SchlagwortKottbusser Tor

220904 dating (forever) + Kreuzberg

am Balkon nebenan: »ich bin 32 sehe gut aus, bin blond. … A datet jetzt jemanden, der 42  ist – und er sieht aus wie 42! … sie hat gerade mal ihrem Master. sie ist lustig. aber sie ist nicht: ›ich bin so cool‹ und er muss auch schön und cool sein.«
(nun datet A also einen, der so aussieht, wie er alt ist. scheint nicht erstrebenswert zu sein.)

wir, am Wochenende mit L (unserer Singel-Freundin) unterwegs. mit jedem Glas stolpern wir alle mehr in Rollen. ich bringe alle dazu in einem Bett zu schlafen, obwohl das niemands Plan war. am nächsten Tag bin ich überrascht. das war meine Idee? L und ich sind wieder im Partnerlook. lade mir gleich am Sonntag die neue App herunter. hänge meinem Kater nach. der Kater dauerte bis gestern. ich rede Müll.

A probierts einfach nochmal sagt sie. »wenn man sich mag?«
ich beschließe vorsichtig zu  sein.

wir sitzen zu AHs Buchveröffentlichung. dann bei Maroush großes Erschrecken. vor uns platzt die Scheibe. das kann doch nicht sein. und vorher ging der Müll schon auf – mit dem gleichen Geräusch.

2,5 Tage in und ums Kotti herum.

 

220818 Lichtenberg, Bombenenschärfung, Spaziergang: Lasagne und Wein

gestern

morgens zu M. sie wohnt gar nicht weit weg. sprechen über das Buch. außerdem: Lob der Langsamkeit an der Kunsthochschule. ich weiß gar nicht recht, ob wir uns kennen, und wenn ja, woher. als sie von den Arbeitsumständen als Freelancerin spricht, wird mir schlecht – schon wieder. so wenig Geld für all das.

abends

der Versuch uns am Kotti zu treffen scheitert. ich bin zu spät. dann ist das Ostkreuz gesperrt. treffen uns mitten im bevölkerten Friedrichshain. laufen zurück nach Kreuzberg. essen mitgebrachte Lasagne. der Dönermann von der Ecke (Köpenicker / Querstraße zur Oberbaumbrücke) zwinkert mit beiden Augen: hier ist eure Gabel. C hat ein Wort auf den Lippen. wir finden es nicht. der Verkäufer reicht uns Holzgabeln. ›wir haben was zu essen dabei‹. dann essen vorm Rewe Lasagne.

fühlt sich an als wärs immer so gewesen.

Rotwein nebenbei.

essen Muffin zum Nachtisch – Schokomuffin: unabhängige Erinnerungen an die Schulzeit.

laufen weiter zum Pavillon.

laufen mind. 8km.

Rückweg zur Elsenbrücke. die ist auch gesperrt?

zurück zur Oberbaumbrücke, dann über die Modersonbrücke zurück.

 

220721 Kleid mit Anklang, mein erstes Buch

9 Uhr: wir drucken das Buch.1

MH redet mir ins Gewissen, dass ich jetzt endlich an die Gestaltung denken muss. (ok)

ich trage ein Kleid, das großen Anklang findet. die Verkäufer am Kollwitzmarkt versuchen mich als Kundin zu gewinnen. ich bin: vraiment jolie. ich sage »danke«. immer braucht man die Diskussion, dass man nicht unbedingt schön gefunden werden möchte, auch nicht anfangen und außerdem ist es nett zu hören. 

fahre weiter auf Arbeit.

H ist noch nicht da. er hat die U-Bahn  in die falsche Richtung genommen. ich sitze da, zeichne, unterhalte mich mit O, frage ihn, wie alles läuft. ob es mich für mein eigenes Leben interessiere, fragt er.
»nee, einfach so.«
einer der jungen Männer blickt neugierig auf mein Skizzenbuch. 
»ah! you are the graphigdesigner«, sage ich, als mir wieder einfällt, dass er mal erzählt hatte.
ja, das war er mal. zwei Wochen später, sehe ich ihn am Kotti, als ich auf A warte.

er begutachtet meine Zeichnungen und wünscht mir viel Glück. 

seine Pupillen sind groß und sein Gesicht gerötet und später hilft mir die Kisten ins Regal zu stellen. 

als H kommt, machen wir uns auf ins KW. er gibt eine Führung. ich merke, dass ich schon sehr lange nicht mehr im Museum war und dass ich das Publikum im KW immer noch skeptische beäuge – mit ihren MacBooks und den gemachten Nägeln. und dass ich wahrscheinlich manchmal genauso aussehe.2

während ich andere Fahrradfahrer überholen, träume ich. eine Frau tanzt auf der Kante des Gehsteigs. Sie für einen Hund spazieren und tippt ihr Handy.

der Einkauf und dass es bei Penny nicht die Salami gibt, die ich mir vorgestellt habe, wirft mich völlig aus der Bahn. ich irre umher. eine Plastiktüte mit meinem restlichen Material auf dem Gepäckträger, das ich aus der Arbeit mitgenommen habe. die Tüte hat nach halbem Weg ein Loch und der erste Versuch, bei denns am Gemüsestand eine Plastiktüte zu holen scheitert.
dort gibt es keine Plastiktüten mehr! ich bin entsetzt und ärgere mich über die unpraktische Gutmenschlichkeit. wie soll ich denn jetzt meine Sachen tragen??

dann gehe ich die Tüte mit ihrem Loch nach oben unter meinen Arm geklemmt zu den Discountern. bei Penny in der neuen Bahnhofsstraße kauft ein großer Mann mit einem Clown auf der Wade Süßigkeiten. ich gehe weiter, finde die gesalzenen Nüsse. finde eine Tastatur. gleich kommt C vorbei. 
vorher rufe ich noch H an.

»warum rufst du an?«, fragt sie.
»einfach so«, sag ich, sag nicht, was ich gerade noch sagen wollte, dass ich so aufgeregt bin.

erinnere mich an die leeren Tage der letzten Woche:
durch die Stadt laufen. sitzen, sehen.

heute morgen saß ich auch noch an der Spree. laß das Sticky-fingers-Buch. 

  1. wieder denke ich ›mein erstes Buch‹. das ›mein erstes…‹ für Sachen, die man schon mal gezeugt hat, zeugt eine selbstwahrgenommene Steigerung []
  2. vor allem, nach dem 220806 []

220708 Kreuzberg: Gurken kaufen, Anchovis

fahre nach Kreuzberg. stehe am Kotti, telefoniere mit M. sie organisiert sich das Kind weg und kommt am Abend vorbei. der Mann vom Copyshop grüßt beim Vorbeifahren.

es sollte  25 Jahre dauern, bis ich ein Mal in meinem Leben Anchovis kaufte. ich sehe den Verkäufer an: »kann man das Glas wieder zumachen?« er stützt sich auf die Theke, zieht seine Brille zurecht, begutachtet das Glas und gibt es mir zurück. kann man. kurz vor Kasse entscheide ich mich, noch einen Espresso und ein Dolce zu nehmen. bitte den jungen Mann an der Kasse um eine Empfehlung. macht er: das Canellone mit Pistazie. die beiden lachen.