Kategorie: blog

240228 in der AGB

Ich sitze an der AGB. Der Mann mit dem Tuch auf dem Tisch, von dem N kürzlich erzählt hat, hat mir mit einem kleinen Knicks denn Platz geräumt. Es ist Änderungszeit. Die Paarung der Peers hat begonnen. Gestern schreibt GH eine mail, wie sehr im meine Sachen gefallen haben. Ich freue mich wahnsinnig. Nächsten Montag beginne ich in der Bibliothek

Vor mir liegt ›Screenshots – Literatur im Netz‹ und ›Schreibenlassen – Texte zur Literatur im Digitalen‹.

240209

Meine innere Stimme schweigt. Nur im Traum spricht sie. Ich träume von der eierlegenden Wollmilchsau, einem Huhn, das (A) auf die Regentonne klettern und (B) auf jemands Armen gehalten wird, in einem Garten, den ich nach einer spitze Aufwärtskurve erreiche.

240130

Der verschwommene Mond auf rosa-blauem Himmel vor den Türmen des Frankfurter Tor.

230131 Proprietäres

Vor mir ein Stapel Papier, eine Entscheidung, viel Neues, suche ich nach „proprietären Dateiformaten“ und finde Folgendes: „Textverarbeitungsprogramme sind ein Übel und sollten nicht existieren!

((Albicker, B. (2021, Juni 18). Trennung von Struktur und Design/Inhalt und Layout. private Homepage. https://privat.albicker.org/blog/2021-06-18-struktur-und-design.html. Zugriff am 31.01.2024.))

Draußen hängt Werbung, dass ALG jetzt einfacher zu beantragen wird. Ich schüttle nur den Kopf.

240130

I know, germans who are fare away from home, they miss bread.

(Erzählt bei Kvatiera, ein Mann aus dem Uralgebirge seinen nicht-deutschsprachigen Freunden.

240119

Mein Blick fällt auf eine bunte Plastikblume am Boden.

Ich hab mal gehört, dass man so viele Monate braucht, wie man Jahre zusammen war, um über jemanden hinwegzukommen, sagt P. Und ihr? Seid ihr verliebt. Wir demonstrieren die Liebe: Küsschen auf die Backe. Ah so! erste große Liebe?

Abends flogen am Alex wieder Krähen. Wir treffen uns Unter den Linden und laufen ein Stück zu Fuß. Das Gefühl der Sinnlosigkeit braucht einige Kilometer, bis es verschwindet. Jannowitzbrücke steigen wir ein.

240116

Als ich mich in der AGB neben einen Mann setze, der eine Packung Käse im Rucksack und eine die Schraubdeckeltasse seiner Thermoskanne vor sich stehen hat, merke ich erst, dass ich jemandem zu nahe getreten bin, als er von Frauengefängnissen anfängt zu sprechen und die Frage in den Raum wirft, wer sich das eigentlich leisten könne.

Der Bibliotheksmitarbeiter hebt den Kopf und springt auf.

Als ich frage, ob ich ihn störe und lieber den Platz wechseln soll, hört mich nicht.

C schickt ein Bild von F: B. Kunz, 3-Zimmer-Wohnung in München. Leider bin das nicht ich.

231121 Farben, zehn Finger

Ich beuge mich vor. durch das einfache Glas der doppelt verglasten Fenster wirken flimmern die Falten des Umhangs der Steinfigur. Ich richte mich auf und sehe den dunkelblauen Hintergrund der an  die Wand projizierten Folien. Ich tippe mit 20 Fingern. ich denke an l, dessen Vater genau wie meine Eltern, ihn  zum Zehnnfingerschreibkurs geschickt hat. Die Professorin kommt zurück. In der Hand trägt sie eine blaue Wasserfalsche. Neben meinem Macbook steht eine ebenfalls blaue Wasserflasche. Vor mir nur Nichtfarben und Bordeux.

Hier: Dorotheenstraße 26

240103 flüssig / fest

Die Verwässerunng kickt. Auch, weil ich nicht an einem Ort arbeite. Versinken, wie es Mayröcker mit ihrem ›Maschinchen‹ tut, ist kaum möglich, stattdessen schwimme ich im Digitalen.

»Die Liquidierung der Realität, die sich in ihrer finiten Substanz auf und von ihrer materialen Fixiertheit loslöst, gehört zu den offensichtlischsten Umwälzungen der Gegenwart. Wer Texte am Computer schreibt, sie auf Tablets liest oder in der Cloud bearbeitet, ohne sie je zu Tinte und Papier werden zu lassen, hat an dieser Verflüssigung ebenso Teil wie diejenigen, die sich an einem fremden Ort auf die GPS-Funktion ihres Smartphones verlässt, statt sich durch die Patentfaltung gedruckter Stadtpläne zu wursteln.«1

Ganz anders Mayröcker in »fleurs« S. 24: »nie wollte ich auf Wanderschaft = Nomadenschaft gehen (mit einem Säckchen BLEIBTREU BASILIKUM BASISLEKTÜRE auf meinen Schultern …….. so lebte ich hin mit den Sonnenuntergängen im Westfenster, betete viel –‹«

 

  1. Bajohr, H. (2022). Schreibenlassen – Texte zur Literatur im Digitalen (1. Aufl.). S. 18. August Verlag.  []

230103 KFZ-Steuer

„191 Euro“ KFZ-Steuer. Nicht für mein Traumauto, aber für einen Oldtimer.1

  1. Hier berechnet: https://www.bundesfinanzministerium.de/Web/DE/Service/Apps_Rechner/KfzRechner/KfzRechner.html []

231231 Holistische Ansätze

Auch einige Tage nach der Besichtigung der Firma, tröpfeln die Erkenntnisse nach und nach ein:

– manchmal sind holistische Ansätze nötig

– eine externe Gestaltung (damit meine ich die nicht die intrinsische, beiläufige Gestaltung, die allem innewohnt, das gemacht wird) ist nur konsequent, wenn sie holistisch angewandt wird.

– wenn sie nicht konsequent ist, ist sie nicht nötig.

→  externe Gestaltung muss holistisch betrieben wird.

– gibt es den Punkt, ab dem externe Gestaltung notwendig wird? (Ich vermute nicht, dass es (A) mit den Kommunikationswegen ab einer gewissen Firmengröße zu tun hat. Ich vermute (B) auch, dass ein gestaltetes Äußeres in manchen Branchen wichtiger ist als in anderen.)

Versteht man mich? Die Frage, ob und an welchem Ort Gestaltung nötig ist, haben wir uns noch gar nicht gestellt – obwohl wir so viel Zeit hatten. Aber jetzt ist endlich mal Zeit und die Frage geht raus an die Welt und vor allem an mich. Gestern: Steuererklärung. Hier wäre eine bessere Gestaltung dringend nötig gewesen. Und zwar eine Gestaltung die alles radikal einfach macht.

231231 Nachtrag (undatiert)

Als ich das Haus betrete, riecht es nach Feuer.

Schreiben, wenn man nicht zuhause ist (auf einen Fetzen Papier aus Cs Mülleimer).

231221 Nachtrag (undatiert)

I wrote a book while I was sick.

Anders als in den anderen Disziplinen, wird in der Kunst abekupfert, zitiert.

231230 Nachtrag (undatiert)

Nachts wache ich auf und friere. Was soll noch kommen. Das Reden um die biologische Uhr nervt. Der Mond ist wieder gewandert.

 

231230 Nachtrag (undatiert)

Ms Bücher haben Flecken. Feinheit ist nicht so seins, aber Konzept.

231230

Als ich einen alten Beitrag veröffentliche, der aus irgendwelchen Gründen noch bei den Entwürfen lag, stelle ich fest, dass ich etwas nicht notiert habe: Das gewinnende Lächeln, des großen Mannes vor mir, dem ich nichts entgegnete.

231230 Erinnerung

Beim Aufräumen finde ich einen Traum vom Oktober. Als ich Stück für Stück die Absätze entziffere, die ich durcheinander, aber durchnummeriert auf die Rückseite zweier Hälften einer auseinandergerissenen Nudelpackung geschrieben habe, fange ich an, mich an einen Traum zu erinnern, als ob ich ihn wirklich erlebt hätte. (FÜR DIE ERINNERUNG IST ALLES GLEICH.)

231226 Traum

Ich bin alleine im Haus meiner Eltern. Ich beschließe die Schildkröte zu füttern und verlasse das Haus durch die Haustüre, stehe ein wenig vor Küchen- und Esszimmerfenster und gehe weiter zur Schildkröte. Sie sieht nicht gut aus. Hat einen weißen Kopf und rennt ein wenig zoodumm1 durch die Gegend., Die arme. ich lasse sie laufen. Da kommt ein ferngesteuertes Auto. Ich unterhalte mich mit dem Besitzer, einem kleinen Jungen.

  1. ich lobe dieses Wort aus meinem Traum: zoodumm oder apathisch, lethargisch, es gibt noch ein anderes Wort, das mir nicht einfällt und auch auf die Psychatrie-Filme der 1960er zutrifft []

231220 Curry 36

Bei Curry 36 treffe ich eine indische Prinzessin, die fast alles kann und trotzdem keinen Job findet. Ich pike ein Scheibchen meiner Currywurst auf den Holzpiekser. Frauenrunde am Stehtisch. Als die andere Frauen verschwunden ist, quatscht mich die indische Prinzessin an. Bist du deutsch? Bin ich. Dann fragt sie mich, ob ich arbeite und studiere. Beides antworte ich. Ob sie hier lebt oder für einen Urlaub hier ist? Sie macht ihren Master. Dann fängt sie an. Sie zählt auf, was sie alles kann. In welchem Feld ich arbeite? Grafikdesign, sag ich. Das kann sie auch. Sie kann UX-Design, Logos, Branding und Social-Media-Kontent-Management. Sagt dir das was? Ich nicke. Bist du auf LinkedIn? Ne bin ich nicht, sag ich, obwohl ich auf LinkedIn bin, aber das Konto wollte ich eh löschen.

(Am Telefon sagt P, man solle sich auf etwas konzentrieren, das Geld bringt, statt etwas, wo auch Rentner arbeiten können.)

231218 Mond

Die 20 Minuten, die ich am Kuhdamm auf C warte, wandert der Mond zehn Zentimeter nach rechts.

231218 Fast-Food-Bäcker

Ein kleiner Kaffee und zwei Croissants für 1,20€! Die Croissants sind außen knusprig und innen weich. Zuerst überlege ich mir, dass ich nur eines der beiden esse, aber dann entscheide ich mich doch anders. Während ich die Croissants esse, setzt sich ein kleiner, runder Mann (vs. große, lange Frau = ich) an meinen Tisch. Als er fertig gegessen hat, zieht er ein Flacon aus seiner Jackentasche, sprüht eine Flüssigkeit auf seine Serviette und wischt sich damit Hände und Mund ab.
Ich erinnere mich an eine Zeit, in der alles möglich war. „Langsam beginnt sich der Möglichkeitsraum zu schließen.“ Sich trotzdem manchmal die Möglichkeit offen zu halten, einen Vormittag auf der Müllerstraße rumzusandeln, bereitet mir große Freude. [Ganz anders als bei Wohnungslosen beinhaltet das Sandeln das Heimkehren. Mit Schrecken sehe ich dem 1.4. entgegen. Da will D wieder in die Wohnung. Ich muss raus. Bis jetzt keine Wohnung in Ausblick. Sind ja (Nur) noch 3 Monate.]

231213

Auch irgendwie absurd, dass auf zalando prime Produkte künstlich verknappt werden.

231205

Ich sitze auf dem Boden und male auf die Rückseite eines alten Kalenderblatts. Ich male ein Auto, das entgegen der Zeit fährt. Im Radio ist die experimentelle Musik mittlerweile von sehr klassischer Musik abgelöst worden.

Vor wenigen Tagen beschlossen, dass ich meine Mappe an Kind und Werk (Ursprung der Professionalisierung) als Anschuungsobjekt geben möchte. Ich schreibe E um Ks Kontakt. E schreibt freudig zurück. Ich schreibe K. Sie schreibt ebenso freudig zurück.

Die getrocknete Gouache-Farbe fühlt sich gut an.

Ich überlege, ob nicht doch eine Kinderkunstschule ein Ort für mich sein könnte.

231128 An einem Montag, als ich nach dem Schwimmen E und C in einer Bar in Neukölln besuche

Der Mann hinter mir war mir schon die ganze Zeit negativ aufgefallen. Mit dabei hat er einen jungen Hund, der zitternd und knurrend vor Angst unter dem Barhocker seines Besitzers liegt. Sprechen tut er nur Schlechtes, über Schwulen, über seinen Vermieter. Er ist um die dreißig, trägt schwarze Klamotten, eine schwarze Mütze und hat lackierte Fingernägel. Ich bin verwundert, dass das Zeichen, das vor Kurzen noch von aufgeklärter Männlichkeit zeugte, die sich frech weiblichen Codes annimmt, offensichtlich jetzt auch bei Homophoben angekommen ist.
Als es um ein weiteres Bier geht, möchte ich lieber nach Hause. C kommt mit und E fängt an, mit meinem Hintermann Kontakt aufzunehmen. Ob er noch ein Bier trinken will? Will er und außerdem sagt er zu C, er solle doch auch lieber ein Bier noch trinken, nicht mit mir nach Hause gehen, sondern wenn überhaupt nur mit mir Sex haben. Ich bin entsetzt. Mit mir spricht der Mann nicht. Auch nicht, als ich beginne mit ihm zu sprechen. Nur mit den Männern spricht er. Außerdem versteht er nicht, was sie sagen. Immer wieder sagt er, C solle mich zwischen die Beine nehmen. Was für ein Ausdruck. Als C sagt, das beleidigt mich, meint er nur: Ob wir denn nicht miteinander schlafen?
Ich sehe schon einen Kampf, bei dem der andere Mann gleich neben seinem Hund auf dem Boden der Bar liegt.

Die Luft der Kneipe hängt auch 8 Stunden später noch in meiner Jacke.

(Zwei Figuren mit Hut und zwei Schachteln Zigaretten)

231128 Klau

Anderswo wird nicht gestohlen.

231126

„Knausgård gründete 2010 mit den ersten Einnahmen aus seinem Min Kamp-Zyklus den kleinen Pelikan-Verlag, in dem er unter anderem Bücher von Christian Kracht und Peter Handke auf Norwegisch herausgibt.“, lese ich auf Wikipedia. 

Ich sitze in der AGB und schreibe Leseprotokolle, die ich lange vor mir aufgeschoben habe.

231125

Während C sich aufwärmt, sehe ich anderen Menschen beim Kämpfen zu. Über dem Mundschutz der Kämpfer spannen ihre Lippen. Beim Verlassen der Matte schlüpfen sie in ihre Schlappen. Sie haben breite Rücken und enge T-shirts. Es gibt viele flache Gesichter und knorpelige Ohren.

Die Schiedsrichterin an der linken Matte steht mit breiten Beinen da
Ein Mann hält ein Taschentuch an seine blutende Nase.
An den Matten stehen Tische, auf denen Laptops stehen, an denen kleine Jungs mit Kappen sitzen und die Punkte eintragen, die die Schiedsrichter anzeigen.

Lang liegen die Körper im Kampf auf der Matte.

„Ist es dein Freund?“, fragt einer von denen, die ein MMA-shirt tragen. Hat der nen Coach?“

Was ist ein Coach?

Ich komme nicht dazu zu antworten, da hat er sich schon an C gewandt. Sitzt auf dem Stuhle neben dem Tisch und gibt ihm Anweisungen, was zu tun sei.

Lang liegen sie Körper auf der Matte.

Zwischen den Kämpfen telefoniert C mit L und fragt: „Wie geht es euch?“ J ist nicht da. L ist langweilig. Ich richte Grüße aus.

Im Traum klingt meine Stimme wie wenn ich schreibe. Ich denke an Siri Husvedt und die innere Stimme, von der sie spricht. Sie kommentiert alles.

In der Pause machen wir einen langen Spaziergang und sitzen dann im Sportclub Siemensstadt. Ich sehe den Kindern beim Schwimmen zu. Vom Beckenrand liegt eine lange Matte ins Wasser. Die Kinder laufen auf der wabernden Matte entlang und springen am Ende ins Wasser.

Gekrümmt kommen die Körper auf dem Wasser auf.

Ich träume von Cs Familie. F ist hochschwanger. Der Vater spricht von seiner Firma. Ich wache
mit dem Satz auf den Lippen auf, dass es auf jeden Fall Qualitätssicherung braucht.

Zwei Bänke nebenan sitzen zwei Männer, von denen einer auf einer fremden Sprache spricht, während er vom Anderen gefilmt wird. Hinter mir geht eine Gruppe mit Schweißgeruch vorbei und spricht von ihrer Strategie.

Das Schwimmbecken hat kurze Bahnen. Später google ich die Länge der Bahnen und komme zu dem Ergebnis, dass es kürzer als eine Kurzbahn sein muss: ein Lehrschwimmbecken.

Die Kämpfe sind nichts anderes als Gladiatorenkämpfe.

Ich erinnere mich an den Lateinunterricht und das grenzenlose Unverständnis für die brutalen Kämpfe der Gladiatoren. Warum sollte jemand so was tun. Hier sitze ich nun und sehe, wie sich Männer und Frauen tänzeln gegenüber stehen, bis einer unter dem anderen liegt und so lange gewürgt oder gedreht wird, bis er ein Zeichen gibt, dass er es nicht mehr aufhört.

C duscht.

Ich sitze auf hellgelben Linoleum. An mir bewegen sich kräftige Männer- und Frauenkörper vorbei. Sie tragen Adiletten und Sportklamotten. Mein Körper kommt mir schwach und steif vor.

Später, in der Philharmonie sind die billigen Plätze schon voll.

Mir fallen die Augen zu.

231121

Am Arnswalder Platz kreisen die Krähen und lassen sich dann auf der Wiese, den Wipfeln, den Risten der Dächer nieder. Krähend reißen sie ihre Mäuler auf. Sie fliegen nicht in den Süden.

(Aber sie haben Schlafbäume.)

231120

Ich schwimme auf und ab. Das orange Schwimmbrett ist ganz ausgegriffen.

231115

In der Boulderhalle treffe ich A. Er hibbelt. Sprechen über die Selbstständigkeit, die ihre Tücken hat und über den Wohnungsmarkt, der ebenfalls seine Tücken hat.

231110 Traum

Ich träume von wohnen an wechselnden Orten. Ich ziehe in einer großen Gruppe (ähnlich der Gruppe, mit der ich montags und mittwochs in der Uni Zeit verbringe) umher. C und ich wohnen in Paris. Wir spotten die Orte auf der Landkarte. Oben ist auf einmal Schloss Charlottenburg. Ich spreche über die Gestaltung von Weinetiketten. V hat schon mal welche gemacht. Beim Sprechen der Moment des nicht das richtige englische Wort finden. Ich überlege, wie man am besten an einen solchen Gestaltungsauftrag kommt. Ist die Frost-Weinernte der nächste mögliche Zeitpunk? Die Ausstellung macht zu und der Hund des Besitzers düst nach draußen. Wir hinterher. Im Garten davor gibt es Tiere. Zwei riesige Schildkröten, von denen eine ihr T-Shirt runterzieht, sich in eine dicke Frau mit blanken Brüsten verwandelt und so in der Ecke sitzt.

231030

Heute sind die Krähen besonders frech.

231027

Cs Pisse plätschert das nassen Gras den Hang hinunter. Regentropfen landen auf der Waseroberfläche des Kanals landen.
Zwei Schwäne gurren leise. Als wir halt machen, schwimmen sie in unsere Richtung.

231025 Nach dem Wochenende mit L und J

Wir sollen sie mal besuchen. Das sollten wir wirklich. Nachdem wir, wie schon am Tag vorher, zuerst am falschen Ort stehen, und dann eine Stunden zu spät kommen, haben die anderen jetzt schon fertig gebruncht.

231025 Telefonat mit H.

Angst vorm Abrutsch in die Kleinfamilie – nicht nur vorm eigenen. In ein Leben, das hauptsächlich aus der Familie besteht und wenn diese dysfunktional ist, ist die Kacke am dampfen.

(Schätzen Sie die Verbindlichkeit?)

231024

Und wann habt ihr das letzte Mal so viel getrunken?

In Paris.

Gleiche Konstellation.

Gleich viel Alkohol.

Auf dem Heimweg setzt Lallen ein und meine Erinnerung für einen Moment aus.

J spricht davon, dass es für Frauen doch noch ein wenig schwieriger sei Dingen nachzugehen, die nur ihnen selbst dienen. Den nerdigen Dingen im Leben: Briefmarkensammeln, Liegefahrrad fahren, Kunst machen.
Aber „Briefmarkensammler und ? bilden die Welt“ schreibt Huxley in Schöne neue Welt. Der nächste Morgen ist hart. Wie immer wache ich früh auf.

231020

Die Wohlorganisierte Komplexitität, der ich gerne entkommen möchte.

231018

Gebären ist auch ein operatives Wort

231017

Wie lässt sich an der Realität, den gemeinsamen Stücken der Wirklichkeit, bleiben? Bzw. wie lässt es sich mit jemandem reden, der nicht mit meinem vermeintlichen Kons über die die Wirklichkeit übereinstimmt?

Stichwort: Wirklichkeitsvererrung, Wahn

 

231011 Im Hotel Roma

Oben auf der Dachterasse. Wandlerin zwischen Schichten. Die Klasse, der nur das schöne Leben bleibt. Wir trinken beide ein kleines Bier für sechs Euro.

231009 Traum

Ich träume, E beschwert sich über ihr Auto. Sie hätte es gern wieder los.

Was hat es denn?, frage ich.

Es ist ihr zu alt.

Und wie viel willst du dafür?

Einen Tausender. So viel hab ich gerade so dabei.  So schnell hab ich ein Auto. Was mich wundert, ist das R-Kennzeichen. Regensburg. Obwohl E doch aus Brandenburg kommt und in Reinickendorf wohnt.

Ich sitze im Auto auf dem Beifahrersitz. P fährt. M sitzt hinten. Auf einmal viele Menschen, ein Bauzaun: irgendeine Sportveranstaltung. Bremsen kann das Auto nicht so gut und so lenkt P eine Kurve knapp am Zaun vorbei und fährt fast eine indische oder afrikanische Frau um.

Später, im Parkhaus parkt das gute Teil. Wir haben mittlerweile den Trick zum Bremsen herausgefunden: ein kleiner Hebel links hinter Lenkrad ist eine Art Handbremse.

I DON’T KEEP MUCH.

P hat mittlerweile einen goldenen 3er BWM, bei dem man hinten zwei Löcher verschließen muss.

An einer Brache bei der Warschauer, auf einer großen Wiese, auf einer Art Festival sind das Auto und ich wieder im Parkhaus. Viele Leute kommen. Ich finde mein Auto nicht mehr. Ein anderes Auto parkt davor. Bevor ich losfahre, probiere ich  nochmal die Bremse, dann fahre ich raus. Irgendwann verwandle ich mich in einen Motorradfahrer, fahre über einen Zebrastreifen an dem gläsernen, dunkelblauen Gebäude vorbei links vorbei, raus, Wiese, eine Einfahrt rechts und ein Knick der Straße nach hinten: ein Schild bringt mich zum Anhalten. Jemand züchtet Hasen.

Ich habe auf einmal einen großen Kübel mit Hasen dabei. Eine junge Frau macht auf (= öffnet die Tür). Wir schauen uns meine und ihre Hasen an. Es klingt. Auf einmal ist die Bude voll: lauter Frauen. Eine fragt, wie ES sei – und niemand weiß, ob es um den Tod der Eltern oder um Sex geht. Odilia ist auch da und sagt mir gleich zuallererst einen Trick: Sie weiß, ich trage keine hochformatigen Taschen, aber in eine hochformatige Tasche, da passe eine mehr rein.

231002

Die letzten Minuten liege ich auf dem Rücken im warmen Wasser. Ich neige meinen Kopf und legen ihn ab. Ein Ohr ist im Wasser. Die Stimmen und das Plätschern werden zu einem angenehmen Gluckern.

Ich dusche und wasche meine Haare mit Babyshampoo. Volumenshanpoo macht mehr Spaß.

Ich ziehe mich um und verlasse die Kabine.

Nach dem Schwimmen trage ich vor dem Spiegel bei den Föns Nivea aus. Ich mag die Orte im Schwimmbad, an der man die Schuhe aus, aber Kleidung an hat. Kleider machen Leute und Schuhe gehören dazu. Neben mir trägt ein mittelalter Mann ebenfalls Creme auf. Dann zieht er adidas-Schuhe an. Ein Modell, das ich nicht kenne, aber dessen Sohlen über denn Schuh gehen. Ich trage auch Adidas-Schuhe. Letzten Winter habe ich aufgehört das Reebock-Modell zu kaufen, dass ich zum ersten Mal nach der Party zu meinem 21. Geburtstag mit K auf dem Flohmarkt gekauft habe.

An den Gleisen hängt Werbung für den Fernsehturm: „Mehr zu Sehen als im Kit Kat“, „Schnell zum Höhepunkt“.

Meine Haare sind nass. Gleich werde ich meinen Schal um den Kopf wickeln.

In der Bahn verkauft ein Obdachloser verkauft Zeitung. Ausnahmsweise kaufe ich eine. Das Schwimmen hat die Barriere durchbrochen, mit der ich sonst nie etwas kaufe, um nicht nachdenken zu müssen, wenn mich jemand nach Geld fragt.

 

 

 

 

230929 Freitag

Ich lese das zweite Maxi-Wander-Buch. Vormittags Spaziergang mit C  den Kaskelkiez raus, nach Lichtenberg, bis zum Aldi. Er fährt weiter in die Bib.

Ein bisschen erschöpft bin ich immer noch. Aber lang nicht mehr so sehr.

Beim Aldi lacht die Kassiererin als ich mit zu leiser Stimme drei mal wiederhole, dass ich das Piepsen beim Reingehen an meinem Einkaufskorb und den Pflanzen von draußen liegt, bis sie endlich versteht.  Herbstbepflanzung für den Balkon: Erika1

Auf dem Rückweg halte ich bei den Tischtennisplatten an, esse mein Croissant und beantworte SMS. A schreibt von den kosmetischen Maßnahmen, die Grafikdesign ausführt. Ich denke an das beginnende Semester und freue mich sehr, nur für mich zu arbeiten. Wie kann man Zeit haben und wie kannn man chirurgisch an die Sachen herangehen, statt nur beschönigend zu wirken?

Diesen Text schreibe ich wieder in ein google Dokument. (Später lade ich ihn doch auf dem Blog hoch.) Das Hochladen der Beiträge auf dem Block ermöglicht ein “Ablegen”.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kookkurrenz

(neues Wort gelernt.)

  1. Die werden am Wochenende noch von ein paar blumen aus der Baumschule Späth ergänzt []

230928 Donnerstag: Gemütlich und Wohnungsbesichtigung

https://de.wikipedia.org/wiki/Lesbarkeitsindex

Im Antiquariat in der Malplaquetstraße frage ich nach dem Maxi Wander Buch. Das hat er oft verkauft, früher, sagt der Mann. Heute muss er erst mal schaun, ob ers noch hat. Er kommt hinter dem Tresen hervor. Er trägt einen Bart, eine Kette mit Nüssen und lacht. Da hat er ein Exemplar.

Ich muss noch Bargeld bei der Bank holen, sag ich, fahr zur blau-orangen Bank und komme mit Geld wieder zurück. Sieben Euro kostet das Buch. Ich schmunzle über den Bleistifpreis im Buch, der zeigt, wie willkürlich Preise festgelegt werden, ausradierbar. Dann gehe ich mit dem Buch in der eh schon vollen Fahrradtasche zur Müllerstraße und kaufe mir dort ein Handbrot. 

(Ich gelange in den Genuss eines Handbrots mit Halloumi, weil der Mann mich nicht verstanden hat.) Esse es am Nordufer. Telefoniere mit dem Vater und unterhalte mich mit ihm über Metadaten. Dann zwei Wohnungsbesichtigungen. Nummer eins im Schiff-Hochaus an der Kleisstraße. Nummer zwei Wolliner Straße, Prenzlauer Berg.)

Homeoffice. In der Mittagspause dreh ich eine Runde und schreibe ein bisschen was auf ein Plakat, wie eine welt ohne Flucht aussehen würde: Nett, vorsichtig, … Das kommt mir genau richtig, um über die Sinnhaftigkeit der Sache nachzudenkenn, die ich gerade tue.

Das kleine „Ach“ der Frau unten an dem Kasten von der SoZiDa verwirrt mich.

„Ach.“

(Sagt sie, als ich zeichne und schreibe.)

 

230926 Geschenke

„Häufig heißt es, Geschenke müssten „sozialadäquat“ sein, also Ihren Verhältnissen und denen der anderen Person angemessen sein.“

„Mit „Anfüttern“ beschreibt man die böswillige Taktik, jemanden durch regelmäßige und häufig auch im Wert steigende Zuwendungen an sich zu binden und zu beeinflussen. Dies ist ein besonders fragwürdiges Verhalten, da die menschliche Dankbarkeit ausgenutzt wird“((Compliance Korruptionspräventatin, fraunhofer.plateau.com/icontent_e/CUSTOM_rot/fraunhofer/self-managed/PROD/h2R7tntvawbYk3E_articulate_r_25/scormdriver/indexAPI.html))

230926 Ns Geburtstag

»Seit ich darauf achte, seh ich deinen Namen überall«, sagt N und sieht zu B auf. Süße Stimmung bei den beiden. N und B sind schon da, als wir kommen. Irgendwann, wie immer, viel zu spät, kommt F mit großem Auftritt und erzählt uns ein paar Geschichten aus ihrem Leben. In der Hand hat sie eine Packung mit Zahnbürstenaufsätzen von Philipps und ein Maxie Wander buch. Das ist ja verrückt! ich lese auch gerade ein Maxie Wander Buch von A.  Dann kommt M. Wie immer noch später als F. Auf einmal ist sie da. Gegen den Büroalltag sind die beiden herrlich erfrischend.

Auf dem Heimweg streiten wir uns über Frohmanns Meme (das ich leider nicht mehr finden kann) aus einem der letzten Newseltter: Eine schwangere Frau und ein Mann hinter ihr. „Wenn er mir wieder die Welt erklärt“. „Was in meinem … äh deinem Körper gerade alles an biochemischen Veränderungen statt findet.“

Seit B uns aufgeklärt hat, dass es nicht nur einen rot-weißen, sondern auch einen blau-weißen Fußballverein in Berlin gibt: Hertha, sehen wir überall blau-weiße Stromkästen. Bisher hatte ich nur die FCU-rot-weißen gesehen, was vielleicht auch an meiner örtlichen Nähe zum Köpenicker Stadium an der alten Förersterei liegt. Wie alles in Berlin gibt es die Ost- und die Westversion.

230922 Freitag

Ein junger Mann geht an mir vorbei. Geräusche am Baustellenzaun. Ich gehe die Friedhofsmauer an der Zossener Straße entlang und tippe währenddessen auf meinem Handy. Auf einmal kam es mir: Wie ist es eigentlich, eine junge Frau zu sein? Ich fühle in mich hinein.

Schritte auf jemanden zu und Schritte wohin weg. 

Die junge Frau hat einen ganz schönen Zug drauf.

Ich laufe am Mehringdamm zum KiBa-Späti. 

Ich setze mich als junge Frau an einen Tisch. Will ich. Aber kein Tisch mehr frei. Ich frage nach einem Stuhl. Die Männer wundern sich, dass ich alleine bleibe. Das sagen sie wirklich, obwohl sie urban und aufgeklärt wirken. Ich lausche und tippe ihr Gespräch mit.

– Der Albatroz, der hat ja am Sonntag offen. 

– Was macht man, wenn man am Sonntag nix zu Hause hat? 

– Wer führt einen eigenen Haushalt hier?

Die Männer sind ausgeknockt – ganz ohne schwanger zu sein. Sie überlegen bald mal nach Potsdam zu fahren. 

– Vielleicht können wir ja dein Auto benutzen.1

– So viel zu Sachen Umverteilung. 

– Komm mal mit, versprich mal. Ist auch um 15 Uhr.

(Ich denke an fett und fett. In der Serie redet der Protagonist GENAU SO)

Vorhin mit Anna im Lafayette. (So sagt sie, “das Lafayette”. Das sag ich jetz auch so, mit Vivien Petras gesprochen “Nachahmung ist die höchste Form der Anerkennung.”) “Ich muss dir was zeigen.” und zieht mich zum Franzosen, zu den Austern, zusammen mit ein paar schUnd dann essen wir erst Austern, zusammen mit ein paar Scheibchen Brot, trinken ein Glas Wein nebenbei. Entre deux mer heißt der Wein. 

Die Männer neben mir haben kein Interesse an Kunst – außer an einem Bild von Gerhardt Richter. 

– Da hab ich… gespürt hast… 

– Gerhard Richter. Ausgerechnet das. Wahsinnig geil. 

Was jetzt knallt, ist nicht mehr die Müdigkeit. 

– Die Werke sind nunmeriert. 

– Aber es ist schwierig, sie im Internet zu finden. 

 Dafür verstehen die das Internet zu wenig. Damit man Sachen kann. 

Was jetzt knallt, ist nicht die Müdigkeit, es ist die Zeit.

Vorhin, im Theater2 Danach hatte ich schon überlegt, einfach nach Hause zu fahren, aber dann bin ich noch ein bisschen weiter gelaufen. Im Theater hatte ich Tränen in den Augen. Zu aufsteigern. Zu Arbeit. Zu Armut. Zum hedonistischen Leben.3

Aber zurück zu den Männern nebenan: 

– Jeff Koons ist ein CEO. 

– Richter ist ein Lone Wolf. 

– Neben dem Richter gibt es noch diesen Matisse. 

Wenn ich dieser Mensch wöre, der sagt, “ich kauf das, Dieses Bild bedeutet mir so viel, es wae ao krass.”

Was jetzt knallt, ist nicht die Müdigkeit. Es ist die Realität. 

– Hey Jungs! Gehen wir jetzt noch auf diese Geburtstagsparty von nem Freund von mir? Und dann gehen wir noch auf diese Crazy House Acid Party. 

– Meine Mutter ist auch Künstlerin. 

– Hey Jungs. Ist es Richter? 

– Nein.

Die verschiedenen noded, ein Netzwerk.

Zwei Paare gehen vorbei. Wie einfach die Dinge sein können. ich denke an einen Abend, in dem ich kurz vor dem Ende mit C die Malplaquetsraße lang laufe. 

Was jetzt knallt, ist das Gefühl doch alleine zu sein. 

Ich sitze in der S7.

Marathon bei den Kreuzberger Jubgs. Der dieses Jahr ist schon ad acta gelegt. 

– Ich will auch

Sagt er und hat ne Kippe im Mund. 

– Wie krass das wäre

– boah

– ne 

– musste machen

Im Lafayette die Musik, im Hinterhrund nicht zuordenbar. 

Was spöter knallt ist der französische Mann. Fragt uns, wie die Zigarette gescmeckt hat. 

– Hab ich euch das erzählt, dass ich mit Toni am  ersten Mai im Kreuzberg war und da waren diese Leute und… 

Die Musik in Lafayette, während ich auf Anna warte. Als sie kommt, trägt sie Schildkrötenohrringen. Gemeinsam mit einem Rauschen, ein merkwürdiger Mix zwischen Hintergrund Weltmusik und House und ein Kylie-Minouge-Remix. Ein müder Papa einen Tisch weiter sitzt, der auch auf das strahlende Gesicht seiner Tochter müde reagiert. Dann kommt Anna.

– Anne is ne Coole. Die hat den Kochmodus bei mir noch verstärkt.

Eine Frau sperrt ihr Fahrrad ab. Sie erinnert mich an Gianone. Ob die noch an den Späti geht? Ich sitze gegenüber von Zwanglos 3. Der Swingerclub. Da hab ich noch nie jemanden reingehen sehen. 

  1. Wenig später, am Sonntag, 1. Oktober, sollte ich einem sehr konservativen jungen Mann von meinem Lieblingsauto erzählen. Einen Lieblingsspäti hab ich auch, aber – kein Lieblingskünstler. []
  2. Christiane Rösinger, Klassenrevue []
  3. Am 3.10. lese ich in Bethanien: Es gibt keinen Unterschied zwischen Ländern, sondern zwischen oben und unten []

220919 von Sympathie

Nicht nur menschlicher, sondern auch visueller und dem Einhergehen von beidem.

230917

Kommunikation kann so einfach sein. Bürokratie ist es nicht und Lyrik ist es auch nicht.

Die Blicke der Menschen, die den Obdachlosen nicht anschauen, als er um Geld fragt.

Der Mann, der gerade noch durch die Tür der Bahn sprintet, weil ihm ein anderer Mann aufhält.