnen. er riecht ein wenig.
anders als erwartet, werden nicht die Backen geknetet, sondern vorsichtig die oberen Halswirbelknochenberührt. oberen Hals

nach Hause.
Arbeit.
Laufen. (bis die Schenkel brennen.)

später ich mit M im Atelier in der Marienburger und trinke Pastis1, habe fast kein Hunger, so erschöpft bin ich.
»wie schön könnte das Leben sein«
wie schön könnte das Leben sein, wenn es nicht immer Unterbrechungen gäbe. ›Clown‹, nennen M und ich diese Unterbrechung und 23

die Vermutung, dass das Gefühl, die Kinder werden wegorganisiert, hänge mit dem Selbstverwirklichkeitsdrang der Eltern, dem hohen Anspruch ans Elternsein oder dem fehlenden Geld & Zwang zur Arbeit zu tun hat.

erzähle M, von dem Welpen, in den ich mich verliebt habe.

über das WHAT sprechen alle, aber das WHY erzählt ideologisch die Geschichte, die wir hören wollen. HOW dient der Bewahrheitung: was wir dafür tun.
((warum schreiben?
weil ich der Überzeugung bin, das …
und was?
einen Roman.
hochgegriffen, Frau Kunz.
na irgendwie muss man ja sagen, wo man hinwill.
ich werde weitert versuchen kurz zu fassen, was ich tue und will, werde versuchen die moderene Verwirrtheit zu vermeiden, von der R sagt, sie sei so cool geworden. ))

langsam beginne ich alles als Übung zu begreifen, öffne brav meinen Mund und lasse meine Lippen Ciagarettes after sex: Apocalypse brummen.

  1. versuche eine Variante des ›SpazierBIERgang‹ von Cs Vater zu finden: PASTIgeS-itze []
  2. auf Anfrage gibt es hier den Link zu Mona Schmidtkes und meiner Arbeit ›searching for nothing but:‹ (April 2022)
    Sushi, obwohl keiner Geld hat.
    die Frage, ob mehrere Milieus wirklich so erstrebenswert sind (gleiche Frage tauchte am 220525 auf, als mein Spazierpartner sagt, er treffe kaum mehr Freunde, weil er sich so sehr um sich selbst kümmere. ich denke an Monika Rinck: ca. »dann wird der Text eben nicht besser«. ((Buch vergessen, auf Wunsch suche ich es dir heraus. []
  3. ich denke an Kinder, die keine Zeit mehr hat, weil sie die ganze Zeit Klavier üben müssen. [s. Zimmerreise] []

220426 ich träume (2)

1

M organisiert für ihre Arbeit eine Party. heute ist sie auch Ghostwriterin. sie hat die Rede für den Cheft geschrieben. mitten während der Party stelle ich fest, dass ich an meinem linken Arm auch ein neues Tattoo habe. sogar die Folie ist noch drum herum. es ist ein fetter Streifen um den linken Unterarm. als die Party vorbei ist gibt es einen Bus voller  Behinderter, die ins Hotel gefahren werdne. sie machen noch einen Stop bei h&m, bei dem sie sich alle ??? [T-shirts kaufen]

2

wir lektorieren ein Buch. C ist auch mit dabei.

220425 2– PP Gruft, eine volle Lidltüte aus Friedrichshain

»weil mit A alles anfängt« – C lacht und fragt, ob mir der Film gefallen hat. (220424)
»A stands for anything … and D for getting divorced«

»Die Steine der Gruft haben der Witterung schlecht standgehalten.«1

»Ich lege den Kopf in den Nacken und sehe kaum die Wolken, die langsam Richtung Hauptbahnhof ziehen. Sie wollen nicht über dem Friedhof bleiben. Und dann, trinke ich doch Wein, obwohl ich eigentlich Tee trinken wollte. Darüber werde ich mich nicht ärgern, wenn ich tot bin. Diesen Satz sollte man sich öfter sagen.«2

im Protkoll bemerken (fast) alle die Titten, die die Friedhofsmauer zieren.
nachdem wir das Protokoll geschrieben haben, stehen, sitzen und lachen wir noch ein wenig rum. S fragt, warum es so wohltuend ist, das Schreiben. ich frage mich, ob es – wenn es so wohltuend ist, dann selfcare ist und die Engländerin, die eigentlich woanders herkam, neulich doch recht hatte, dass Design a job und Art selfcare is (hatte sie so gesagt?)

am Abend kommt I vorbei. wir nippen am Wein, sprechen über Baumaterial und er zeigt mir eine Seite mit Zwangsversteigerungen. was wir wollen: eigentlich nur rumhängen, ein Haus, an dem wir bauen können.
oder ein Hausboot,3 auf einem See, den wir selbst ausgegraben haben.
ich will außerdem ein paar Hühner und ein Hotel zusammen mit M.
als es Zeit ist loszugehen, machen wir uns auf Richtung Friddrichshain4 –weil die Hafenküche schon zu hat. wir gehen und ich weiße dem betrunkenen Berliner den Weg. (»um wessen Hood geht es?«)

in meiner Erinnerung flitzt der Audi TT noch glänzender, schneller, perfekter durch die Straßen der Kleinstadt – oder ›kleine Stadt‹, würde C jetzt sagen – sausen lässt. wir haben die Fenster offen. V fährt und ich sitze neben ihr.
dann googeln I und ich Zwangsversteigerungen. unser beider Favorit: ein See, auf dem man ein Hausboot stellen kann.

auf dem Rückweg von Friedrichshain, trage ich eine Lidl-Tüte in der Hand:
ein Appreciaten des Weges mit einer Lidl Tüte in der Hand. / wie man  Weg wert schätzt: die Augen offen

  1. 13:24 PP 441-25042213191339_Gruft []
  2. s. oben []
  3. ›Traumschiff‹ gibt es in der Rummelsburger Bucht []
  4. ich denke die Ansagen in der Bahn und dass ›Friddrichsfelde‹ gesagt würd und ›Friedrichsfelde‹ geschrieben []

220525 1 — ich träume

das Gespräch von gestern hängt mir noch nach.

ich träume. im Traum überquere ich die Straße. nur zwei Mal. hier siehts aus wie am Fuß der Lichtenberger Brücke. dann biege ich nach rechts. Lilli, meine alte Nachbarin kommt mir mit einem Wäschekorb voller Textilien entgegen. dann kommt eine Frau mit irrem Blick und deutet auf C:
»du hast Charisma.«
»danke«, antwortet er.
dann großes Durcheinander, ob jetzt jemand Corona hat. hat noch keiner nen Test gemacht?
wie er [vermute C] nach Hamburg kommt?
mit dem Auto.

später am Tag finde ich ein Traumdeutungsbuch und stecke es in meine Lidltüte.

200424 abendlicher Spaziergang, Café Kotti: Liebe & Freundschaft, Ende

 wir maschieren die Stralauer Halbinsel entlang. CG hat seit sein Lachen zurück. »ja, es ist viel passiert«, oder um es mit AHs Worten zu sagen »sie war nicht untätig gewesen.«1 ich erzähle von C, von der Ernstigkeit und frage, mit was wir die Liebe verwechselt haben. gemachte Aussagen, um zu sehen, wie sie sich anfühlen.
[am Bsp. von K, der keine Tomatensoße mag – nein, er hasst! sie sogar
und am Bsp. von mir, der Abneigung zu Farben, zu Bewegtbild, die sich beide in Luft auflösten] später nimmt er mich ganz kurz in den Arm. ich verliere meine Anspannung.
wir sprechen – über alles.
wie immer fragt C, ohne viel zu sagen. als ich zum Inhalt des Rucksacks frage, wird er zum einzigen Mal misstrauisch: »warum willst du das wissen?« aber nur kurz. später erzählen wir beide von Menschen, die man gemocht hat, von alten Lieben,  wie lange sie dauerten, wie die Enden waren, ich denke an F. irgendwann sagt er, »ich weiß gar nicht, wer du bist«. – das Gefühl hatte ich auch immer.

dann fahren wir nach Kreuzberg.  zwischendurch luge ich an den anderen Tisch und meine D zu erkennen. isser das? er ist es. beinahe hätte ich ihn nicht erkannt.er spricht auf englisch mit mir ich antworte auf deutsch.
ich gehe wieder zu CG zurück.
zwei Gläser Wein später sagen wir Tschüss zueinander.
»gute Reise!«
»bis bald!«, sagt C.
(wie immer gibt es gibt kein Ende! – dieser Satz sollte CG im Kopf bleiben. auch mir ging er nicht aus dem Kopf)

später falle ins Bett. wirklich. dann stehe ich nochmal auf, um zu tippen. ›v/Versuche ehrlich zu sein!‹
wir: haben ein ähnliches Naturell. ich lache über die Seite mit den Relativsätzen und schüttle den Kopf: »nein, ich will kein Teil des games mehr sein.«2

  1. aus Anna Herms: Due Magneti []
  2. das Problem ist, dass eine Frau, sich nicht entscheiden darf, sie wird als automatische Teilnehmerin des Games gesehen – ob sie will oder nicht. []

220423 ein Samstag, zu dessen Ende ich ein Bier mit A in Karlshorst trinke.

ich muss im Garten gesessen haben: Tulpen, Elstern in meinem Notizbuch. es musste die Zeit um den Eisprungs sein. am Abend bin ich mit A in Karslhorst verabredet – »lass uns vor denns treffen!«

ich trag Cs Mantel, seit er weg ist. er steht mir gut (sagen die anderen) und er fühlt sich auch gut an.

AS ist immer noch hier, macht seine Bücher (»beruhigend«, sage ich einem Tag später zu CG, der schon wieder mit einem Bein woanders ist, diesmal ist es die Türkei.) Katze nach links, Ratte nach Rechts. AS sitzt da. was wir beide wissen (bei mir fängt es gerade an, anzukommen): man muss eine Linie fahren. »eine Tramlinie?« – »nein, das ganze Corporate muss einfach stimmen.«1 Hermes, der Götterbote bringt die Bedeutung über Texturen. WIR LIEBEN TEXTUREN! WIR LIEBEN DEN AUFRECHTEN GANG, DEN MAN MIT DEN SCHWEREN, HOHEN SCHUHEN ERLANGT und wir sind uns sicher. dass isses wert.

irgendwie hatten wir dann nicht mehr so viel über Statussymbole gesprochen, obwohl ich es mir gewünscht hatte. bei Grafitti damals gings um Abgrenzung und Exklusivität, (alle heute 30-45-Jährigen haben in ihrer Jugend Grafitti gemacht)((ich denke an https://www.facebook.com/Street.Art.Rosenheim/)) das ist heute ganz anders (und bei den Statussymbolen ists aiuch irgendwie anders.). alle sollen einen Audi TT fahren dürfern »ja! du hast recht, die Erinnerung macht ihn noch besser«] [zu I am 220422] [Link ergänzen]

Size & Geschwindigkeit – die Qualitäten des schnittigen Autos, draußen in Karlshorst, vor der Shishabar.2

auf dem Nachhauseweg höre ich die Nachtigallen trällern. vor Betriebsbahnhof Rummelburg ist es ganz dunkel, nur die Vögel trällern. später finde ich eine Skizze von A wieder: wie ein echte Rundsatz aussieht.
beide bewundern wir die, die nicht von Wissen versaut sind, fragen uns, wer sind wir? (ich frage mich mehr, als er und es wird besser.)

 

  1. und wenige Tage später sollte es anfangen. ich („ich schwäre bei Gott“) , nein hier hat es angefangen, aber später wurde es intensiver. ich verstand auf einmal, dass alles zusammen passen muss und man sich nicht wundern darf., wenn man in die eine Richtung guckte. dass man nicht in die andere gehen konnte []
  2. ich erinnere mich an Vs früherer Liebhaber und ihren schnittigen Autos. wir beide saßen auf dem Beifahrersitz. auf einmal war man Frau.
    Qualitäten, die sensorisch erfahrbar sind. ich höre mir am 220524 wieder mal den Lamm-&-Kirch-Podcast an. kurz: wir scheißen auf Effekt, der nicht konzeptionell begründet ist. Hut ab! wenn sich ein mentales Konzept, die Idee und sensorisch erfahrbare  Qualitäten, die Hapitk, treffen, sprechen wir von einer gigantischen Hochzeit. (klatschkonzert der Männer, die auf den Audi TT eifern. Reize sind leicht anzsprechen, aber eine Idee zu verstehen, das erfordert einige Konzentration. der Audi braucht gar nicht buhlen, es sehen ihn sowieso alle an. []

220419 ich träume

wir bauen – eine Baustelle über drei Stockwerke. Blick von der Seite auf das Haus im Querschnitt.
ich arbeite an einem Stück Holz herum. ich brauche unbedingt einen Schleifklotz. mache mich auf die Suche. in irgendeinem anderen Stockwerk gibts welche.
später geht es um Wohnungen. in Rostock soll alles ganz anders sein als hier. jemand lenkt ein, das hier sei ja früher DDR gewesen und wahrscheinlich deswegen ganz anders.
zum Schluss läuft ein kleiner Werbefilm. ein Mann im Zentrum. die Kamera verfolgt ihn. der Film endet mit dem D? (in jung).

 

220418 Mut

während ich bei korodrogerie.de klicke, stoße ich auf Noni-Saft. ich erinnere mich an den Österreicher, dessen Oma auf Noni-Saft schwor. ich erinnere mich, dass es eine Situation in meinem Leben gibt, bei der ich gerne mutiger1 gewesen wäre.  der Österreicher ließ sich von einem blinden Mönch massieren und ich kam nicht mit – weil es so viel Überwindung gekostet hätte.

gestern, vorgestern2 hemmungsloses herumsitzen in Gruppen.

ich ordne es dem Tiramisu zu.

  1. Anfang Mai sollte ich oft mit C über Mut und Angst reden []
  2. mit den Nachbarn, im Garten, sekttrinkend []

220416 der Samstag vor Ostern, in MV

Fischbrötchen essend liegen wir an der Müritz. ›was ist der unique selling point dieser Landschaft‹, fragt sich die Möwe kreischend. C und L unterhalten sich und ich begutachte die schwarze Zunge der Möwe.

später steigen wir in den See. keiner hat ’n Handtuch dabei, aber nach zwei Zügen im eisigen Wasser ist uns so warm, dass es kein Handtuch  mehr braucht und wir an der kühlen Frühlingsluft und mit innerer Hitze von selbst trocknen.

noch später – wir haben das Haus gefunden, das wir unbedingt haben wollen; wir habens der vierköpfigen Familie in ihrem neuen Audi gezeigt, drehen mit quietschenden Reifen um, weil uns Nudeln für 12 Euro auf jeden Fall zu teuer sind1, wir2 haben der Sonne zugesehen beim Untergehen und ganz viele Fotos vom Mond [Link zu Sammlung ergänzen] gemacht,3

trägt der junge Kellner wirklich eine Rolex?
die Männer beugen sich vor.4
auf die Frage, ob es noch was anderes gebe, als Kartoffeln, sagt er: »Kroketten, Pommes, … «
»aber das sind ja auch alles Kartoffeln??«5

Fische in Brötchen
im Mund.
Eis im Kopf, der Kopf zum Norden und voller Entscheidungen.
was kaufen wir als nächstes?
wir setzten L wieder ab, fahren durch Pankow wieder nach Berlin, stolpern kurz vor Schluss noch in den Rewe,
kaufen Essen für die Feiertage und C kauft sich Essen für jetzt gleich.

Träume von Häusern auf einer Insel – bis dahin sitzen wir im Auto und hoffen, es rostet uns nicht weg, bis wir 30 sind.

  1. einige Wochen später sollten C und ich über Geld reden, wie schön es ist genug davon zu haben, bedenkenlos ausgehen zu können. []
  2. ich denke  an das Gefühl von Rhonja Rhönnes blau-gelbem-Buch: ein wir, das mit sich selbst ganz zufrieden ist, solange, bis einer ausbricht []
  3. und als C sieht, dass sich ein Paar im Mondlicht küsst, macht er das Liebeslied im Radio lauter und das Fenster auf; er  kann dann gar nicht mehr aufhören zu schmunzeln, als ich sage: »hör auf, du bist ja wie der Mann von heut morgen, der unser Küsse kommentiert« []
  4. ich erinnere mich an ein Teil mit einem Rolexzeichen. es muss der Abend gewesen sein, an dem B und ich mit D in Kufstein waren. es gibt ein Foto von uns dreien und ein Foto von mir auf dem Heimweg, das B immer besonders gerne mochte. ich trage eine Sonnenbrille. es ist kurz bevor alles ins Wanken geriet. []
  5. in Kartoffeln ist zu viel Kalium für Ls Niere []

220414 Steine, Aufregung, Chaos. Bier und Kaffee

Schere, Stein, Brot, Papier1

wie Morgende aussehen sollen: erstes Frühstück, zweites Frühstück, Sex, Orangensaft (der Entsafter ist da!), hellblaue Wände. ich strahle. P hat Geburtstag.

(1) deine Eltern waren jung, als sie dich bekommen haben.
(2) warum Glas weniger warm hält als Keramik. C kritzelt eine Gleichung auf Papier. auf dem Weg zur Uni, irre ich noch ziellos herum. gebe endlich das Deleuze-Buch zurück und fahre weiter ins Atelier. H ruft an,2 ich fange an zu glühen. die Aufgeregtheit3, der ich vorhin schon mit Streunen versucht hatte nachzugehen, schlägt jetzt nochmal richtig zu. ich mache mir einen Kaffee. „ja gerne“ schreibt C und ich denke, jetzt müssen wir vorher noch deine Haare schneiden, damit wir sie L mitnehmen können. wir sprechen vom Chaos. die Aufregung ist auch ein Chaos. ich kann schon mit ihr, aber eine ruhige Ordnung reicht mir auf Dauer. Y holt seinen Besen zurück. wir reden ein bisschen, dann hole ich mein Bier aus dem Kühlschrank und dann sortiere ich Fotos, obwohl ich doch eigentlich das Buch von AH machen möchte.

es ist 16:1o Uhr: Bier UND Kaffee.4

bald  Steinpraktikum.
bald kommt H zu Besuch.
am Samstag gehts nach MV.

später, statt eine zu rauchen, putze ich dann die Zähne. TH ruft mich an, immer noch hustend, diktiert mir ihr Rezept für den Kirschkuchen (Tante Hansis legendärer Kirschkuchen, den wir früher immer ohne Kirschen wollten).anders als erwartet, habe ich keine Blasen an den Füßen, obwohl wir ziemlich lang die Rummeslbruger Bucht entlang und dann noch nach Friedrichshain laufen. in Friedrichshain sitzen wir dann an der WÜhlischstraße, ganz am Anfang, mögen beide Schlappen sehr gerne und C mag den Großstadtvibe. den spüre ich an dieser Straße nicht mehr, wahrscheinlich bin ich sie zu oft gefahren.

übereinstimmend: leider habe ich das Leben für eine Karriere noch nie in Erwägung gezogen.
übereinstimmend: das Familiengemunkel vernachlässigt manchmal wichtige Details. (WAS DU HAST DIR DIE RIPPE IM KAMPF GEBROCHEN? UND DER ANDERE HAT JETZT KEINE ZÄHNE MEHR?)

draußen regnets. drinnen telefoniert C mit einem, der keine Zähne mehr hat. was isst man dann? nur Milchreis. der Riesenspanier mit seinen 105kg (kein Marathonläufer) hat ihm die Rippe gebrochen.

ich will den Regen aufnehmen. die Geräusche des Regens zum Flackern der Kerzen

hier vermischen sich zwei Tage.

  1. schicke ich S: ✂️🪨📄🥖 []
  2. später stelle ich fest, dass sie nicht angerufen hat, sondern wir Sprachnachrichten ausgetauscht haben. Stimme bleibt Stimme []
  3. ich möchte immer „gefährlich“ schreiben, aber so gefährlich ist sie nicht, nur ein bisschen unkontrolliert []
  4. das macht ja gar keinen Sinn []

220412 Badewannenwasser, Telefonat H, Zweisamkeit, Hartz 4

ich schreibe „Badewannenmehr, Plastikkreuzfahrtschiffe, Seifenflockenplankton“

gestern telefoniere ich mit H auf dem Heimweg, gejudgt habe sie es nie, nur gewundert haben sie sich. ich schicke ein Foto vom Fernsehturm. ich erzähle ihr von den Händen, die mich an die Hände von B erinnerten.  sie erzählt von der umwerfenden Begrüßung von Ls Freundinnen und Freunde. ein Foto mit einem Paar von einem Aquarium. wiedereinmal fangen wir gleichzeitig an. wieder einaml sieht etwas aus, wie Gleichzeitigkeit, nur weil durch die Erzählugn (einander) eine Parallele besteht.1

auf dem Heimweg vom Atelier denke ich an Paare und Pärchenbildung und finde zum dritten Mal in zwei Tagen Erdbeeren. [FOTO!] am Wochenende werden wir L in Brandenburg besuchen. F ruft C an. sie hat Corona, aber wir sollten es nicht bekommen. das stellt sich aber erst später heraus.

ich freue mich, dass mich instagram an S denken lässt. ich denke auch an J, der über S sagt, wie sie ihr Leben lebt. in Österreich sei die Grundischerung angesehener als in Deutschland. ich denke an ältere Frauen, die kleinen Kindern als Vorbild dienen. weil sie so frei und so wild sind. ganz anders als ihre Mutter.

  1. wenige Tage später sollten wir uns beide ein Tattoo stechen lassen. kurz hintereinander []

220410 Tauben, Erdbeeren

 

ich streiche ein hellblaues Rechteck an meine Wand. L schickt ein Bild von Wolken-
auf As Balkon finden Taubenkämpfe statt. die Männer streiten sich, die Frau sitzt unbeteiligt an der Ballustrade und kuckt nicht mal. ich trinke aus einer Erdbeertasse. Erdbeeren – schon wieder. sie bildet eine Klammer zu gestern. (ich machte ein Foto vom Titanicmagazin.) status: langsam, aber sicher

werden die Erdbeeren reif und schmecken dabei lange nicht mehr so schlecht, wie man immer dachte.

220409 mit A am Kotti

später treffe ich  A am Kotti. ich sitze oben, warte, in der Sonne, vor den schönen Farben der gelben Häuserschlange. ich kneife immer wieder geblendet meine Augen zusammen. irgendwann taucht dann dir orange siganture-Jacke von A auf. erst Kaffee, dann  laufen wir rum und essen Burger und Pommes. für mich ist das alle Rausch. ich denke  an gestern und mir wird  flau. man neckt sich gegenseitig. ich erstarre

220407 Nachtrag 220310: Anfang, Joker, Geschlechterungleichgewicht. eine Geschichte, die sich ungefähr so zugetragen hat (TEIL 1)

aus Berlin calling wurde ein lautes Rufen. was ich damals noch nicht wusste, war, dass wir hier eine Setzung machten. etwas, das schon viel früher begonnen hatte, wurde langsam konkret und wir sprachen später von einem Anfang. ein Anfang, der in einer Bar, die Joker heißt, spielte. hier waren wir. beobachteten die Leute um uns herum. sahen die Reste der heutigen Veranstaltung. wir waren auch ein Rest. ein Rest, der auf dem Heimweg von einer weitere Bar, direkt an der Birkenstraße, die heute schon Feierabend gemacht hatte, nicht gleich nach Hause gehen wollte und auf eben diese Kneipe gestoßen war.

kaum zur Tür hinein, kamen zwei Männchen auf uns zu. sie trugen weite Mäntel und moderne Brillen. der eine erzählte von seinem Sieg. er hatte beim Bingo gewonnen. dann  begann er uns auszufragen, woher wir kamen und was wir hier wollten, wie lange wir schon in Berlin wohnten. die beide wohnten da drüben. »im Sprengelkiez?« ein Duo waren sie, das sah man. der eine stand hinter dem anderen – etwas versetzt. ich saß neben meiner Begleitung. sie sprach, bot den anderen die Stirn. ich, schweigend, erkannte DIE SPRACHLOSIKGEIT DER FRAUEN IST EINE ANDERE ALS DIE DER MÄNNER. ich erkannte auch seine Fahrigkeit mit der Wahrheit und die Notwendigkeit dieser Lockerheit. man maß sich. in diesem Fall maß man sich mit Ortskennentis. man erzählte sich gegenseitig von der allen bekannten Zwischenmietsodyssee, die wohl jeder, der hier wohnt, schon mal durchlaufen hat und auf der meine Begleitung und ich uns aus unterschiedlichen Gründen auch gerade befanden. die Männer webten ein Netz aus Referenzen und  ich war schon ein bisschen betrunken und stieg ein und bot unserem Gegenüber meine Ortskenntnis, an der er sich messen konnte. »das hat man dir aberzogen.« so in etwa sollte C dann, einen Monat später, im Auto zu mir sagen.

die zwei Männner gingen – nicht bevor sie uns Tips gegeben hatten, was man an meinem neuen Wohnort alles tun konnte. man konnte zum Beispiel im Sonnenstudio Cocktails trinken. »das ist ja toll! und deine Exfreundin hat da um die Ecke gewohnt?« SO WARD EINE FRAU, MIT DER MAN ZUSAMMEN WAR ETWAS, MIT DEM MAN SICH NOCH LANG DANACH SCHMÜCKEN KONNTE. ich überlegte, ob ich mich mit dem Grafikdesigner immer noch schmücken konnte, obwohl es schon vier oder fünf Jahre her war. sie gingen. wir bestellten, unterhielten uns. ein anderer Mann kam, verabschiedete sich von allen und und lud uns zu seinem Geburtstag ein. in zwei Monaten, gleicher Wochentag wie heute – zum Bingo. er sei der Spielmeister, immer. ich fragte mich, obs auch was zu essen gibt an seinem Geburtstag und ob Bingo eigentlich immer donnerstags stattfindet. aber diese Fragen stellte ich nicht laut.

noch bevor wir das erste Bier ausgetrunken hatten,  beugte sich Jacky über die Theke. raspelkurze Haare, ein Glitzershirt. für mich sah sie aus wie eine Frau aus dem Osten Berlins. »der junge Mann da drüben gibt euch was aus.« C war ganz sprachlos. als Mann kannte er es nicht, eingeladen zu werden. ich war eine Frau und ich kannte es. ich sah es als Ausgleich dafür, dass man andauernd die Mundwinkel nach oben zog und um das Wohl der anderen mehr bedacht war, als um das eigene. das hört sich schlimmer an, als es war. ich war zufrieden, die meiste Zeit, aber ein Freigetränk konnte dem beschriebenen Geschlechter-Ungleichgewicht1 nicht schaden.

der junge Mann da drüben war Mitte 40,  lehnte an einem Stehtisch in der Ecke direkt am Eingang. erst dachte ich, es sei ein  Zugezogener, der die modischen Codes von heute spazieren führt. er trug eine Warnweste und eine Pilotenbrille. später sollte sich herausstellen, dass die Weste nur ein weiterer Rest von etwas war. genau wie der Spreizel in seinem Finger und  die Geschichten, die er nicht ohne Hass über ›einen Fetten‹ und ›einen vom Bund‹ erzählte. »bloß weil der beim Bund war«, sagte er. er tat mir leid. er gab uns noch mehr aus. es warf mich zurück.

Abendessen mit Familie M. zu Ende warden die Männer wachsam, es ging darum als erster zu zahlen. GANZ HABE ICH DIESEN ZUSAMMENHANG NIE VERSTANDEN. IRGENDWAS MACHT DIESES FÜR ANDERE ZAHLEN MIT DEM SELBSTVERSTÄNDNIS EINES MANNES2

wir tranken und unterhielten uns und bis auf ein kurzes Grüßen und Dank an den Neonfarben tragenden Mann, gab es keinerlei Interaktion mit unserem Gönner. er sprach mit der Bardame und wir sprachen mit uns. C ging aufs Klo. da kam der Gönner das erste Mal. er begann zu erzählen, von seiner dem Spreizel und der Robinie. er zeigte mir seine Hände: da ist der Spreizel. Drecksbaum, die Rupinie.

als ich seine Hände sah, wusste ich, dass die Warnweste ein Rest des Tages und kein Accesoire war. seine Hände sahen ganz anders aus als meine. er hatte fleischige Finger und dicke Haut und ein bisschen Erde gabe es auch noch in den Rillen der Haut. diese Hände sahen aus, als ob ihnen nichts weh tun konnte – außer einer Robinie.3

C kam wieder. es fielen noch ein paar Worte, dann ging der Mann mit dem Spreizel in der Hand zurück an seinen Platz. wir unterhielten uns weiter und wetteten irgendwas. ich gewann. wir sprachen von Männern und von Frauen und über das sich messen und die Sache mit dem Zahlen. »es ist wie in Amerika«, sagte C über irgendwas. was wie in Amerika war, weiß ich nicht mehr.

nun kam es, dass er wieder aufs Klo verschwand. ich zog vorsichtshalber mein Notizbuch raus und begann zu schreiben, um nicht als Zuhörerin in Frage zu kommen. doch der Mann mit der Warnweste leiß nicht lange auf sich warten. er ignorierte mein fleißiges Notieren …

 

[TEIL 2 FOLGT]

  1. Wort von Anna Herms: Due Magneti geklaut []
  2. und als Frau ist man bemüht, auch mal zu zahlen. aber die Männer bestärkt das Zahlen in ihrem Selbst, für die Frauen ist es nur eine Notwendigkeit, die man auch mal übernimmt, damit man sich selbst nicht gekauft und die Männer sich nicht ungerecht behandelt fühlen. später erkenne ich, dass C von diesem Zeitpunkt an ganz spendabel wurde, hatten wir doch vorher ein ausgeglichenes Verhältnis an wer-zahlt-heute. oder war es meine Aufmerksamkeit, die auf einmal einen Knick bekommen hatte und nur noch das eine sehen wollte? []
  3. ich dachte an einen Mann, in den ich mit 16 mal ein bisschen verliebt war. er trug Cordsaccos und Anzughosen, das fand ich gut. wenn er betrunken war, wurde er laut und unkontrolliert. er kam aus O. und F kannte ihn auch. er wusste, dass sein Papa zu viel trank und er einen kleinen Bruder hatte. irgendwann fasste mich dieser Mann mal ganz fest an den Schultern, daran erinnere ich mich noch. er hielt mir beim Kotzen die Haare aus der Stirn. das letzte Mal gesehen habe ich ihn vor ungefähr 5 Jahren. ich war mit B zusammen. er lehnte am Fenster und war laut und unkontrolliert. später erzählte mir F, er sei in Wasserburg in der Klinik. []

220406 (2) später. Ri Kreuzberg

auf dem Weg, die Gazelle abholen, wird es – sobald ich Warschauer Straße in die U1 steige – auf einmal laut: überall Werbung. Rewe schlägt vor, zeitsparend einzukauf! in der Bahn steht was von Kissen1

  1. an Ostern sollte jemand von dieser Werbung erzählen und ich wusste genau, um was es geht. []

210405 Frühstück , Adlershof, le tapis/=der Teppich

ich esse eine halbe Banane. ich erinnere mich, dass du sagst »halbe Bananen isst man nicht. man isst immer eine ganze.« aber du bist auch viel größer als ich. wenn man die Portionen umrechnen würde, könnte ich nur eine halbe Banane essen, wenn du eien ganze isst. ich erinnere mich, als ich die Müslischale mit den roten Punkten in der Hand halte, nachem ich sie ausgepackt habe.

ich fahre nach Adlershof. die Zahnärztin ist nett – wie immer. sie hat ein Gerät, das sieht aus wie ein Dremel. man kann Fotos mit ihm machen. bevor ich zurückgehe, setze ich mich hin und trinke einen Kaffee. Filterkaffee. ich mache stop im Asialaden und kaufe das vegane Glutenfleisch aus der Dose.

ich trage  Cowboystiefel und kritzel irgendwas in mein Buch. ein Mann  mit Maske wendet mir sein Gesicht zu. ich denke an J.

als ich vom Zahnarzt zurückgeh, laufe ich am Theater Ost vorbei, an einem mattem pinken Audi (der von einer vorbeilaufenden jung-Männer-Gruppe folgendermaßend komentiert wird:

  • den würd ich sogar auch fahren.
  • das istn Frauenauto
  • obwohl der Pink ist
  • aber es ist ein Audi

die Eigenschaften „audi“ und „Pink“ erfahren hier eindeutig Zuschreibungen. ich erinnere mich an ein Foto: ich vor einem Audio TT. ich habe die bunte Decke um den Hals und grinse mit roten Lippen über beide Ohren.

während ich laufe, denke ich mir, die Freiheit muss endlich mal aufhören. die tut mir nicht gut. nicht so viel davon. hab die lachende Stimme der Ärztin im Ohr. „ein Lotterleben?“((in letzter Zeit kam mir auf einmal, als mir P einen Buchbericht über einen Roman gab, dass mein Lebenw wohl doch auch ein Lotterleben sein könnte. auf irgendeine Art)), sagt sie, als ich meine, ich führe ein unstetes Leben – als Antwort auf die Frage, wann ich immer kann – für den nächsten Termin.

vor einem Späti ein Schild

BILD

BILD der Frau
Auto Bild
Sport Bild

BK
Birgit Kunz
Birgit & Breakfast
Büro Kunz

ganz und gar nicht zeitgemäß ist Fs Liebe zu ihren Möbeln. ich denke daran, dass auf meiner Packliste für Reisen steht: nur Dinge, die du nicht liebst, damit du sie zurücklassen kannst. für Nomadentum eigenen sich Gegenstände, die man nicht liebt oder Dinge, die sowieso regulär erneuert werden müssen. ich schleppe den grünen Zottelteppich von Moabit nach Hause. ein Spiegelbrett, eine Lampe. F putzt mit dem Staubtuch von hay weiter.

endlich wieder die Florida-Beach-Tasse. überlege sie abzumalen, falls sie kaputt geht.

220402 Umzug, zweiter Teil

ich träume von rosé Besteck von WMF.12 wir fahren frühstücken (Ecke Elsenstraße, bei real.) wir lernen: zwei Frühstück ist eines zu viel für zwei. wir lernen auch: die Käsefäden sind sehr salzig. ich lausche dem merkwürdigen Gespräch einen Tisch weiter. den Rest packen wir ein. dann gehen wir an dem Späti vorbei, an dem ich meine erste rosa Maske gekauft hab. es muss vor etwas weniger als einem Jahr gewesen sein. (wir waren auf dem Weg zum Holländer.) wir steigen in den Benz und fahren weiter. ich sehe wehmütig aus dem Fenster. die Kiefholzstraße entlang. C fährt Schlangen und ich filme durchs Fenster. 
zusammen mit R, T, A und C ist es tragbar. wir bringen erst alles aus dem Keller und von Flur der Eschenbachstraße 1 in den Transporter. ich staune über meinen Besitz. fühle mich wie eine Zoologin, als ich die Männer unter sich beobachte.3 ich werde wehmütig, als ich dem Pärchen unten im Haus nochmal Tschüss sage (nun aber wirklich) und als mir der dicke Postbote ein »wie gehts Ihnen?« entgegen wirft. fahre mit C nach Lichtenberg, die anderen fahren im Transporter. auf dem Weg kommt die Idee auf, Kaffee für alle zu holen. in Lichtenberg nur ein Café und da steht „geschlossen“ an der Tür. ich springe kurz aus dem Auto und drücke gegen die Tür. hallo? da ist ja doch jemand.  eine Frau und ein Mann. alles ist vollgestellt. was ich will, fragt sie. »fünf Kaffee, das wär total nett.« na gut. sie macht welchen. im Pappbecher, weil für die Receyclingbecher hab ich kein Geld. ein Problem gibts noch: es gibt kein Tablett. sie leiht mir eine Kuchenform. in einer Vitrine hinten gibts auch noch Kuchen. wir machen einen Deal: 20 Euro, die Kaffees und 5 Stücke von dem Kuchen. sie macht sie ein bisschen kleiner. sind nämlich 3-Euro-Stücke, weil der vegan ist. ich denke an das, was ich in der Zeitung gelesen habe: ein Deal lässt sich nicht rückgängig machen.

nach dem Umzug gehen 3 Männer. A bleibt noch ein bisschen. über den Tod, Trauer, Schuldgefühle und über die Aufladung von – (vermute Zeichen?) er zeigt eine sweete Zeichenverwendung, die man irgendwie über die Glyphen erlangt: kleine Buchstaben an der Stelle, wo sonst die Accents sitzen.

später bringe ich das Lastenrad zu IKEA zurück. ohne die Matratze genieße ich die Fahrt. meine Blicke durch die Herzberge, durch IKEA, über alles. ich sitze an der Fensterfront, esse Salat und Daimtorte4 und sehe hinunter. zwischendurch denke ich an Putzeimer und ob ich Oma mal fragen soll, ob ich ihren haben kann.

ich schlendere noch ein bisschen durch IKEA und auf dem Heimweg steige ich in Marzahn aus: im Eastgate kaufe ich Blumen, Klopapier, Putzsachen. bei Rewe ist ein sehr lauter Punk, der heute irgendwas mit Kohl kochen wird und mit der Verkäuferin schnackt, ihr sein Rezept erklärt. ob er in einem der Hochhäuser hier wohnt? ich denke an Rs Freund, der von nicht-lebenswerten Gegenden spricht und ich wundere mich, dass meine Bubbel sich innerhalb des Rings aufhält.

es brennt  in mir. angefangen zu brennen hat es, als er C meinte, F kommt zu Besuch. deine Schwester gegen meinen Schlüssel. wir strahlen beide.5

später, im GateWest. ich staune. so groß. dann finde ich den Ausgang nicht mehr, frage ein Mädchen. sie ist ungefähr 14, hat lange wimpern anngeklebt und bindet auf der Rolltreppe ihre Schuhe, wies hier zur S-Bahn geht. da muss sie auch hin. sie nimmt mich mit. fragt mich, ob ich neu hier bin. ne, ich wohn nicht hier. und bist du alt hier? sie lacht kurz. geht schnell Richtung S-Bahn. dann winkt sie – ihrer Freundin. sie begrüßen sich im Gehen und zupfen aneinander, kommentieren gegenseitig ihr Aussehen, liefern mich an der Brücke zur S-Bahn.

»Friddrichsfelde Ost« – so in etwa betont es die Stimme. ich nehme mir vor, das ie ein wenig kürzer zu sagen.
ich denke an Lichterfelde Ost. in meinem Kopf Cs verschlafenes Gesicht. ich fahre an S-Bahn-Stationen vorbei, die ich nicht gut kenne. ich denke an jemands Grübchen. ich denke an die aufgeregte Stimme der Schwester. ich denke an die die zum Tablett umfunktionierte Kuchenform mit den fünf Kaffeebechern heut Nachmittag. ich denke an Zupfkuchen und an die Frau aus dem Café, die mich an LA erinnerte. an die Fahrt mit dem Lastenrad und der Matratze, an Ps Sohn F, der meinte, dass eine Birgit ausziehe, kenne er noch von der Scheidung seiner Eltern. ich denke daran, dass A »wie Männer ihre Liebe zeigen« sagt – über die Möbelstücke, die P für mich, O und M gebaut hat.

  1. die geringer Schrifthöhe benutze ich auch bei AHs Buch. Typografie über die Bedeutung der bloßen Zeichen hinaus. toll! eine Bedeutungsaufladung nur durch die Benutzung versch. Schriftgrößen und Schnitte. wenig später sollte ich mir ein ›A‹ auf den Arm tätowieren lassen. nur ein A – ohne alles. mit A fängt alles an. []
  2. die Träume der ersten Nacht in einer neuen Wohnung sind ausschlaggebend, sagt man []
  3. später im April sollte ich Donna Haaraways Gefährtenbuch anfangen und mich mit dem Begriff ›Zoologin‹ nicht mehr so falsch fühlen []
  4. zu süß []
  5. auch die Mutter freut sich []

was Zufall bedeutet, wenn nichts Zufall ist.

die Domestizierung des Zufalls. über die Planbarkeit des Parameters random, der nicht seinem Ursprung entspricht. über die Ästhetik des Zufalls {du willst es doch auch}

begehrenswert spontan, sind die Flecken nur schön, wenn sie aussehen, als wären sie zufällig entstanden. ich sitze wie immer am Küchentisch. statistisch gesehen nicht unwahrscheinlich. schreibend, auf den Zufall wartend, dass etwas passiert, von dem ich nicht wusste, es würde passieren. eine Kombination aus Ungeplantheit und Event, für das sich das lässig Stylen der Haare, das Überwerfen irgendeines Kleidungsstückes lohnen würde.
ich habe nichts für den Zufall getan, außer zu bleiben. Expert_innen der Planung {du kannst, du darfst} haben das Nichtplanbare, dass dem Zufall zufällt, vergessen. ich sage nicht, ich habe Angst vor der Leere. nur im leeren Raum liegt der Zufall. wenn du gehst, könnte sich die Lücke füllen, aber schön ist es nur, wenn du bleibst.
der Zufall kommt, du öffnest den Keks. in ihm liegen wirre Kausalzusammenhänge. ein Sammelbegriff für Nichtfassbares. der Wunsch nach Determiniertheit. hat hier jemand über Gott gelacht? mein Blick springt aus dem Fenster, folgt den Ästen bis in die Spitzen. dein errechnetes Ziel {ungeplant, spontan} hat einen Wertebereich. wenn man davon ausgeht, man könne den Zufall beschreiben, wird er zum Durchschnitt. die Ästhetik des Zufalls ist eine systematische Beschreibung mit einem Parameter random. ein fehlerloses Ergebnis. das Bild des Zufalls ist immer schön.
In der Berechnung des Zufalls liegt das systematische Ausschließen des EinfachSo, des NichtPlanbaren. dort, wo Fehler passieren, passiert auch der Zufall. ich trage das Nichts bei mir. wovor sollte ich Angst haben? der Zufall ist attraktiv in seiner Anomalie. eine Kombination aus Ungeplantheit und Event gibt es nicht. ich kann den Zufall nicht in ein Programm einschreiben. an der Wand eine Karte, auf der steht: „das Einzige, das dir im Weg steht, bist du selbst“. in der unprätentiösen Vertrautheit der Küche liegt der Zufall. ich denke nicht nach, wenn ich mit dem selben Löffel den immergleichen Brei löffle. das Gefühl nicht verantwortlich zu sein. ich denke nicht nach. es passiert einfach. der Zufall lässt sich nicht fangen. er liegt im Fehler der Wiederholung, im Alltäglichen.

veröffentlicht in Protocol Magazin 12 http://www.protocol-magazine.de/

 

220328 ich erinnere mich

ich erinnere mich.2015. ich streife mit meiner Kamera zwischen TU und UDK herum. mache ein Foto von dem Wackelmännchen an der Straße vom Zoo zum Ernst-Reuter-Platz. es steht immer noch da, nickt immer noch immer mit dem Kopf. (diese Aussage verifizieren!)

wir trinken Filterkaffee aus der Mensa. ein Mann mit Lederhose läuft vorbei. Gespräche über Hochzeiten von Leuten, die man kennt. es ist so trocken, dass das Gras bewässert wird.

 

220325 an der Skalitzer, an einem Frühlingstag

an einem Italiener an der Ecke der Skalitzer. ich sitze an einem Tisch aus den 80ern auf  Sitzpolstern aus den 80ern.  gerade bin ich einige Male mit dem platten Gazelle auf und ab gelaufen. auf der Suche nach einem Fahhradladen, der jetzt sofort die Gazelle repariert. keinen gefunden. jetzt ist das Rad bis nächsten Mittwoch abgegeben. ich sitzte hier. vor mir steht ein Pils – ein kleines in einem Glas mit Stil.

die Polster sind grün gestreift und ähneln in ihrer Gedecktheit zu meiner pinken Jacke. in der Farbe passen sie zum Tisch, der ebenfalls grün-grau ist. auf dem Tisch steht neben meinem Glas ein weißer Aschenbecher und ein bauchiger Zuckerstreuer. ich denke an einen Pinguin.

eine junge Frau mit verkniffenem Gesicht  verquollenen, schmalen Augen fragt nach Geld.

die beiden Mönner neben mir sprechen Englisch. auf ihrem Tisch liegen drei Feuerzeuge, obwohl es nur zwei sind. das weiß ich, weil ich kein Feuerzeug dabei habe und mir gerade eines geliehen habe. die Zigarette schmeckt wie die Zigarette in Wien, Februar 2015. ich war gerade am wieder gesund werden nach der Erkältung, die ich mir zuvor in Berlin eingefangen hatte.
die junge Frau trägt einen karierten Wollrock, ihr Schulterbereich ist eingesungen und sie umklammert eine Handtasche. „what a luckily evening“ sagt eine Frau zu ihrem Baby. sie schließt am Hauseingang hinter mir auf und schiebt ihren Kinderwagen ins Haus.
sagt die Frau, die hinter mir aufschließt und den Kinderwagen reinschieben. am Tisch den beiden Männer sitzten zwei Frauen. bis jetzt haben sie Aperol getrunken. nun stehen sie auf, machen sich bereit zu gehen. beide tragen weiße. die eine hat eine offene, selbstbewusste Haltung, fast männlich. sie trägt ein Cap und ein Flatterhemd. gerade hat sie bezahlt. auf dem Tisch stehen die geleerten Aperolglöser. Papierstrohhalme in Bonbonstangenoptik (gestreift). die beiden Frauen kommen aus Kalifornien. ihre Haut ist ganz braun.
im Fenster sitzt eine Frau, die Früchtetee trinkt und die ersten Seiten eines Taschenbuch-Romans liest. entweder ist es ein Liebesroman oder ein Selbstverbesserungsbuch.
die Kellnerin ist etwa 40 und trögt Rock und Fellweste.
die Frau mit dem Roman kuckt vakant durch die Gegend.
die zwei Frauen tragen beide keinen BH. die eine legt ihre Bauchtasche um, während die andere aufs Klo geht.
die beiden Männer haben ihre Füße jweils auf eine Seite unterm Tisch ausgestreckt.
und es gibt da noch die Gruppe. 5 Leute, die sich schon lange kennen, schon lange in Kreuzberg wohnen. eine trögt eine Lederjacke, die meiner sehr ähnlich ist.

ich stehe auf und gehe ohne zu bezahlen.

220324 Leben, Trennung Arbeit-Pause, Sehnsucht, klammrig

so viel zur Trennung von Arbeit und Pause. die Hände auf den Tasten, ein Stück Croissant im Mund. 2021 war das Jahr der Croissants und es geht 2022 weiter. gestern nostalgisches Versinken in alten Sprachmemos. C bringt eine Flasche Merlot. vorher trinken wir den weißen Vino. im letzten Schluck ist ein Stück Glas drin. (gefährlich. keiner stirbt)

ich lese einen Text von CG wieder: „er ist mehr so der getrennte Typ“ über A, der nicht gleichzeitig rauchen und schreiben kann.

Informaationsüberfluss | Filterverlust

über Mütter und deren Kinder, die an ihnenn kleben
ich beobachte Mutter und Tochter, etwa 16, die an ihrer Mutter klebt. ((eine Woche später sollte ich in der Bahn ähnliches beobachten. eine Mutter, ihre Tochter im Kindergartenalter – ganz schön klammrig. ich denke an das Buch im Regal bei P, in dem die verschiedenen Schlafpositionen gezeigt sind und welche gesunde Beziehungen ausdrücken und welche nicht)

Espresso- und Camparitrinkende kopflose Hühner. wir haben noch ein paar Jahre mehr. auf gehts, sagt sie. „die Welt ist so scheiße“ {wrong/true}?

die Feststellung nicht lernen wollen, sondern machen wollen.

„Sehnsucht ist wie Rausch, unvernünftig.
aber auf eine andere Art und
immerhin nicht fettig“ (M)

220320 an einem Sonntag.

ich schreibe und trinke aus einer Tasse, auf der ein Wolf mit einem Lamm im Bauch zu sehen ist. bei Wärme verschwindet der Wolf. ich sitze hoch oben in der Sredzkistraße. Ps Kaffeegeruch lockt mich. ich mache mir auch Kaffe. CH schreibt, ob ich meinen Pizza-Wetteinsatz einlösen möchte. Sonne mit M und reden, wie mans am besten machen könnte. später Kuchen (russischer Zupfkuchen).
noch später Sibylle Berg mit F in Potsdam. das Hans-Otto-Theater ist ganz anders  als die große Bühne der Volksbühne, auf der ich in letzter Zeit war. was stört: der Gebrauch von Dialekt, der sich irgendwie falsch anhört und immer an den Stellen vorkommt, wenn es um Klischees geht.
F begleitet mich zum Bahnhof.
ich genieße es,  durch die ruhigen Straßen Potsdams zurückzugehen.

 

220317 mit M im Atelier

„i left my love in San Franzisco. that´s ok, I was born in LA“ M bringt Zeichnungen zu Lage Egal. leichtes bis kein Unwohlsein der aggressiven instagram-Werbung wegen. ich google einen Mann, von dem ich auf einer alten html-Seite einen Beitrag lese. als ich ihn finden bin ich überrascht, dass er mittlerweile älter ist und vor allem kurze Haare hat! meine Fingernägel sind bunt, in den Lacken, den die Redaktion übrig hatte. wir essen Omas Kekse (Waffel mit Schokolade). an jemanden Denken, weil man sein:ihr Essen (Buch im Regal) noch hat. S schickt mir das Video, von dem sie mir in Rosenheim erzählt hat. darauf zu sehen: B und ich. als wir nicht wir können, kucken wir schminkvideos und die foundation soll. wir erinnern uns. MaxFactor aus den 1990ern die Sprache dieser Videos wird auch die Sprache der Betrachter verändern. über Influence wird die Sprache der Werbung ganz normal werden. frisch & glory sieht alles aus – wie schön sieht dieser Bereich aus? nix full coverage. „aber ich bin ja auch ein Mensch“ normalerweise hab ich das Gefühl. der es gibt so Tage, da möchte man mehr. Beautyjargon. i wish i was sponsored by them you see me using quantity is key powder is king its clownish to use blush Mascara is a must. the mascara is super black. woman in the us apply nutural colors in the USa. der Nagellack heißt: coconut milk, … es muss 6 stunden später sein. heute ging es um das loose powder

220312 Traum

ich wohne noch zur Zwischenmiete bei P. ein bisschen anders sieht die Wohnung aus. M ist nun auch eingezogen. jetzt zieht eine andere Frau mit kurzen Haaren ein. sie hat gleich Fragen zur Sortierung von Schlagwörtern. P hilft ihr. ich bin überrascht. das kann er? »es gibt nicht nur alphabetische Sortierungen«, sagt er. M hat wie immer zu viele Tees gekauft. ich bummle so lang, dass ich es nicht mehr rechtzeitig zur Wohnungsbesichtigung schaffe.  ich hatte mir nur die in Kreuzberg aufgehoben. dann stehe ich vor einem großen ostigen Arbeitergebäudekomplex. grüne Wiese. hellgelbes Gebäude. so ungefähr.

220316 unterwegs, im Zug (alle trinken Bier)

im Zug werden Gurken und Bier ausgepackt. ein Mann mit einer großen Schüssel setzt sich. CE schickt eine Veranstaltung im Acud. die Tische hinter mir haben Essen dabei. in der Zeitung steht was von Öko-Eier-Boom, vom gelben Himmel und dem blutigen Regen. das Auto trägt die Spuren des Staubregens.

– wo bist du?
– unterwegs.
(ich sitze im Zug und trinke ein Bier. (vertrinke die Aufregung und fühle mich wieder jung – jung im Sinne von beweglich. ich trage einen Ring.)

„don’t love me like that“, singt die Frau (Schmieds Puls) mir in die Ohren.
was machen wir in Berlin?
Kunst.
und womit verdienst du dein Geld?, fragt SR
ich denke an mich und A, 4 und 5 Jahre alt. ein inniges Nebeneinandersein.

gerätselt und spekultiert. ich denke an die Waffeln, die SR für uns gemacht hat.
„unsere gemeinsame Reise nach Berlin“, sagt der Schaffner.

Freitag Treffen mit Porombka.

ich weiß gar nicht, wann ich arbeiten soll, so viel unterwegs bin ich.

was sehr wichtig ist, du darfst nicht auf mich projezieren, ich schreibe C: haha, die sprechen über Wohnungen. ich habe einen Briefkasten in mehreren Städten. haha.

ich telefoniere mit M.

ich denke an mein Gefühl dem Zurückkommen gegenüber / dem Ankommen gegenüber.

„mir erzählt meine Tochter alles“, sagt einer vom Tisch hinter mir.

die Frau nebenan bietet ihrem Tischnachbarn Gummibärchen an. (sweet)

»wie kommst du da drauf?«
(der Tisch hinter mir aus dme Musikbusiness)

die Frage ist, warum die jungen Leute heute alle so groß anfangen.

»sie kam mit einer ganz anderen Vorstellung nach Berlin.«

ich kam / wurde hingeschickt mit der Vorstellung nach Berlin. ja mit welcher Vorstellung kam ich hierher?

220315 man fällt nicht. Saharastaub in der Luft in O

die Vorstellung man falle, wenn man ganz oben ist.
ich gehe schnell und bergab laufe ich.
ich schreibe  F, eine kurze Nachricht, nachdem ich in Oberaudorf war (:ich habe an dich gedacht) und denke an die zwei Sätze aus „und dann?“, auf die sich meine aktuelle Erinnerung mit ihm bezieht.

Sonneneruption und Strahlen, die potentiell das gesamte moderne Leben außer Gefecht setzen. (umso mehr brauchen wir  eine Werkstatt!)

in Oberaudorf spricht V vor allem vom Kind und von einem Töpferdorf in Italien. nur der Mann wird sich an den Namen erinnern können.1 wir rufen ihn an. als er hört, um welch unwichtige Frage es sich handelt und dass sich außerdem nicht nur seine Angetraute, sondern auch A und ich am Hörer befinden, legt er sofort wieder auf. ich denke an Männer mit engen Anzügen. A und V zeigen stolz ihre getöpfertes Geschirr. V erzählt mir von dem Feuerwerk an meinem 20. Geburtstag, an das ich mich aus irgendeinem Grund nicht erinnern kann. sie erzählt: wenn ein Kind auf die Welt kommt, mutiert der Vater zum Ernährer der Familie – zum Arbeitstier. liegt die Familie abends still im Bett, scharrt er schon mit den Hufen, um – sobald das Kind eingeschlafen ist – noch schnnell die letzten Kalkulationen am Computer durchzuführen.

auf der Rückfahrt sehe ich den orangen Himmel, vom  Saharastaub gefärbt. wie Smog sieht das aus. ich fahre wieder in die Stadt. denke an B.
die Nachrichten an F geraten sofort außer Kontrolle. (denke ich, stellt sich als Irrutm heraus)
A schreibt, er habe kein Geld.
ich gehe bergauf.
der Himmel ist orange–blau.
was ist wahr? diese Frage treibt uns nicht nur beim autofiktionalen Erzählen um.
nicht wie die Geschichte, sondern was erzählt wird, ist relevant, sage ich O. iss das erst, wenn ich weg bin! das Schokocroissant und das Aprikosencroissant liegt in Stücke geschnitten bereit. ein schaftes Messer, das die Brezen in zwei Hälften teilt.

die Aprikosencroissants schmecken wie die Hörnchen vonf früher, weißte noch? die Mutter hat sie immer in Stücke geschnitten.

in Kürze wird vom Emmentaler bis Gewürzkäse alles teurer.

  1. auf einen Schlag fallen mir mindestens 5 Männer ein, die Fakten von sich geben wie Wörterbücher. []

220312 nach Ro, abends dann

Am gleichen Abend sollte ich mit meinen Freundinnen aus dem Jugendalter in den Club unserer Jugend gehen und auf einmal erkennen, was X mit leichtbekleideten Körpern meinte. Es war mir auf einmal völlig klar, dass alles zusammen hängt. Die Trennung von Körper und Geist, die Loslösung vom eigenen Körper und einen Tag später sitze ich am Tisch im Kreise der Familie und jemand sagt „Handwerker brauchen wir doch auch“.

 

Auszug aus PP Frühlingssonne

220312 später, im Zug

»dann denk ich nur an dich und kann es nicht abstellen.« ich sehe aus dem Fenster. nur aus dem Fenster. über dem Wald steht ein Flugzeugt. wir fahren am Glasower Damm vorbei. FISCH JETZT BIST DU WIEDER FREI. ich denke nur an dich, ich kann es nicht abstellen. kleine Häuser auf glitzernden Wiesen fahren vorbei. die Distanziertheit geht völlig vorbei. die Frage: WER HOLT JETZT DAS KIND AB? (ich hüte sie beide)

ich denke immer noch daran, was die Therapeuting über Künstlerinnen sagt.
Kunst sei ein Hobby.
ins Theater gehe sie gern, aber ein Beruf sei das nicht. so viel Freiheit. das kann doch nicht gut sein.

Körper, die durch ihre Darstellung begehrenswert werden.

du musst sie dir krallen. hier ist sie dabei. mit ihren 32 könnte sie gerade noch deine Tochter sien. ich bin 50.

mit seinen 40 könnte er nicht dein Sohn sein – auch von der Respektebene.

solange sie keine großen Fressen haben, kann er mit allen.
(er hat eine große Fresse, so viel wie er redet)

220311 Stimme

Spiel, Lockerheit. wir schütteln zuerst die Ellbogen und dann den ganzen Rest. den Kiefer ausstreichen und fallen lassen. Kaugummimomente.

Augen auf (schon das wird deine Stimme beeinflussen)

220308 the river of life

steht auf dem Pulli des Mannes im Café Eckstern. ich erinnere mich an einen Tag mit B hier. ich erinnere mich, dass es im März 2019 gewesen sein muss. wenn ich zurückdenke, geht gerade das Verliebtsein mit großer EInsamkeit einher, ich liege im Frühling in einem Stuhl in der Sonne und höre, dass eine Frau quietschig ein mal Natur und ein Mal Schoko bestellt.
ich überlege, was ich diesmal gelernt habe:
1) unverfänglichen Genuss.
2 Nein bleibt Nein (gesetzte Grenzen wahren)
3) wir haben keine Zeit zu warten (oder: es wird nicht besser)

kalter Cappuchino
mag schön machen, aber schmecken
tut er nicht. es riecht
nach Croissant.
ich fahre ins Atelier.

naturalisierte Wünsche (ein Podcast über das Kinderkriegen, die Biologie, die dir eingeredet wird. auf einmal ist wieder alles offen) ich höre kein Uhr, nur mein Herz und wieder sehe ich alleine viel klarer, wohin.

220307 abends dann

ich laufe durch Prenzlauer Berg. irgendjemand läuft neben mir. (das träume ich dann) der Beschluss den Abend alleine zu verbringen. ganz alleine, sage ich zu M, schwimme in mir selbst. ich laufe und laufe und »heute bin ich schon wieder 10.000 Schritte gelaufen«, sagt eine Frau mit Stechschritt. »bin ich sportlich.«ein Satz, der auf die Vergangenheit verweist: »ich war … « / als ich Zeit hatte, bin ich  froh diesma (anders als letzes mal) keine Rosenh verschenkt zu haben. ich denke an eine Zugfahrt im Frühjahr 2021. ich denke daran, dass die Protagonisitin völlig unangemessen in Tränen ausbricht, als sie ein Paar in biederner Kleidung ein Spiel spielen sieht.

es ist kalt. (aber nicht so kalt, dass die Tinte gefriert.)

zu allem Übel schreibe ich und weiß nicht so genau, warum es so übel ist, trägt der Spätiverkäufer einen Pelzkragen. genau wie ich. anders als ich hat er rote Augen. »wait a second.« yayaya. »wait e second«, sagt ein Mann ins Telefon. eine halbe Sekunde Zeit, in der ich mich versuche an ein paar Brocken Albanisch zu erinnern. ich stehe wieder auf, gehe weiter, höre junge Menschen Annenmaykantereit : »und ich sitz schon wieder barfuß am Klavier« spielen. gehe weiter, zur Kulturbrauerei, schlängle mich durch eine Schlange, und kaufe Mascarpone. alle wissen, dass man mit Mascarpone Tiramisu macht. wir saßen alle in der gleichen Bahn, sagt einer, der mit anderen kommt. wir sitzen alle im gleichen Zug. da oben sind diesma wirklich Sterne. kuck mal, sagt C vor ein Tagen, ne, sage ich. kein Stern, es bewegt sich. setz ma deine Brille auf.

eine junge Frau mit lockigen Haaren geht vorbei. zwei Typen schreieen ihr hinterher »wir suchen dich!«. ich sitze sehr unbeobachtet auf einer Bank und frage mich, wie es sein kann, dass mich niemand sieht. es stört mich nicht, aber es verwundert mich. seit vier Monaten hat der Junge mit der Sektfalsche mit keinem Mädchen rumgemacht, erzählt er. einen Tag später fragt D,  ob es normal sei, dass die Lust abnehme im Alter. er wünscht sich seinen jungen Körper zurück. so alt siehste doch gar nicht aus.
der Junge hat eine Flasche Wein in der Hand und trägt weite Hosen.
›und jezt?‹
gehen zwei Frauen dabei, die von der dritten Person sprechen, die erst seit zwei Tagen angekommen ist.

((eine solche Begegnung sollte am Freitag [Link] nochmal passieren. wir sitzen in einer Bar. ein Mann mit Rollkoffer macht die Tür auf und bleibt im Eingang stehen. der buntgemischter Tisch nimmt ihn auf. niemand kommt aus Berlin. ob wir aus Berlin kommen, fragen sie uns. blond muss man sein, um für einer Berlinerin gehalten zu werden. (und schwarze Kleidung muss man tragen) you look like a Berlin, sagt sie zu C.

 

220306 der Deal, auf dem Flohmarkt, wenn es noch nicht gut ist

der Deal kann in Deutschland – anders als in Amerika – nachverhandelt werden. „das klingt […] fair – […] steht aber vollkommen quer zu Tradition des „Deals“, zum spekulativen Element von Gehaltsverhandlungen, zur Unverrückbarkeit einer einmal geschlossenen Abmachung.“ (SZ, 25. Feb) wie kann ich sicher sein? (eine ganz allgemeine Frage, die sich alle – abgesehen dem kleine Hase stellen) [Link zur Paris ergänzen][Link zu und dann?]

ein Plädoyer für Spekulation und Unplankbarkeit (ich greife zu meinem Handy und mache es aus, um mir die Planbarkeit vom Leibe zu halten. es nervt mich. wirklich. diese andauernden einbrechenden Möglichkeiten. (und manchmal genieße ich sie auch) (wenige Tage später 220316 sitze ich im Zug und genieße die Schnelligkeit. giere in ihre Richtung.  zurück nach Berlin. hier habe ich vor zwei  Sonntagen  Kunzes Sonnenhang empfohlen. ein langsames Buch.

[ jemandem Literatuempfehlungen geben = jemandne bekochen ]

der Käufer kauft es sofort. ich gebe ihm das Prädikat unkompliziert. wir bekommen  beide einen Zettel in die Hand gedruckt. „funktioniert wie ein Glückskeks“, sagt der Verkäufer. die Handschrift ähnelt THs Handschrift. „am Ende wird alles gut. und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch noch nicht das Ende“ (Oscar Wilde) – nun gut. die perfekte Anleitung, wenn auch etwas unkonkret für Geschichten. solange schreiben, bis …

gut: Ende
jetzt müssen wir aufhören.

 

 

220303, 04 Klarheit, Trennung! Bürokratie in den Studios

die meisten Teilnehmerinnen des workshops wollen eine klare Trennung: künstlerische Arbeit, kommerzielle Arbeit. ich frage hier in alle Öffentlichkeit. WAS HAT ES MIT DER KLARHEIT AUF SICH, von der alle sprechen, zu der man gelangen soll.1 beim gleichen Workshop (es geht um Onlinepräsenz) erfahre ich, dass der blog mit Verschlagwortung und Neuigkeiten arbeitet. news first – ein ganz und gar zeitgenössisches Ding. die Geschichte sammeln wir im Archiv. ich schreibe C eine SMS – er hatte noch keine Zeit nachzudenken.

morgens Gespräche mit Mona. wir entscheiden uns für eine Tabelle und lachen über unsere Hin-und Hergerissenheit (ein Glück nicht Zer-)

bloß nicht nur eine Möglichkeit abbilden. (unsere Geschichten werden sich vermischen, das ist toll, sage ich)

abends weiter zu einer Ausstellung in den khb-studios: die lange Nacht der Bürokratie. höre Hagemeisters laute Stimme, Erzählungen über Rinck und ihre Notationssysteme. Katharina Kamph, Sabrina Schieke und (Name vergessen)  veranstalten ein Bingo. Fotos aus den Galerien mehrerer Geräte werden runtergeladen, werden an die Wand gehängt und ausgiebig angesehen. hier ist die Katze, hier ist der letzte Urlaub vor Corona, hier ein süßes Kind, vielleicht eine Kuh, F beweist seine Männlichkeit, als er sagt: das soll mein Kind? der ist aber hässlich. (umgekehrte Mutterliebe, die alles toll findet.

später berichtet C, dass er ebenfalls von dem Missgeschick an der HfBK in Ls Klasse gehört hatte. eine Nachricht der Professorin an alle, in der es um die Bewertung einer (marktgerechten) künstlerischen Entwicklung der Klassenmitglieder geht.

während ich all das so sehe, was da passiert, denke ich
A) man muss mit Kunst Geld verdienen, damit man möglichst viel davon machen kann
B) man muss vor allem machen
C) was muss man noch?
später sagt C: eine lustige Truppe, dann sitzen wir noch ein bisschen am Nettelbeckplatz rum (so heißt der doch, oder?)

mit N spreche ich über diesen Nerv, der für die Ruhe zuständig ist. ich denke wieder mal an das Interview mit Harari. er hat kein Handy, aber einige Mitarbeiter und fährt alle Jahre für 1 Monat irgendwohin (am schlimmsten ist der Gedanke immer erreichbar sein zu müssen).
mit M sehe ich mir Jugendfotos an. eine überzeugte junge Frau. ich wünsche mir meine eigene Überzeugtheit zurück. wie einfach alles war.

  1. bestätigt mir einige Tage später, dass diese Unklarheit auf jeden Fall mein Thema sei []

220302 Vodka mit Gurke

M schreibt, er sei nicht in Berlin und komme nicht.

ich denke an Vodka mit  Gurke.
M und R bringen Kuchen mit. K geht jetzt tanzen. ich beneide ihn ein bisschen (aber nur ein wenig, ich könnte ja auch tanzen gehen)

220301 drei Kinder in zwei Jahren

und weil er sich so alt gefühlt habe, wollte er dann habe AT auf  innerhalb zwei Jahren drei Kinder bekommen.
»geht das?«
A rechnet nach.

»und dann hat er sich natürlich nicht jünger gefühlt.«
»natürlich nicht«

bevor ich gehe, setze ich mich auf die große Truhe im Eingang und dann kaufe ich ein.1

  1. aus Gründen des einfachen Lebens habe ich beschlossen nicht mehr auf dem Weg für das nächste Essen einzukaufen, sondern mehr im Voraus. es ist gut. []

220228 Croissant & Kaffee, leicht ein‘ sitzen und nen Ring am Finger

1,90 kostet ein Croissant ganz am stadtauswärtigen Ende der Müllerstraße.1 der Verkäufer lässt mit sich handeln.  für mich macht er ein Sonderangebot 2 Euro für Espresso UND Croissant. er betont noch einaml, dass er das nur für mich mache (ich hatte ihn ja nicht gezwungen, ich hatte ihn nur gefragt.2 ) und auch weil er selbst Kaffeeliebhaber ist. kurz überlege ich, ihm mein Tattoo zu zeigen.

die nächsten 5 Stunden sitze ich mit A im Fenster der Weinerei und sortiere Schlagwörter für Due Magneti.3 als ich gehe, hab ich leicht ein‘ sitzen und nen Ring am Finger.

  1. es muss eine nach dem Hufeisenprinzip nummerierte Straße sein. dazu hat mir C letztens einen Link geschickt []
  2. ich denke an Menschen, die zu viel für andere tun []
  3. Buch von AH, das bald bei possible books erscheint []

220226 worüber ich nicht geschrieben hatte

volle Tage. gestern: sprechen, arbeiten. Vernissage. sehr gute Laune danach. Schhhhh! (Hund-Katze-Maus-Geräusche) ich hatte nicht berichtet von

  •  dem merkwürdigen Mann vom Eierstand direkt dort an der Kreuzung.1
  • der Bombenentschärfung, ein unerwarteter Übernachtungsbesuch von L. »Bomben legen Züge lahm«, schreibe ich L, denke an den Podcast über das Erzählen und das anschließende Sprechen über eine Erkrankung.
  • I hat es gesagt und ich denke es auch: die Menschwerdung der Eltern (nicht nur Kindheit ist eine Erfindung, sondern auch Eltern sind es)

später lese ich weiter über Grenzen. M schreibt nächtlich, ich antworte morgendlich. die Zeit, in die man sich ausdehnt, wenn die Zeit die Kontrolle über dich gewinnt.

  • R hat keine Uhr. (ich schreibe ein PP zusammen mit ihm und S. S schreibt von der Trennung in ihrem Umfeld. diese Nachricht begleitet mich noch die nächsten Studen)
  • von dem mitteljungen Mann mit der Krücke und dem kleinen Kind. vor einigen Wochen im Café gesehen. er wohnt zwei Häuser weiter.

langes Telefonat mit C. Grenzen, Grenzen, Grenzen ausprobieren. über Kontrolle, Pläne, die man verwirft, Betten, die man doch nicht kauft. ich denke an mich. zunehmende Entschlossenheit. (diese Entschlossenheit sollte ich einige Tage später wieder verloren haben. nun ja, sie wird schon wieder kommen.)

  1. auch die Tage danach sehe ich den Stand wieder. der Mann hat einen wirren Blick []

22225 Krieg, an der Ampel und in der Ukraine

Ecke Greifswalder / Danziger. Autofahrer und Radfahrer schreien sich an: Du Faschist! (wird der Faschist bald abgelöst durch ›du Russe‹? wie viel Prozent der Russen liebt Birken, wie viel Prozent sind an der Front und wie viele Befürworten den Krieg? irgendjemand fotografiert die Situation von oben. Beweise! an der Ampel hängt ein Plakat: Demo für den Frieden. mein Bauch wird flau, wenn ich an die Ukraine denke.

220222–3 beim Italiener in der Husemannstraße und der Morgen danach

beim Italiener, Husemannstraße.

auf der anderen Straßenseite sitzt eine Gruppe junger Menschen. wir stehen, beobachten, rauchen eine, beobachten die Jungen und fühlen uns ein bisschen alt. früher, sagt I, hätte ich stundenang vor einem Späti sitzen können oder im Biergarten. früher, da hatte ich gar kein Problem, wenn alles laut war. wir laufen an Kätze Kollwitz vorbei, da fängt es an zu regnen an. wir laufen weiter. genau richtig, sehen wir auf der anderen Straßenseite  das Schild ›Osteria‹. das muss es sein und das muss Maria sein. sie begrüßt uns. ob wir Hunger mitgebracht haben. wir bestellen und bewundern die Inneneinrichtung. über der Tür hängt ein Kreuz. rechts und links neben dem Kreuz zwei Fotos von Essen. I ist neugierig, auf mein – für seine Verhältnisse, sagt er – bewegtes Leben und schließt dann aus meiner Erzählung ›also ein bisschen flirten ist ok‹. das Bekräftigt er mit einem Nicken, so sehe er das auch. dann schwärmt er von S.

er berichtet vom Bauleiter, dem er mit  Nettigkeit begegnet, obwohl er ihn eigentlich zum Kotzen findet. von den Eltern, die auf einmal Menschen werden. wir sprechen von Rosenheim, dem Raumklima, das die ganzen Tropenpflanzen eingehen lässt. ›du hast doch immer nicht geheizt‹, sage ich.

von den Anfängen viel miteinander verbrachter Zeit. (er und S)

ich schneide Stückchen von einem Ricotta-Tortellini ab, genieße in vollen Zügen, bereite mich innerlich auf mein erstes Mal Spaghetti Carbonara vor; erkläre I, wie man Tiramisu macht. ›als ich dich kennengelernt habe, warst du militant‹, sagt er und korrigiert dann das militant in konsequent. ich genieße die Freiheit von inneren Zwängen (und frage mich, ob auch hier die statistische Normalverteilung gilt: irgendwann werden die Zwänge wieder ansteigen. auch wenn wohl eine generelle Beweglichkeit abnimmt).

ich habe so Lust zu tanzen.
so große Lust.
habe ganz vergessen, was
ist mit dem Mann mit dme Auto passiert
fragt I

fühle mich frei, bloß weil du frei bist, bist du noch lange kein Arsch, sagt L. stimmt.

als wir gehen, wünscht Maria einen schönen Abend.

der Morgen danach ist einer der guten Morgende. ich wache gegen 8 auf. wechsle vom Bett auf die Couch und lese zwei Kapitel aus dem Märchenprinzbuch. während ich lese, bin ich sehr froh über C.s Freiheitsbewahrungsbestrebungen und merke, wie ich mich langsam auf die Situation einlassen zu beginne und es mir gemäßigt-wohlig-gut geht – alse eine Frage der Einstellung.
und ›Kommunikation ist alles‹
als ich gehe, fragt P durch die Tür, wies mir denn geschmeckt habe. ›ihr‹ sagt er und mir fällt auf, dass ein ›wir‹ so viel leichter für alte Freunde zu sagen ist, als für neue. (alt / neu gemessen an gemeinsamer intensiver Zeit, die man miteinander verbracht hat)

zurück ins Jeztt: ich sitze im Atelier

»I don‘t have to share a space« – sagt eine.
ich mache Musik an: stoße auf Drake1Passionfruit, obwohl ich doch eigentlich Passion googeln wollte. das Lied bringt mich irgendwohin, dass mein Knie und Backen ganz weich werden.
dann kommt Self Care von Mac Miller. 
das Gefühl wird weniger, bis die Stelle mit ›I didn‘t know‹ kommt. mein Bauch kribbelt. ich sitze wieder im Auto, habe meine Beine hochgelegt und sehe die Berge an

  1. ich erinnere mich an ein Traube-Vollkorncroissant hier: Maxvorstadt, Akademinähe. wie hieß die Haltestelle nochmal? []

220220–22 Klassen, Volksbühne, Prinzen

„[Ordnungs]Klassen sollten den Grund ihrer Existenz in ihrem Namen tragen, nicht ihr visuelles Erscheinungsbild.“12

VOLKSBÜHNE Enis Maci und Zimmermann: Kamilo Beach in der Volksbühne. auf der Probebühne stehen Rosa Lembeck, Martin Wuttke. ›irgendwann kannten sie sich gut genug, um es miteinander zu versuchen‹.  sie trägt: ein hellblaues Kleid, hellblaue Strümpfe, eine kurze weiße Jacke, passend zur Landkarte. wie üblich kämpfen die Schauspieler mit den Textmassen. draußen wird an Hanau erinnert3

C fragt mich einige Tage später, was Romane für mich sind. ich beschließe weniger judgy gegenüber dieser verständlichen Form der Literatur  zu sein. auch sie haben ihr Gutes. (damit kriegen wir die 52 Bücher im Jahr locker hin. das wurde zu Anfang des Jahres noch angezweifelt. ich schüttle den Kopf).ich schreibe einen Einkaufszettel auf Französisch und schiebe mir einen Löffelbiskuitin den Mund. Löffelbiskuit, das heißt Boduoir auf Französisch.

„Dies soll auf die „Boudoir-Politik“ Talleyrands in feinen Hinterzimmern zurückzuführen sein, wo man den Gästen feines, leichtes Gebäck reichte.“

in den letzten Minuten kommt mir die Idee, weswegen ich hier war: wir müssen weg von der Funktion, sonst wird man uns nicht ernst nehmen. das Becken ist halb leer. das Wasser ist ruhig. ich ziehe so lange, bis ich das Becken verlassen muss.

am Ende des Stücks nahm der Mann einen Müllsack, der schon die ganze Zeit neben dem Fernseher stand und sticht ihn auf: überall orange Tischtennisbälle auf dem Wasser der Landkarte. ich stecke einen ein. man leitet uns in den roten Salon weiter. ich  verlasse den Abend auf Cowboystiefeln. die Pistole, die an der Wand hängt wurde demnach benutzt – was den Müllsack betrifft. was das Glas, das diagonal zur Milchpackung die Landkarte beschwert betrifft, hängt sie noch immer an der Wand und die Zuschauerin blickt hin und wieder verwirrt zu ihr. kommt da noch was?

ich nippe am Pastis

während alledem lese weiter das Märchenprinzbuch und komme wieder zur Feststellung: zu viel Autonomie ist nicht gewünscht (ich werde wütend und traurig und lege das Buch beiseite)4

  1. https://wiki.selfhtml.org/wiki/HTML/Tutorials/Trennung_von_Inhalt,_Pr%C3%A4sentation_und_Verhalten []
  2. ich werde das für zukünftige Absatzbezeichnungen in Indesign übernehmen. []
  3. C überzeugt mich, dass sich erinnern wichtig ist. []
  4. weil das Buch so gut beschreibt, was die Probleme von Beziehungen zwischen Individuen heutzutage ist und dabei wenigerkomplizierte Sprache verwendet als Eva Illouz (und gleichzeitig auch die Individualitätsbestrebungen weniger beschreibt, sondern einfach hinnimt & achtet, hier der Titel ( folgt! ). ich erinnere mich daran, was der Mann an Silvester gesagt hat: das sugardaddytum sei auch unter männerliebenden Männern verbreitet. ich denke an D und dass er es nie schaffen wird, mir anders gegenüber zu treten, als er es tut. demnach ist querness doch eine Alternative. []

220219 eine bedrückende Analyse (nach Hanau)

eine bedrückende Analyse: alle hätten Zeit gehabt, aber was bringt das Was-Wäre-Wenn, wenn nun alles anders ist?

»es ist kompliziert«
PAUSE.
»auch wenn eine Tombola außerhalb dieser Tombola etwas anderes ist.1

… dass das Leben schnell vorbei ist. (davon gehen wir nicht aus. sollten wir?)

der Täter / der Jäger.

(»und trotzdem durfte er einen Waffenschein besitzen«). nicht jeder Täter ist ein Jäger (sonst hätte er einen Atlas, dick wie ein Duden)

 

 

 

 

 

 

 

  1. N und ich sitzen bei einer Tombola in der Volksbühne – ich verlasse den Saal in Stiefeln, ein Cowgirl []

210216 auf dem Heimweg, beim Rauchen, D & der Fuchs

während dem Schreiben kurze Pause. ich gehe ich raus: eine rauchen. eher halbherziges Ziehen. J bleibt drinen, passt auf die Computer auf. draußen ungefähr sechs Achzehnjähriger. davon. zwei der Männer Rauchen. eine der Frauen entstetzt: du wirst nie wieder aufhören können! das macht doch total abhängig. zwei Jahre raucht der junge Mann schon, erzählt er. drinnen berichte ich J. wir schließen: die Coolen rauchen immer noch, die Normalen jagen ihrer Gesundheit hinterher. ich liefere das Genussargument.

ich denke an meine lange Ehe mit der veganen Ernährung. (Zitat V)1

auf dem Heimweg, gestern Telefonat mit D und der Grund, warum er die letzten Male nicht zurückgerufen hat. er war die Füchse in der Umgebung füttern. else: seine Ohren pfeifen. ich mache mir sorgen und muss mich zurückhalten, keine Vorwürfe wegen des vielen Arbeitens zu machen.

 

  1. hatte was von romantischer Liebe. wusste von Anfang an, das wird nicht für immer sein. []

210215 (1) Technikausleihe, C104, Protokoll Textbesprechung JF, sprühen

während ich in C.104 sitze und AHs Buchmache,
– höre ich FLs Sitmme im Podcast (kaum zu glauben, dass wir … ich habe es vergessen. er redet kluges1 Zeug zum Bücher- machen),
– lese ich »Christoph Keller (* 1969 in Stuttgart) ist ein deutscher Verleger, Buchgestalter, Ausstellungsmacher und Schnapsbrenner.«2)

Birgit Kunz ist eine deutsche Verlegerin
Birgit Kunz ist eine deutsche Autorin
Birgit Kunz ist eine deutsche Grafikdesignerin
Birgit Kunz ist eine deutsche Büchermacherin
Birgit Kunz ist eine deutsche Künstlerin
Birgit Kunz ist … und …
B. Kunz ist … und …
B.K. ist … und …3

heute morgen leihe ich mir ein Aufnahmegerät auf.
D: »für die Sachen die du machst« (sagt er so, ohne zu wissen, was ich mache)
dann erklärt er mir noch, welches Programm ich brauche, öffnet eins. ganz schön chaotisch, wenn man nicht weiß, für was die bunten Felder und Knöpfe sind.

»FREUNDE VON EPHEMERA« (sagt K im Podcast) <3.

später bespreche ich mit JF den Text: Resumée: Klarheit! (sagt JF.) – strebe gen Klarheit mit meinem intelektuellen Geschreibe. was rauskommt: nix. »aber das weißt du doch, dass du außergewöhnlich schreibst.« (ich werde rot).
dann kommt raus, dass JF Fäger ist und das Bild des Jägers doch ein wenig
bei der Jagd weiß man nämlich wer wer ist und hier haben wir auch das Problem: es ist nämlich nicht klar. WER JAGT WEN. (keiner hält eine Waffe in der Hand)
(die Struktur muss ich als Autorin vorgeben. sonst ist die Leserin L.OST.

mir muss klar sein, was ich tue. wie der Text gelesen werden soll. da kann ich lange auf den Text warten, dass er von selbst weiß, wass er will. Klar abgrenzen. thematisieren, wenn etwas anders ist. ich habe schon wieder die Stimme in meinem Kopf, die sagt ›die Blokade liebhaben‹) später fellt mir ein, dass Iris Hanika in Echos Kammern das gleiche macht: sie leitet die unterschiedlichen Sprechweisen ein, bzw. überzieht sie sogar. eine doppelte Ebene sozusagen: warum der Text ist so wie er is.) nur das Schwarzwild, das Wildschwein ist raubt ab und an. (sagt der Jäger.) selten passierts, dasss du im Wald stehst und auch nicht so genau weißt.

zum Abend schickst ud JF noch ein todo für Oktober, da wollte ich SP schreiben – um den Text zu sbesprechen. in Kobimation mit Arno Schmidt (ich hielt dich jetzt bereits in Händen

später Video mit M und J: J hat mir ihrer Schwester einen Verein gegründet (in Frankreich geht das schon zu zweit)

abends laufen mashups im Radio. fühlt sich an wie Matuschke (ich bin enttäuscht, als ich Matuschke google, dann zum einen die Sendung eingestellt ist und zum anderen Matsuche kurze graue Haare hat. häh? in meinem Kopf hatte der lange Haare. draußen ist Prenzlauer Berg, drinnen läuft Radio. liebe die monotone Stimme des Radiomachers. Js Worte hallen mir nach: Dinge, die gut tun: – Zahnarzt, Texte besprechen, …

gestern Telefonat mit V. (wir sprechen über Struktur)

ich halte mich an die Regeln der Konversation: bis dann. tschühüss – ich freu mich
(was bleibt: gerührt, dass n Leben nachfragt. die Konversation war einfach an mir vorbeigerauscht.)

A postet hier: ›dahoam – Puderschnee‹ und ein Lied Charlie Chuningham: Minimum im Radio laufen auch Lieder. Leonhard Cohen: Suzanne  ((Suzanne takes you down to her place near the river
You can hear the boats go by, you can spend the night beside her
And you know that she’s half-crazy but that’s why you want to be there
And she feeds you tea and oranges that come all the way from China
And just when you mean to tell her that you have no love to give her
Then she gets you on her wavelength
And she lets the river answer that you’ve always been her loverAnd you want to travel with her, and you want to travel blind
And then you know that she will trust you
For you’ve touched her perfect body with your mind))

AA fragt, ob wir ein Buch zusammen machen. weiter Remixes. als ich lese: XX gefällt deine Nachricht.
I set fire to the rain –
na gut. X schreibt.
the doors vs. … (mash ups)
bob marly und Billie Eilish (ich erinnere mich an Carl) (Dont give up the fight, Cold Hearted

Travis Scott und Drake und … und …

Momente, in denen du realiseiert, dass du begehrt wirst.

https://theanarchistlibrary.org/library/georges-bataille-the-solar-anus

wieder mal Eminem: lose yourself.

and the gypsi cat

ich sprühe (eine Sprüherin) merks selbst. du –
bist ein
Molekül in Bewegung

die Cote d‘Azur sieht heute ganz anders aus

  1. apropos gestern wurde A. Kluge 90 Jahre alt []
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Christoph_Keller_(Verleger []
  3. sich versuchen darin, Dinge auszusprechen. []

210215 (2) Lilien (Gefahr), ich sprühe, nächtliche Gedanken ein Buch zu machen

Hito Steyerl:1 Filmmaker & Author
Birgit Kunz: Filmmaker & Autorin
Herausgeberin & Autorin

die nächtlichen Gedanken ein Buch zu machen. mit A, auf Klopapier. über anale-irgendwas-habs nicht ganz verstanden und Ordnung.

so viele Sätze im Kopf, ich weiß gar nicht, wo hin damit.

P schreibt: Achtung vor den Lilien (die Flecken!). man könne die Pollen abschneiden. gerade will ich ihm schreiben, die sind noch nicht aufgegangen, sehe hoch und sehe die erste offene Blüte.

  1. sofort den Satz ›my girlfriend left me for hito styerl im Kopf‹ ich zitiere hier jemanden, dessen Namen ich nicht kenne. irgendeine Jahresausstellung khb []

220213 ein deutscher kleiner Café am Wochenende

ich sitze mit A in der Sonne. wir trinken Café (»einen deutschen kleinen Café«, sagt der Kellner, als A ihm beschreibt, wie der Kaffee zu sein hat. es ist kein Espresso. der Kellner ist Franzose.)
ich denke an D, der nicht oft in Cafés ist. (was heißt das?)

e-mail von W.
bereit für Projektion (sind wir beide nicht). A und ich haben etwas anderen Umgang mit heißen Kartoffeln. ich weiß nciht, was gesünder ist. wir saßen an der Panke. dann Richtung Nettelbeckplatz (hier ist es wirklich nicht schön)

gestern Wochenendverhalten premium (eine Runde um einen See. am See halt machen und aus der Thermoskanne Tee trinken. eine Frau, die vorbei geht, fragt, ob der Kaffee alle ist. da fällt mir auf, dass Kaffee in Warmhaltekannen nichts ist, das unsere Generation mitnehmen würde, oder?)

heb mich hoch.
es heißt DAS TIRAMISU.

220211 Herausforderung Erkältung

mit Erkältungen einhergehende Herausforderung des Lebens (jeden Winter wieder): NICHT die Kräuter-Bonbons von Ricola kaufen. (weil die nur als riesig großer Block gut schmecken) dieses Mal entscheide ich mich für die roten, weil die Farbe Rot gerade ein Entscheidungskriterium ist und zahle unfassbare 2,5?/3? EUR am Späti für ein Schächtelchen. (kurz lobe ich mir die Buchpreisbindung und die festen Preise für Zigaretten).

froh um getroffene Entscheidungen (wie immergleiche…)

C hat irgendwann mal gesagt, er habe keine Ansprüche an sein Frühstück. (ich habe jeden Tag riesige Ansprüche an mein Frühstück. es soll jeden Tag gut schmecken, das heißt nicht, dass Haferflocken nicht reichen.)

 

 

220210 Deleuze, Freiraum, kommunale Gallerie in Mitte

in Art Now lese ich von den Freiräumen, den Kunsthochschulen, die reife Persönlichkeiten hervorbringen und kann ansatzweise verstehen, was gemeint ist. für die Frage, wie willst du Leben ist anderswo wahrscheinlich eher weniger Zeit.

ich sitze mit M in der kommunalen Gallerie in Mitte und machte nichts. wir sitzen einfach da, trinken das Zitronenwasser, das uns die Frau vorhin angeboten hat, fragen uns, ob es eine Frage des Alters ist – der Zugang zu den Kunstwerken, die einfach so im Raum stehen / an der Wand hängen. was wir sehen gefällt uns trotzdem. M wie immer schokiert über die Preise (bzw. dass Preise ausgezeichnet sind).1

wir beide weiterhin verstört vom Sohohaus: die Preise! was ist das überhaupt? wir wandern da durch wie Aliens, wundern uns größtenteils, sind irgendwie froh, dass

Zweisamkeit im Sohohaus

freudscher Verschreiber: Logik und Sinn (ODER) Lust und Begehren

ich will was von Deleuze lesen welches Buch genau ist mir erst mal egal, irgendwas von Deleuze (nur nicht das Graswurzel-Buch, das eigentlich irgendwas mit Rhizom heißt). ich entscheide mich für ›Proust und die Zeichen‹ und ›Logik und Sinn‹ – halt … wie wars? ›Lust und Begehren‹. ich muss lachen.

TH schickt mir ein Foto: die neue Katze.

  1. ich erinnere mich an die profane Socke zu Weihnachten (liebe sie []

220207 philosophischer Start in die Woche

nach einem philosphischen Sonntagabend heute Gebrüll von unten: is ja irre. es muss große Pause sein. bei uns war die immer um fünf nach zehn – bis zwanzig nach zehn und wenn man getrödelt hat, war man um halb zurück. auf dem Schulhof da unten war ich schon mal nachts, auch wenn ich in meinem Kopf gerade eben den Eingang nicht mehr der Straße zuordnen kann. ich denke an ein Gespräch mit M und einen Artikel von Dezember aus der Zeit über Prenzlauer-Berg-Eltern. am Samstag parke ich meine Gazelle bei Lidl neben einer solche Frau mit Lastenrad. (warum kauft die denn bei Lidl ein? das ist ja total überhaupt nicht Prenzlauer-Berg)  ich denke an den Satz mit den Schokoreiswaffeln: Die bekommen die Kinder bis zum 18. Lebensjahr hinterhergeworfen. ich denke an meine Mutter. ich denke an die Torte, den die beiden zu meinem Geburtstag gegessen haben.

bei einer kurzen Pause vom Philosophieren finden wir im Schaufenste ein Mann mit einem Pulli, auf dem ziemlich offensichtlich eine Botschaft prangt,

in meinem Kopf sage ich: entschuldigung, ich bin kein wir.

ich versuche  zu sagen: wir – es fällt mir erstaunlich schwer. (das wir-Sagen üben)

warum triggert dich das so? fragt mich C gestern. na … ich weiß auch nicht genau. jedenfalls finde ich es erstaunlich provozierend und ein wenig unangenehm, wie ich mich triggern lasse. gleichzeitig.

))

wenn ich mich recht erinnere hat der Blog in einigen Monaten sein einjähriges. es soll Frühstückskuchen1 geben.

in Sachsen Unwetterwarnung. ich genieße den Online-Zugang zur Zeit. (wer hätte das gedacht)

story of my life, sagt C
ich sage: das mit den Verträgen, ich glaubs er versteht nicht. »bist du schon mal auf die Schnauze gefallen?« – nö. isser nicht.
ist das das, was so vorsichtig macht?
alles eingeben.
eine Geschichte des Pokerns. all in.
das spielt B mit seinen Schülern – Poker.
ich denke an Lehrer: …
auf dem Tisch steht Rapshonig.
nur noch 5 Minuten, dann muss ich los.
der Rapshonig ist milchig-weiß . wie ich mich immer für Sonnenbluenhonig entschiede,
einfach, wei ich die Kerne so gern mag.

  1. und weil der online-Zugang irgendwann abbestellt sein wird, hier die Zutaten: 1 Apfel (1 bis 2, ca. 150 g), 1 Karotte (ca. 120 g), 30 g Kokosraspeln, 40 g Rosinen, 1 Orange (Bio, feiner Abrieb),130 g Zucker, 150 ml Öl (neutral, zum Beispiel Sonnenblumenöl), 2 Eier, Kardamom (fein zerstoßen), 1/2 TL Ingwer 1/2 TL Zimt (gemahlen), 3/4 TL Salz, 2 TL Backpulver, 160 g Mehl []

220206

die Queen hat heute 75-jähriges Turnjubiläum – ne quatsch. Thronjubiläum.

Kindergebrüll. ich werde unanbgeracht wütend über das Kindergebrüll im Flur. wer lässt denn sein Kind so schreien?

das unterschiedliche Trinkgefühl der dickwandigen italienischen Kaffeetassen und Becher hier; gegenüber der normalen Tassen der letzten Untekrunft und der feinen alten Porzellan-Tassen mit Stempel von ganz am Anfang.

auf dem Tisch stehen  Oliven. wusste gar nicht, dass man die draußen bewahren kann.

ich hole von ebay-Kleinanzeigen einen Schreibtischstuhl ab. »hast du nen neuen Stuhl?«, fragt Y., als ich im Atelier ankomme. »ja schon«, sag ich. »Bis gleich.« (eine Verabschiedung ohne Abschied) und  ich hab schon vergessen, das der Stuhl bis vor kurzem noch jemand anderem gehört hat. ein Mannn, der am Spittelmarkt wohnt, dessen gemusterter Pullover zu den Sneakern mit Sicherheit nicht gefunden, sondern sorgfältig gewählt war. während ich auf den Mann warte und im Treppenhaus sthee, denke ich an C. das Treppenhaus ist so groß, so prächtig, dass es auf jeden Fall  das Treppenhaus des Hauses ist eine Schnecke und innen gold gestrichen. das fand ich erst ein bisschen lächerlich, aber dann sehe ich schon, dass es schön glänzt und das passt dann doch irgendwie zur Schnecke.

ich schreibe schon wie AH.

ich schleppe den Stuhl ins Atelier, nehme Platz, denke noch ein letztes Mal daran, dass der Mann meinte »auch für große Menschen« (ich hier als großer Mensch sitze auf dem Stuhl)

während ich As Text setze, finde ich D in einem von ihnen.

trinke Luxus, in kleinen silbernen Plastiktüten eingeschweißt.

gut, dass ein Blog nicht die nötige Sorge Bedarf, die Lebewesen bedürfen.

letze Nacht schlafe ich kaum, lese: Sätze, Sprünge (und liebe es – bis auf die Stellen, wo der Autor ein männerhaftes Peter-Handke-Gehabe bekommt, zu reflektiert – ein Vorurteil meinerseits? es wird wohl bei dem Vorurteil bleiben. den Autor kennenzulernen ist praktisch nicht möglich und überhaupt nicht angebracht)

ein rationales Verständnis von Liebe. funktioniert das? ein Bündnis eingehen. ich warte auf irgendwelche Veränderungen. außer ein erstauntes Gelöstsein: nichts.

später höre ich von Wegen Lisbeth und muss lachen, als ›wenn diese Linda von tinder mich anlügt und eigentlich Kinder will‹ – dann wird mir klar. die singen doch vom fehlenden Wort-Wirklichkeitsbezug.

 

220205 der letzte Umzug.

ich sitze an einem Küchentisch, der nicht meiner ist, sich trotzdem schon jetzt leicht nach Zuhause anfühlt. (immerhin zahle ich dafür.)ich denke an die beiden Frauen in Marseille, unsere Gastgeberinnen. ihr Herangehen an Gastgeberschaft unterscheidet sich ebenso sehr wie die Mitbewohner / Wohnungsgeberschaft der Wohnorte meiner letzten Monate. und ich? – Ich finde mich langsam ein, seitdem ich weiß, dass es bald vorbei ist.

ich habe den Radio angemacht. meine Finger flitzen. wie lange habe ich nicht mehr viel am Stück geschrieben. dieser Ort eignete sich dazu.

drei Mal fahre ich hin und her, von der lezten Unterkunft, zur neuen und zum Atelier. auf dem Weg zum Atelier fällt mir ein: ich bin ortsunabhängig und trotzdem ortsspezifisch und dann auch noch auf Ortswechsel angewiesen.

ich ganz oben in der Sredzkistraße. wenn ich in das andere Zimmer gehen würde, dann könnte ich runtersehen – auf die Straße, die glitzernde schöne Straße, das Geld glitzert auch, das die Leute hier mit sich rumtragen. dann schicke ich dem Vater eine Eingaben-Ausgaben-Tabelle und denke daran, dass Geld nur eine Rolle spielt, wenn man keines hat.

im Badezimmer Utensilien eines Mannes, der aus der Generation meiner Eltern kommt: eine Rotlichtlampe. das scheint wohl eines der Gesundheitsutensilien von früher gewesen zu sein.

ich feilsche mit L an ihrem Text. erst will sie was von Pfeffer und Salz schreiben. das verwirft sie wieder. es geht um Dichotomie. was ist das nochmal?
»was würd ich ohne dich bloß tun«, sagt sie am Schluss, »schaffste ja sonst auch ganz gut«.

immoscout fragt mich: wie viel Platz brauchst du wirklich? nachdem ich gestern den Vertrag unterschrieben habe, innerhalb 10 Stunden eine Zwischenmiete für die nächsten Monate organisiert habe, bestelle ich alles ab. keine stündlichen Nachrichten mehr von überteuerten Wohnungen. schön!

C ruft an. danach: einen kurzen Moment ein wahnsinnig ernstes Gefühl.

das Internet ist so langsam.

220203–4 Netzwerke, Pflaumensirup

nun habe ich gestern so gierig den Pflaumensirup beäugt, dass M mir welchen anbietet. ich denke an C und den Zigarillo.

auf einmal fange ich an Enden mitzudenken: bei Verträgen, Verbindungen, die ich eingehe. man wird skeptischer / weniger leichtfüßig. ich setzte meine Unterschrift unter den Vertrag und wir sprechen darüber, was am schlimmsten passieren könnte: am schlimmsten wäre, wir wollten beide was anderes. wie wirds sein, wenn ich ausziehe.

—»du musst die Blokade lieb haben.«
—»muss ich?«

Netzwerke als einzige Alternative in einer Großstadt zu überlegeben. ich schreibe N. 5 Minuten später schickt sie mir zwei Anfragen:
wo bewegst du dich? am Rande eines Netwerks.

das gute Bier rinnt mir die Kehle runter. die Kirstalle des Cheddars bitzeln im Mund

ich feiere die letzen zwei Monate Zwischenmiete.

vor einigen Tagen fragt S mich, ob ich aus der Zeit was gemacht hätte. nun ja. außer 10 Jahre Erfahrungen in 4 Monaten habe ich nichts daraus gemacht.

D fragt, ob ich Haustiere habe.

ich nehme Kontakt mit meinem eigenen Trigger auf und bin sehr sehr stolz. weder schlimm noch nicht nett und alle Befürchtungen unbegründet.

das Abitur hat sich gelohnt. hier habe ich gelern zu

was ich im Abitur gelernt habe? in stressigen Situationen die anderen Beruhigen. das haben dei Eltern perfektioniert. (langsam finde ich heraus, dass es wichtig ist, die anderen auf dem Laufenden zu halten. wichtig, ihnen Geschenke zu machen. die Beduetung zu zeigen: du bist mir wichti: „die GEsten des GEebens, Nehmens, Erwiederns, sind auch heute noch Garanten der sozialen Bindung“ – sagt Gila Lustiger in Krwalle in den Banlieus.

 

210202 mit M über uns, während vorm Fenster einer von Jesus spricht

gut rumzukommen im Leben, sagt M. darüber denke ich jetzt nach. in diesen 4 Monaten habe ich 3 Jahre gemacht, sage ich der Mutter.

»der beste Fisch komme aus Chile und Peru« (diesen Satz sammle ich vorsichtshalber für C. drinnen Gespräche über Fische. draußen: großer Auftritt eines Mannes, der eine Botschaft hat. Gottes Sohne wurde vergewaltige – halt, er hats nicht gesehn, aber er weiß es (dem Gott sein Kind wurde vergewaltigt) und jetzt geht es darum, darf man das? wenig später umringen einige Leute vom Ordnungsamt den Mann. der Mann mit den Fischen drinenn spricht von dem ›spiritus‹, den der Mann hat. » spiritus«, wiederhole ich und sage das ›s‹ wie ein ›sch‹.

die Unart einfach wegzuhören, einfach zu ignorieren. (aber was soll man sonst machen)

Raum nutzen wollen
(leise Befürchtungen zu wenig Zeit für so eine große Wohnung zu haben. dann denke ich an Menschen mit viel größeren Wohnungen und stelle die Befürchtung hintenan. erst mal schön einrichten. )

Lichterfelde Ost. hin und wieder völlig lost.

er hat die Bühne für sich. sein Blick ist starr. hier hat der Kokser mit dem Ingwerwasser, der immer so Berghain-Berghain-Berghain war gewohnt. M wirft einen Blick aufs Klingeschild. halt! hier wohnt er immer noch. die Faszination, die von Berlin ausgeht, hat man augenblicklich vergessen, wenn man auf einmal Faszinierte mit großen Augen und schwarzen Pupillen beherbergen soll. entschuldige mal, ich wohne hier.
wir finden uns schon wiedder Kaffeetrinkend irgendwo, immerhin waren wir in der Bib und haben beide ein Buch ausgeliehen.

»haben Sie sich schon immer gefragt, wie Beziehungen gelingen können? dies ist kein Beziehungratgeber! Beziehungen sind nicht rein zwischenmenschlicher natur.« – der Beginn unserer Arbeit.«

220201 Lebewohl! und Lyrik

»alles Gute« und »nur gute Gedanke« wünscht mir der Mann, als ich gehe. er steht an einem Stehtisch und rollt eine Zigarette.
»Lebewohl!« ich prüfe die Bleistifte und feilsche.
Lebewohl! sagt der kleine Nemo aus dem Text von Anfang des Jahres. gestern antworte ich wesentlich tougher auf eine Nachricht, nach deren Erhalt ich wenige Minuten später Tränen in den Augen habe: nicht weinen! ich lese: Echokammern und frage mich, ob ich auch mal einen Roman schreibe. ist die Lyrik ein Ding der jungen Erwachsenen? ne. ich denke an Iris Glück. dann denke ich an das, was C letztens meinte: das Übersetzen – wie schön es ist und ich denke daran, dass meine GEeanken an Fremdpsrachen andocken.
ich höre Bon Iver, damit ich die anderen nicht höre und ich denke zurück.

während ich wiederlese, was ich vor einiger Zeit geschrieben habe, schießt mir auf einmal in den Kopf, was wohl meine Trigger sind. Hörgigkeit, Dominanz.

Kamele auf dem Weg nach Toulouse (Kamel von E). was sind deine Triggermomente?

220127 über Lächeln und von leisen Frauen [Protokoll Workshop ›Lauter bitte!‹]

eine Strichliste, wie oft dich jemand fragt, ob du schlechte Laune hast, wenn du nicht lachst.

DAS LACHEN MUSS AUFHÖREN! (von einem neutralen Gesichtsausdruck abgelöst)

das Lächeln eröffnet eine Text-Bildschere. und wem glauben wir? dem Lächeln natürlich.

nach jedem ÄHM – und – ein neuer Gedanke und dann: gähnende Leere.

auf einmal wird der Beckenboden interessant. jemand empfiehlt Kamasutra.

an was wir arbeiten?
– dem persönlichen Gesichtsausdruck.
– wie fühlt es sich an, sich aufzurichten?
– Sätze ohne Optionen.
– Sätze mit Korken im Mund

220127 über iPods, Haferflockenesser und Kylie Minouge

sich alles erzählen. ›la-la-la‹ wabert Kylie Minouge ›la-la-la, can‘t get you out of ma head‹ dieses Lied auf meinem iPod. zu der Zeit, als alle unbedingt einen iPod (iPod nano, 5te Generation in  Farbe) wollten. ich esse ganz allein die Salzbrezeln. N isst keine. wir lesen: »Zwei Wahrheiten und eine Lüge: ich bin 4 Monate durch die Tundra gewandert ohne zu reden / ich habe eine peinliche Bosband-Vergangenheit / ich wurde von 15 verschiedenen Elternteilen großgezogen«1. außerdem lesen wir von Haferflocken-Fanatikern und Kartoffel-Liebhabern. [liebs. va die Flocken]

wir erinnern uns zurück – an den Tag, an dem wir nach Schöneberg gefahren sind. mit dem Rad. die Pläne nach Marseille zu fahren und auf einmal eine Katze in Paris, die gefüttert werden musste. später stößt M zu uns, 3 Minuten vor Ladenschluss rasen wir noch zu dm (natürlich rasen wir nicht) und ernten einige Lacher für unsere Einkäufe. am nächsten Tag stellt sich heraus: alles gut und den Test hätte es nicht gebraucht. zuvor sitzen wir im Knoblauch – so heißt der Schuppen. Ach, warum wir überhaupt hier waren? Wohnungsbesichtigung Mehringdamm. Altersdurschnitt: sehr jung, bombige Aussicht auf die glitzernde Straße und den Bagger unten. im Flur sind die gleichen Zeichnungen, die auch in dem Haus an der Hasenhaide an der Wand waren. wie hieß der Mann? er hörte Weltmusik. er hatte ein Zimmer wie ein Siebzehnjähriger und fand es wirklich sehr verrucht, mit einer fast Siebzehnjährigen zu verkehren. wir trafen uns in einer Bar in Neukölln. es muss kurz nach B gewesen sein. ein halbes Jahr später eine aufgebrachte Nachricht – und das lag nicht daran, dass ich morgens gegangen bin ohne Tschüss zu sagen. im Übrigen war sein Bett nach fengshui nicht korrekt aufgestellt, erinnere ich mich jetzt.

wir schaffen es, der Geschichte zu entkommen, die uns ein Mann unbedingt erzählen möchte.

  1. das liebe Internet, schon deswegen lieben wir es, weil es die Sätze anderer Menschen sammelt und mann sich freuen kann []

220127

Winter der hellila Mützen (spezif. Unterteilung v. Zeit, anhand an im öffentlichen Raum auffallenden Moden (die tragen doch alle hellila Mützen! – lilablassblau, dass es diese Farbe gibt, weiß ich, seit ich sieben bin. große Aufregung, der große Bruder von T wusste es.)

(»ich mache eine Serie, darf ich … ?«)1 (ich frage ihn nicht, warum er zwei Handys hat. braucht man nicht eigentlich 4 Arme, om zwei Handys zu bedienen? ich denke an Hs Klapphandy)

  1. Versuche zur Offenheit anderer Menschen []

210626_5 daily business: Zeitung

wer business macht braucht auch einen Taschenrechner. herausgerissen aus meinen peotischen Gedanken, lande ich in einem fremden Streit im Atelier. morgens Martinas Hefter: in die Wälder gehen, Holz für ein Bett klauen gelesen auf S X dann: Blätter für ein Bett klauen – kein Holz.

schwankend: ich habe die Wichtigkeit verloren, mit der ich von meinen Dingen spreche. sich selbst ernst nehmen!

»In diesen Zeiten des abnehmenden Lichts empfehlen Mediziner die Einnahme von Vitamin D. Wir empfehlen die Abreise nach Paris. Dort, kein Rampenlicht. keine Blumen.«

https://lithub.com/jonathan-franzens-10-rules-for-novelists/ Jonathan Franzen gibt den Tip ohne Internet zu schreiben. in Denkräume lese ich von einem Elfenbeintürmen und ob es sie wirklich braucht. ich finde: Passigs1 Techniktagebuch und weiß immer noch nicht, ob es die gleiche Passig ist, von der auch bei Wolfgang Tillmann die Rede ist.

  1. nicht nur ihres, es schreiben mehrere []

210126_4 Ort & Glaubwürdigkeit

der Ort macht dich glaubwürdig.1 das private und das persönliche Selbst brauchen andere Räume. ohne Ausweis! dass dir der Name fehlt ist nicht weiter schlimm, aber die Adresse. Alternativen zum Wohnen: Hausen + DHL-Packfach (mit App).

bloß mit Wohnung, ist smartphone-losigkeit möglich.{true?}
—Erreichbarkeit: wenn du mich suchst, du fidnest mich
—zu Hause?
—sicher nicht2

  1. bei Ausschreibungen. für Versicherungen. ein Ort für jede Gefühlslage: ein Büro, ein Atelier, eine Wohnung … []
  2. zum ersten Mal genieße ich hier in meinem Berliner Leben []

220126_2 vom velodrom zum Atelier

der Kuchen hinter Glas, in der Vitrine im Eingangsbereich, mit Glassichtfolie bespannt. die kleinen runden Tische in Reihe, matt – die Stühle, glänzend – die Tische. neulich hab ich gehört, dass der Umbruch immer noch Programm sei für Lyrik. glaub nicht.  der Glaube hat geholfen, so sagt man in der Kirche. rot sind die Stühle. verkratzt glänzen die niedrigen Tischchen silbern. rot die Stühle, wie die Aldiletten der Frau in der Umkleide. ihr Badeanzug ebenfalls rot und ihr Zug energisch. schnell stößt sie vorwärts. rot, die Farbe der shirts der Bademeister. lifeguard steht auf ihren Rücken. rot-bleich, in unterschiedlichen Graden ausgewaschen der Grund.  hungrig schlingen die Schwimmer nach dem Training den Kuchen / die Erbsensuppe mit Wurst und die Schrippen balancieren auf den Pappbechern mit Kaffe für nach-dem-Essen. sie sind doch der Bademeister, beginnt eine Frau. ein Tschöhö gibt er ihr mit, mit leichter Berliner Sprachfärbung. woher kommst du? (die Frage stellt sich anderswo gar nicht.) Zeit für dein Lieblingseis, in der Vitrine warten die Pokale, dass man sie rausholt und es werden zwei weniger, weil der im Spiegel, der verschwindet mit, wenn sie rausgenommen werden. sie warten
auf die Kugeln, die in ihnen serviert werden werden.

ich stehe auf und nehme die Tram, fahre
durch die Blöcke . mir gegenüber ein alter Mann, der mich mustert. so grau wie die Häuser.
mein Beutel ist rot.

printing money. wie sich selbst belügen. morgen werde ich an einem Kurs teilnehmen, in dem es um Glaubenssätze sich selbst gegenüber gibt. ich überlege noch. was könnten wir sein. Bonnie und Clyde? ich laufe wieder am Autohändler vorbei und überlege noch, wies wäre, mal in dem blauen Mazda-Cabrio für Sechzehntausend probezusitzen.
nur um zu sehen,
ob es zu klein ist.
wieder laufe ich an den Balkonen vorbei. auf einem von ihnen ist ein Streifenhörnchen aus Plastik.
was macht das denn da?
S steht auf dem Gullideckel. S wie Superman und S wie security.
»ein blaues Cabrio – das passt gar nicht zu dir.«
aber was passt schon?
ich laufe den längeren Weg. vorbei an geschliffenem Glas. das würde der Großmutter gefallen. vorsichtig hält sie die guten Gläser ins Licht und zeigt mir, wie man geschliffenes Glas erkennt – im Gegensatz zu gepressten. »wir bleiben uns treu« – was soll das denn heißen? später treffen wir uns vor dm. ach das!
hast du gemeint mit treu-sein. so
und so viele Kunden kaufen ein Produkt erst, nachdem sie es neunmal gesehen haben: sie hält mir die packung hin. das hab ich noch nie gesehen. noch acht mal, dann werd ich es kaufen, wenn ich wie der Durchschnitt handle. Ottonormalbürgerin, nullachtfünfzehn. Zielgruppen-Zenze.

auf dem Weg: lächliche ich eine Frau an und auf dem Weg,
laufe ich einem Fahrradfahrer fast vor die Reifen. er klingelt. »der Weg ist nicht das Ziel. der Weg ist einfach alles«, sagt Ann Cotten.

du magst doch rot, oder? aber was heißt das schon du magst doch. ich mag doch
noch tausend andere Dinge.
was wenn das Cabrio wirklich zu klein wäre?
was, wenn die shirts der Bademeister so verwaschen sind, dass man das lifeguard nicht mehr lesen kann?

220126_1 Traum Garten-WG

ich träume, dass ich nun Besitzerin eines Gartens bin, frisch gemietet. ein großes Zimmer, ebenfalls bei der Frau S. lichtdurchflutet – schon wieder. vorher eine Szene mit Hund, der sich kraulen lässt, ergibig, den Hund mit Bauch bis zum Boden macht vor Wonne. allgemeines Raunen: »er lässt sich von ihr streicheln«

210125 Drucken & Scannen (émprimer)

Telefonat um 9 Uhr mit KT. ich sitze noch mit Morgenmantel im Bett und schreibe. K ruft an: um mir ein Drucker-Leasing-Angebot zu machen »für Büro Kunz«. 3000 Kopien im Monat, hatte gestern bei einem Vergleichsportal angefragt und werde wunderbar ernst genommen: Ks Stimme hat eine leichte süddeutsche Sprachfarbärbung, in seinem e-mail-Fuß steht »Vertriebsspezialist« unter seinem Namen und ein kleines freigestelltes Bildchen von sich selbst darüber »Besuchen Sie uns auf auf FACEBOOK!«

220125 Perle

„Das Objekt besteht aus einem attraktiven Zimmer. Praktischerweise gibt es auch einen Kellerraum. Hier finden Sie genügend Stauraum für Ihre Habseligkeiten.[…] Ein paar Modegeschäfte, Bars, Grün- und Parkanlagen, Buchhandlungen und ein Aquarium finden Sie ebenfalls vor Ort.“

Perlen aus der Wohnungssuche

vergangen

aktuell

  • ›searching for nothing but:‹ – Mona Schmditke, Birgit Kunz

vergangen

  • 20.03. (18 Uhr)
    Soli Kunst Losbude in den KHBstudios.
    Organisatorinnen: KHBstudios und n Leben
  • 19.01. (20 Uhr)
    Lesung in der laika, Emserstr. Neukölln
    zusammen mit 3 weiteren Autor:innen

2022

  • 11.12. (19 Uhr)
    Anual Art Auction, Raum für drastische Maßnahmen
  • 27.11. – 23.12. (verlängert: bis 23.01.2022)
    Mitgliederausstellung Kleine Formate, Kunstverein Rosenheim
    mit ›Netto Marken-Discount‹ von mir
  • im ausgewählten Buchhandel erwerbbar: Protocol Magazin nr. 12 mit ›was Zufall bedeutet, wenn nichts Zufall ist.‹ von mir.
  • 22.11. – 28.11.
    Herbstschau, KHBstudios
    mit Lesung (Termin tba)
    mit Stein-Messung, zusammen mit Lydia M. (Termin tba)
  • 01.12. – 05.12.
    art book fair, KHBstudios

[…]

2021

[…]

Link zum Blog 2

https://docs.google.com/document/d/e/2PACX-1vQ2E8GUaIKPqs6HztdbAL9ZQXVM_uR7PrRCZ53yn8puqx4-VHB892p8jopug7etDDutkyDpSwfhJngw/pub?embedded=true

211230 Sneaker, Sammlung

ob ich nie Sneaker trage, fragt H. – doch-doch, nur-nicht jetzt. jetzt: Piroggi. vorher: Torstraße 93, hier: https://a-z-presents.com | 14/12/2021–17/02/2022 Graphic.Designers.Collectors.: wem/was die Augen folgen.
die Aufmerksamkeit folgt: Klopapier, dem Papier, in dem Orangen eingewickelt sind, Postkarten, auf denen ein roter Porsche zu sehen ist1 erst folgen die Augen dem Ding und dann willst du es haben. Sammlung, Kollektion – das sei juristisch gesehen eine schaffende Tätigkeit. ebenso ist die Leistung der Grafikdesignerin eine schaffende, eine Übersetzung ins Visuelle, bloß dass es keine Sprache mit Wortschatz ist: ich spreche vorwiegend visuell. (und es bereitet mir Freude mich mit Menschen zu unterhalten, die ebenfalls diese Sprache sprechen).
dient die visuelle Umsetzung der Verkaufsförderung, handelt es sich um eine unternehmerische Leistung. der:die Künstlerin darf nur eine angestellt und X Praktikanten haben. stimmt das?2 mein Blick fällt auf den Boden: gelb. zitronengelb.

Erinnerung an einen See Sneaker im Eingangsbereich der Wohnung. naked man, im Bett wartend und später Mettwurstsplitterbrötchen zum Frühstück essend.3

A erzählt: die auffälligen Anfangsbuchstaben der Garamond. warum schreibe ich die Anfangsbuchstaben nicht groß?4

in Mitte sprechen alle englisch. es gibt “ Healthy Food Breakfast & Lunch Restaurant“ – ich bin FACTORY GIRL #14 in der Warteschlange. A hat einfach ›Frühstück gegoogelt‹. (wie lange ich schon nicht mehr Frühstücken war.) Cinamon bun + Kaffee schwarz (guter Kaffee. ((einige Tage später in Dresden sollte mir auffallen, wie mein eigenes Verhalten das Verhalten einer hochgradig indivudalisierten Person ist. sagt man so? nein, ich kaufe mir nicht irgendein Ding, es muss schon ein Schönes sein. hier mischen sich Ästhetik und die Ausstrahlung einer Marke).

später erzählt O: wine-to-water-program, wie es in der Unterkunft zugeht, während ich mit dem 3D-Stift kleine Objekte baue. der 3D-Stift sieht aus wie ein Nasenhaartrimmer, funktioniert wie eine Heißklebepistole und gibt einen Windowcolourähnlichen Plastikstrang von sich. die Packungsbeilage ist ein unfassbar merkwürdig gestalteter Flyer, der an die Esoterik-Ästhetik von Vitaminpillen und Spielzeug aus kleinen Produktion erinnert). auf dem Weg zur Friedrichsstraße ein Autocorso Corona-Leugner. stört mich nicht so sehr, dass sie eine andere Meinung haben, nur das Unverständnis aller Parteien füreinander stört mich – sehr.

noch später: Vodka & Gurken mit N.

  1. das ist bei Weitem die Sammlung mit der feingliedrigsten Regel []
  2. ist die künstlerische Arbeit dann immer eine, die zwar in Gruppen stattfinden kann, bei der aber die Gruppe nicht von einer Person geleitet werden kann, das heißt darf die Gruppe nicht zu groß werden?. ist das gut oder schlecht für die Kunst? []
  3. der high achiever, von dem zwei Tage später die Rede ist. später arbeiten wir beide weiter. []
  4. nicht der Anfang, sondern die Wahlmöglichkeiten und Entscheidungen für etwas. nicht der Anfang, weil nach dem Anfgan immer noch remittiert werden kann. von einer Entscheidung kann man erst sprechen, wenn etwas wieder ein Ende gefunden hat. je mehr Anfänge, desto. ein Ende dagegen ist eine Entscheidung ein klarer Anfang. als ob die Anfänge nicht wichtig wären. []

211229 Vorsätze

Vorsätze fürs Neue Jahr: mein Sprechen über Nähe revolutionieren. (hm-hm macht die Dampflock, die durch meinen Kopf fährt1 und die M13 wieg sich um die Ecke, fällt wie immer nicht um, obwohl ich das jedes Mal denke.

neben mir sitzt ein breiter älterer Herr und rauht Zigarre. kommen Sie aus der DDR, frage ich ihn und beiße mir innerlich auf die Zunge, wo ich doch gerade bei Enis Maci Eiscafé Europa gelesen habe, wie unhöfltich zu fragen: woher. aber mir brennt es unter den Nägeln ihm mein chinesisches (›wie? kinesisch? fragt er, ach schinesisch‹) Handtuch in seine Vergangenheit einzuordnen. aus dem Ostwarenlager kommt es, meinte die Frau.

wie komisch. ein Land, das gestorben ist, ohne Tschüss zu sagen. ich denke an die Trauer-Phasen von KüblerRoss

  1. Bild vonC []

211222 junge Hunde, Sterne, Wein

wie zwei Hunde, die sich beschnüffeln.

von allen Seiten blitzen die Reflexe der Jahresrückblicke anderer mich an. die zwei Jungs laufen nebeneinander und suchen erst den Polarstern, dann bleiben sie an dem mondähnlichen Leuchten gleich über den Dächern da vorne hängen. is ja eckig, das kann nicht der Mond sein. nein, das kennen beide schon, bestärken sich gegenseitig in dem, was sie denken, sie können gut. der eine ist stark, der andere sammelt gut. und dann, vor Lidl, bei der Kinderübergabe zurück an ein Elternteil, betonen wieder alle wie anstrengend das eine Kind sei.

später schlemmen mit I. er schwärmt immer noch von S. das erste Mal, dass ich ernsthaft mit gleichaltrigen Freunden über Kinder spreche. später finde ich es dann ultramerkwürdig, als ich mit C in den Raucherraum gehe und die zwei Frauen über ihre Einzelkinder sprechen (es tut ihnen leid). ein alter Mann huscht aus dem Raucherraum, pflegt die Rosen und schwallt uns zu. schlemmen. stop! erst beim dritten Mal reagiert er: stop! nun aber wirklich. spazieren zurück, nochn Tee. I wird sich den Wein nach Hause bestellen. ich bewahre die Rechnung in meiner Handyhülle ›keine Rechnung‹ <3

du bis ja noch da, das macht den Unterschied, sagt I, und, dass ich 5 Jahre + bekomme für jedes Weihnachten in Berlin. die Salbeignocchi erinnern ihn an Christian und ab sofort werde auch ich keine Salbeignochhi mehr essen können, ohne an Christian denken zu können. die Figur Christian hat sich längst verstelbsständigt und wird nicht allzuviel mit dem Christian zu tun haben, den ich vor 6 Jahren mal kannte.

noch ein Vodka,
noch ein Bier,
noch ein Glas Wein und
Tee mit Limette
aus den neuen Gläsern.

(später fällt mir auf, wie das Geschenke-Machen abgehakt werden kann und wie es gekonnt und stilvoll eingesetzt werden kann. das denke ich, als mir C ein kleines Päckchen mit zwei noch kleineren Klammern verschlossen, übergibt.)

211222 Papagei ›Lola‹

W schickt mir ein Foto mit einem Papagei. er heißt Lola.1 von den Rauhnächten, spricht E und einige Tage später wünscht auch A frohe Rauhnächte. ich treffe S und F, als ich den Berg hinabfahre. wir reden ein bisschen dies/das.

  1. einige Tage später erzählt mir C, dass auf Palma Vulkanausbrüche sind. ich denke an absurde Gedanken zu Palma – wie es aussieht und welche Buchstaben männlich und weiblich sind. Flöhe im Ohr von Ws Jugend in Südfrankreich []

211220

un unlikely day to travel, sagt eine der drei Personen, auf dem Weg Richtung Ostkreuz. sie haben Reisepepäck dabei. ich laufe durch das Gelände der Bahnn am Ostkreuz und finde zufällig ein Schild, das den BBK als hier ansässig zeigt. – in der Platte. (liebe Platten.)

wir hoffen Sie haben ihre Traumimmobilie gefunden, schreibt Immoscout, nachdem ich meine Plus-Mitgliedschaft gekündigt habe. ich sehe hier eindeutige Zusammenhänge zwischen Geld und der Suche nach dem Richtigen / dem Besten, dem deine Persönlichkeit am meisten unterstreichendste XY (hier kann alles eingefüllt werden und ja, richtig. nicht nur Produkte, auch Menschen). arbeiten, um sich das zu kaufen, was dich am besten dichselbst sein lässt. ich weiß ja nicht. vergisste ja ganz, wer du bist vor lauter Arbeit.

gestern heule ich C die Ohren voll, dass mir alles zu aufregend ist und endlich Ruhe, am liebsten alles für immer. er selbst jammert über seinen Rücken, möchte aber nicht das übrige Wärmepflaster. mit Alter kokettieren, das wir nicht haben. so jung bist du, sagt mir jemand, aber so jung fühl ich mich gar nicht. ja duuu, sagt er, nein niedlich. erkläre, was gfeid heißt. feil, sagt er und lacht, weil ers eigentlich gar nicht sagen kann.

high (nein). nur X war high, als er ein kurzes Näschen Keta, den Tisch entlang zog. das Aneinanderschlagen der Karten, als er die Kristalle zerkleinert. ich vergesse die Relationen. wie lang kurze Nasen sind. ich leere eine Flasche Wein und am nächsten Tag nehme ich die Bahn in die falsche Richtung.

Was könnte man auf einen Tiefgaragenplatz für 80 Euro im Monat stellen, dass es sich lohnt. ((im Laden erzählt mir heute einer, er kaufe ein Kochbuch für seine Eltern und auch die Zutaten, damit die was daraus Kochen, weil die Begründung „jetzt haben wirs schon das“ schon immer gezogen hat. E kommt mal wieder vorbei. keine Muße für junge Männer, die im Bücherladen Büchertips an die Verkäuferin (mich) geben.)

der Italiener aus der Pizzaria war also doch Albaner.
ich wusste es. würdest du, fragt er: Rotwein erkennen? mit verbunden Augen? einen Schluck nehmen. ja doch, vielleicht. mit einem ausholenden Bewegung. was machste nur mit deinen langen Armen und Beinen. du ((wer ist dieses du – jugendlich, würde A sagen. naja. wie jung ist denn jung.)

highlight des Tages. ein Mann mit einjöhrigem Kind, das kaum reden kann, der fleißig Bücher kauf und dann nochmal zurückkommt und auf Englisch ein Buch bestellt, dass das Kind nicht versteht, ob ich das dann einpacken könne. das Buch sei für ein anderes Kind und sein Kind solle nicht eifersüchtig sein. warum sollte es, frage ich mich insgeheim, aber alles ist ja manchmal irrational und der Mann so vorsichtig, dass ich nicht anders kann, als das sehr sehr nett zu finden.

: in Arbeit

für etwas einzukaufen, guck in meinen instagram-Account. dort gibt es ab und an Dinge, die man auch käuflich erwerben kann.

211218 Arbeit, dann Atelier-Arbeit, dann Perlen aus den Wohnungsanzeigen, 1 Fl. Wein

»Wie Homeoffice nur Besser – Urban Living – Moderne Neubauwohnung« (Wohnung in Weißensee).

Übergabe: Bild an N. Geld an mich. er erzählt von einer Frau, in Frankreich. er erzählt auch von seinem Vorhaben

endlich kommt die Jacke an. sie ist weder zu groß, noch zu klein, aber sehr warm. ich stehe im nahkauf vorm Weinregeal und finde keinen Wein.

merke mir selbst meine Begeisterung für Bücher an, die

Dieses kompakte Studioapartment befindet sich in der 1. Etage. Es bietet Ihnen ein modernes Raumkonzept zum Erholen, Arbeiten und Studieren. Das Sofa mit Bettkasten garantiert erholsamen Schlaf. Die funktionale Pantry, ein Kleiderschrank und ein großer Schreibtisch komplettieren die moderne Einrichtung. Das Duschbad ist barrierefrei.
Smart TV, Staubsauger, Kaffeemaschine, Toaster, Wasserkocher, Fön und Bügeleisen gehören zum Ausstattungspaket.

ich sitze im Atelier. R telefoniert mit zukünftigen Handelspartnern und macht gleichzeitig Ohrringe. ich denke an Morgen, an die Besichtigung.

211216 + 17 ich liege

ich liege auf dem Bauch auf dem Bett. die Heizungsrohre geben ein leises Surren von sich; es riecht nach Wachs und nach Räucher. »ich bin nicht viel zu Hause« (im Konsens). nur Schlafen (viel genug). tdm ist uns ein Zuhause wichtig, auch wenn der Gedanke an Pflanzen abwehrende Handbewegungen hervorruft. der Vater hat eine Wohnung. nein: der Vater des Freundes, der gleichzeitig der Freund des Vaters ist, hat eine Wohnung, direkt neben der Botschaft, in der er Pfeife raucht und heimlich Zwieback ist. ’sehr schön wars.‘ und? wie schmeckt er dir, der Zwieback?

an den anderen Tischen in der blauen Stube sitzen fast nur Männer und schenken sich aus Karaffen Wein ein. ich bin müde. heute Plätzchen, durchzogen von Zigaretten auf dem Balkon mit A, die lieber nicht alleine raucht. die soziale Komponente. rauchen Sie? in einem Text über mailart streift ein Dalmatiner zögerlich durchs Bild.

Guten Morgen!

die Beobachtungen über Männer nehmen überhand.

211218 Milch

meine Milch1 ist kaputt gegangen, sagt H. das musste ich mir notieren, sage ich.

  1. und als ich die Notiz wiederlese erinnere ich mich an meine Milch-Obsession 2018/2019. ich erinnere mich an den Tierarzt, sein Milch-Expertentum. ich erinnere mich an einen Text: ›Theaterwerbung & Milch‹ und ich erinnere mich ebenfalls daran, dass es eine solche Obsession auch zu Croissants gab/gibt. irgendwohin muss man ja denken []

211213 das Gras ist grüner…

kennst du das? nein, das nicht. auf deiner Pizza ist mehr Käse. dein Teller: voller. hier ist der Wald so dicht, dass wir vor lauter Baum den Wald nicht mehr sehn. natürlich schmecken die Spaghetti anders als die Pizza und nichts von beidem ist grün.

211212/13? Mitternacht, Ostkreuz, nach Warschau

Mitternacht, Ostkreuz: ein junger Mann schreit mir hinterher, ob ich seine Mutter anrufen könne.

auf dem Weg zum Ostkreuz meint E, ich solle unbedingt mal nach Warschau. es sei toll und abgeranzt.

im Laden erzählt einer der vielen Weihnachtsgeschenkeinkäufer, dass er im Radio gehört habe, man habe 7 Jahre schlechten Sex, wenn man Bücher auf amazon bestellt. jetzt ist er her. nach der Arbeit hole ich eine Kochplatte über ebay.1

nachdem ich die Kochplatte gekauft habe, mache ich E und mir was zu Essen. wir rätseln über die Worte mancher Menschen (warum hat der Mann das mit dem schlechten Sex gesagt?)

A findet es irgendwie niedlich, wenn Männer keine Geschenke einwickeln können.23

(wir fahre erst in den Westen, dann in den Osten, dann nach Albanien, nach Südfrankreich und dann nach Kanada. im Auto läuft Jazz aus Warschau mit einem zauberhaft-gesprochenem Intro, das mich total gefangen nimmt. ich lausche dem Intro und sehe aus dem Fenster.) heute morgen finde ich ein Buch über Kanada)

später mit E rätseln über Raumergreifende Menschen.

ich fahre an TK-Max vorbei, denke ganz kurz, es sei C (an der Haltung zu telefonieren), aber der Mann trägt Turnschuhe. kann er nicht sein. mit E später herzhaftes Lachen darüber, dass auch sie ganz genau weiß, was ich meine als ich ihr von den Inseln erzähle und dass ich mir ganz sicher bin, die Worte des Mannes können nicht mit dem übereinstimmen, was er sich gedacht hat. sozial intelligent hat C es letztens genannt.

A fragt, ob wir uns noch treffen. ich winde mich innerlich.

  1. am nächsten Tag koche ich im Atelier zum ersten Mal auf ihre Kaffe. keine zwei Meter von meinem Schreibtsich entfernt. zwei Tage später lese ich in einem Text über care, der in den Studios rumliegt, dass immer die Möglichkeit zum Kochen bestehen solle. sorge für dich und die anderen. du kochst nicht? dann stimmt was nicht. []
  2. ich denke an C und das Buch, das er mir zum Geburtstag überreicht. ziemlich lose in Weihnachtsgeschenkpapier gewickelt. ich weine die ganze Zeit und stelle es dann mit dem Rücken zuerst ins Regal. ich denke an L, die vorsichtig alle Erinnerungen an L in eine Kiste packt. dann fällt mir ein, dass ich Ls Agave beim Umzug vergessen haben muss – oder sie ist gestorben und ich kann mich nicht mehr erinnern? []
  3. zwei Tage später frage ich X, ob er Geschenke einwickelt. kann er schon, meint er, aber nicht so gut und dann sitze ich im Auto und genieße es total. zur Begrüßung hupt das Auto ganz laut. []

211212

ich sitze am Nettelbeckplatz und trinke mit eiskalten Zehen Filterkaffee1 und nehme große Bissen von meinem Marzipancroissant. es duftet nicht. ein Mann legt direkt neben mir einen kleinen Haufen Äste ab. ich gucke ein wenig verwundert. alle eher durchschnittlich. »für den Ofen«, sagt der andere. dann diagnostiziert der dem Stöckesammler noch schlechte Laune.

*

vor dem Stress anderer weglaufen.

*

zwischen der ersten und der zweiten Wohnungsbesichtigung begegne ich meinem ersten Exhibitionisten.

M, K und ich kaufen einen Baum.

abends Gänsehaut bis in den Bauch, als ich über das MacBook laut Musik höre.

Musik + Körper -> körperinterne Drogenstoffe. wie genau das funktioniert? keine Ahnung.

gestern: das lückenfüllende Sprechen aufgeregter Männer. es fällt mir nichts ein, außer nichts zu sagen, und zuzuhören.

  1. mit einem Schluck alpro-Barista-Hafer. kaum zu glauben. die gab es, stand direkt neben der ultrahocherhitzten hellbaluen Milch []

211211 alles und nichts.

ich sitze unter regnerisch-grauem Himmel. aber wo sitze ich? ich sitze am Küchentisch – wie immer. heute keine Haferflocken gefrühstückt. (und wenn du dich jetzt fragst: ja, ich habe gefrühstückt.) Unmut über Nachrichten, die mich über das Telefon erreichen. stell dir vor, es gäbe keine Handys, dann gäbe es ganz sicher weniger Ärger. nebenher laufen Ms Worte über die ärgerliche Art seiner Exfreundin durch meinen Kopf, während mein Arsch von der Sitzwärmung seines Autos gewärmt wird. insgeheim trauern wird beide dem alten Volvo nach, in dem wir jetzt ganz sicher frieren würden, aber der ist bei einem Unfall mit einem Reh im Süden von Deutschland unbrauchbar geworden. ich bestaune seinen Ärger nun und denke an die Lähmung, die Traurigkeit hervorrufen kann. (gelähmt wie ein Reh im Scheinwerferlicht eines Autos.)

M beneidet mich um das Alleine-Sein-Werden während des geplanten Auslandsaufenthalts. ich verziehe den Mund. die gnadenlose positive Einstellung dem Weggehen gegenüber lässt mich immer zweifelnd zurück. schön ist es, alleine zu sein, aber ebenso anstrengend und aufwühlend und – die ganze Zeit Umbruch. und wenn ich an das Heimweh denke, dann krieg ich jetzt schon nen Kloß im Hals. ›manchen würde es gut tun‹, sagt M. aber die, denen es gut tun würde, die schaffens auch anderswo nicht fremd und alleine zu sein.1

OMG das glitzert, ich will das haben. ((dies ist ein Spruch, auf den mich C aufmerksam gemacht hat. Frauen, die heute 10 Jahr älter sind als ich, gaben ihn vor 20 Jahren von sich.))
wenn ich groß bin, werde ich Prinzessin ((dies ist ein Spruch, der vor 10 Jahren an meiner Zimmertür stand. auf Tafelwand. heute bin ich immer noch nicht Prinzessin, dafür bin ich jetzt Künstlerin. auch gut.))

ich schreibe. so lange, bis ich nicht mehr kann. »was machst du?« – »na schreiben, was sonst.« das – ohne die passende Jacke dazu und ohne am Tisch zu sitzen. A. L. Kennedy schreibt man schreibe am besten, wenn man anderswo ist. ich kann das nicht bestätigen. ich schreibe am besten da, wo ich immer bin.2

gestern auf dem Heimweg, gehe ich das letze Stück mit M und KS; gehe weiter zum Postfach, hole meinen Adventskalender ab, den mir P auf Ms Adressee geschickt hat. es ist der längste Adventskalender der Welt und er hat ihn selbst gebastelt – wie jedes Jahr. bis vor wenigen Jahren hat O ihn noch gebastelt. dann hat sie 5 Jahre lang angekündigt nicht mehr zu basteln, bis sie ihn dann irgendwann wirklich nicht mehr gebastelt hat.

KS hat K ein Bild gemalt, das der gleich an seiner Pinnwand beestigt hat. im Gegenzug hat er KS eine Pflanze geschenkt. (die K und M dann bei mir im Atelier vergessen haben. sie steht auch im Mai immer noch da.)

vor ungefähr zwei Wochen sitze ich beim Bäcker an der Ecke. dort im Wedding, bei dem Bäcker, bei dem C und sein Bruder immer gesessen sind, als –3 ich sitze da und neben mir sitzt einer, der aussieht wie der Hader. er redet ziemlich viel Müll, ziemlich viele Vorurteile und eigentlich habe ich schon die ganze Zeit überlegt nach einer Zigarette zu fragen , bis er dann auf einmal anfängt über ›die Schnorrer‹ zu schimpfen. dann trau ich mich nicht mehr. wie unser Gespräch angefangen hat? er kommentiert die Bücher, die ich auf der Straße gefunden habe und die jetzt auf einem Stapel vor mir liegen. dann erzählt er noch, dass er auch Babyratgeber mitnimmt, weil – »man weiß ja nie«. (ich sage: es lohnt sich geradezu zwei Kinder zu bekommen. dann kann man beim zweiten die Erfahrung vom Ersten anwenden.)

im Adventskalender ist das gute Kräutersalz, das P und M immer benutzen.

später fahre ich ins Atelier. Tauwetter. kompliziertes Telefonat mit C: wann treffen wir uns jetzt und wo? Y lauscht und fragt, ob C mein Freund sei und was wir denn nun heute Abend machen. ich sehne mich nach weniger kompliziert und stolpere über meine eigenen Worte, als ich M gestern alle Sachverhalte schildere. es ist dunkel hier. fast wie Nacht. in der Küche bewunder Y meine Kaffeedose. es folgt ein Gespräch, wie die Farbe aufs Metall kommt.

in 10 Tagen werden die Tage wieder länger.

die Ferkel des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft sehen rosig, frischgewaschen aus. Perlen vor die Säue. was genau heißt das eigentlich?

 

  1. diese Aussage nehme ich am 220510 zurück. »geht nicht?« »Aussagen kann man nicht rückgängig machen.« »na gut. dann markiere ich ihre Unwahrheit / meine sich ändernde Haltung ihr ggüber« []
  2. 220510 … wenn ich an einem Ort lange bin und die nötige Ruhe habe, dort zu schreiben. []
  3. als was? Anlass vergessen. []

211211 Revue 7.12.: Tropen

s. auch 211207

so tun, als ob man am Strand liegt. an einem Strand in einer Halle in Brandenburg. C lacht: die ganzen Assis, aber es sind keine Assis hier. nur die Kabinen, kleine Häuser auf Stelzen, in der Halle, in die man zum Rauchen gehen muss und die nach abgestandenem Rauch trotz Belüftung riechen, sind irgendwie eklig. die Kombination Rauch und Wasser ist auch irgendwie eklig.

»Und wie fühlst du dich?« (eine innere Stimme, die fragt) wie fühlst du dich – nach ein bisschenp planschen, nach einem doppelten Espresso und einer Portion Pommes. den doppelten Espresso hast du erst bestellt, nachdem du dich vergewissert hast, dass auch die Menge eines doppelter Espresso noch in die kleinen braunen Pappbecher passt. du wolltest keinen der Mehrzweckbecher aus dickem Plastik. komische Vorstellung. jetzt, mit dem ganzen Essen im Bauch nochmal ins Wasser zu gehen. zurück ins Wasser. für das Essen gibt es Tabletts und dann gibt es noch Nachfüllbecher für 16 Euro, die man unendlich oft mit Cola befüllen kann, wenn man nur brav den Abstand von 10 Minuten einhält.

zum Abschied drückt M seine Bewunderung aus: dass ich immer schwimmen gehe. wir können uns ja mal treffen. im Strudel, im Dunkel der Nacht und dem Dampf des warmen Wassers verwechselt mich M mit jemand anderem und sucht peinlich berührt das Weite.

so tun, als ob man am Strand liegt
und niemand kennt dich.

so gesehen werden, als ob man zusammen gehört. die Kassiererin drückt mir den Zettel für zwei in die Hand und ich raufe mir innerlich die Haare. kann man nicht mal hintereinander die Kasse passieren, ohne gleich als zugehörig gesehen zu werden? wir machen aus, einen Treffpunkt auszumachen und dann: vergessen wir es. wir schlagen ein Lager auf und dann sind wir nie da1

so tun, als ob man am Strand liegt und Caipirinhia trinkt. Caiprinihia mit Sand. nein: im Sand.2

aus den Lautsprechern oben schallt Werbung oder andere massentaugliche voice-overs. wer käme noch in Frage, wenn nicht ? [unkenntlich]

Arbeitsteilung | es wird von einer Expertinnen in der Form ausgegangen. aber sind Expertinnen des Materials. (Alles aus einer Hand)3

was macht die Frau? fragt ein Kind seinen Vater.

mit einem aufgeweichten Strohhalm sauge ich die letzen Reste meines Getränks aus meinem Glas.

  1. ich denke an die verlassenen Wohnungen der arbeitenden Bevölkerung. ich denke an meine verlassene Unterkunft, seitdem ich ein Atelier habe. aber wir nennen es Wohnung, nicht: ›shelter, dessen Definition beinhaltet, dass man sie am Tag verlässt, die ›Unterkunft‹. []
  2. ich erinnere mich and den liebevoll ›Caipi‹ genannten Cocktail. ich vergesse seinen Namen sofort wieder, aber der Geschmack erinnert mich an die Creme, die ich wenige Jahre (nun ja, etwa 8 Jahre) zuvor fleißig gekocht habe. kurz vor vegan (das klingt jetzt wie eine Zeit: erinnerst du dich noch, als ich vegan war.)

    1) am Geld werden Dinge messbar
    2) lange nicht mehr
    3) Zweismakeit
    4) s. 1)
    5) ›jetzt geht es bergab‹, sagt C: ›nach der Hochzeit‹ und ich ärgere mich Grün und Blau, dass der Mann nicht mal die Sache mit der Liebe ein bisschen optimistischer sehen kann.

    vor lauter anderswo fange ich an mich zu erinnern: an Abende als Kind mit den Eltern im warmen Wasser in einem Schwimmabd in Wasserburg. ›Badria‹ – das klingt ein wenig italienisch, wenn man will.

    wo befinden wir uns?: genau hier. an einem Ort, den du dir schlimmer vorgestellt hast, als er ist. eine kleine Kulisse von fernen Ländern.
    wo bist du? im Urlaub, in fernen Ländern, im Dschungel. hier: bist du in den Ferien. hier schlürfst du deine Cola aus einem Becher aus Plastik. hier gehst du den Dschungelweg und bewunderst Tiere in einem Terrrain, die sich verstecken. während ich schreibe, ist Ka auf ein anderes Kind zugegangen. sie sitzen beide auf einem leuchtenden Pferd und starren ganz gebannt auf den Bildschirm vor ihnen.

    große Lust zu kauen. irgendwas.
    Hunger,
    könnte man sagen.

    die beiden Kinder

    was ist das schöne hier?

    1. nicht erreichbar zu sein.
    2. die Rutschen ((das hätten wir nie gedacht []
    3. diesen Gedanken hatte ich und ich hätte ihn mir selbst wohl noch ein wenig genauer notieren müssen. so bin ich mir nicht gnaz sicher, was ich meinte []

211210 nutzlose Bücher

mit einem eingbauten Nutzen kaufen wir Dinge gleich viel lieber. warum also nicht einen Nutzen in vermeintlich nutzloses einbauen: mit diesem Buch können sie auch einen Turm bauen, sie können Briefe beschweren, ihre Muskeln stärken, wenn sie es durch die Gegend tragen, sie können es physisch und buchstäblich als Waffe benutzen.

211209 vor lauter Denken

während ich so denke und sitze und mache gleichzeitig, denke ich: ich komme zu wenig zum Denken momentan.1

ich renne meinen Notizen hinterher. neulich hat mich mal jemand gefragt, was ich damit mache. anhand der Frage versuche ich mich zu erinnern, wer das gefragt hat. ich weiß es nicht mehr.

ich denke an M. von den Tropen noch müde haben wir überhaupt keinen Zugang zueinander. weirde Bildausschnitte und weirde Gedankenfetzen meint D. ich vermute, dass das warme Wasser meine Zellen ganz weit geöffnet hat und dann ist der Alkohol bis ins Äußerste meines Gewebens und heute dehnen sich die Zellen langsam zurück und ich bin ganz träge2.

kurzes Telefonat mit M, wegen morgen
Nachricht mit M, wegen dem Buch,
Nachricht von N, die ging eigentlich an seinen Sohn. ich versthe nix

NOTIZ 1
flussaufwärts.
die Regeln der Gastlichkeit beherzigen: es stehen Kekse auf dem Tisch (die Möglichkeit sich eines zu nehmen und in einen anderen Zustand zu geraten). <33

NOTIZ 2
die eigene Identität stören, indem man die Handynummer wechselt.

  1. mit Werbung bin ich zwar auch mit den Dingen beschäftigt, aber auch mit dem Werben für die Dinge. Ding = Sache []
  2. solltest du besser wissen, warum Tage in den Tropen deinen Körper am nächsten Tag matt und matschig fühlen lassen, dann schreibs unten in die Kommentare []
  3. schon lange nicht mehr an Proust gedacht. ein Geheimnis, das ich mir teile, bis jemand sagt: ein Proust-Moment. ›ich hatte einen Proust-Moment, als ich das gegessen habe, was wir immer gegessen habe‹ ((die Augeschlossenheit gegenüber den DIngen, die andere gut finden. ich denke an Ls Freitag-Tasche. die hat sogar C schon gesehen []

211208 nach einem Aufenthalt in den Tropen

nach dem Ausflug in die Tropen ist mein Zeitgefühl durcheinander und mein Kreislauf ebenfalls.

M und ich finden von uns selbst überrascht Gefallen am Rutschen. K reitet mit einem anderen Kind auf einem leuchtenden Pferd. M isst Falafel mit Tsatsiki. sonst essen alle Pommes. es gibt Majo, Ketchup und Senf aus einer Vorrichtung, die mit Fußpedalen bedienbar ist. die Majo schmeckt essriger als ich erwarte. kommt bestimmt aus dem Spreewald. M und ich lecken unsere Finger und sehen dem life guard hinterher, als er mich ansieht und über die ideale Wassertemperatur für Kinder spricht. ich verstecke mich.

Ketchup besteht aus Essig und Zucker. das ist der Trick daran, meint D. er weiß das aus dem Internet. ich glaub ihm, weil er auch weiß, wie man sein Geld anlegen muss. so erinnere ich mich, dass C vor einigen Tagen einen Burger und Pommes mit Majo isst. die Verkäuferin vergisst zwei Mal die Majo und legt ihm dann gleich drei Packungen hin. ich mache eine Notiz, in mein Buch, in der es um das Arrangieren von Gegenständen und den Unterschied zwischen Bauklötzen und Lego geht. C meinte, die Barfrau sei unzurechnungsfähig und überhaupt nicht ernst zu nehmen. ich glaube sie hatte einfach ein bisschen Angst vor so einem großen Mann und war deswegen ein bisschen komisch.

ein Becher voll Glücksgefühl, den man immer wieder auffüllen kann.

laute Tarzanschreie durch die ehemalige Zeppelinhalle. gegen Abend wirds dunkel. es ist kalt in den Tropen. ich erinnere mich an Vietnam.

[später mehr]

211207 (1) Kino, 1 Tag vor Tr.

die Nachbarn oben stöhnen laut. im Kino, vorhin, ebenfalls lauter Sex (auf einem Tisch im Büro. wo sonst.). eigentlich wollte ich C noch eine Knutschgeschichte von früher erzählen – vergessen. dafür hat C den Knopf gefunden, den ich offensichtlich bei ihm im Flur verloren hab. er findet ihn noch am Tag des Verlusts. ich, vom fehlenden Knopf geschärfte Aufmerksamkeit, finde ebenfalls einen großen dunklen Kopf und schicke ihm ein Foto.1

im Kino nicht nur Sex, sondern auch Popcorn: süß salzig gemischt. ich nehme ein Schluck aus Cs alkoholfreiem Bier und lache laut über die konstruierten Witze des Films. (Faktoren, die ein Film, der erfolgreich sein soll, erfüllen muss: stars, fun, gewalt, liebe, musik, tbc. zielgruppenorientierter Content, gefällig) später stehen lauter kapuzentragende Menschen draußen.

wer gewinnt? das Backgammon für drei Euro bei oxfam an der Bergmannstraße lege ich wieder zurück ins Regal, nachdem ich ausgiebig die kleinen Steinchen bewundert habe.

ich schmunzle über die Paare im Laden und kaufe bei unserem Nachbarn griechischen Wein.

  1. Bedeutungsschreie des Protagonisten. ich schüttle den Kopf. []

211205 1 Tag nach dem Goldmarie

wie ich mich fühle?1 wabblig, löchrig und – orange, rotorange. das sehe ich seit gestern überall: rot, orange. die Jacken der Menschen in der Bar. K war schonmal hier, meinte er, vor vielen Jahren. dann laufen wir durch den Schnee. ja! es schneit

*
Guten Tag!
unsere Lateinkenntnisse liegen im Boden des Eingangs vor uns versenkt. ›SALVE.‹ in Versalien und ein Kinderchor, der ›Sal-ve-te Ma-gis-ter‹ leiert. ein mittelaltes Paar tritt durch die Tür, über das Salve, sieht unsre sehnsüchtigen Blicke: ›und welche Hausnummer hätten Sie gern?‹ fragt der Mann. ›die Nummer ist uns egal.‹ (die Nummer ist uns wirklich egal, solange die Decken hoch und die Fenster tief sind. wie das Haus unserer Kindheit soll es sein.) Guten Tag!
ein weiteres Lateinwort, an das ich mich regelmäßig erinnere: egregius. aus einer Herde Schafe sticht eines heraus: ›schau mal!‹
[A] Knödel
[B] C.L. (als er jung war)
[C] ein Plätzchen. (die haben wir gebacken und gegessen – ein paar zumindest)
[D] gewonnen (unentschieden) [x]
*

der Mann an der Tür des Etablissements, das wir ganz unerwartet Nahe des Anhalter Bahnhofs finden, redet vertrauensselig mit großen Pupillen zu uns. es gibt eine kleine Fliege auf das Handgelenk gestempelt – geimpft oder genesen. später lehnt sich ein junger Betrunkener mit Ehering über K und möchte ihm unbedingt einen Korn ausgeben. er macht ihm Komplimente für seinen Namen.

am Abend bin ich ein bisschen verplant. Treffen mit E. wir gehen essen. man kann nicht Bar bezahlen. ich fahre nochmal los – ohne Schal, zur Bank. dann essen wir endlich. später: Kreolen & Wärmecreme gegen meinen schon Tagelang verspannten Rücken.

  1. fragt S beim Goldmarie-Treffen []

21112X während der Ausstellung

über Glaubwürdigkeit–die eigene Glaubwürdigkeit bestätigen.

›so müsstest du immer sprechen‹, sagt C am Telefon.1 C und W treffen aufeinander. der alte Mann richtet seinen Brustkorb auf. ((gerade lese ich – wie schon 10.000-mal berichtet Chris Kraus. denke in diesem Zusammenhang an W

  1. am 11. Juni 2022 überetrage ich die Notiz, die ich in einem Chaos-Ordner auf meinem Computer finde. mittlerweile hab ich mich um die Sprechstimme gekümmert. []

30.11. / 1.12. Tag 1 Liebermann-At.

ich denke an nichts – weil uns nichts wichtig ist. ich denke an letzten Sommer und die Tageslichtlampe, die ich mir jeden Jahr überlege zu kaufen. am letzten möglichen Tag schicke ich die Bewerbung für Toulouse ab und nur, weil E klang als ob sie doch gerne gegangen wäre und sich lieber nicht von äußeren Zwängen zum Bleiben hätte verleiten lassen. die Bewerbung ist unfassbar chaotisch und ich hoffe, dass sie nicht zu viele Menschen in die Finger bekommen. am So treffe ich L und F. Fs Kollege hatte doch kein Corona, ein Glück.

die Ansage der Ringbahn klingt wie eine Geisterbahnansage. Kichern auf den vorderen Sitzen.

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der Ladekreis dreht sich.

ich finde einen Falter und denke an A.
später liegt im Innenhof ein abgestürztes Voglehäuschen. wo das wohl festgemacht war?

211129 Sonntag Abend

ich trinke: 2 Vodka für 5,60 und höre den beiden alten Männern zu, was sie der aufmerksam lauschenden Barkeeperin erzählen. zwischendurch spricht die Barkeeperin von Anton. mit Anton, haben wir… so hat B die Sätze auch immer formuliert. mit X, da haben wir. neben mir liegt eine halbe Pizza. die habe ich vorhin nicht ganz geschafft. wir habe Pizza gegessen. ›das hast du noch nie vorgeschlagen‹, sagt C, ›aber du auch nicht‹, sag ich zurück. jetzt liegt also der Rest der Pizza neben mir. so viel Käse. die Kellnerin trug Palme (immer) und zeitweise eine Glitzergirlande wie einen Harnes um den Körper geschlungen. das kann C gar nicht ernst nehmen. das ganze Lokal dreht sich um, als zwei Männer einen Großteil ihres leckeren Essens auf Ihren Teller liegen lassen. wir gehen noch ein Stück und zum Abschied umarmen wir uns und C und guckt ein bisschen besorgt, als ich sage, ich hatte zu knabbern (natürlich hatte ich zu knabbern, die ersten paar Monate).

später bin ich ein bisschen traurig und frage mich wie schon am 1.2. diesen Jahres, wie das ist mit der Liebe, wie sie aussieht: wie eine Scheibe Salami oder zwei halbe Kreise.

vorher: N will das Bild kaufen. erst erkenne ich ihn nicht, dann freue ich mich umso mehr. auch als M mich einlädt: Überaschungsparty für R: Tropenstudien. T kommt nicht mit. er weiß nicht, was er da tun soll. ich überlege: was ziehe ich an in die Tropen?

211128 Herd kaputt

für einen Moment bin ich mir ganz sicher den Herd kaputt gemacht zu haben.

nix mehr Zufall. irgendjemand schreit Bedeutung (als M die Straße lang fährt und ich einen Tag später auch und wie heißt die Straße?? – genau)

211127 NO-ISBN

mochten – wir mochten. dieses Wort löst irgendwas bei mir aus. lese bei NO-ISBN on self-publishing (was mir im Übrigen eher wie eine Feststellung erscheint, als ein Aufruf, was ich zuerst dachte), dass es [hier schreibe ich nicht mehr weiter, aber das Buch kann ich auf jeden Fall empfehlen. ich leih es dir auch, wenn du es dir nicht kaufen willst]

211127 zurück nach Berlin, Ottos Frau.

eine Frau mit Keksen geht vorbei. (›Lieblingsgast‹ – genau wie vor einem Jahr). in meinem Kopf: ›Kekse mit der Aufschrit Lieblingsgsast. davon liegen drei auf dem Tisch, als ich gehe.‹1.

H und ich stehen am Bahnhof und trinken Bier. genauer trinken wir beide ein Corona und nebenher teilen wir eine Zigarette aus den letzten Tabakbröseln. an Hs Hosenschlaufe baumelt etwas herab. es sieht aus wie die Ticketklemmen für den Skipass, aber es ist ein Feuerzeug an einem Gummizug. möchte man eine Zigarette anzünden, dann zieht man daran, wie an einer Hundeleine. wir beschließen. gemeinsam das Jahr ausklingen zu lassen und freuen uns dolle, als wir wenig später herausfinden, dass das Motto ›fancy‹ ist – abgefahren. sehe überall Glitzer und Gold. (die Keskse! ja, auch die Kekse.) später, im Zug, riecht die Seife nach Lilien und noch später riecht es dann auf einmal nach Glühwein. ich scrolle und klicke durch Wohnungsanzigen und lese ›perfect for professional single or couple‹. professionelles in Beziehung-stehen. der Mann gegenüber entpuppt sich als Italiener und sagt ›Ciao-Ciao-Ciao‹ zu jemandem am Telefon, als ob diese wiederholte Grußformel ein feststehenden Begriff sei.

H trägt ein rotes Tuch, ein zusammengeklapptes Handy am Hals. was ist das denn? sowas hab ich noch nie gesehen.

jetzt kommt schon der zweite mit Bier vorbei. ich will auch noch ein zweites Bier. ich denke an den Rausch, einen richtigen Rausch, den ich in Paris hatte. und ich denke daran, dass ich ganz kurz vergessen hab, was ich will.

am Ende des Abteils spricht einer davon, dass er erst um halb zehn bei Otto ankomme. »Birgit, so heißt doch Ottos Frau.« – stimmt. sie sammelt Schilkröten – wie meine Oma. erst haben wir festgestellt, dass Ottos Frau heißt wie ich, dann finden wir gemeinsame Bekannte. oh mein Gott, wie verschlossen. H schüttelt den Kopf. sie erzählt von der Schachpartie gestern Abend. ich öffne die Dose und nasche eines der Butterkeks.

im Zug merke ich auf einmal das Bier im Kopf.

  1. Auszug aus der Wert der Dinge oder: und dann? nehmen wir das Mofa und fahren weiter []

211122 an der Skalitzer.

nicht umsonst spielen Romane über Schriftsteller oft in Hotels in den Bergen. am besten schreibt man, wenn man nicht zu Hause ist. WO BIST DU? Zuhause. STIMMT NICHT. ich sitze an der Skalitzer auf einer Bank, die um ein Haus herumführt. nur mal schnell anhalten. eine halbgeöffnete Banane in meiner Hand. HÄH? na du weißt schon, eine Banane, die noch in der Schale ist, aber bereits halbgegessen. ACH SO. WAS WÜRDEST DU SCHREIBEN, WENN DU NICHT HIER WÄRST? ich weiß nicht. WÜRDEST DU MEHR SCHREIBEN? mach ich doch die ganze Zeit. DU WEISST; DASS ES UNTERSCHIEDLICHE ARTEN DES SCHREIBENS GIBT. ich weiß. DU MUSST. ja. DU MUSST SCHREIBEN. warum sagst du für das Schreiben nicht ein anderes Wort? eines, das weniger auf eine Art des Verarbeitens festgelegt ist. das Schreiben ist immer noch die am weitesten entfernteste Form von …DU KÖNNTEST AUCH TÖPFERN ODER SCHNITZEN. schreiben, das klingt immer so intelektuell und nach beigem Mantel mit Hut, aber es geht vielmehr das formale Ausreizen eines Materials.
die Lichter der Autos sind weniger hell als mein Macbook. ein Mann mit Hut, Mantel, Sneakern und freien Knöcheln geht vorbei. es ist sehr kalt. er sieht aus wie B. B IST LANGE VORBEI. DU DENKST NIE AN IHN, AUSSER DU SIEHS JEMANDEN, DER IHM ÄHNLICH SIEHT – was gar nicht so selten passiert. STIMMT. DIE MARKANTEN GESICHTSZÜGE DER MÄNNER AUS… das ist rassistisch. IST ES? letztens sagt A zu seinem Jungen, das sei sexistisch, wenn er an den Arsch der Ezieherin fasse. IST ES DAS? ich weiß es nicht.

mit wem sprichst du?

ich sitze auf einer Bank an der Skalitzer. der Mond ist heller als mein Bildschirm. BERUHIGEND. beunruhigend.
die U1 rauscht vorbei. sie ist weniger hell als der Mond, obwohl sie nur ein paar Meter entfernt ist. neben mir macht ein Paar halt. SIE RIECHEN IRGENDWIE INTENSIV UND FANGEN AN RUMZUMACHEN. ich schaue nicht hin. sie sind beide sehr laut. paarungslaut. sie kichrig; er hustet wie lebenslang Raucher. »nur in meinem Herzen« antwortet er auf irgendwas, was sie fragt. wie lange die wohl zusammenbleiben? was für eien Art für Liebe das ist? DU WÜRDEST AUSRASTEN, WENN DICH JEMAND IN AMORÖSEN ZUSAMMENHÄNGEN ZU EINEM MANN STELLT; MIT DEM DU ZEIT VERBRINGST BIST. stimmt. ERINNERST DU DICH, ALS DU LETZTENS IN DIE LUFT GEFRAGT HAST, WARUM DU KEINEN FLYER BEKOMMST? ja. DU HAST GAR NICHT DRANGEDACHT, DASS DIE PERSON, DIE DEN FLYER VERTEILT, EUCH ALS PAAR SHEN KÖNNTE: sind wir auch nicht. ABER DAS WEISS DIE DOCH NICHT. ok. E meinte dann: ich glaube der war auch für dich und du ich war trotzdem noch ein bisschen stinkig. ich meine, sie hätten ihn auch mir geben können, ihn zu mir zugehörig sehen können. und nicht andersherum. und abgesehen davon: unsere Körper halten eine solche höfliche Distanz zueinander. niemand kann auf die Idee kommen. DA WÄRE AUSNAHMSWEISE DER KÖRPER WICHTIGER ALS. als was?

((ich danke Olivia Wenzel für ihr tolles Buch, das mich irgendwie so schreiben lässt. reicht schon, wenn ich das Cover sehe)

211120 mit Arno / Zettel

sitze wieder bei S am Schreibtisch, neben Arno; denke an gestern [wohin denkst du? nach Gestern]: von oben runtersehen auf die Lichter der Stadt und der Allgäuer (keinKäse) auf meine Frage, ob da noch ein anderer Mann auf dem Männerklo ist: »den stört das bestimmt nicht.« ob es eine Kabine gibt, hat er nicht gesehen, aber er ist auch ziemlich besoffen. der andere Mann findet es fast schon Verschwendung Männerklos nicht zu benutzen, wenn die Frauenklos besetzt sind (geh doch!). wir gehen weiter, dalang, unter der Bahn, dorthin, wo es Wokda mit Gurke gibt. die Tapeten sind gold und das Publikum international. C mag die Gurken nicht. ich mag sie schon.

von der Bar nehm ich mir ein kleines Plastikbeutelchen mit Honig mit. sowas hab ich noch nie gesehen. ich sehe überall blau, wegen Maggie Nelson. frühs fahre ich nach Schöneberg, ganz verzückt, wie schön es da ist und Croissants gibts und die Wohnung ist toll und A ist auch nett. vom Balkon sieht man eine gerade Straße hoch bis an den Fernsehturm. sie steigt leicht an. ich fahre weiter, zu Arno.

eine Frau im Vorbeigehen: „i need breakfast“

211121 bei L, Croissants, Schrauben

sitze Ecke Lehbruckstraße/Rotherstraße. die Männer des Hauses versammeln sich, machen kleine Witze über das immer-hier-sitzen. (was, du auch?) an der Bank fehlt ne Schraube. liefert Anlass für einen Schraubenwitz (›sagt die Mutter…‹) gestern Alkohol mit H. ich fühle mich jung, wie immer, wenn wir zusammen trinken. Redebedarf wächst. ich trage Handschuhe und esse ein Eis.

Jahr des Croissants (2021)
– dieses Prädikat gab ich gestern dem gerade noch andauernden Jahr.

auch selbst musst du eine Entscheidung treffen und sie nicht von den anderenabhängig machen. ich denke an die wankelmütigkeit, in die man fallen kann bei mehreren Optionen. ich denke an mich, wie hin- und hergerissen ich gestern auf einmal war. so schön ist die Wohnung und A wirkt wie eine Frau, neben der man gut wohnen kann.

jetzt machen sie ››my heart will go on‹ von Celine Dior an.

ich fahre mir vor den Studios einen Platten, kleiner Empfang mit Sekt. alles inoffiziell. L bittet mich hinein (einmal durchs Gartenhaus und hoch), bietet mir ein Croissant an, einen Keksstern (ich nehme einen mit der Aufschrift ›ich‹)

und wo feierst du Weihnachten?, fragt sie mich. ich gehe schnüffelnd durch die gutriechende Wohnung. nach Aesop riecht sie. ›ich würde gerne durften‹ – sagt die Stimme in meinem Kopf. schreibe A und auf einmal Zwispalt.

211118 der kleine Junge aus dem Traum

warum liest der kleine Junge aus dem Traum Bello Gallico?

ich stehe bei fremden Leuten in der Küche und trinke ›lonely Zitrone‹ – nein ›lovely Zitrone‹ steht da. ganz oben wohnen sie und unten gibt es einen Apfelbaum, an dem noch die letzen Äpfel hängen. warum sind die nicht runtergefallen, es ist doch schon fast Winter. ›wir nennen es nicht so‹, sagen die beiden, als ich sie frage, ob sie zusammen sind. ja/nein. ja-nein-ja-nein. Mutter und Sohn laufen an mir vorbei, »bisschen unentschlossen« meint die Mutter, als ich das ja-nein-Spiel mitbekomme.

211117 (2) Orangen, Belletristik

„Darüber bleibt […] Belletristisches auf der Strecke.“1 ich lese alte Zeitungen.2

erstaunlicherweise finde ich Orangen auf dem Heimweg – eine ganze Kiste voll. ich bin so müde, dass ich überlege die letzten 10 Minuten die Bahn zu nehmen. dann fahre ich doch weiter und kann mich nacher an nichts mehr erinnern.

  1. – sagt Matthias Glaubrecht, in der Zeit N. 43 []
  2. das mache ich oft []

211117 Yuval Noah Harari

meditiert jeden Tag zwei Stunden und macht jeses Jahr 1–2 Monate Yoga-Retreat. wars wirklich Yoga? irgendein Retreat. außerdem hat er kein Handy1.2

  1. wer beherrscht wen?, fragt er; aber er hat Menschen, die telefonieren für ihn []
  2. das steht in einer alten ZEIT, 21.10. | Nr. 43, S.36 []

211114 Kohlrouladen, Zug → B

heute sind wir die Versuchskaninchen: es gibt – Kohlrouladen und mehr. (mhhhh!) Versuchsaufbau: Friseursalon. wir essen Lebkuchen. es ist der 14. November. mein Körper spürt dem Berg nach. ich will mehr!

später, im Zug: alles voller Menschen. ich setzte mich gegenüber eines alten Mannes und denke daran, dass ich vor ungefähr 1 Jahr W auf einer Zugfahrt wie diesen kennengelernt habe. der Mann hat seine Beine ausgestreckt und umschließt mit etwas Entfernung meine, auf denen ich meinen Laptop balanciere. bin nicht in Stimmung in dieser Menge meinen Unmut kundzutun und schweige.

D schreibt.

ich kaufe mir einen Kakao bei Yormas. später wechsle ich sen Platz: nun Blick auf einen Besoffenen. er trinkt das gute Augustiner und beißt mit leicht angedudeltem Gesicht in einen mitgebrachten Lebkuchen. (der Blick, mit dem Besoffene essen). ich denke daran, dass ich manchmal von der Kraft angetrunker Männer überrascht bin und frage mich, ob sie im nicht-betrunkenen Zustand absichtlich sanft zulangen. (langen / ZH longing?)

vorhin saß mir ein Paar gegenüber und fing an miteinander zu spielen, diesmal: gutes Ende ohne Tränen. sie packt die orange Knusperkeks-Rittersport aus und er zeichnet ein Spiel auf die Innenseite seines Notizbuchs.

211112 von unterwegs

›belonging‹/longing schreibt Daniel Schreiber. M und ich bauen nun doch ein Regal. ein modulares mit theoretischen Inhalten. so gestern beschlossen. der Engländer erzählt von Fabriken – schon wieder. der Egländer darf man nicht sagen, weil er ist mehr als nur Engländer. es ist viel zu früh. ich habe Brot dabei. hole Kaffee dazu und gehe mit meinem Kaffeebecher die nassen Treppen am Südkreuz hinunter.

mir gegenüber sitzt ein Mann. er hat sein MacBook vor sich aufgeklappt und schläft.ch tippe. wo ist Coburg? ›da haben Sie noch Zeit‹. ich wechsle den Platz. wie lange bleibtst du – ich weiß es nciht. wie imemr. ich erinnere mich an die ersten Male zurückfahren. ich erinnere mich an den bunten Rock, an B, an seine Mütze, die ich trug. ich erinnere mich an die Bauchkrämpfe. ich liege auf dem Boden. wir trinken einen großen Kaffee. wir trinken überhaupt viel Kaffee. ich erinnere mich an den Geburtstag. nein das stimmt nicht, aber ich sollte mich erinnern. ich erinnere mich an unzählige weitere Geburtstage und jetzt, jetzt hätte ich gerne ein Croissant.

ich denke an den jungen Mann, der mich zuerst angemacht hat und dann war er ganz erstaunt, wie alt ich sein muss, wenn ich schon so lange studiere. ich sitze im Zug. es ist sehr früh, riecht anch Chanel und der Kaffee ist mittlerweils leer. ›Lifecycle stages‹ googelt der Mann schrägt vor mir. er hat ein Startup und vor einer Minute hat er einen Banane verzehrt.

WIE VERDIENST DU DEIN GELD? ein Mann ganz in rot betritt die Studios. ›das ist Birgit – von birgitandbreakfast‹ sagt S. ich muss mir Visitenkarten drucken und sie den Leuten in die Hand drücken: »ich bin Birgit.«1 zu rot: die Farbe als eine Kaufentscheidung. ich erinnere mich an einen Text über Widerstand, den ich vor einiger Zeit geschrieben habe. ›was bist du?‹ – wann wird mich das zum nächsten Mal jemand fragen und – was antworte ich? und dann kaufe ich alles nach dem Kriterium Farbe und Form.

wann werden die Stühle in den Zügen arbeitstauglicher sein?

kurz später stolpere ich über meine eigene Aufmüpfigkeit, denke an Daniel Schreiber, das nach Hause kommen. das Unterwegs sein. lese in PP 317 Morgen Parallelprotokoll 02032106000621

06:11
›Kategorisch! Was meinst du damit?› – ›Damit meine ich auf das Medium bezogen.‹ Hinter Glas kann man sich keine Blicke nur Wörter zuwerfen. Na, das ist doch schon mal ein guter Anfang. Vor allem, wenn der andere das Wort fängt und dir ein anderes zurückwirft. Da hast du den Dämon.

ich habe von Siebträgermaschinen geträumt.

06:19
»Nur noch Porridge – daraus kann die Autokorrektur dann poetisch machen. Die poetische Version der Haferflocken, der Milchkaffee mit Zucker so sehr poetisch; die Schönheit in Schlucken trinken.«

  1. und was bist du noch? []

211111 mini von ›Miniatur‹ – unterwegs sein.

Parallelprotokoll Silvester, 00:10, ich schreibe: „Der Mann mit den Fühlern steht da und kuckt. Die Bienen glitzern im Licht. Zickzackdilemma. Die Tram fährt vorbei.1

ich fange an, an die Vorsätze für Silvester zu denken. mir fällt nichts ein, wirklich nichts.

Parallelprotokoll Nacht, ich schreibe: „Der Vorsatz zu träumen, den ich mir manchmal nehme. Die Albträume, die kommen, keine Elfen beinhalten – das sollten sie doch – und dann wieder gehen.“

ich frage mich, ob ich Romane schreiben werde, irgendwann. C spricht von der Nebelperspektive oder so. so schreibe ich: aus der Nebelperspektive heraus und du blickst mir über die Schulter. hallo!

ich denke an Dorries Dörrie: Leben, Schreiben, Atmen, dass sie davon schreibt unterwegs zu sein und aus Hotelzimmern zu schreiben. ich erinnere mich an eine Zugfahrt letzten September. ich erinnere mich an die goldenen Schokoriegel, ich erinnere mich an eine klammrige Umarmung nach einem Kuchenintermezzo in Grunewald. ich denke an Olgas Unrast (von S), daran, dass das Reisen keine Verniedlichung des Lebens ist.

ich denke an die Anderen dort. sie sind Reisende. was würdest du mit 400Euro machen? würdest du Pilze nehmen? einen Flug nach irgendwohin und irgendwas machen? was würdest du tun?

C berichtet vom Gynakologen-Stuhl aus dem KitKat. ich wusste nicht, dass sich ein solcher Mythos um diesen Stuhl rankt. meine Nägel machen ein Geräusch auf der Tastatur. machen sagt man nicht (S). ich denke an C, (verwirrend, die ganzen Cs), die Nagelfeile, die er sich für seine gitarrensaitenzupfenden Fingernägel gekauft hat. gestern kurz Telefonat mit P und M. sie freuen sich.

heute: Faschingsanfang, später noch ein Mal Arbeit in Mitte. es gibt Studententoaste. Gespräche über in welcher Schicht der Gesellschaft man sich befindet. ich denke an Proletariat nach künstlerischen Ausbildungen. ich denke an Erbe und an zerstrittene Familien über Erbe. ich denke daran, dass M eine Unterschrift von mir möchte. ich rufe den Vermieter an. er ist sehr zuvorkommend.

ich komme nach Hause, Telefonat mit M. die Abschlussarbeit.

ich denke an Dienstag und wie wichtig Überschriften sind. wenn ich mal Zeit hab, widme ich mich ihnen.

  1. Fast ein Jahr später, vor einiger Zeit, lese ich ein Buch von Merve (Autor und Titel: vergessen). auf den ersten Seiten spricht der Autor von Zick-Zack-Lektüre: sich überkreuzende Gedanken, automatisch miteinander in Verbindung gebrachte Gedanken. Eine Autorin mit einer anderen Autorin lesen. Multiplikationslektüre. []

211110 Warenaustausch u Ä

und natürlich ist nicht alles aus dem Sommer. nicht mal annähernd. hier haben wir etwas aus dem Herbst, das fast schon nach Winter aussieht. welche Taktik fahren Sie? C erzählt, was der Marketingmensch ihm erzählt hat: es gibt mehreren Schienen, die man fahren kann: Bauchladen, Nische, Fachmarkt, Discounter. das erinnert mich an den Psychologen. ich stehe an der Kasse und zahle. am liebsten zahle ich bar. dann ist das GEld ausgeben weniger dokumentiert und ich muss mich nicht mit der Dokumentation meines Konsums auseinandersetzen, wenn ich irgendwas in den Kontoauszügen nachsehe. um mich schweben die Schmetterlinge, die mir A geschickt hat.

»Salut!« sage ich zum Abschied zu den zwei Französisch Sprechenden.

wir hatten nicht gerechnet von Lyrik leben zu können.

›wie überlebe ich als Künstler?‹ – dieses Buch liegt in einer der Kisten. von lyrik=Kunst kann man nicht leben.– damit hatten wir eh nicht gerechnet. warum eigentlich nicht.

die Schmetterlinge fliegen weiter.

lese: sich dem Warenaustausch entziehen. wieder erzählt jemand, dass sich irgendwas nicht verkaufe. warum sollte es denn. wir würden gerne tauschen und schenken. am Samstag drückt mir M zwei Packungen Margarine in die Hand.

S.84: „typischer Künstlerwunsch auf der Suche nach einer stimmigen Konstellation von Atelier- / Ausstellungs- und Rückzugsraum“

windowcolor !

kleine Objekte!, die man in ein Buch packen kann.

picture this / stell dir vor:

A und ich sitzen in der Sonne. es riecht nach Geld. die Männer tragen eine Mischung aus skater und naturbursche. wenige Frauen, die, die da sind modern bis schick. da drüben sitzt eine, die sieht aus wie Ss Freundin. es riecht nach Geld. gestern läuft S an mir vorbei. ich ihm Waschsalon, er wackelt männlich, laut telefonierend draußen vorbei. auf dem Klo hängen an der Tür zwei Sticker: CAPITALISM & sugarcane. ich denke an Dorothee Elmigers ›Aus der Zuckerfabrik‹ ich denke auch an Glitterschnitter. der Kaffee kostet 3 Euro. er haut niemandem von Hocker und das Croissant tut es auch nicht. ich denke an des Kaisers neue Kleider und ich bin wohl eine aus dem Volk.

V gestern, fragt mich, ob ich nur wegen der Männer hier sei. er schmunzelt. ich finde die Frage ein wenig merkwürdig und sage ihm, dass ich ihm zum Arbeiten hier sei.

ich telefoniere in der Küche mit L.

gestern hat mir R erzählt, er wünscht sich zu Weihnachten ein iPad. ich denke an meine langsamen workflows und wie schnell was wird, wenn man es oft macht. ich höre meinen raschen Fingern zu, wie sie über die Tastatur sausen.

211109

»Hallo Birgit & Freunde« – so begann die mail. ich schmunzle nochmal. Telefonat mit L. »jetzt ein Weinchen mit dir, das wäre schön«, sagt sie. der Beschluss, dass wir einfach alle in den Wedding ziehen. ich denke an dieses Gefühl, das mich manchmal überkommt: und jetzt machen wir alle was zusammen, manchmal überkommt es mich.

R zeigt mir das Atelier. und hier haben wir ebenfalls jemanden mit der gleichen Ausbildung wie du. ich ziehe um. ich finde heraus, dass die Schrift, die der motto-Buchladen (unbedingt dahin!) *Dom Casual* heißt. ich staune über das neue Werkzeug. ich habe mir immer noch keinen Termin beim Frisuer gemacht.

sitze in der Bildhauerhalle und lausche einer, die einer anderen erzählt, dass sie keinen Bock mehr auf udk und die Lehramtsstudenten hatte, weil die keine Zeit mehr für Kunst haben. X kündigt sich an mit leisem »Badadapp«. ich denke an die Gitarre, die ich letztens bei C in der Hand hielt. irgendwie ein gutes Gefühl, den Körper des Instruments in der Hand zu halten, so groß und so leicht. badapp. zupf zupf. gestern P am Telefon: ein Minimum an Körper muss eingehalten werden. je mehr, desto größer… gestern fangen sie bei Rewe einen Dieb. die Tasche ganz voll. die Kassiererein und der Security freuen sich und ich fühle mich ein bisschen komisch, neben dieser Freude.

später: es ist sehr sehr laut. die Kellner sprechen englisch.
mit Hafermilch?, fragt der Kellner gnaz von alleine.

Panflötenmusik, wirklich sehr laut.
in der Eingangslobby des Hotels, das Gefühl neu zu sein, das aus meinem alten Mief heraus.

als ich nach Hause komme, klemmt ein Zettel in der Tür. kurz nervös. dann sinds nur die Nachbarn, die ein Päckchen haben wollen, dass nicht bei mir angekommen ist. (vorher ging das Gespräch noch darum, dass viele Menschen scheinbar nicht an ihr Handy gehen bei unbekannten Nummern – hm)

211106 HIER: und auf dem Weg und zu den KHBstudios

»hoch immer und runter nimmer«, sagt jemand. und »das Spiel ist ja 17:30« (es wird also ein Spiel geben.)

der Verdacht, dass CSS-Lernen doch notwendig ist, um nicht immer von dem Äußeren des Blogs gestört zu sein.

fahre die Friedrichsstraße lang. in einem Schaufenster steht single day. gemachte Anlässe vs Grundlosigkeit (nicht: bodenlos)

wegen der Nierentzündung…. ich solle mich anziehen. K gehts so … wie genau, das sagt er nicht. es geht ihm so … du weißt schon …… eine Frau möchte mich trösten, weil sie denkt ich weine, aber ich habe bloß einen Corona-Test gemacht.

auf dem Hinweg essen wir Croissants1 dort, wo ich bei einem der ersten Berlin-Besuche gesessen und gefrühstückt habe. NussNougatCroissants. ich war so komplett… so komplett voller Nougat. morgens Gespräche um die Gruppe. vor mir sperrt ein Man einen riesigen Opelbus auf. ich träume von einem Bus. ein Herz für billige Bäcker. ZURÜCK ZUM GOLD. zurück zu den Vögeln, natürlich ändert sich auch mit dem Mauerfall nichts. für die Vögel ist es gleich, ob (ZUFALL: C liest ein Gedicht und ich denke auch dran)

der Kapitalismus hat auch was Schönes.
ich träume
von Dingen, die man haben könnte. (Träume von Räumen, die sind besonder starkt, und ebenso kapitalistisch, wie es andere Begehren sind). Begehren vs Streben.

  1. ich denek an den verdammten Geruch von Marzipancroissants, der sich so lange in meiner Nase festgesetzt hab, obwohl ich noch nie eins gegessen hatte. »mit Butter!« – »mit Butter?« nein, ich bin nicht dogmatisch. das hat man mir lange genug gesagt []

211105 Pilze

M und R über Pilze. immer noch keine Literatur. ich fasse es immer noch nicht. alles hängt zusammen. Telefonat mit Fr. S.1 sie findet mich nett und schickt mir ein oranges Herz. es ziehen sich Pilzstrukturen durch mein Leben. Weihnachten 2019 stehe ich in einem Bücherladen in Prenzlauer Berg und halte ›der Pilz am anderen Ende der Welt‹ in der Hand.

  1. Zufall: vorgestern treffe ich ihre Tochter. []

211103-4 Zufälle

ich habe eine Zeichnung gemacht, Kollektion ›Zufälle‹. (weil: beruhigend & schön.)

die Überlegung die Zusammenarbeit mit M eher auf den Fokus ›Sehnsucht‹ zu legen. wonach sehnst du dich? die Objekte der Sehnsucht, die eigentlich total irrelevant sind. ich denke an ein Spiefeld, auf dem untersch. Figuren stehen – alle neben den Feldern, alle folgen ihren eigenen Regeln.1

wir warten an verschiedenen Tischen aufeinander. eine unbekannte Nummer ruft mich an. es muss Cs Nummer gewesen sein, höre ich, als ich zurückrufe und die mailbox rangeht. mir fällt auf, dass ich keine Telefonnummer außer die meiner Eltern **********, meine eigene ***********, die von K aus der Grundschule auswendig kann: ****** und Omas alter Nummer ***********. ein Bier und ein Späti weiter:


schäppern – Sprachnudelhttps://www.sprachnudel.de › S
»schäppern ➤ ultraknackig erklärt in der Sprachnudel – dem Wörterbuch der Jetztzeit.« BIST DU AUCH NE SPRACHNUDEL? JAHA? eine Sprachnudel, die sich auf dem Löffel räckelt.

ja unter dem Tisch, kann man die Beine zusammenklappen. ich probiere vorsichtig. bin dabei, als C passend zu seiner Schriftstellerjacke wieder zu rauchen anfängt. (die Uniform anpassen an die eigenen Vorhaben.) ich sehe mich im Spiegel an und mal ein bisschen rot auf die Lider. die Lider zu, schütze mich vor allen visuellen Reizen. »und du? was machst du?« fragt jemand. »Ich schreibe.« (nach dem Exkurs letzte Woche zur onthologischen Festlegung des Seins, halte ich mich an Verben.) siehst du die Gitarre? wegen ihr bin ich hier. ich hinterlege den A3-Block an der Bar. »darf ich den wieder mitnehmen«
danke bitte

tschüss, tschüüss, ich sitze auf dem Barhocker am Eingang und während der Türsteher drinnen die Gitarre ansieht, gewähre ich einer Frau eintritt, ohne ihr Impfzertifikat zu sehen und ohne sie Eintritt zahlen zu lassen. gern geschehen. C schlägt vor, reich zu werdne.

reich, in Geld schwimmen.

finster2 =
1. ganz ohne Licht; sehr dunkel
2. mürrisch, mit einem Gesichtsausdruck, der jds schlechte Laune deutlich zu erkennen gibt

sitze auf dem Sessel, lasse mir meinen Rücken wärmen, ohne, dass er kalt war. S und ich lektorieren Parallelprotokolle.
PP Draußen 18051923012321 lese ich: »Die Wolkenfetzen ziehen in einer Dreierkonstellation ab.« <3
23:19 Uhr: Buddha-Stift – ich will auch.
PP Nachtmond 18051901090130, Prolog, merke ich an:
»Könnte man, statt von der einstürzenden Intensität des Neuen auch von einer nachhaltigen Intensität des bereits Bekannten sprechen, die nur zu spüren ist, wenn man Erlebtes so (oder so ähnlich) schon mal erlebt hat und es ungefähr einordnen und sich selbst darauf einstimmen kann? (Ich denke da auch, aber nicht nur, an Rauschmittel, deren Wirkung sich nach mehrmaligen Konsum für mich immer besser einordnen lies.) Das mehrmalige Erleben sollte nicht mit dem Wissen eines vorbestimmten Ablaufs einhergehen, sondern muss von einer Offenheit für ein ungewisses Ende begleitet sein.«
PP Shishabar 29101919371957, zitiere mich selbst: »Es ist schön, nicht zu wissen, wenn man auffällt.« ich lese von KiBa und bekomme Lust. bei 19:45 schreibt B: »Jetzt fallt mir erst auf, wie jung die alle rund mir herum sind. Was machst du den hier, alter Herr? (Fragt mir niemanden). Aus diesem Platz kommen keine Revolutionen hervor.«

  1. wenige Tage später Telefonat mit D, ob der geliehenen Sachen. ich erinnere mich: es geht wahrscheinlich um irgendwas anderes. Objekte der – []
  2. lt Internet []

211102

nun muss ich wieder an den jungen Kellner denken, der ganz frech den älteren nach Geld riechenden Mann eine fragt: Zimt?, firm mit einer älteren Frau eine Konverstaion über Essen beginnt: meine Mutter ja auch…

211101 alt und ruhig

der MateTee knallt ordentlich. ich sitze mit flackerndem Herz vorm Bildschirm und sehe auf das Häusereck des Innenhofs. meine neiue Heimat. gibts da nicht am RAW-Gelände einen Club, der so heißt? wir beobachten aufblitzende Likes und dass sie wieder verschwinden. ich schreibe. und du? ›wie schön, dass es eine Zeichnung ist und kein Text‹ das sagt S.1)

ein flexibleser Arbeitsplatz, das isses, wofür mir gerade die Worte fehlten. na ich weiß nicht. später kommt der junge Mann von letzter Woche vorbei und betreibt gekonnt smalltalk. ich lasse die junge Energie an mir abprallen und höre mir seine Zukunftspläne an. gute Noten, große Träume, die Eltern Künstler. er legt alles beiseite und will lieber was Vernünftiges lernen (ich hab da noch drei Bücher in einer Kiste im Keller: wie man als Künstler*in Geld verdient. kann ich dir leihen). er ist so idealistisch. fühle ich mich alt und ruhig.2

  1. (und bezieht sich auf dies []
  2. 1,5 Monate später sollte der junge Mann namens E nochmal vorbeikommen. bedauerlicherweise keine Zeit Worte zu wechseln []

November 2021

22.11. – 28.11.
KHB Herbstschau, KHBStudios
mit Lesung (Termin tba)
mit Stein-Messung, zusammen mit Lydia M. (Termin tba)

27.11. – 23.12.  | Mitgliederausstellung Kunstverein Rosenheim
mit ›Netto Marken-Discount‹ von mir

211031

ich habe einen leichten Schlaf, sagt C. ich habe einen Schlaf, der bitte von Träumen begleitet werden soll. diese Nacht träume ich, aber das sollte ich hier noch nicht wissen. ich träume von Wollröcken und etwas anderem, das man kaufen kann.

über dem Bildschirm ruhende Daumen. angriffslustig, zum Tippen bereit. ich sitze in der Bahn, auf dem Weg meine Fahrräder zu holen und bezugsbereit zu machen.

genau wie Enzensberger, werde ich diese Beobachtungen als Lyrik deklarieren. das Umziehen ist ein Leichtes, wenn der Besitz sowieso schon reduziert ist und dann D auch noch mit dem Auto vorbeikommt. er will in die Autobiografie mitaufgenommen werden. – unter D? ja, genau. die Pflanzen hab ich dabei und eine kleine Biblitohek. man gewohnt sich. denke an Unrast. dort ist von den 3 Fragen der Reisenden die Rede: woher kommst du, wie lange bist du schon unterwegs, [eine dritte will mir nicht einfallen. weißt du eine?]

semi-furnished. ich rücke die zwei Betten zusammen. ich sammle die bunten Karabiner und hänge sie hintereinander. ich verteile mein Hab und Gut und bilde Stapel aus den vorhandenen Möbeln.

sich eine gelbe Nase verdienen. (D bereitet mich vor: sobald über 100.000 auf deinem Konto liegen, musst du Geld zahlen. hm)

ich fahre nochmal in die Studios, wische, schrubbe, esse ein Croissant, dass ich bei einem extrem gelangweilten jungen Mann gekauft habe.

Zigaretten mit S am Balkon: rätseln: was ist hier eigentlich los. gleich zu Beginn, drückt mir F ein Ma-oam in die Hand. später sitze ich in der Wühlischstraße und drei Geister nehmen allen Mut zusammen, sagen sich von ihren Eltern los und betreten die Falafelbude. es gibt die Erdbeer-gummis mit innen Weiß, dies bei Tante I. auch immer gab. die Eltern geben ein Danke durch die Tür. nur die Süßigkeitenindustrie, meint F. ich ärgere mich jeztzt schon über die Werbung, die Menschen glückliche Familien zu Weihnachten zeigt.

kurzes Telefonat mit L. eine Zigarette lang. währenddessen rauche ich nicht.

211030

ich sitze irgendwo am Griebnitzsee und finde die die Ausgabe des Wetter-Magazins mit As Fotos. C macht ein Foto, wie ich die Zeitung hochhalte, wie in der Zeitung die Kunstwerke hochgehalten werden.

»gib mir Ruhe, gib mir Sonne, gib mir Licht, all die Farben zurück.« – »Früh-ling«, meinte eine Frau, als sie uns sieht. ne Herbst ham wa. ist, das können wir nicht leugnen, so viele Blätter wie auf dem Boden liegen und wie sehr sie rascheln.

die kleinen glitzernden Kugeln haben die perfekte Größe für Schokolade.

kurze euphorische Momente, auf die Zusage vom Kunstverein Rosenheim für eine Zeichnung zur Mitgliederausstellung.

211028-29 nach dem Kino

Gespräche über wie viel Schlaf man braucht auf der Rückfahrt in der Bahn. ich lausche. dem übermüdeten Spielebegeisterte und seinem Date. er lehnt sich zurück und sie lehnt sich zu ihm. dabei berühren sie sich nicht. das Leben klingt wie ein Spiel, wenn man sie reden hört.

kurz vorher sitze ich einige Minuten an der Freidrichsstraße und lausche den Worten über Geld. Arbeit, Urlaub in österreichischem Dialekt. als ich die Rolltreppe hinunterfahre berichtet ein Mann seiner weiblichen Begleitung, dass es in Frankfurt das tolle Angebot gibt: in einem Hotel der eigenen Stadt schlafen, für nur 70 Euro (es gilt nur für Frankfurter),

acht Stunden Schlaf später

mit S über den Schillerpark in die Rehberge.
mit den beiden S am Studiotisch und wir machen endlich das Buch fertig. fast zumindest.

spät abends ich sitze auf der anderen Seite des Plötzensees. der Vater schlägt seiner kleinen Tochter vor, beim Künstler nachzufragen, obs wirklich Zauberer sind oder wie er sich das gedacht hat. ich sitze auf der anderen Seite des Sees. wie schön es hier ist. Das Wasser ist ganz ruhig und ich stelle mir vor, dass auf der anderen Seite der große Mann spazieren geht, wie er es immer getan hat. ich höre das Brummen des Laubbläsers. unten ist der kleine Strand, an dem ich das letzte mal, als ich hier war, im Plötzensee schwimmend, furchtlos an Aalen und anderen großen Fischen vorbei, so schreckliche Musik gehört habe. ich raschle durchs Laub. in die Kabinen und Umziehorte. da oben hängt noch eine Spinne. es riecht nach Winter. hinter mir gehen Menschen vorbei. das Laub raschelt. der See wellt kaum merklich vor sich hin. Kirchenglocken, Martinshorn, die große Straße. es ist 17:59 und es wird merklich dunkler, jede Minute.

dann treffen mit n leben. über die Insel, und wie man sie füllen könnte. (ist sie jetzt abgeschottet? oder exponiert?)

211026 C04, khb

alte und neue Schatten. (die alten Schatten wackelten, weil das Licht nicht so starr war, sagt N.
›Limbo-Moment‹, sagt E. was ist das denn? wir näher uns an: der Prototyp der eignen Arbeit oder: wie will ich arbeiten? ich beuge mich zurück, unter dem Besenstil durch. Limbo –

STUHL vs BANK | Stühle & Gesellschaft. gibt es Individuen in dieser Gesellschaft und wo sitzten sie? kein Stuhl, kein König, kein Ich. Ich… (WAS HÄLTS DU EIGENTLICH VON STAPELSTÜHLEN? – DER KAPITALISMUS HEUTE HAT KEINE STÜHLE MEHR. ER KLAPPT VON ZEIT ZU ZEIT EIN BRETT IRGENDWO RUNTER; AUF DEM ER SICH TEMPORÄR NIEDERLÄSST. Nomadenstuhl.

kaum vorzustellen, eine Welt ohne Stühle, ohne Dinge, die man kaufen kann. ich bin, was ich habe. DU BIST, WAS DU KAUFST. Ich bin, was ich kaufe. UND WAS BIST DU NOCH? du siehst an dir herab.

außerdem:

  • sich an Motiven abarbeiten
  • Realität kreieren.
  • wann gelingt Arbeit?
  • kleine Geschichten aus einem großen Kollektiv. den:die Bankverbrecherin spielen
  • das Buch als Telenovela.
  • die Erzählung über einen Ort ist wichtiger als der Ort selbst.
  • FAKTEN / FIKTEN
  • SAGEN vs MEINEN (aber du hast doch gesagt…, sagt sie)
  • das Spannende an Verschwörungstheorien_ es gibt ein Phämnomen, das komplett erklärt wird.
  • Wirklichkeiten anders beschreiben. (wirkliche Alternativen, nicht welche, die sich so nennen.)
  • das rote Buch – CG Jung
  • Ionesco, Eugène: Die Stühle. Der neue Mieter

nun kommt die Stelle im Kaffee, wo sich die kalte Milch und der lauwarme Kaffee mischen-. dieser Kreis ist die Sonne. HIER IST JA GAR KEIN KREIS. aber, stell dir vor hier wäre einer Kreis und der ist die Sonne.

(M nimmt eine goldene Kugel und steckt sie sich in den Mund)

211025 Auge-Ohr egal.

ich rufe zuerst die falsche Apotheke an. (à la: »bei uns haben Sie nicht gekauft.«) dann, dort, wo ich die Tropfen1 doch gekauft habe, erfahre ich: Augentropfen für die Ohren, niemals umgekehrt. die Welt ist leise. lese irgendwo, dass Sloterdejk von ›verdichteter Kommunikation‹ spricht – über smartphone Kommunikation. sie sei anfälliger für Missverständnisse. ich schicke dir einen smiley. später kommt ein Konzertpianist vorbei. noch später berichtet D von Kommunikation, ›die einfach nicht zu uns passt‹ (höflich&förmlich? freundschaftlich&locker) SIE WOLLTEN SCHON IMMER KLAVIER LERNEN? er lädt mich ein, Proben aufs Exempel zu schicken. [todo] und du? was bist du?
ICH BIN KÜNSTLERIN, SAGST DU GANZ SELBSTVERSTÄNDLICH. WARUM KOMMT DIR DAS HEUTE SO LEICHT ÜBER DIE LIPPEN? ((einige Tage später im Wald sagt C über das Verb sein, dass es so endgültig klingt. (und das obwohl es ein Verb ist! ›ichbin_‹ das ist fast schon ein Nomen oder ein Adjektiv, das mit einer Sicherheitsnadel an deiner Jacke steckt – für immer. denkste)

›ich bin…‹ das will ich nicht sagen. es geht leicht. auf einmal ganz leicht, diesem fremden Mann es zu sagen. er war ja auch ganz bestimmt. ich bin Konzertpianist. kennst du dieses Kinderbuch? in dem das Klavier mal ein Möbel, mal irgendwas ist und die Klavierbesitzerin letztendlich Mundharmonika spielt?

es geht auf einmal ganz leicht, wenn die Frage richtig gestellt ist.

ich bin
Künstlerin.
ich esse
Pizza.
ich bin
müde.

auf dem Teller steht schon die nächste Empfehlung: und jetzt einen Averna auf Eis. im Hintergrund läuft laut rbb – da kommt keine Langweile auf. im Hintergrund liegen außerdem Säcke von Nudeln mit mehreren Kilos. die Stühle an der Bar sind mit Absperrband verbdunden: bloß nicht hinsetzen. die Kellner tragen vorschriftsgemäß eine Maske, wenn sie sich durch den Raum bewegen. ich esse zu langsam. am Ende zieht der Käse keine Fäden mehr.

heuter erzählt S mir von den schönen Spuren der anderen. da haben C und ich am Samstag auch drüber gesprochen. einen Tag später versucht in der Uni einer der Profs einen der Studierenden zu überzeugen: den Stuhl als Metapher beiseite zu lassdm. kein Stuhl. versuch doch das Gefühl nur mit dem Körper auszudrücken. ich lache innerlich. das haben wir aufgehört, den Körper alleine sprechen zu lassen. (und irgendwie denke ich an Teddybären und an Briefe. den einzigen Tip gegen Heimweh, den man im Internet findet.)

  1. später erzählt mir S, dass Antibiotika die Darmflora dolle angreift und man sehr anfällig für alles andere ist, während man welches nimmt. []

211024 Blumen

(morgens 2 Kaffee auf halbleeren Magen). mein Bauch grummelt immer noch. es ist 18:39 Uhr.

später: BLUMEN | florierender Handel, fluoreszierende Blätter, rosarote Rosen. Scheine, mit denen du die Blätter kaufst. fabric of flowers. dort heuert dich einer an, der neben dir schläft, der will, dass du die Blumen sähst und düngst. ernten tut sie jemand anders. KAUFST DU DIR BLUMEN? einen Euro kosten sie an der Prenzlauer. WAS MACHST DU MIT DEN BLUMEN? eine Sonnenblume, ein Euo. UND? KAUFST DU DIR EINE? nein,
du weißt, die welken eh wieder. ich frage einen fremden Mann, der ziemlich besoffen an meinem Auflachen hängen bleibt, ob er sich manchmal Blumen kaufst und ›was ist eigentlich schön‽‹ DU HAST DIR EINE BESSERE ANTWORT ALS SEIN GESCHWAFEL ERWARTET. ich kaufe dir Blumen. das hatte ich immer vor. ich bin 17. R pflückt mir auf der anderen Seite des Bahnhofes einen Strauß Margeriten und überreicht sie mir mit den Worten: das gegen deine Jugend. es gibt ein Foto, von dem Strauß, der oben an meinem farbverschmierten Waschbecken stand/stehen.

Weihnachten 2017. während wir alle nach Hause fahren und uns von unseren Eltern wie betüddeln lassen, gießt A unsere Blumen. DU SAGST WIRKLICH BLUMEN ZU ZIMMERPFLANZEN.

C fragt mich, ob ich besonders produktiv bin hier in den Studios.

211023 im Garten

im Garten stehen Menschen rum. wenn keine Menschen rumständen, dann wüssten wir nicht, dass es ein Garten ist. ob Kinder nun zweisprachig erzogen werden sollen oder nicht. ein Kind ist ein Container, den man vollstopfen kann und nacher muss es ihn mühsam entrümpeln. die Kindheit als eine Zeit, in der man noch weitestgehend frei ist von Zeit und von Zweck oder der Zweck in den Dingen selbst liegt. einige Tage später fange ich an: Annas Kindheit ist eine Erfindhung zu lesen. die Begriffe bekommen langsam Bedeutung.

›magnetisch angetriebene Züge‹ höre ich im Radio und ›Warenverkehr‹ / ›Personenverkehr‹. ich höre der Geschirrspülmaschine zu und nasche lasche Salzstangen, abwechselnd mit Pinienbonbons aus Marseille.

211022

ein Mann mit Einkaufswagen, vollbehängt mit Tüten steigt eine Station nach Potsam Hbf in die Bahn ein. ich denke an den Engländer. er hat nicht Tschüss gesagt. dann wird er nochmal kommen. seine Worte erklärend, laut, sichselbst. wo ist die Tüte mit den Pfandflaschen? es muss sie jemand geklaut haben und dann steht sie doch einfach um die Ecke. die meisten unserer Mitmenschen gestern sind heute weggetreten. sie starren ins Leere und haben Ringe unter den Augen. ob das der Sturm macht? ich erinnere mich an ein Gespräch, in dem von Bier- zu Plastikflaschen geraten wird. hier fahren die Flaschensammler mit der S7 nach Berlin zurück. ich erinnere mich an einige Aufenthalte meinerseits in Potsdam und die feste Überzeugung irgendwo Ruhe zu finden. ich bewundere Fs Begeisterung für Couchen, frage mich, wie ich in 10 Jahren bin. ›müde‹ von etwas sein. so müde, dass man sich am liebsten auf eine Couch aus blauem Samt legen möge. der Einkaufswagen des Mannes ist voll bepackt: ein Korb, ein Besen. Wannsee steigt er aus. fährt doch nicht nach Berlin zurück. wo er wohl schläft diese Nacht? eine solche Frage stellt man sich viel zu selten.

ich erinnere mich an A: das könnte ich nicht, nicht zu wissen, wo ich heute schlafe.

Oma ruf an. wie das Wetter ist, will sie wissen.

in meinem Kopf läuft: wo gehst du heute Nacht hin. in meinem Kopf läuft auch ein Video von dem Haus am See.
ich muss unbedingt A schreiben, ob er mal nachsehen kann, wems gehört.
ich lese in Jules Barnes und kann seine Art zu erklären überhaupt nicht ab. dann spielt der Protgaonist auch noch Tennis. das machts nicht besser. ich lege ihn wieder beiseite.

E unterbreitet mir, warum man Sally Rooney doch lesen sollte.

wir ziehen durch Potsdams Straßen.

211020 Sand und so

Parallelprotokoll Sand. ich wollte eigentlich noch von Herrndorfs Sand schreiben. gerade sitze ich noch auf der großen Sandfläche, die ich letztens beim Spazieren mit C entdeckt habe. ich stelle einen gewissen Unmut fest und hoffe er bleibt.

jetzt schlägt die Frau auf einmal den Mann. sieht ganz schön brutal aus für Spaß. er hatte eine ganz geduckte Körperhaltung. sie hält in der einen Hand eine Zigarette und in der anderen ein Handy. filmt nun den Mann, wie er oben auf der Rutsche sitzt. Wahrscheinlich kann ich die Sprache ihrer Liebe nicht verstehen. davon, dass es Dunkel wird spricht sie, die Mutter und dass ›wir schlafen müssen‹. der Mann sieht aus wie Vs koksender Ex. I hat jetzt auch angefangen von ›seiner Ex‹ zu sprechen. tut weh, diese Abkürzung.

»so essen die Benediktiner schnell«, damit der Genuss so gering wie möglich bleibt. dieser Satz geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Genuss gegen Erkenntnis. ist das so?

oh Gott, ich glaub ich hab Heimweh. ein Mann mit Volvo hält, steigt aus, geht an die Tür der 42 und holt bei dem selben Mann, der gestern schon ein elektronisches Gerät verkauft hat, einen Videokasettenplayer ab. mit Fernbedingung! toll, da freut er sich. wirklich toll, dass Sie auch an die Fernbedingung gedacht haben. er spricht süddeutsch. das höre ich momentan immer, wenn jemand eine süddeutsche Sprachfärbung hat.

211016 Streichen, Umzug

Maaagneten – wo sind denn die?

sei mal: Magnet! R und M spielen Magnet.

Gülpe – der dunkelste Ort in Brandenburg, in Deutschland sogar. Dunkeldeutschland

ich fahre das letzte mal die S9 in die Stadt. Betrunkene spielen Musik ab: if you wanna be my lover und Shakira, steigen einen Wagon hinter mir ein. in Plänterwald wechseln sie den Wagon und kommen in meinen Wagon. sie sind noch angetrunkener als ich. ich schicke C eine Frage: wie fühlt es sich an, den Arm um jemanden zu legen. das merkwürdige Beäugen der Stammbelegschaft meiner schriftstellerischen (dokumenarisch, sage sie) Tätigkeit. ich denke an den Protagonisten. sobald ich ohne zu fragen eingeladen werde trinke ich offensichtlich immer noch mehr, als ich das alleine tun würde.
der Protagonist würde nun hier in der Bahn das Thinkpad auspacken und lostippen. ich denke daran, dass betrunkene und psychisch im Ungleichgewicht liegende Menschen viel Aufmerksamkeit brauchen. S bentzt dieses Wort, ohne es, wüsste ich nicht darüber zu reden.

junge Mönner und Frauen betreten die Bahn.
Wochende.

211015 ein Tag vor Umzug: Ausräumen, Schleppen (ihr Umzugsunternehmen) – vor und nach dem Schlafengehen.

ich lasse meinen Körper sich zu Drum-and-Base-Beats vor und zurück bewegen. ich google den Drum-and-Base-Schuppen: nope, noch nicht wieder Veranstaltungen. [daran kann ich mich zwei Tage später nicht mehr erinnern, finde aber noch den offenen Tab.] außerdem überlege ich (ja mittlerweile kann ich ›ich freue mich‹ sagen): es geht los. parallel1 läuft Dillon. (ich vermute erst eine Rafinesse de:r Musiker:in, stelle dann fest: ein weiterer offener Tab mit lauter Musik.) ich denke an H. ich denke an das Foto, als sie am Boden in der Ringbahn sitzt. viel fertiger, als wir ahnen können. ich denke an E. und dass wir letztes Wochenende uns seit langem wieder getroffen haben und alles war wie immer.

K will unbedingt noch mehr Magneten, als nur die, die auf dem Kühlschrank kleben, aber die sind schon irgendwo in den Umzugskartons. Magneten… ich höre As Stimme in meinem Kopf. ›Magggneten‹ (wie Mango, meint K). ich sage eher ›Magneten‹ (wie Magnum). R möchte auf der Fahrt nach Wedding gerne wissen, wie er in den Texten auftaucht und ich überlege, ihn absofort ›den Handwerker zu nennen‹. Magneten. »seid mal Magneten« [Handlungsanweisung] gegen Ende des Tages hab ich endlich Ohren und Kopf mir Ks verrückte Geschichten anzuhören. interessant! »seid Magneten« – M zieht R an. zak! klebt seine Hand an ihr. ich gehe kurz vor Mitternacht ins Bett und bin morgen mit F verabredet.

ich sitze nun zum dritten Mal in den Studios, es ist immer noch halb eins (der Kirchturm) und 9:45, sagt der Computer. gleich bin ich mit F zum Streichen verabredet.

  1. wer mich sprechen hört, stelle sich nun das ausgeprägte ch vor []

211013 (kein Freitag)

darf man fremde Hunde fotografieren?

ich frage mich, ob alle Abschiede eine Vorbereitung auf den eigenen Tod sind.

froh, dass auch die anderen Tschüss sagen zu meinen Dingen. ich sitze in der Schönleinstraße und löffle mit einem erfragten Löffel Vanniljoghurt. die drei Männer neben mir sprechen über den letzten Überlebenden an der Bergmannstraße. früher, da war er noch kein Kapitalist. später telefoniere ich mit D, bin ihm wieder mal unendlich dankbar für seine Bereitschaft zu teilen. früher, sagt er. früher, da hatten sie an der Köpi XXX Zillen und waren eher radikal unterwegs. heute liegt das besetzte Haus hinter dem amazon-Ladehub. ich denke daran, dass er unsere Visitenkarte für echt gehalten hat. genau: wir bieten jetzt auch Dienstleistungen an. 🙂

die angriffslustige Pose des Baggers vor der ABG: ›ich fress den Boden‹

der Mond ist nicht scharf, mokiert A.

was hängen bleibt: M. H. sagt ich solle einfach machen, mich traun, mutig sein. viel ausprobieren, viel verwerfen. nur so kann man Herausragendes erreichen. ((wieder mal denke ich zurück an einen der wenigen herrausragenden Schulmomente: Hr. Schmitdt-mit-dt erzählt von dem aus der Herde ragenden Schaf: e-gregius.) A. H. ist viel vorsichtiger. es muss unbedingt ein Foto von ihr ins Buch.

ich freunde mich mit dem EDEKA-Verkäufern an. sie legen mir die Kisten beiseite.

der Anfang kommt immer dann, wenn dir Lust wieder zu machen kommt.

211012

ich fangen aus nichtigen Gründen an zu weinen (z. B. auf die Frage, wie es mir geht). halte eine der schwarzen Maske in meinen Händen, die ich im 10-er-Pack bei eurogida gekauft habe

ich sitze in der S2. ein mal von oben nach unten durch Berlin. ich denke an den Tag, an dem ich beinahe nach Lichtenrade gezogen wäre. ich denke an den Tag, an dem ich Berlin verlassen werde.1 ich sitze in der Bahn. Anhalter Bahnhof. gerade hat ein Mann die Bahn betreten. er atmet immer noch schwer. kuckt sich mein Rad an – oder mich. das sehe ich, als im Tunnel, als die Scheiben schwarz sind und spiegeln. dann steht er auf, eine Station zu früh. als er sich wieder hinsetzt, ist in der Zwischenzeit der Klappstuhl hochgeklappt und er landet auf dem Boden.

ich kann mich nicht mehr erinnern, wo ich die Bahn verlasse. irgendwo im Wedding. dann lasse ich mir von MS die Wohnung zeigen.

  1. weil die Mieten zu hoch sind []

211010 zwei Jacken. nehmen Sie Ihre Koffer mit

›Bringen Sie einfach Ihren Koffer mit und ziehen Sie sich zurück.‹ (das steht in einer Wohnungsanzeige). wie erteilt man Absagen: NEIN ? NEIN. (entschieden, entschlossen).

es ist Oktober. noch zwei Monate bis zum neuen Jahr. nächste Woche noch ein mal Garten. ein letztes Mal.

ich kaufe mir einen Kaffee am KINDL. die Musik ist so laut, ich versteh kaum die Kellnerin. später treffe ich mich mit E. noch später kommt P dazu. er trägt zwei Jacken übereinander, die flauschige oben, weil sie schön ist und die andere drunter, weil sie warm ist.

 

211009 im Kino

wir wanken ein wenig verstört aus dem Saal. ›Titane‹, ab 16, äußerst brutal. gleich zu Anfang wird mir flau. ein Kind hat einen Unfall. später, das Kind eine Frau, erwachsen: tanzt, rabiat und rücksichtslos, ersticht mit der Haarnadel mehr als einen. Morde in Südfrankreich – sie wird gesucht.

wer noch gesucht wird: vor 20 Jahren verlorengegangene Kinder. das könnte sie sein, Adrian, wenn sie nicht offensichtlicher denn je eine Frau wäre (mit schwangerem Bauch). sie versteckt die schwangere Körpervorderseite, versucht ein Kuckuckskind zu sein. der erkorene Vater: tut alles, um einen Sohn zu haben. 1

Feuer, Metall,
sie tanzt,
vor Männern.

auf dem Weg zum Kino fahre ich an einer Gruppe vorbei: ›das ist doch der X vom Sommerkino‹, sagt jemand. ich lache. und dann richte ich Grüße aus, von den Mädels von der BG.

ein verloren geglaubtes Kind, Eltern, die alles tun würden, es wieder zu haben. sterben, dass etwas neues geboren wird. du bist Gott und das ist sein Sohn Jesus.

kunstvolle Verknüpfungen.

eine Kneipe ist ein Ort des öffentlichen Exzesses. so weit weg ist der Rausch also doch nicht in unserer Gesellschaft. wir trinken wir in der Moritz-Bar. am Tisch sitzt auch ein Mann, der im Automaten versinkt. so dolle, dass es ihm ganz egal ist, dass C ein bisschen von seinem Bier umkippt.2.

es ist so kalt, ich trage Handschuhe auf dem Heimweg

ein öffentlicher Ort mit Rausch.

s.auch

  1. [am 16.Oktober 2021 erzählt mir im Trauma Dirk, Mitte 50, dass es ihm nie was gemacht hat, keine Kinder zu haben, aber nun, nun hätte er gerne jemanden, auch damit er mal sagen könne: so und so geht das. er spricht und sagt nichts dabei. lauter Floskeln und es könnte jetzt auch ein Nazi sein, das sag ich nur, weils ihn stört, dass jeder gleich ein Nazi ist] []
  2. wieder am 16.10. berichtet ? dann von fliegenden Bieren oder so []

211008 in der Bücherei

mir rutscht das Handy1 … das Herz in die Hose, als ich die laute Stimme des Engländers höre: kein Erkennen, vermute ich zumindest und neige meinen Kopf tiefer gen Laptop. der Mann vor mir hat ebenfalls seinen Kopf auf den Tisch gelegt und schläft. (ober auch kein Zuhause hat?) ich sehe mich selbst in seinem Bildschirm gespiegelt. »Bücherei«, sagt C, »ist ein altes Wort«. vor einigen Tagen hab ich irgendwo aufgeschrieben, dass mir Wörter mit -ei am Ende gefallen, weil sie so eine Handwerklichkeit ausstrahlen. hier passiert was. wir trinken Kaffee vor der Kirche an der Ecke. jetzt sitze ich hier mit einem Stapel Bücher, den ich eigentlich aufs genaueste mit dem Lineal untersuchen möchte und nun schreibe ich doch wieder Wohnungs-Anfragen.

später höre Judith Schalanskys Verzeichnis einiger Verluste. (der Versuch der Ordnung der Tod!). höre von C einen Satz der da: – (s.o.) ich liege mit dem Kopf im Sand: Luft holen. später vermesse ich doch noch die Seitenränder und Textfelder. ich packe meine Sachen für morgen. als ich nach Hause komme, rumpelt es und die Müllsäcke, die M an der Tür angelehnt hat, fallen um.

wir sehen einen bekannten Rapper vor uns. wir sehen auch: ich träume. morgen werde ich müde sein. wir trinken einige Biere und ja, ich habe mir die Augen zugehalten, als mir der Film zu brutal wurde.

  1. hierbei handelt es sich offensichtlich um einen Freudschen Versprecher []

220923 partir à Marseille

1) Text vergessen (M schickt ihn hinterher. wasn Glück) 2) ich beobachte das Gepäck der anderen: Koffer, Aktentaschen, Rucksäcke. manche sehen aus, als gingen sie nur kurz anderswo hin. nun hätte ich doch gerne einen silbernen Rollkoffer, ein dunkelblaues Cap, eine Jogginghose und einen grauen Sweater. (wie Stars am Flughafen | du musst nichts mitnehmen, weil alles, was du brauchst, kannst du auch anderswo kaufen. ich beobachte, dass viel Gepäck manches einfacher macht. ich erinnere mich an meine Florida-Beach-Tasse, die ich in Below vergessen habe und ich habe es nicht mal gemerkt.) 3) alle deine Sachen in eine Plastikwanne. nein. in mehrere. manchen sieht man das Reisen nicht an. 4) nach Marseille (mit freudig erregter Stimme) 5) M rät von meinem brauenen Lieblings-Hoodie ab. 6) ein kleines Mädchen simuliert mit einer Karte in der Hand ein Flugzeug.

7) FASTEN (seat belt) – nein, wir fasten nicht: hungrig.

8) ich erinnere mich, als ich das Flugzeug betrete an den Stewart mit dem österreichischen Dialekt, der mit dem anderem Stewart vor meinen Augen über mich sprach.

9) Mann mit Hobbes-Keksen nimmt schräg vor uns Platz. 10) charmant, der Sprecher spricht bayrisch und Herr Allesandro ist an seiner Seite und die Nr 1 hier. 11) wir fliegen Ri Nürnberg, über die westliche Schweiz und die Alpen. 12) Axel, Alex und Monika sorgen für Sicherheit UND Wohlergehen. 13) medizinischer Mundschutz soll entsorgbar sein. 14) i would like to remind you…. | ich erinnere dich daran, dass…

210921+22 stoppt den Text

((so ähnlich sagts irgendjemand. ich steige später im Gespräch ein und bekomme nicht mit, von was die Rede ist. )) eine Überschrift bei einem YouTube-Video soll vielmehr Aufmerksamkeit erregen, als einen Bezug zum Inhalt herstellen. ich gebe mir Mühe: »machst du neuerdings YouTube-Videos? nein, aber der Film hats mir schon angetan.« eigentlich erst seit dem ich Hs Film gesehen hab. muss ich ihm mal sagen.

Blumenhandel-Besitzer:in – die Sonnnenblumen an der Prenzlauer kosten 1€. / sind die Fliegen dumm; merken nicht, dass das Schlagen des Fetzens am Propeller keine wirkliche Gefahr darstellen. die Fliegen aus Hs Text [website auf Anfrage] sind Fliegen, die den Tod als Erste feststellen. ein langes klebriges Band, das in der Küche von der Lampe hängt. / nun ists Abends. es gibt Milo-Suppe, die später umgetauft wird. (die dich am liebsten mag, deren Name trägst du).

wir sind keine Insel! ›1.50€‹ diktiert mir jemand. auf der Straße klatschen sie sich ab. »Hallo!-Hallo« ich komme nach Hause, hier nahm der Blog seinen Ursprung. komm, laden wir Leute ein und kucken, was passiert. (dann die Frage, was passiert, wenn auf einmal Raum da ist. aus heiterem Himmel.1

die Frage: ›darf der das?‹ steht wie immer im Weg rum und jetzt sprechen wir darüber, ob das vertretbar ist, statt über die Auswirkungen und andere Möglichkeiten nachzudenken. will man das? gepflegte Wiesen bestzen? will er/man das? nicht unbedingt. die Architektur, die einschüchternden Treppen, von denen Mona J sprach. will die Wiese, dass man sich ihr annimmt / in wessen Interesse wird die Wiese als ein Objekt gesehen und werden diese Interessen klar formuliert?

Kirchenglocken. im Turm leuchtet ein Licht. wie immer.

Schönheit benutzen. das fällt bei der ländlichen Schönheit leicht. die geschminkte Fassade des kurzgeschorenen Rasens. A spricht davon, dass bei Viriginia Woolf der englische Rasen das Zeichen der Unterdrückung ist.

von den Pflaumen (sagen wir, sie sind aus Below). C spricht über den Sommer des nächsten Jahres: sitzt auf nem Baum und isst Kirschen; sitzt auf dem Trekker und mäht Rasen.

ich sehe aus dem Fenster. einer, der vorbeigeht, lacht mir zu.

zurückdenken an: / weit ausgeholt: damals, Schlecker, da haben wir immer geklaut,

ein Hund fetzt vorbei.

Katzenstreu neben Kerzen. A hat noch einen Toaster von Schlecker und dann, als Schlecker vorbei war, sprießen die dm wie Pilze aus dem Boden (sagt jemand).

ernsthaft werden Dinge besprochen <3. eine Wespe landet am Tisch und schnuppert an Café. unten flitzen die Spatzen schon und warten, das irgendwas abfällt)

auf die Frage wohin: durch die Decke. wir fügen hier die Schwanenseegesänge von gestern (210920) ein, die gibt es btw auch als Musik-Buch für 2.5- — 4-Jährige [link einfügen] gibt. heute trinken wir rosa Sekt und später Rotwein aus den gleichen Gläsern. ein Hund läuft vorbei. den Namen der Besitzerin kenne ich aus den Protokollen. einer geht vorbei. sieht aus als wärs Ts teenage-Double. sogar der Gang.

ein Tag später: »stell dir mal vor, deine Schwester hat mit dei’m Freund ne Nummer…« ich fahre am Buchladen vorbei. ich mach nochmal halt. ich will nicht nach Hause. stell dir vor… Fiktionen unter vielen.

so ist Nähe etwas, das wie Rauschmittel wirkt. die upper und downer des Alltags. ich gebe mich hin, dem wieder-alleine-Sein.

ich warte. vor der Tür, darauf, dass M wieder kommt – mit dem Eimer mit dem Werkzeug. der furchtbar nette Papa von C kommt. die Kleinen werden von allen Seiten abgeholt. puh. an meinem Lenker hängt ein Melonennetz mit einem Fußball. wir fahren dahin, wo wir immer hin fahren. heute viele Schnecken: Krieg oder Küsse. wir picknicken nicht, essen Äpfel, die M gepflückt hat. letztes Wochenende. aus nostalgischen Gründen halte ich auf dem Rückweg bei netto und kaufe Haferflocken.

  1. meiner Erfahrung nach wird Raum auch nicht einfach so angenommen. ich will Strukturen nicht negieren, die Geschichte des Tellerwäschers nicht verherrlichen. dennoch: muss man auch machen und nicht nur warten []

210922 ich träume:

auf einmal von Oregon. von unbekannten Süßigkeiten, die mir Mona anbietet. eine dreißiggradwinkliges spitzes etwa einen halben Zentimeter hohes Dreieck, gleichschenklig, mit einem dem Nogger-Eis ähnlichen Oberfläche und einem meterlangen Nugathalm ohne Funtkion drin stecken.. M bietet mir das Ding an, im Garten. es ist das letzte, liegt in einem schulterhohen Bambusregal auf der zweit-untersten Regalfläche. Denken über bessere Quoten. (später am Tag finde ich ein Gewürz mit C.s Namen und überlege, was wohl mein Gewürz wäre: Birgits Bierbratengewürz)

210920 Werbungs-Irrsinn

der Irrsinn, dass die Reklame sagt: show dont tell und dann folgendes proklamiert:

ich bin ganz ruhig. sehe Pippi-Langstrumpf zu, wie sie mit dee Schere die Nudeln im Mund abschneidet. erstarren – das kann dir überall passieren. (auf Haferlocken hängen geblieben; lacht, als ich sage, »ich esse wieder manchmal Reiswaffenl«), streichle dem mondgesichtigem grauen Kater über die breite Stirn. hmmmm! zutraulich. R kommt spät nach Hause. M und ich haben ab heute die gleiche Frisur. ich schniefe nur noch leicht. au revoir Schreckgespenster, bonjour les mots français, ils reviennent dans ma tête.)

ns commemcer a prépare les pommes: Kuchen mit Äpfeln aus dem eigenen Garten.

210919 sonntägliches déja-vue

déja-vue: ich sitze wieder in der S9, fahre wieder mit dem Rad zusammen nach Hause. das Rad steht vor mir. ein Mann fragt nach Geld, niemand gibt, er sieht sich um, sieht vier Frauen: »und da blinken sie dahin«. (mit Blink-Krone) | »beim Skaten denkt man nicht nach.« sogar wenn sie… ja sogar dann, liebt er sie. | wir fangen wieder von vorne an:  Zeit für ein neues Textdokument, äh. on y va. (à Paris (✔️), à Marseille, à Toulouse). an der Tür der S-Bahn klebt eine riesige Motte. tolle Plakate: Treptower Park. ich weine nicht. H schreibt wirre rauschhafte Nachrichten. ich schreibe eine kurze Nachricht an M. j’essaie à écrire un message pour J en français. ça marche plus facile, que j‘ésperais. dann kaufte ich mit dem vormals gerollten Schein von X vegane Chorizo. ich rolle ihn an der Kasse auf. die Kassiererin gibt mir 15 50-cent-Münzen als Wechselgeld zurück. ich kaufe Milch, klemme sie auf den Gepäckträger. sie fällt runter, an der Kreuzung und ein Auto fährt rüber. es spritzt. C fragt mich, um meine Tollpatschigkeit. 

nach Erfahrung und Erlebnis geiernd. es gibt wieder Kakis. wie jedes Jahr. ich kauf zum zweiten Mal am Tag Milch, überlege kurz Madeleines zu kaufen und weiß dann nicht mehr, warum. mache irgendein Lied an, das jemand auf instagram gepostet hat. nasche von den Zirkuspralinen {wrong}, lege den Kopf in den Nacken und sehe ins Zelt: Sterne im Zelt. und was nehmen wir mit? vielleicht die Pizza. to do: alleine sein [einige Tage später spricht R von etre seule – das ist einfach und schwer gleichzeitig, aber es wird dir gut tun. ich sage H ab. ich sage J ab. (und dann frage ich mich, ob ich zu früh absage und denke an D und dass er von Flucht sprechen würde.) nach der Aufführung ist die Verwirrung nicht unbedingt geringer. C kritisiert die Dramaturgie. die Stimme der Figuren. ich fahre mit dem Fahhrad nach Hause. nehme die Bahn. meine Nase juckt. Ich finde Omas Handschuh im Treppenhaus wieder. esse zum ersten Mal in diesem Jahr gebrannte Nüsse: Cashews. C probiert Bubbletee – interessant, die kleinen Perlen, die Platzen. ein Erlebnisgetränk, kann man fast so gezielt wie Koks einsetzen. (hier wäre wieder der richtige Punkt, um über das Upper-Downer-Leben herzuziehen, aber ich tus nicht.)

210818

und dann: telefonieren wir und.1

M hat Schweißperlen auf seinem weißen Gesicht, kleine Pupillen, ungeputzte Zähne. wieder schiebt er die Schuld auf die Anderen.

déja-vue: das kennen wir schon. ich sitze wieder in der S9, fahre wieder mit dem Rad zusammen nach Hause. ein Mann fragt nach Geld, sieht um, zu den vier Blink-Krone-tragenden Frauen und sagt: »und da blinken sie dahin«. | »beim Skaten denkt man nicht nach.« sogar wenn sie… ja sogar dan, liebt er sie. wir fangen wieder von vorne an. Zeit für ein neues Textdokument, äh. on y va. (à Paris (✔️), à Marseille, à Toulouse). an der Tür der S-Bahn klebt eine riesige Motte. tolle Plakate: Treptower Park. wegen sowas wein ich doch nicht. H schreibt schon tagelang wirre rauschhafte Nachrichten. ich schreibe eine kurze Nachricht an M. ich kaufe mit Ziehschein eines anderen vegane Chorizo. ich kaufe eine Milch. sie fällt runter, in der Kurve und ein Auto fährt rüber. C fragt mich, ob ich mal in den Drogentopf gefallen bin als Kind.

nach Erfahrung und Erlebnis geiernd. es gibt wieder Kakis. wie jedes Jahr. ich kauf nochmal ne Milch (keine Kuh). überlege kurz Madelaines zu kaufen und weiß dann nicht, warum. mache irgendein Lied an, das jemand auf instagram gepostet hat. es gäbe auch Zirkuspralinen. gestern lesen wir im Zirkzszelt. und was nehmen wir dieses ml mit? vielleicht die Pizz. to do: alleine sein. das wird dir gut tun.

  1. heute reden wir nochmal, aber lass uns wann anders weiterreden. []

210816

H bewundert ausgiebig Ds Gestaltungswillen. toll! derweilen the butchers knife auf dem Bildschirm; die Stimmen füllen den Text und der Rauch unsere Lungen. das ist also das Tablett mit dem Gras. A kommt 30min zu spät. Widersehen & große Freude. derweilen Zeit L Tschüss zu sagen: ich laufe auf die andere Straßenseite, erkenne ihn von weitem an seinem Hut, drücke E weg. rufe wieder an. wir basteln alleine, fädeln Steinperlen auf. D sagt: wir kennen uns doch. stimmt. jetzt erinnere ich mich. das Sprechen der Borderliner völlig wirr (aber ein bisschen borderline bist du doch auch). ich denke zu langsam. heute basteln wir alleine, essen Mango – alleine.

210914

man tut, sagt der Künstler, was man tun muss. ich denke an das Kind, das einer anderen Zeitrechnung folgt als ich.

belausche mit N ein Telefonat (sitzen nach der Siebdruck-Aktion draußen): wenn sie wenig Butter im Kasten haben, dann kippen sie Wasser nach … immer in Kontakt mit dem Wasser bleiben … ja-ja-ja-ja … was im Deckel wollen sie … hm – hm-hm

wir kramen alle Qualifikationen aus, die wir haben.

ich denke an A, das (wer noch gleich A in diesem Falle?)

kalte Luft gemischt mit Zucker ohne Licht. Hs gleichmäßige Sätze.1

K hat seinen Ritter C genannt. wir essen Quninoa.

  1. bei genauerem Nachdenken erinnern sie mich an eine Frau, mit der ich mal Protokolle geschrieben hab []

210913

H spricht über die Fliegen. die Fliegen, die den Tod spüren und ein sicheres Zeichen sind. am Morgen schneidet C mir die Haare.

210911 ergänzend zu 210909

210909

von sich etwas weg arbeiten. alles wiederholt sich und immer wieder, aber woher nimmst du die kraft? fragt H. der verrotete Kapitalismus, sagt H: Spannungsbogen – dadam. Ambivalenzen im Mund: schlucken (ist das der richtige Umgang?)

Spannungsbogen

Ambivalenzen schlucken
viele Ambivalenzen

K legt sich in meinen Arm und will nach den Sternen greifen

theoretisch könnten wir sagen nicht-Privilege
sondern nicht erfüllte Privilegien. ich habe nichts dafür zu tun

– viele gute Helferlein
– sind das dann Freunde?
– si

ich kucke in meine Pflanze und: im Schatten der Pflanze, in ihrem Schoß sind mehrere kleine Pflanzen. Sprösslinge. H träumt von Pizzaneapolitana
fast schon am Stiefel
dort wo die Schnürsenkel sind
nach dem Urlaub
erst mal Ruhe.

als ob du in den 10. Stock gehen müsstest

I happy mit X. H momentan kein Crush, fährt aber nach Neapel. (crusht on city)

rätseln, wer Kinder bekommt, wer die Bodenhaftung behält und verliert. I ist Happy mit Namevergessen und Christian ist auch glücklich, haben wir irgendwo gehört. Hs Crush auf I.

ich telefoniere zum ersten Mal wieder mit C. auf einmal sind wir gleich groß: er über sich selbst: C hasst Tiere, hasst Hunde, die Sache mit B, mir. gibt Gründe ihn nicht zu mögen für X.

weiß nicht so genau, was ich von easy acessibility halte. ich bleibe weiterhin kompliziert, nicht um auszugrenzen, sondern um auszudrücken1

  1. darf man ni vergessen, dass es mir nicht um Kommunikation/Inoformation geht []