KategorieParis

120804

das Haus—dann kauf es dir doch1 dramatische Einlage von—wir nutzen die Stereoanlage. weird; dennoch schmackhaft zu Abend: Kräutertee und belgiesches Bier, Käse und vor allem: Salat mit Gurke und Melone dazu—episch. (auch die Bordüre an der Wand).

[vorsichtig]: ›bist du Samstag zurück,?‹ – (gleich folgt eine Einladung zum Rave, warte nur). nun kommt das Telefonat von heute morgen zurück. jung und agil schwimmt der Unternehmer durchs Wasser der Stadt, wie durch ein Aquarium. er gibt den BMW ab, versichert dem Kundendienst er brauche keinen Ersatzwagen und leiht sich ein TIER aus (er hat ein Abo). auf an den Stadtrand! stellt es kurz vorher ab. (tah! wie weit reicht die Mobilität?2 )

komm, wir fliehen wieder irgendwo hin. (und den Kaktus nehmen wir mit—ins irgendwohin am Samstag. auf in die Verantwortungslosigkeit. heute morgen hatten wir noch davon gesprochen und jetzt machen wirs wirklich. auf einmal sind wir wieder jung.—(„that was epic“)

  1. ! SMS an A: wem gehört es demn? E: egal, kauf es dir! []
  2. ich trage derweilen einen Kaktus durch die Stadt []

120804 ode auf essen [Paris, kurz vor Schluss]

1 das ordinäre Croissant, die salzige Butter, der Honig (miel [Name nochma nachlesen], der eine Käse, der andere Käse, die Karamell-Schokolade und? die weiche Avocado, das Schoko-Macron. ich schwelge.

  1. eine Ode? weiß ich ja gar nicht genau, was das ist []

210802 Paris [12]

bin ich jetzt eigentlich Reisebloggerin?

M sagt: nur nicht das Leben vergessen. oke, aber wenn man nun gar keine Zeit hat zu arbeiten, weil man so sehr leben muss? der Beschluss loszugehen (jetzt aber wirklich).

was ist schön?

210731 Paris [10]

die Zwillinge stolpern auf mich zu und halten mir abwechselnd Erdbeeren vor die Nase. (»und wie heißt das?« – c’est un fraîse, mais c’est … vert.«)

»jetzt lass sie. sie ist Deutsche. sie versteht dich nicht.« erst dann hört er auf vom pass sanitaire zu sprechen, von der Polizei, die man rufen würde, den Strafen, die es gibt, ohne den Pass1

ich sitze zwischen hohen Häusern in St. Denis.
was suchst du? — ach,
Erdbeeren.

Gespräch mit H. Abraten vom Alleine-reisen2

ein neues Lied für die Playlist: Mr. Vegas Head High (ich erinnere mich)3

  1. ich erinnere mich an Flusser, Undinge und finde es auf einmal furchtbar absurd, dass der QR-Code der Grund ist, nicht eingelassen zu werden – und dann ist es noch eine Draußenveranstaltung . aber ich bin müde und nicht aufgelegt in einer fremden Sprache über Hörigkeit zu diskutieren []
  2. wie erhellend, wie anstrengend, wie Drogen-nehmen. []
  3. kommt es bei den neuen Liedern etwas immer darauf an, dass sie erinnern []

28. April, Paris [7]

wo sind wir? – immer woanders. immer-wo-anders sein. ein weiteres Tartelette chococal caramel. willst du sein wie ich? (Empfehlungen aussprechen). C verweist auf Hartmut Rosa und die Unverfügbarkeit.

sich die gleichen Dinge zuführen. du-du-du machst jetzt gefälligst den Mund auf. Fotos aus dem Urlaub schicken. (S schickt ›Grüße von der Autobahn‹). das Begehren der anderen steigern.
in der Nacht ruft D an. irgendwo, in irgendeinem Hotelzimmer.

ich erinnree mich an letzten Sommer, der müßig vor sich hin plätscherte. die Brombeeren am Fluss. an jeden Tag etwas zu essen. im Herbst getane Arbeit konserviert und aufbereitet

27. April 2021, PARIS [6?]

kurzer Besuch bei Proust.1 kurz warten, bis das Grab frei ist. wir machen ein Foto. C protzt: Swanns komplett (verputzt)

se souvenir [ ich erinnere mich…]: un truc comme ça.

wir haben nicht Backgammon gespielt. oh nein. (aber wir spielen ein Tag später)

die Buchstaben hiers: kleine niedliche a-s und e-s

das hatten wir schon Mal.

»und bist du noch?«, fragt sie. naja, also… ich laufe durch den Regen in Montmarte. Treppen und Hügel bergauf und bergab – M an der Strippe. vom Urlaub (die ganze Familie) – on ne jamais fais de vacances.

ich sitze in der Sonne. feiner Regen.

bedauerlich bzgl,

was zählt? die Zesten der Zitrone. der Kaugummi (chewn by C – sagt er).
was ist ›die Freiheit‹.2

abends Einblicke in Derrida (auf Cs Nachttisch) und

meine müden Augen.
herausfinden, was Freiheit ist (liberte = ) fraternité, egalite. on est tou-jours-la-ha-ha-ah (C leicht bei: du issst

wer ist eigentlich [Lückenfüller] ?

  1. an alle Père-Lachaise-Besucher:innen – die Karte, die der Friedhof bietet muss nicht unbedingt richtig sein. kurze Ernüchterung, dass eine falsche Karte auf jeden Fall von google mapsgeschlagen wird []
  2. etwas, das als ›fact of life‹ vorausgesetzt ist. s. Rahel Jaeggi – Kritik von Lebensfomrne. []

26. Juli, Paris [5] – Teil 2

Käse ohne Löcher. was wird mehr, wenn es gleichzeitig weniger wird? – Käse mit Löcher (»je mehr Löcher, desto mehr Käse. je mehr Käse, desto weniger Löcher«)

endlich läuft ein Franzose mit Baguette vorbei. (Tag 5—19:17 Uhr)

abends

1: Sohn, Mutter
2: ich
3: Kellnerin
4: Monsieur Wang1
5: Paar 1
6: Paar 2 (erstes Date)
7: Mann

—(1): ich werde nicht! den Salat nehmen. nein nein.
—(2): ich werde nur trinken, nichts essen.
—(3): leises Lachen. man sagt nicht ich bin hier »pour boire« = sich vollaufen lassen. (Vermutung). es fehlen mir Worte, elegante Wörter, kleine Entgegnungen, um auf Dinge wie »Entschuldigung« im Vorbeigehen zu reagieren.
—(5): genussvoll die Zigarette zum Mund führen. ihre Beine berühren sich.
—(4): sitzt immer noch (eher wieder) hier. (gleicher Platz wie letztes Mal. Haweihemd wie letztes Mal. ich erinnere mich, mit D in Vietnam: die beiden alten Männer, das jemandem-vertrauen, den man nicht kenn (er: ich bin so froh, das gemacht zu haben)
—(1): on a achoisi maintenant, aber: ist das Fleisch auch aus Frankreich?
—(3): – – tadam! wir haben uns (also sie sich) entschieden.
—(3): und was nimmt der Herr zu trinken? die Frau mit den Fischen im Bauch umschlingt mit langen Nägeln einen Teller Pommes. [stelle mir L vor, wie sie Dinge durch die Gegend trägt, »ach und sie nehmen also den Pinot Noir« – das ist eine wirklich gute Wahl. (hochoffizielles Flirten.)
—(1): sie ist nett. (anerkennend)

im Radio: Babushka

—(3): Hugo?
—(1): Gespräche: … wir haben uns für – das gute Leben entschieden. die ist wirklich nett. bevor wir das Essen essen, schnell noch das Handy zücken: Foto.
—(7): der Mann mit dem Bier, das vorher noch halb vor war. jetzt isses halb leer. gleich wird er zahlen. gerade eben fläzt er noch auf dem Stuhl.

die Hände mit dem Handy zwischen den Beinen, flätzt auf dem Stuhl. EarPords im Ohr2.
—(6) ein Tisch ganz am Ende. erstes Date oder zweites. führen vorsichtig Stücke vom Teller in den Mund. vosichtig lachen. der Ketchup steht bereit für die Pommes. (mit oder ohne?)

morgens3 : Regen – trois versions de la pluie. schnell die Kapseln (Käsekapseln) nach drinnen bringen, damit nichts nass wird. (Hab-Acht / O-bacht)

—(1): vs attendez de qn?
—(2): – äh … no (außer auf Prinz Charming wart ich auf niemanden. dem sagen wir noch schnell Tschuss. nur ein kurzes sich-Ansehen über die Menge hinweg. kein Tschüss, weil wir haben uns auch nicht »Hallo« gesagt.
—(1): warten Sie auf jemanden?
—(2): nein
—(3): trinkt 2cm in 20 Minuten. (das trinken genießen. Zeit bezahlen, nicht das Bier).
—(4): auf einmal Gespräche über Politik und Burger – bei vino.
—(2): na dann.

im Radio: Bläser. (hier hätte Muttern wieder zu weinen angefangen).
else: das geht gut, aber nicht lange. staubtrockenes Gebäck im Mund und das golden Band in den Haaren.

—(3): gähnt.

—(5): eine neue Zigarette. Griff zuM Handy. grinsen, lachen, tippen, schreiben. ich will nicht schreiben. gezwungen Zeit irgendwie zu verbringen, um mit den anderen Zeit verbringen zu können.

im Radio: sugarman, Rodriguez.

—(3): c‘est fini?
—(1): ich nehme noch ein weiteres Glas Wein. diesmal nehmen wir einen Rose. —(3): donc….
—(1): »die Sache ist« = le truc, c‘était.
—(6): glimmend eine Zigarette. ein Glas rotwein. bitte süß.

else: man wird anders wahrgenommen, wenn man alleine ist im Vgl. zu: wenn mehrere Menschen
der Heimweg gestern, der war lustig

Mann mit Rennrad schiebt vorbei.
Zeit in heute und frrüher einteilen.
gestern.

1/2 Baguette mit Ziegenkäse und Honig.
J ist fünfzig, und nun ist er in asiatischen Ländern (nicht ›Asien‹)

ein Tisch, der bis jetzt noch keinen Beachtung fand.
drüben wird das Lachen lauter. kichern – hahahaha.
als ich zwanzig war, war ich mit einem Mann zusammen, der sehr verliebt in mich war – er war Architekt. aber weißt du, wir warn nicht zusammen, ich war nicht verliebt in ihn.

  1. diesen Namen übernehme ich einfach von C []
  2. ich erinnere mich, dass EarPods vor nicht allzu langer Zeit noch eine Seltenheit, eine Auffälligkeit und wirklich sonderbar waren []
  3. die Einteilung des Tages in 3 Zeitabschnitte: morgens-mittags-abends []

26. Juli, Paris [5]

»ahhhh! vous-êtes d’ou?« (freundlich gefragt werden, weil man aus versehen der Baguette und nicht la sagt und la monde und nicht le). ein Baguette und zwei Croissants s’il vs plaît – und eine Zeitung. (okee, Augen-drehen, der Nach-Rausch gehört auch zum Rausch. lasses uns positiv sehn. na gut.) ein flüssiges Ei und ein Croissat. seit wir den Käse haben, steht die Maronencreme hintenan.

25. Juli, Paris [4]

durch den Park, C blickt den Bällen hinterher. Kaffee1-sans-lait / (könnte ich bitte?, also:) + lait. dem benachbarten Tisch lauschen im Jardin du Luxembourg. durch den Jardin, nach Montparnasse, zu den beiden Bahnhöfen. in der Bahn eine Mister-Bean-Gestalt (›allô? – allô?‹ presst er sein Handy ans Ohr. in der Bahn dann. huch, stößt sich an allen. hach, entschuldigen sie, ich lache laut, ich habs nicht gesehn, aber C erzählt– hinter mir lacht man über mein Lachen (ach du meine Güte). im Bahnhofsviertel, bei einem authentischen (!) Inder – ça lui remarque… (jap. tuts. Mangolassi, hmmm). minimal-Exzesse im Alltag. das knallt ordentlich nur das Rauchen, das ist uns (mir eher) keine 13 € wert. die Nachbarn teilen Tabak (in einer Plastiktüte, gemischt mit dünnen Filtern in Plastikröhrchen. »des feuilles?« – die hab ich. »passen Sie auf, hier muss irgendwo noch ein wenig Gras versteckt sein« – huch. vous-êtes d‘ou? (neugierig).

an einem Sonntag in Paris. wir sitzen hier an der Ecke.

monsiuer sucht seine Freunde: Blicke in unsere Gesichter, in unsere Gläser – »vs boivez du Gin-Tonic?« – ne Negroni – die eigenen Freunde anhand ihrer Getränke. irgendwann kommen sie wieder, haben nur was zu essen geholt. sie lachen sich an. schön anzusehen. der Barkeper hüpft Betrunken den Berg hinauf. die Barkeeperin: »have a wonderufl night!« (beide ziemlich besoffen. wir tragen hier keine Maske (ebenfalls besoffen, am Tresen)

minimal-Exzesse im Alltag. »ich war da. nichts ist wie vorher. mein Gott.« (schreibt S)

[was allem vorausging: der Versuch an der Champs-Elysee einen Test zu bekommen, aber Touristen müssen zahlen. Anne Immhof entgeht uns.]

  1. für die Dokumenation möchte ich festhalten: einfacher Kaffee, niemand weiß, ob allongé oder créma für 5 Euro []

24. Juli, Paris [3]

ich entlocke der Kaffeemaschine einen Kaffe.

C hat Blumenberg neben sich liegen. (inner Tüte, in der auch der Mac is). Blumenberg sagt »Fikten«.

man höre: https://www.youtube.com/watch?v=InIw_a9FEtg, man esse Tartelette au Citrone und Quiche Lorraine (in der btw immer noch kein Lauch ist).

Gespräch mit C über wie-man-ist / wie-man sagt-wie-man ist. wie man sagt, dass man ist. wie willst du sein?1 und was sagst du. die Nachfragen der anderen nicht als kleine Angriffe verstehen, sondern als zu der Bewegung gehörig. (C) (einleuchtend)2

wir laufend Abends durch die Straßen (en cherchant –– de glace pour manger. »dass brauchen Sie jetzt aber nicht zum Einschlafen?«). vino-trinken und Cuba-libre. (›Frei-heit‹)3

  1. und wann hörst du wieder auf etwas zu sein. der Aufruf Enden zu vollziehen. []
  2. ich werde versuchen die Angriffe ebenfalls nicht als Angriffe sondern als Interesse zu verstehen. []
  3. sich was nehmen, was man nicht haben kann []

23. Juli, Paris [2]: Fikten

festlgen, was passiert. stell dir vor, du – (jemandem etwas einreden: du bist –––). »Fikten« (so nennt es Blumenberg, sagt C)((ich erinnere mich an die Empfehlung von CLs Vater Frauen, die Blumenberg lesen, zu behalten ). an der Seine die Füße ausstrecken. hier ist es hässlich und stinkt, wie es sich gehört für eine große Stadt. wir tragen ein Baguette und Salat durch die Gegend. Maronencreme auf Madelaines mit Zitrone.

22. Juli: Flug → Paris [1]

Parallelprotokoll1 ohne Ankündigung an Gate A31.

nach Paris fahren: Wolken kucken und Tauben zählen.

  1. AUSZUG 17:23 – 17:39 / Durchsage für Alexander oder Alexandra à la ‚wir erinnern Sie nochmal‘. Reihe 2 geht das Handy vom Lockenkopf. Reihe 3 malmt einer Nüsschen. Hinter dem Flugzeug ist das Feld. Vorm Föugzeug ist ein kleiner Abgrund. Warum sind die Fenster bis zum Boden? Der Boden ist weiß, wie Schinken gefleckt. [Fleißig auf die Tastatur tippen]. der Nüsseesser trinkt auch noch was; prüfender Griff auf die Packung – leer. Einer mit Papiertüte geht vorbei. C hat eine Plastiktüte dabei, in der der Laptop verstaut ist. Die hochgezogene Jacke eines Mannes unter seinem Rucksack, der vorbeigeht. Der Nüsseesser bereitet sich vor. Der Lockenkopf hat wieder aufgelegt. Gleich öffnet und schließt das Gate; werden wir in den Bauch des Flugzeugs gehn. In unseren Bäuchern die Brote – vielleicht. Der Hintermann lässt ein Getränk zischen. Wie heißt das Geräusch, das Rollkofferrollen auf Rollbändern machen? Eine Frauenstimme kündigt an, dass in wenigen Minuten irgendwas mit dem Gate ist. „Thank you for your attention.“ / Meine Aufmerksamkeit ist irgendwo. Unser Hintermann hat einen Alukoffer. So einen will ich auch. Nun wirft er die halbvolle Cola auf dem Weg in den Bauch des Flugzeugs in den Bauch des Mülleimers. Der Nüsseesser fummelt an seinen Augenbrauen. []