SchlagwortBossestraße

211109

»Hallo Birgit & Freunde« – so begann die mail. ich schmunzle nochmal. Telefonat mit L. »jetzt ein Weinchen mit dir, das wäre schön«, sagt sie. der Beschluss, dass wir einfach alle in den Wedding ziehen. ich denke an dieses Gefühl, das mich manchmal überkommt: und jetzt machen wir alle was zusammen, manchmal überkommt es mich.

R zeigt mir das Atelier. und hier haben wir ebenfalls jemanden mit der gleichen Ausbildung wie du. ich ziehe um. ich finde heraus, dass die Schrift, die der motto-Buchladen (unbedingt dahin!) *Dom Casual* heißt. ich staune über das neue Werkzeug. ich habe mir immer noch keinen Termin beim Frisuer gemacht.

sitze in der Bildhauerhalle und lausche einer, die einer anderen erzählt, dass sie keinen Bock mehr auf udk und die Lehramtsstudenten hatte, weil die keine Zeit mehr für Kunst haben. X kündigt sich an mit leisem »Badadapp«. ich denke an die Gitarre, die ich letztens bei C in der Hand hielt. irgendwie ein gutes Gefühl, den Körper des Instruments in der Hand zu halten, so groß und so leicht. badapp. zupf zupf. gestern P am Telefon: ein Minimum an Körper muss eingehalten werden. je mehr, desto größer… gestern fangen sie bei Rewe einen Dieb. die Tasche ganz voll. die Kassiererein und der Security freuen sich und ich fühle mich ein bisschen komisch, neben dieser Freude.

später: es ist sehr sehr laut. die Kellner sprechen englisch.
mit Hafermilch?, fragt der Kellner gnaz von alleine.

Panflötenmusik, wirklich sehr laut.
in der Eingangslobby des Hotels, das Gefühl neu zu sein, das aus meinem alten Mief heraus.

als ich nach Hause komme, klemmt ein Zettel in der Tür. kurz nervös. dann sinds nur die Nachbarn, die ein Päckchen haben wollen, dass nicht bei mir angekommen ist. (vorher ging das Gespräch noch darum, dass viele Menschen scheinbar nicht an ihr Handy gehen bei unbekannten Nummern – hm)

211103-4 Zufälle

ich habe eine Zeichnung gemacht, Kollektion ›Zufälle‹. (weil: beruhigend & schön.)

die Überlegung die Zusammenarbeit mit M eher auf den Fokus ›Sehnsucht‹ zu legen. wonach sehnst du dich? die Objekte der Sehnsucht, die eigentlich total irrelevant sind. ich denke an ein Spiefeld, auf dem untersch. Figuren stehen – alle neben den Feldern, alle folgen ihren eigenen Regeln.1

wir warten an verschiedenen Tischen aufeinander. eine unbekannte Nummer ruft mich an. es muss Cs Nummer gewesen sein, höre ich, als ich zurückrufe und die mailbox rangeht. mir fällt auf, dass ich keine Telefonnummer außer die meiner Eltern **********, meine eigene ***********, die von K aus der Grundschule auswendig kann: ****** und Omas alter Nummer ***********. ein Bier und ein Späti weiter:


schäppern – Sprachnudelhttps://www.sprachnudel.de › S
»schäppern ➤ ultraknackig erklärt in der Sprachnudel – dem Wörterbuch der Jetztzeit.« BIST DU AUCH NE SPRACHNUDEL? JAHA? eine Sprachnudel, die sich auf dem Löffel räckelt.

ja unter dem Tisch, kann man die Beine zusammenklappen. ich probiere vorsichtig. bin dabei, als C passend zu seiner Schriftstellerjacke wieder zu rauchen anfängt. (die Uniform anpassen an die eigenen Vorhaben.) ich sehe mich im Spiegel an und mal ein bisschen rot auf die Lider. die Lider zu, schütze mich vor allen visuellen Reizen. »und du? was machst du?« fragt jemand. »Ich schreibe.« (nach dem Exkurs letzte Woche zur onthologischen Festlegung des Seins, halte ich mich an Verben.) siehst du die Gitarre? wegen ihr bin ich hier. ich hinterlege den A3-Block an der Bar. »darf ich den wieder mitnehmen«
danke bitte

tschüss, tschüüss, ich sitze auf dem Barhocker am Eingang und während der Türsteher drinnen die Gitarre ansieht, gewähre ich einer Frau eintritt, ohne ihr Impfzertifikat zu sehen und ohne sie Eintritt zahlen zu lassen. gern geschehen. C schlägt vor, reich zu werdne.

reich, in Geld schwimmen.

finster2 =
1. ganz ohne Licht; sehr dunkel
2. mürrisch, mit einem Gesichtsausdruck, der jds schlechte Laune deutlich zu erkennen gibt

sitze auf dem Sessel, lasse mir meinen Rücken wärmen, ohne, dass er kalt war. S und ich lektorieren Parallelprotokolle.
PP Draußen 18051923012321 lese ich: »Die Wolkenfetzen ziehen in einer Dreierkonstellation ab.« <3
23:19 Uhr: Buddha-Stift – ich will auch.
PP Nachtmond 18051901090130, Prolog, merke ich an:
»Könnte man, statt von der einstürzenden Intensität des Neuen auch von einer nachhaltigen Intensität des bereits Bekannten sprechen, die nur zu spüren ist, wenn man Erlebtes so (oder so ähnlich) schon mal erlebt hat und es ungefähr einordnen und sich selbst darauf einstimmen kann? (Ich denke da auch, aber nicht nur, an Rauschmittel, deren Wirkung sich nach mehrmaligen Konsum für mich immer besser einordnen lies.) Das mehrmalige Erleben sollte nicht mit dem Wissen eines vorbestimmten Ablaufs einhergehen, sondern muss von einer Offenheit für ein ungewisses Ende begleitet sein.«
PP Shishabar 29101919371957, zitiere mich selbst: »Es ist schön, nicht zu wissen, wenn man auffällt.« ich lese von KiBa und bekomme Lust. bei 19:45 schreibt B: »Jetzt fallt mir erst auf, wie jung die alle rund mir herum sind. Was machst du den hier, alter Herr? (Fragt mir niemanden). Aus diesem Platz kommen keine Revolutionen hervor.«

  1. wenige Tage später Telefonat mit D, ob der geliehenen Sachen. ich erinnere mich: es geht wahrscheinlich um irgendwas anderes. Objekte der – []
  2. lt Internet []

211101 alt und ruhig

der MateTee knallt ordentlich. ich sitze mit flackerndem Herz vorm Bildschirm und sehe auf das Häusereck des Innenhofs. meine neiue Heimat. gibts da nicht am RAW-Gelände einen Club, der so heißt? wir beobachten aufblitzende Likes und dass sie wieder verschwinden. ich schreibe. und du? ›wie schön, dass es eine Zeichnung ist und kein Text‹ das sagt S.1)

ein flexibleser Arbeitsplatz, das isses, wofür mir gerade die Worte fehlten. na ich weiß nicht. später kommt der junge Mann von letzter Woche vorbei und betreibt gekonnt smalltalk. ich lasse die junge Energie an mir abprallen und höre mir seine Zukunftspläne an. gute Noten, große Träume, die Eltern Künstler. er legt alles beiseite und will lieber was Vernünftiges lernen (ich hab da noch drei Bücher in einer Kiste im Keller: wie man als Künstler*in Geld verdient. kann ich dir leihen). er ist so idealistisch. fühle ich mich alt und ruhig.2

  1. (und bezieht sich auf dies []
  2. 1,5 Monate später sollte der junge Mann namens E nochmal vorbeikommen. bedauerlicherweise keine Zeit Worte zu wechseln []