SchlagwortKeks

211127 zurück nach Berlin, Ottos Frau.

eine Frau mit Keksen geht vorbei. (›Lieblingsgast‹ – genau wie vor einem Jahr). in meinem Kopf: ›Kekse mit der Aufschrit Lieblingsgsast. davon liegen drei auf dem Tisch, als ich gehe.‹1.

H und ich stehen am Bahnhof und trinken Bier. genauer trinken wir beide ein Corona und nebenher teilen wir eine Zigarette aus den letzten Tabakbröseln. an Hs Hosenschlaufe baumelt etwas herab. es sieht aus wie die Ticketklemmen für den Skipass, aber es ist ein Feuerzeug an einem Gummizug. möchte man eine Zigarette anzünden, dann zieht man daran, wie an einer Hundeleine. wir beschließen. gemeinsam das Jahr ausklingen zu lassen und freuen uns dolle, als wir wenig später herausfinden, dass das Motto ›fancy‹ ist – abgefahren. sehe überall Glitzer und Gold. (die Keskse! ja, auch die Kekse.) später, im Zug, riecht die Seife nach Lilien und noch später riecht es dann auf einmal nach Glühwein. ich scrolle und klicke durch Wohnungsanzigen und lese ›perfect for professional single or couple‹. professionelles in Beziehung-stehen. der Mann gegenüber entpuppt sich als Italiener und sagt ›Ciao-Ciao-Ciao‹ zu jemandem am Telefon, als ob diese wiederholte Grußformel ein feststehenden Begriff sei.

H trägt ein rotes Tuch, ein zusammengeklapptes Handy am Hals. was ist das denn? sowas hab ich noch nie gesehen.

jetzt kommt schon der zweite mit Bier vorbei. ich will auch noch ein zweites Bier. ich denke an den Rausch, einen richtigen Rausch, den ich in Paris hatte. und ich denke daran, dass ich ganz kurz vergessen hab, was ich will.

am Ende des Abteils spricht einer davon, dass er erst um halb zehn bei Otto ankomme. »Birgit, so heißt doch Ottos Frau.« – stimmt. sie sammelt Schilkröten – wie meine Oma. erst haben wir festgestellt, dass Ottos Frau heißt wie ich, dann finden wir gemeinsame Bekannte. oh mein Gott, wie verschlossen. H schüttelt den Kopf. sie erzählt von der Schachpartie gestern Abend. ich öffne die Dose und nasche eines der Butterkeks.

im Zug merke ich auf einmal das Bier im Kopf.

  1. Auszug aus der Wert der Dinge oder: und dann? nehmen wir das Mofa und fahren weiter []

210908 work-work-work und dann ganz überraschend ein Stück vom Kuchen

Zeit geht vor. immer. »ich packe jetzt ein«, sag ich »und dann gehn wir.«
sich nach der Uhr richten – davon ist das Kind1 nicht überzeugt: »ich muss noch machen, was ich machen muss«, sagts. recht hats. nur passt mir das leider gerade gar nicht in den Plan. immerhin verabschieden wir uns recht rasch, es zieht mich noch auf (das versteckte Rad am Rücken) und ich laufe die Treppen hinunter zur Arbeit (numero 2e).

jemanden von der eigenen Überzeugung überzeugen.2

Linsensuppe in den Studios.
Nachtisch Zwetschgenkuchen.

heimwärts | wo ist denn der verdammte Mond, wenn man ihn braucht? stattdessen plärrt die Bild »von allem mehr«. ich versinke in dem kleinen Kästchen in meiner Hand. ein letzter Rest Marmorkuchen, nach-Nachtisch, nach dem Below-Kuchen von vorhin. ›hi Scott!‹ ein Mann mit Taucherbrille geht vorbei. es gibt dort kein Schwimmbad. ich schreibe A.: Wellen-län-gen. sie schreibt gleich zurück.

vor Ort | jemand erzählt von der Linsensuppe im Alten Testament, für die sogar gemordet wurde. eine Geschichte aus dem Jahr 2021. (die is sogar vegan die Suppe!) ohja. wo sind die Männer, fragt der Mann. »und bist du Künstlerin?« fragt jemand anders. (i would never call myself an artist). über Schönheit / sich nicht schön finden / alle schön finden. WAS IST SCHÖN? (wir beginnen mit unterschiedlichen Definitionen und finden keine gemeinsame und jetzt jammert der Mann. na toll.)
Sonnenstrahler-sammler:in
das Geheimnis des Kuchens? Kekse, Butter. noch mehr Butter.

hinwärts | L schreibt: ich hätte dich gerne in meiner Nähe3. kurz vor knapp fängt auf einmal alles an sich zu bewegen: beinahe fährt mir ein Auto in die Linke. Idiot! Halt an der nächsten Ampel. »das war knapp« sagt ein mittelatler Mann und »gut reagiert« und auf mein bestürztes ›ich trag keinen Helm‹ meint er nur: »es reicht ja n Hövding4 kurz vor den Studios, beschließe ich, nicht an dem Auto mit dem herabbaumelnden Scheibenwischer vorbei zu fahren. zu gefährlich. es reicht sein Leben ein Mal am Tag zu riskieren (und da weiß ich noch nicht, dass M einen Tag später ganz bleich sein wird, weil sie das schnell nahende Auto mich an der Memhard Straße streifen sieht).

  1. heute sprichts auffällig oft von Löchern und gibt den Löchern ungewöhnliche Verben. Löcher: malen, graben, befreien. dann sagt es noch: machst du mir die Gartenschere auf? und ich lächle, weil das hört sich lustig an, und ich wüsste auch nicht, wie man anders sagt. []
  2. ich zweifle an, dass Argumente hierbei helfen, beobachte eine ausufernde Diskussion um Uhrheberschaft, bei der wahrscheinlich die beste Intention aufeinanderprallen, und es dolle klatscht.. []
  3. das tut gut zu hören []
  4. kaufen Sie sich doch einfach was für die Sicherheit. ich schaue mir sein Gesicht kurz an, stufe als jemanden ein, der einen solchen Einwand nicht hören möchte und erzähle dann, dass ich bereits einen Helm habe, ihn gerade aber nicht trage, weil ich mit der Gazelle nicht so schnell bin – denke ich immer. []