220325 an der Skalitzer, an einem Frühlingstag

an einem Italiener an der Ecke der Skalitzer. ich sitze an einem Tisch aus den 80ern auf  Sitzpolstern aus den 80ern.  gerade bin ich einige Male mit dem platten Gazelle auf und ab gelaufen. auf der Suche nach einem Fahhradladen, der jetzt sofort die Gazelle repariert. keinen gefunden. jetzt ist das Rad bis nächsten Mittwoch abgegeben. ich sitzte hier. vor mir steht ein Pils – ein kleines in einem Glas mit Stil.

die Polster sind grün gestreift und ähneln in ihrer Gedecktheit zu meiner pinken Jacke. in der Farbe passen sie zum Tisch, der ebenfalls grün-grau ist. auf dem Tisch steht neben meinem Glas ein weißer Aschenbecher und ein bauchiger Zuckerstreuer. ich denke an einen Pinguin.

eine junge Frau mit verkniffenem Gesicht  verquollenen, schmalen Augen fragt nach Geld.

die beiden Mönner neben mir sprechen Englisch. auf ihrem Tisch liegen drei Feuerzeuge, obwohl es nur zwei sind. das weiß ich, weil ich kein Feuerzeug dabei habe und mir gerade eines geliehen habe. die Zigarette schmeckt wie die Zigarette in Wien, Februar 2015. ich war gerade am wieder gesund werden nach der Erkältung, die ich mir zuvor in Berlin eingefangen hatte.
die junge Frau trägt einen karierten Wollrock, ihr Schulterbereich ist eingesungen und sie umklammert eine Handtasche. „what a luckily evening“ sagt eine Frau zu ihrem Baby. sie schließt am Hauseingang hinter mir auf und schiebt ihren Kinderwagen ins Haus.
sagt die Frau, die hinter mir aufschließt und den Kinderwagen reinschieben. am Tisch den beiden Männer sitzten zwei Frauen. bis jetzt haben sie Aperol getrunken. nun stehen sie auf, machen sich bereit zu gehen. beide tragen weiße. die eine hat eine offene, selbstbewusste Haltung, fast männlich. sie trägt ein Cap und ein Flatterhemd. gerade hat sie bezahlt. auf dem Tisch stehen die geleerten Aperolglöser. Papierstrohhalme in Bonbonstangenoptik (gestreift). die beiden Frauen kommen aus Kalifornien. ihre Haut ist ganz braun.
im Fenster sitzt eine Frau, die Früchtetee trinkt und die ersten Seiten eines Taschenbuch-Romans liest. entweder ist es ein Liebesroman oder ein Selbstverbesserungsbuch.
die Kellnerin ist etwa 40 und trögt Rock und Fellweste.
die Frau mit dem Roman kuckt vakant durch die Gegend.
die zwei Frauen tragen beide keinen BH. die eine legt ihre Bauchtasche um, während die andere aufs Klo geht.
die beiden Männer haben ihre Füße jweils auf eine Seite unterm Tisch ausgestreckt.
und es gibt da noch die Gruppe. 5 Leute, die sich schon lange kennen, schon lange in Kreuzberg wohnen. eine trögt eine Lederjacke, die meiner sehr ähnlich ist.

ich stehe auf und gehe ohne zu bezahlen.

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